Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 22 (1.6.1900)
- Date
- 1900-06-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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»aeiaEaü 'fmnsae»**?** Sette 416 Vr. Bloch's Wocheaschrrfk. Nr. 22 3 Caffierinnen, 17 Verkäuferinnen, 5 Praktikantinnen, 2 Erzieherinnen, 1 Hauslehrerin. Der Verein zählt dermalen 1619 Mitglieder mit Jahresbeiträgen von zusammen 19.277 Kronen; an einmaligen Mitgliedsbeiträgen flößen uns von 16 Personen 3201*34 Kronen zu und an Spenden empfingen wir 7.188 Kronen, darunter einen namhaften Beitrag der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde. Verausgabt wurden: an Gehalten und Löhnen K 8.40818; für die Einrichtung der Vereinslacalitäten K 3.255 82; für die Miethe der Vereinslocalitäten K 1.733 32; für die Instandhaltung der Vereinslocalitäten K 399 48; für die Errichtung des Telephons K 383.28; für Studienreisen K 491*50; für Inserate K 1.411; für Drucksorten, Schreibmaterialien rc. X 2.729*92; für Porti X 1.133*86; für Beheizung und Beleuchtung X 597*26; für angeschaffte Nähmaschinen X 456*66; an Darlehen und Unterstützungen X 640*06; an diversen kleineren Spesen K 567 96; zusammen; X 22.208 30. Ein sehr beträchtlicher Theil der Ausgaben ist als sogenannte Gründungsspesen anzusehen. An diese Angabe schließt der Vereinsbericht folgende Betrachtung: „Während unserer kurzen Arbeitsperiode haben wir uns nicht darauf beschränkt, die Arbeitgeber-Anmeldungen in möglichst großer Zahl unserem Bureau zuzuführen, um die sich meldenden Arbeitnehmer nach Thunlichkeit zu placiren, sondern wir suchten auch die Hemmnisse zu erforschen, welche sich einer gesteigerten Bereinsthätigkeit entgegenstellen, um durch Beseitigung derselben in nachhaltiger Weise der Noth und dem Elend entgegenzutreten, welche sich in wahrhaft erschreckender Weise täglich an unseren Schaltern präsentiren. Wir machten hiebei die Wahrnehmung, daß der Hauptübelstand in den einschlägigen Verhältnissen darin zu suchen ist, daß die jüdischen Arbeitnehmer, insbesondere aber jene weiblichen Geschlechtes, zu wenigen Berufen angehören; innerhalb dieser wenigen Berufe findet infolgedessen eine Ueberlastung von Arbeitswerbern statt, von welchen naturgemäß ein sehr großer Theil keine Beschäftigung finden kann und daher existenzlos ist. Diese Erkenntniß nöthigte uns unsere Aufgabe dahin zu erweitern, daß wir den überschüssigen Arbeitnehmern neue Arbeitsgebiete erschließen, daß wir die Berufsarten unter den Juden vermehren und in solcher Weise die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten erleichtern. Da die jüdischen Arbeitnehmer zum weitaus überwiegenden Theile commerciellen Berufen angehören, handelt es sich in der Hauptsache darum, die überschüssigen Elemente der manuellen Arbeit zuzuführen. Baden. Am 23. Mai lief die Wahlperiode der Repräsentanz der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ab und haben diesbezügliche Neuwahlen statutengemäß am 22. April stattgefunden. Gewählt wurden: In den Cultusausschuß die Herren: Anton Schneider, Salomon Klauber, Simon Mandl, Moriz L e i t n e r, Ignaz F l e i s ch m a n n, Dr. Emil Raab, Sigmund Rausnitz, Dr. Josef Schwarz, Hermann Flaschner und Moriz Daniel; als Ersatzmänner die Herren: Leopold S ch e u und Leopold Dörfler; als Vertrauensmänner in den verstärkten Cultusausschuß die Herren: Moriz Kohn, Simon Berger, August Eden bürg er, Director Josef Felber, Dr. Felix Horn, Max Lemberger, Alexander Spitzer und Oskar S a m e tz. In der am 6. Mai erfolgten Constituirung des CultusVorstandes wurden Herr Moriz Leitner alsCultusvorsteher, Herr Anton Schneider als Cultusvorsteher-Stellvertreter und die Herren Salomon Klauber und Dr. Emil Raab zu B e iräthen gewählt. — Am 17. Mai feierte Herr Anton Schneider, Bicepräses der Badener istaelitischen Crlltusgemeinde, das Fest der silbernen Hochzeit. Der Cultusausschuß, die Repräsentanten der Chewra-Kadischa und des israelitischen Frauenvereines, wie eine sehr beträchtliche Anzahl von Gratulanten eiferten in warmen Wünschen wie in geschmackvollen Ehrengaben, ihre Sympathien dem Jubilare für seine langjährige verdienstvolle Wirksamkeit in der hiesigen Cultusgemeinde zum Ausdrucke zu bringen. Auch die Jubilarin Frau Rosa Schneider, die an dem hiesigen israelitischen Frauenvereine seit seinem Bestände thätigen Antheil nahm, wurde vom Präsidium dieses Vereines aufs Wärmste beglückwünscht. Budapest. (Die XXXIV. ordentliche Generalversammlung des Pester isr. Frauenvereins), fand am 8. Mai Nachmittags unter dem Vorsitz der Präsidentin Frau Marie Herz! statt. Vor Uebergang zur Tagesordnung wird der Generalversammlung Mittheilung gemacht, daß die Ausschußmitglieder Kornelie Heidlberg und Aranka Deutsch von dieser Stelle vor Kurzem zurückgetreten, und alle Bemühungen, die Damen der Vereinsleitung zu-erhalten, erfolglos geblieben sind. Das Scheiden dieser beiden Functionäre aus dem Vereinsausschuß wird mit dem Ausdruck des lebhaften Bedauerns zur Kenntniß genommen und aus diesem Anlasse insbesondere des unersetzlichen Verlustes Erwähnung gethan, welchen der Verein durch den Rücktritt der Frau Kornelie Heidlberg erleidet, da die genannte Dame während 30 Jahre dem Ausschuß angehörte und als Vorsteherin der Unterstützungsabtheilung sich um deren Leitung außerordentliche Verdienste erworben hat. Der Anttag Frau Kornelie Heidlberg in dankbarer Anerkennung dieser segensreichen Wirksamkeit zum Ehrenmitglied zu wählen, wird mit Acclamation angenommen. Mit lebhaftem Bedauern wird der Rücktritt des Herrn Dr. Adolf Szilasi, welcher während fünfundzwanzig Jahre als Rechtsconsulent des Vereines dessen Interessen in hingebungsvollster Weise förderte, zur Kenntniß genommen und demselben für seine ersprießliche Wirksamkeit der beste Dank ausgesprochen. In pietätvoller Weise wird auch des Verlustes gedacht, welchen der Ausschuß durch das Ableben der Frau Julie von Herzog erlitten hat, welche Dame für die Institutionen dieses Vereines stets das wärmste Interesse bekundete. Dem zur Verlesung gelangten ausführlichen Jahresberichte entnehmen wir folgendes: Im abgelaufenen Berwaltungsjahre wurden an momentanen Unterstützungen 37.220 X 40 X, an monatlichen regelmäßigen Unterstützungsbeiträgen 28.514 X an vierteljährlichen Zinsbeträgen 11.452 X, an Wöchnerinnen 886 X und an Heirathsausstattungsbeiträgen 1430 X, zusammen 79.602 X 40 X in Baarem als Unterstützungen vertheilt. Im Mädchenwaisenhause dieses Vereines wurden 51 gänzlich verwaiste Kinder, in dessen Baron Hirsch-Halbwaisenasyl 50 Kinder erzogen uud betrugen die Ausgaben für beide Anstalten, sowie für die extern erhaltenen 62 Waisenmädchen, insgesammt demnach für 163 Waisenmädchen 72.106 X 70 X. In der Volksküche dieses Vereins speisten vom 1. April v. I. bis 1. April d. I. 168.550 Personen ohne Unterschied der Confession; hievon gänzlich gratis 21.190 Personen, zumeist arme Studirende, außerdem in der Zeit vom 15. December v. I. bis 15. März d. I. 8284 arme Schulkinder, und aus der Volksküche-Jubiläumsstiftung 764 hungernde Kinder gänzlich gratis. Die Verwaltungskosten betrugen 44:414 X 43 h. Die Gesammtausgaben für sämmtliche Zweige seiner humanitären Wirksamkeit, hinzugerechnet die allgemeinen Vorwaltungskosten des Vereines, betrugsn 198.681 X 21 X welchen um Einnahmen im Betrage von 172.344- X 44 X gegenüberstehen. Das Berwaltungsdeficit von 27.336 X 77 X wurde durch Abschreiben von den entsprechenden Fonds gedeckt. Hierauf wurden jene zahlreiche Stiftungen, Legate und Spenden aufgezählt, welche im abgelaufenen Jahre eingeflossen und es ermöglicht haben, daß nach Abschreibung dieses bedeutenden Verwaltungsdeficit das Vereinsvermögen sich mit 27.315 X 10 X erhöht hat. Bezüglich des zu erbauenden neuen Mädchenwaisenhauses wird gemeldet, daß mit den Bauarbeiten noch im vorigen Herbste begonnen wurde und das Gebäude, welches Raum zur Aufnahme von 128 Kindern bietet, noch heuer gänzlich zur Vollendung gelangt. Der Bericht wird zur Kenntniß genommen, dem zurücktretenden Ausschüsse für das abgelanfene Verwaltungsjahr das Absolutorium ertheilt und sowohl der rastlos thätigen Frau Präsidentin, als auch der Frau Vorsteherin, den Ausschnßmitgliedern und dem Vereinssecretär für ihr hingebungsvolles Wirken und schließlich der Presse für deren dem Vereine gegenüber bewiesenes Wohlwollen der beste Dank ausgesprochen Hierauf erfolgte die Neuwahl der Vereins functionäre. Zur Präsidentin wurde abermals Frau Marie Herzl und zu Vicepräsidentinnen: Frau Nanette v. Brüll und Frau Louise v. Neumann gewählt. In den Ausschuß wurden sämmtliche bisherigen Mitglieder wieder- und die Damen: Jenny v. Bisitz, Olga Gomperz, Wihelmine Holitscher, Borcsa Singer und Fanni Weltner neugewählt. Zu Rechnungs- und Bilanzrevisoren wurden die Herren Ludwig v. Bisitz, Berthold v. Goldberger, Wilhelm Leipziger und Adolf v. Ullmann einstimmig wiedergewählt. Budapest. (Bei st euer eines Bischofs zur Erbauung eines jüdischen Bethauses.) Die kleine, arme, jüdische Gemeinde Görbe, im Tolnaer Comitate sah sich zu einer Geldcollecte gezwungen, um ihr eingefallenes Bethaus wieder aufbauen zu können. In dieser ihrer Noth wandte sie sich mit einem Bittgesuch an den als Menschenfreund und Wohlthäter berühmten Kirchenfürsten Bischof in Fünfkircheu, Päcs Hettyei Samuel, der ihr zu diesem gottgefälligen Zwecke 100 fl. anwies.