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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-06-01 · 22 (1.6.1900) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
22 (1.6.1900)
Date
1900-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 412 Dr. Bloch's Finanzsection, kais. Rath Herrn Moriz Hirsch zu seinem Referate über den Rechnungsabschluß. Der Referent, Herr kais. Rath Hirsch, begleitet die Vorlage mit nachstehenden Ausführungen: Aus dem Gebahrungsergebniß-Conto belieben Sie zu ersehen, daß der Gesammtzuschuß fl. 44.856*27 beträgt, der sich mit dem Präliminare, wenn wir die Capitalsrückzahlungen, per fl. 7.314*22, welche in der Bilanz zum.Ausdruck gelangen, unberücksichtigt lassen — per fl 45.418*55 fast vollständig deckt. Aus der Zusammenstellung der Überschüsse und Zuschüffe erweisen sich gegenüber dem Präliminare pro 1899 geringere Zuschüsse bei der I. Section um ca fl. 5.525 „ ,, 1L „ „ „ „ 9.910 und ein größerer Ueberschuß bei der VI. Section um ca. „ 5.465 fl. 20.900 hingegen größere Zuschüsie bei der III. Section um ca. „ 7.450 .. „ V. „ „ „ „ 430 mid ein geringerer Ueberschuß bei der IV. Section um ca. „ 12.450 fl. 20.330 Der Ausfall beträgt sohin zusammen ca. fl. 20.330 und öa§_ günstigere Ergebniß ca. fl. 20 900, daher die verschwindende Differenz per cy. fl. 570.— im Gebahrungs-Ergebnisse Wenngleich also die Beträge des Gebahrungs-Ergebnisses innerhalb der einzelnen Sectionen mit den bezüglichen Ansätzen des Präliminars nicht in voller Uebereinstimmung stehen, so gruppiren sich doch die Ziffern in der Weise, daß m dem Gesammt-Resultate das Präliminare so gut wie vollständig eingehalten erscheint. Ich muß jedoch hiebei auf den Umstand aufmerksam machen, daß trotz dieser äußerlichen Uebereinstimmung das Präliminare im Vorjahre factisch nicht unbedeutend überschritten worden ist. Wir haben nämlich in den Voranschlag pro 1899 unter anderem Beträge für die Bedürfnisse eingesetzt, welche im verflossenen Jahre noch nicht befriedigt wurden und deren Erfüllung uns noch in dem laufenden Verwaltungsjahre obliegt. Ich verweise in dieser Beziehung hauptsächlich auf die im Capitel VII des Vräliminars für den Synagogenbau in der Brigittenau angesetzte Reserve im Betrage von fl. 10.000, dann auf den im Capitel VIII für die Organisirung der Fleisch-Regie angesetzten Betrag per fl. 1.000, welche Beträge bisher nicht zur Ausgabe gelangt sind. Was die Ziffernverschiebung in den einzelnen Sectionen anbelangt so hebe ich insbesondere hervor, daß im Unterrichts-Etat von der Reserve fl. £.355 weniger gegenüber dem Präliminare verausgabt wurden, und daß an Cultussteuern und Jmmatrikular-Beiträgen gegenüber dem Präliminare ein Plus von fl. 6.058 cingangen ist. Diese Mehrbeträge sind daher in den anderen Sectionen, zumal in der Wohlthäligkeits-Section aufgebraucht worden. Bei der VI. Section resultirte nach Deckung der Zuschüffe für Unterstützungen, Subventionen.im Betrage von fl. 64 260*40 noch ein weiterer Ueberschuß per fl. 26.392*72'/,, welcher, wie in den Details des erläuternden Berichtes (Fol. 51 und 53) ausgewiesen erscheint, dem Friedhof-Erweiterungsfond zugewiesen wurde, in Uebereinstimmung mit der seit 2 Jahren befolgten Tendenz des Gesammtvorstandes, rechtzeitig für den Eventualfall der Erweiterung des bestehenden oder Erwerbung eines neuen Friedhofes Vorsorge zu treffen. Das Gesammtergebniß des Verwaltungjahres 1899 ist also laut der Details des Gebahrungs-Ergebniß-Conto ein Zuschuß von fl. 44*856*27 und jenes der Bilanz mit Hinzurechnung des Deficites von 1898 und Abrechnung der Differenz zwischen den Debitoren und Creditoren des Capitalconto ein Deficit von fl. 73.811*42. was sich aus der Zusammenstellung der Activen und Passiven auf dem Bilanz- Conto ergibt. Wie Sie nun aus dem Bilanzconto ersehen, betragen unsere sämmtlichen Activen fl. 851.30 < 48 und sämmtliche Passiven fl. 925.113*90 woraus sich ein Deficit von fl. 73.811*42 resp. K. 147.622 64 ergibt, welches auf dem Capitalconto vorgetragen erscheint. Wenn wir auf Grund des vorliegenden Rechnung-Abschlusses auf die Thätigkeit der Verwaltung einen Rückblick werfen, so gewahren wir, daß auf dem unserem Wirken anvertrauten Gebiete eine bedeutende Arbeit geleistet wurde. Um nur von den wesentlichsten zu sprechen, will ich hervorheben: Die erfolgte Gehaltsregulirung, welche für das oerfloffene Jahr ein großes Mehrerforderniß bedeutete, diverse Verbesserungen in den einzelnen Vororte-Tempelgebäuren. Subventionen an Bethäuser, die Zahlung der II. Rate für die Renovirung des Tempels und der Wohnhäuser in der Leopoldstadt, bedeutend vermehrte Unterstützungen und Gnadengaben, sowie die großen Auslagen für die Verwaltung des Spitals und des Altersversorgungshauses und die von uns geförderten Unterrichtszwecke. Was uns in diesen und nächstfolgenden Jahren nebst Bewältigung der laufenden Geschäfte zu leisten obliegt, ist Ihnen geehrte Herren wohl allen geläufig: Ausbau des Siechenhauses, Verbindungs? bau des alten und neuen Spitales, Einrichtung und Betrieb derselben, Subventionirung des Brigittcnauer Tempels, Tilgung der schwebenden Schuld. Möge der bedeutende Umfang dieser Erfordernisse uns allen stets vor Augen bleiben und uns ein Ansporn sein, uns auf allen Wochenschrift. Nr. 22 Gebieten der weitestgehenden Oekonomie zu befleißen zum Wohle unserer Gemeinde," Cultusvorsteher, Ober-Ingenieur Edler von Mises lenkt die Aufmerksamkeit der Plenarversammlung auf die gebesserte Situation des Altersversorgungshauses und constatirt den überaus günstigen Einfluß, welchen das Aufsichtsdamencomitö auf die Verwaltung dieses Institutes ausgeübt hat. Während sonst überall Ueberschreitungen des Präliminars eine Regel und ein altes Gewohnheitsrecht geworden, zeigen die Ausweise des Rechnungsabschluffes bei dem Budget des Versorgungshauses nicht nur keine Ueberschreiturg, sondern sogar Ersparnisse. Und diese Ersparnisse wurden erzielt nicht etwa auf Kosten der Insassen, sondern im Gegentheil: ihre Verpflegung ist eine erheblich bessere geworden. Redner zeigt durch ein interessantes, detaillirtes Ziffernmaterial, daß der Semmel- und Fleischconsum für die Insassen erhöht worden, daß die Pfleglinge jetzt ein warmes Nachtmahl regelmäßig.erhalten u. s. w. Wenn es bei der erheblichen Verbesserung der Kost und Pflege trotzdem gelungen ist, Ersparniffe zu erzielen, so ist das in erster Linie das Verdienst des Ehrendamencomites, vor Allem der unermüdlichen Frau Diamant. Präsident kais. Rath Heinrich K l i n g e r erwähnt, daß er bei Jahresschluß den geehrten Damen für ihr segensreiches Walten den Dank des Vorstandes bekanntgegeben hat, gewiß aber der Zustimmung des Vorstandes begegne, wenn dieser innige Dank auch heute erneuert seinen Ausdruck finde. Nachdem noch die Vertreter Baurath Ritter v. Goldschmidt und Dr. Maximilian Steiner zu demselben Gegenstand gesprochen, erbittet sich der Bice-Präsident Dr. Gustav K o h n das Wort, um zu constatiren, daß, wenn der Rechnungsabschluß für die zweite Section eine Ersparniß von 9000 Gulden aufweist, dies keineswegs auf Kosten des Unterrichtes erzielt worden ist. Es sind lediglich einige Ausgaben, welchen der Voranschlag vorgesorgt hat, in diesem Jahre noch nicht perfekt geworden und werden erst im kommenden Verwaltungsjahr zur Auszahlung gelangen. Nachdem kein weiterer Redner zu dem Gegenstand vorgemerkt ist spricht der Präsident dem Finanzreferenten kais. Rath Moriz Hirsch für seine außerordentliche und ersprießliche Mühewaltung den Dank aus, worauf der Rechnungsabschluß einstimmig zur Genehmigung gelangt. Den nächsten Gegenstand der Tagesordnung bildet der Bericht des Statuten-Revisions-Comitßs. Die Verhandlung leitet der Präsident kais. Rath Heinrich K l i n g e r ein, indem er auf fdas zu erstattende Referat des Herr Oberfinanzrathes Dr. Rappaport, welcher sich in der Angelegenheit außerordentliche Mühe genommen hat, hinweist, jedoch wolle er selbst, nachdem er den Vorsitz im Counts geführt, einige einleitende Bemerkungen sich gestatten, wobei er zunächst constatirt, daß die für Statutenänderungen nothwendige Anzahl von Vorstandsmitgliedern in der Plenarversammlung anwesend sei. Redner fährt fort : Der Gegenstand beschäftigt den Vorstand bereits seit vielen Monaten, wurde nach allen Richtungen eingehend geprüft und reiflich erwogen. Aus dem Monate December vorigen Jahres liegen Beschlüsse vor, welche die Einführung eines Drei- Wahlkörper-Systems bezweckten. Diese Beschlüsse haben nun tiefgreifende Aenderungen erfahren, ihm selbst, dem Präsidenten habe es wünschenswerth erschienen, daß der Allgemeinheit der Wähler wie bisher das Wahlrecht von 24 Vorstehern ungeschmälert bleibe. In einer vertraulichen Vorstandssitzung vom 6. Mai einigte man sich mit 17 gegen 6 Stimmen über jene Anträge, welche heute dem Plenum zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Da Beschlüsse über Statutenänderungen nur in öffentlicher Sitzung erfolgen können, so ist die Abstimmung vom 6. Mai für die Collegen unverbindlich, sie können sich nach erneuerter Prüfung der Vorlagen ihre Ueberzeugung bilden,, nach bestem Wissen urtheilen und abstimmen. Die vorgeschlagene Reform des Statutes bringt zunächst die vielfach geforderte Einführung der F ü n f - Gulden- Männer und somit eine weitere Ausdehnung des Interessentenkreises der Cultusgemeinde nach unten. Allerdings glauben wir hier eine Begünstigung zu lassen, daß wir ein Gemeindemitglied, welches erklärt, die Steuer von fünf Gulden nicht leisten zu können, mit keiner Execution bedrohen wollen. Mit anderen Worten: diese Steuer hat einen facultativen und keinen obligatorischen Charakter. Wer diese Steuer freiwillig entrichtet, er-

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