Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-05-11 · 19 (11.5.1900) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
19 (11.5.1900)
Date
1900-05-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021331-3021351--09874-3034325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 352 Vr. Bloch's Wochenschrift Nr. 19 geleitete Einrichtung, sondern sie siihrt ein selbstständiges Dasein, aber durch die Mitglieder ihres Verwaltungscomitcs steht sie mit der Synagogue in innigster Beziehung und speeiell die Armeninspectoren der Tempelgemeinde Woolf tausend Gulden geringer, und zwar etwa die Hälfte aus Darlehen früherer Jahre und mehr als 30.000 fl. von den Darlehen des laufenden Jahres. Es soll aber noch besonders erwähnt werden, daß das Besuchscomitc des Board dem und Sonnenthal sind ex officio Mitglieder des Board of * Darleheucomite bei den Recherchen hilfreich zur Seite stand, guardians. Das Board hat auch seine eigenen Einkünfte, '. woraus sich ergibt, daß trotz der vielen Verzweigungen der und zwar bestehen diese in Jahresbeiträgen, in Spenden — '/'Organisation die Thätigkeit doch eine einheitliche ist. auch Tempelspenden - und in Zeichen des eigenen Ver- '; Bei dieser Gelegenheit muß ich noch anführen, daß mögens und der Stiftungen. Die Jahresbeiträge der Mit-, ein eigener Frauenwohlthätigkeitsverein in London besteht, glreder belaufen sich auf circa 20.000 fl., die temporären,, der unverzinsliche Darlehen von 1—10 Pfd. St. gewährt Spenden auf über 300.000 fl., überdies sind Spenden für und im abgelaufenen Jahre über 30.000 fl. zu diesem Zwecke bestimmte Fonde im Betrage von 20.000 fl., Jahrzeit- P verwendet hat. Widmungen mit 10.000 fl , Legate mit 100.000 fl. ,,m Vereine, wie der unserige, bestehen ferner noch in den memorcam-.W.dmunge»mt /OOO fl. und weit Spenden-l Städten Dnndee, Edinbnrg (mit einer Ausgabe von circa an Kindern, Lebensmitteln, Anweisungen ans Spitals- .zooO fl.), Gateshead on Tyne, GlasgM (8000 fl.), b-l«f s-ch ^Manchester, N-wcastel on Tyne und Sunderland, überdies f »ichezu 60 . 0 fl. t ^ahreI889.?! gewähren die Boards of guardians, die in allen größeren Zur Verwaltung dnjes gewiß mcht unbcdeutci de,, Städten eingerichtet sind, gleichsfalls unverzinsliche Dar- Emkommensfungwt das Boacd an dessen Spitze das Par-L,^ , Wir begegnen der gleichen Institution in den lameutsmitglied Ben,amiil L. CvHeu steht, dess - St ^.d zwar in Sydney (bei dieser Gelegenheit will Vertreter d.- H-rre,, Mocata nnd Samuel, d-ss-nAich Sie mit einem nugemüu interessan-n Detail bekannt M-re Leopold v. Rot hs ch,ld und Arthur F7-»«l»^ PftZj. fpenbctwird lebenslänglicher Vicedessen l-lleuder S-cr-tar HM St es an y ist, mit 47 M.tz^ent. wer 25 Pfd.St7lebenslänglich°r Gouverneur und gliedm». Zur Arbeit hellt sich das Board ,u -,ne R-ihch^z gegenwärtig 10 Vicepräsidenteu und S Gonveruenre fuugirt ein Darlehenscomits, dessen Wirksamkeit völlig demW ’t r ., .. . m entspricht, was der Verein zur Unterstützung israelitischer M „^lcht ohne Absicht habe rch drese Vorbilder Ihnen Gewerbetreibender und Handwerker in Wien ist — woraus M?or ®**8cn. geführt. Ich bitte Sie zu erwägen, daß alle sie ersehen, weshalb ich gerade an dieser Stelle Anlaß habe,* von der Londoner Institution zu sprechen Sodann sind in,' Wirksamkeit: das Comito zur Führung der Werkstätten; das Comite für Erhebungen (Recherchen); das Comitc für Besuche bei den Armen; das Gewerbecomiffi; das Lehr-M ' lingsbeaufsichtigungscomits; das Auswanderungscomite; das ‘)L . vereinfachte Comite des Boards und der russischen Juden; % £ das Sanitätscomitc; das Vereinigte Rechteschutzcomitc; 'vf das Damencomite für Armenbesuche (mit einem Subcomitc zur Beaufsichtigung der Werkstätten); das Kleidungs-' comite; das Versorgungshauscomitc; das Comits für zeitwellige Aushllfen und ein eigenes Werbe- und Sammelcomits. In jedem dieser Einzelcomites fungiren nicht blos die Mitglieder des Board, sondern zahlreiche andere angesehene Persönlichkellen Londons, die sich freudig und freiwülig in den Dienst der Armenpflege stellen, der in einer Stadt, welche eine drei- bis viermal so große Fläche wie Wien hat, wahrlich nicht ohne Mühen und Opfer an Zeit und Arbeit sich versehen läßt. Ich würde ihre Zeit allzusehr in Anspruch nehmen, wollte ich auf alle Details dieser Armenpflege eingehen. Aus der erwähnten Aufzählung der Diensteintheilung ersehen sie wohl, daß die Theilung der Arbeit unter Heranziehung einer großen Zahl von Mitwirkeuden das Wesen der Organisation ausmacht, die den Dienst nicht nur erleichtert, sondern die bestmögliche Verwendung der Gelder sichert und zugleich bewirkt, daß eine verhältnißmäßig große Summe für Wohlthätigkeitszwecke aufgebracht wird. Was die Mitglieder des Vereines zur Unterstützung israelitischer Gewerbetreibender und Handwerker besonders interessiren dürfte, allen Mllglieder unserer Gemeinde aber zur Aueiseruug dienen sollte, ist das Wirken desjenigen Comites des Board, in welchem die Zwecke unseres Vereines verkörpert sind, indem es die Gewährung unverzinslicher Darlehen an Gewerbetreibende und Handwerker zu besorgen hat. Dieses Comitg hatte im Jahre 1899, dem dreiunddreißigsten seines Bestandes, in 23 Sitzungen über 20o0 Gesuche zu erledigen, von denen über 160o bewilligt, 400 zurückgewiesen wurden. Die Summe der bewilligten Darlehen belief sich aus mehr als 80.000 fl., die Rückzahlungen waren nur um einige diese Städte, London mitinbegrisfen, eine viel geringere jüdische Bevölkerungszahl beherbergen als Wien, und nun vergleichen Sie mit den aus den englischen Städten angegebenen Ziffern der Darlehenssnmmen für arme Gewerbetreibende und Handwerker — die Wiener Ziffern. Ich will keinen Vorwurf erheben. Der Verein thut ein Möglichstes, sowohl um Beiträge zu gewinnen, als um den ihm anvertrauten Geldern die richtigste Verwendung zu geben. Ich will auch keine Anklage gegen Diejenigen richten, die geben könnten und geben sollten und achtlos an der Noth ihrer Mitbürger vorübergehen, den an sie gerichteten Bitten kein Gehör schenken. Die hier mitgetheilten Ziffern aus englischen Städten sprechen für sich allein und wenn es mir gelänge, durch die unwiderlegliche Sprache derselben auf diejenigen zu wirken, die der Pflichten des Besitzes noch nicht oder nicht genügend bewußt geworden sind, so müßten sie zur Ueberzeugung gelangen, daß eine der besten Verwendungen für die an Arme zu gewährenden Gelder diejenige ist, die ihn arbeitsfähig erhält, und dann würden die Bitten dieses Vereines, sein Wirken zu unterstützen, nicht ungehört verhallen. Aus der gesummten Darstellung der Armenpflege in London darf man wohl den Schluß ziehen, daß deren Organisation eine ebenso wohl durchdachte als vielseitig wirksame ist. Es kann sich nicht darum handeln, hier zu urtheilen, ob in London genug oder noch zu wenig geschieht. Aus den veröffentlichten Berichten geht hervor, daß die Londoner Armenpfleger selbst sich nicht mit ihrem Wirken begnügen, sondern immer noch mehr thun wollen, und nicht ermüden sowohl ihre Pflicht zu erfüllen, als auch an diejenigen zu appelliren, die noch immer nicht genug gethan haben. Es herrscht in ihren Reihen eine Schaffensfreudigkeit und Opferwilligkeit, in der immer von Neuem sich der echte jüdische Wohlthätigkeitssinn, die treue Gemeinbürgschaft, das unzerstörbare Gefühl der Zusammengehörigkeit sich bewährt. Alle diese Eigenschaften wären auch bei uns zu finden — wenn nicht bei Allen, so doch bei Vielen — aber was nns fehlt, ist die Organisation, und weil mir die Londoner so wirksam erscheint, habe ich mich verpflichtet erachtet, sie Ihnen hier

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.