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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-05-04 · 18 (4.5.1900) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
18 (4.5.1900)
Date
1900-05-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 18 Br. Blvch's Wochenschrift. Seile 3-io Prag-Smickow 2fm 24. v M. starb hier Frau Emma Back geb. H a u ck, Witwe nach dem vor Jahresfrist verstorbenen hiesigen Rabbiner Dr. Samuel Back. Die Verblichene, eine durch hervorragende Geistes- und Eharaktervorzüge ausgezeichnete Frau, erfreute sich ob ihres Edelsinns der wärmsten Sympathien Aller. die ihr jemals nahetraten. Als Mitglied zahlreicher humanitärer Vereine wirkte sie in stiller, nie ermüdender Wohlthätigkeit. Die Beerdigung, die unter großer Betheiligung aus Nah und Fern am 26. v. M. auf dem Smichower Friedhof stattfand, brachte die allgemeine Theilnahme ob des Heimganges der edlen Frau zilm beredten Ausdruck. Ehrwürden Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld und sämmtliche Rabbiner Prags und der Vororte, gaben der Hingeschiedenen das Ehrengeleite, nnd Rabbiner Dr. Kisch, sowie Rabbiner Dr Weine r würdigten in ergreifenden Worten deren besondere Tugenden. Deputationen zahlreicher humanitärer Vereine geleiteten die Entschlafene zur letzten Ruhestätte. Nachod, 27. April. (V e r m ä h l u n g s f e st.) Am 25. April l. I. feierte Herr Gustav Scyur, Chef der Fabriksfirma Jsaks Schnr's Söhne, mit Frl. Jenny Goldschmid, Tochter des hiesigen Fabrikanten Herrn Max Goldschmid, das Bermählungsfest. Da beide Theile den vornehmsten und wegen ihrer öffentlichen Wirksamkeit angesehensten Familien unserer Cultusgemeinde angehören, so war die freudige Antheilnahme an diesem Feste eine allgemeine. Aus Anlaß dieses Festes bedachten die betheiligten Familien die Gemeinde-Institutionen aufs reichlichste und bewirtheten ihre Fabriksarbeiterschaft. Profinih. (Todesfall.) diese Woche wurde hier Herr Sigmund Baß, Lederfabriksbesitzer in Hätscheln bei Olmütz bei außerordentlich großer Theilnahme zu Grabe getrageli. Der Verblichene, einer sehr angesehenen hiesigen Familie entstammend und Schwager der bekannten Großindustriellen Wilhelm und Ignatz B r i e ß in Olmütz, erfreute sich bei Allen, mit welchen er in Verkehr gestanden, aufrichtiger Sympathien. An seinem Sarge trauern ein hochbetagter, greiser Vater und drei Schwestern. Straßnih, 18. April. (Todesfall) In den unter diesem Titel in der letzten Nummer dieses Blattes erschienenen Bericht über die zu Straßnitz stattgefundene Leichenfeier der in Prerau verschiedenen Frau Fanny Czeczowiczka hat sich insoferne ein Jrrthum eingeschlichen, als im Namen der ganzen Familie nicht ein Herr Czeczowiczka, sondern der Enkel der Verblichenen, Herr Dr. Med. Alfred Löw aus Prerau, in einer von allen Anwesenden tiefempfundenen Rede von der Verstorbenen Abschied nahm und auch der erschienenen Bauern-Deputation für die Betheiligung den Dank der Familie in böhmischer Sprache zum Ausdruck brachte. Holleschau. 30. April. (E h r n n g). Bei der am 29' d. M. stattgefundenen Generalversammlung des isr. Frauenvereines wurde Herr Adolf Skrainka in Anerkennung der von demselben diesem Vereine sowie der isr. Cultusgemeinde zugewendeten humanen namhaften Stiftungen einstimmig zum Ehrenmitglied dieses Vereines ernannt. Die Chewra-Kadischa hat ihren Vice- Präses, Herrn Carl Weinreb, der sich um diesen Verein große Verdienste erworben hat, ebenfalls zum Ehrenmitgliede ernannt. Lemberg, 28. April. Gegen den Bürgermeister der Stadt Kenty, Zajonczek, erhob die Staatsanwaltschaft die Anklage wegen Hausfriedensbruches, weil er in das Kapuzinnerinnenkloster in Kenty in rechtswidriger Weise im Vereine mit Israel Araten eingedrungen ist, um Nachforschungen wegen Verbleibens der M i ch a l i n a A r a t e n durchzuführen. Bürgermeister Zajonczek wurde nach durchgeführter Verhandlung des Hausfriedensbruches schuldig erkannt und zu zehn Tagen Arrests verurtheilt. Triest. Herr Dr. Med. Emil Marcus, Sohn des Professors Jacob Marcus, wurde mit großer Stimmenmehrheit zum Mitgliede des Stadtrathes erwählt. Abgesehen davon, daß diese Wahl ein rühmliches Zeichen für die Beliebtheit und geachtete Stellung des Herrn Dr. Marcus ist, hat dies Ereigniß für die hiesige Judenheit ganz be ondere Bedeutung, als genannter Herr der erste Jude ist, dem solche Ehre zu Theil geworden, und daß es folglich ein günstiges Symptom für die in der Stadt herrschenden Gesinnungen bildet. Nagy-Kanizsa. Dr. Leopold G o d a, Sohn des Vicecantors Samuel Goldmann, ist bei der hier am 26. April stattgefundenen Aerztewahl zum Stadtarzt gewählt worden. Drakovo. (Wahl eines Landesrabbiners v o n B u l g a r i e n.) Unser Rabbiner, Herr Dr. M. Ehrenpreis, wurde zum Landesrabbiner von Bulgarien gewählt. Herr Dr. Ehrenpreis, der in den letzten Monaten auch das Esseker Oberrabbinat leitete, erfreut sich hier allgemeiner Sympathien. Worms, 3. April. Zu der Einweihung der hiesigen Brücke ist neben dem ersten evangelischen und dem ersten katholischen Geistlichen auch Herr Rabbiner Dr. Stein vom Ministerium mit einer Einladung beehrt worden. Das Gleiche war bei dem Festmahl der Fall, welches die Stadt dem Großherzog und den Güsten veranstaltet hat. Rom. (Jüdische O f f i c i e r e.) Nach der neuesten Statistik zählt die italienische Armee an jüdischen Officieren: 1 Generallieutenant, 1 Oberst, 8 Majors, 43 Hauptleute und 109 Lieutenants. Feuilleton. Michael. Erzählung von S. K o h n, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Vierundzwanzigstes Capitel. Kurze Zeit nach Michael war Lieutenant Baron Lorenz Hornek-Golzinger in W. zur Ronden-Visitation angelangt. Nikolauer hatte ihn beim Mauthhause vor der Stadt erwartet und ihm das Paket, das seine Uniform und Seitenwaffe enthielt, übergeben. Hornek hatte rasch die Kleider gewechselt und die Ronde gemachr. Er fand den Obersten wach und in höchster Aufregung. Ein Soldat, ein Hannoveraner, ein ehemaliger Student, der es, von Noth gedrängt, übernommen hatte, an Stelle eines zum Militär assentirten Fabrikantensohnes zu dienen, war in der Nacht wegen einer Insubordination verhaftet und wäre voraussichtiich zu einer entehrenden Körperstrafe verurtheilt worden. Glöckner, so hieß der Mann, wollte sich dieser um jeden Preis entziehen. Ein ungewöhnlich großer, kräftiger Mann, hatte er einem der ihn ins Gefäugniß escortirenden Dragoner den Pallasch entrissen, einen zweiten verwundet und hatte während der dadurch entstandenen Verwirrung die Flucht ergriffen. Er war von nachgesandten Reitern, ohne daß sie ihn zu erreichen vermochten, bis an das Flußufer verfolgt worden, und war, wie angenommen wurde, in der Dunkelheit über die Eisdecke des Flusses, wo ihm die Dragoner mit ihren Pferden nicht zu folgen vermochten, entkommen. Zum Glücke für Hornek war der Oberst von diesem unangenehmen Vorfälle so stark in Anspruch genommen, daß er sein verstörtes Wesen nicht beachtete. Der Wachtmeister, der Hornek bei der Posten-Visitation begleitete, war über die Coulance und Raschheit, mit welcher er diesmal vorging, höchlich verwundert. Er war in dem Regimente als der boshafteste Ofstcier verschrieen, der, wo es ihm nur möglich war, einem Manne zu einer Strafe verhalf. Diesmal hatte er nicht das Geringste bemängelt und war dann rasch seines Vaters Hause zugeschritten. Dort angelangt, war er ohne Verweilen zur Thür des Zimmers, in welchem sein Vater schlief, gegangen und hatte ihn durch heftiges Pochen geweckt. „Wer klopft? Was ist vorgefallen? Brennt's etwa?" frug der erschreckte Mann, sich rasch von seinem Lager erhebend. „Ich bin's, lieber Vater, Dein Sohn Lorenz?" lautete die Antwort. „Ich muß Dich sosort sprechen, es gilt eine Sache von größter Wichtigkeit und Dringlichkeit," Bürgermeister Golzinger, im Nachtcostüme, entriegelte die Thür, ließ den Sohn eintreten, schlug mit Stahl und Stein Feuer und zündete eine Kerze an; als er beini Scheine derselben seinen Sohn erblickte, rief er: u „Herr und Gott, wie D ausschaust! .... was ist vorgefallen?" „Ich habe einen dummen Streich gemacht und er ist mißlungen. Ich bitte Dich, mich mit Vorwürfen zu verschonen," fuhr er rasch fort, als ihn sein Vater unterbrechen wollte. „Ich bin wie toll um die schöne Jüdin Sara Brack, die, wie ich glaube, es auch Dir angethan hat, und deshalb habe ich die Vorsicht,

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