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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-05-04 · 18 (4.5.1900) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
18 (4.5.1900)
Date
1900-05-04
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 344 Dr. Blvch'S Arbeitern aus Boryslaw hier angekommen. Er kann sie jetzt bei den Wasserwerken unterbringen, aber was wird in vier oder fünf Monaten werden, wenn diese Arbeit zu Ende ist. Alsdann wird Herr Trietsch für diese Leute, sowie die von Rumänien hiehergekommenen Juden, die ja auch nur seinem Rufe gefolgt sind, sorgen müssen und wenn er dies kann, so ist dies das Höchste was er leisten kann. Deshalb muß man energisch vor der Auswanderung nach Cypern warnen, beim die Jnsel^ist eine capitalsarme Gegend, der Arbeitslohn daher sehr niebrtg und Arbeit schwer zu finden. Würden Industrien entstehen, so würde dieser Zustand sich ja wohl verbessern, aber zur Zeit ist es einmal so schlimm. Villeicht finden sich Europäer, die Juden beschäftigen, aber Cyprioten können sich dazu nicht aufschwingen. Interessant ist auch der folgende Passus in dieser Correspondenz. der die Meinung eines Berliners wiedergibt. „Ein anderer Besucher war kürzlich hier, Professor Marburg von der Berliner Universität, der sich auch für die Arbeiten des Herrn Trietsch interessirt und Beziehungen zu der Berliner Colonisationsgesellschast Esra hat. Während einer kurzen Reise, die ich mit ihm machte, erklärte er mir, wie sehr er ein großes Herbeiströmen von Juden nach unserer Insel bedauern würde, nachdem er gesehen hätte, daß die Chancen für dieselben hier Arbeit zu finden, so gering seien. Er ist willens Diejenigen zu unterstützen, die schon hier sind, und ihnen dauernde Arbeit zu beschaffen, indem er in Gemeinschaft mit anderen Herren ein Grundstück erwirbt und durch diese Leute bearbeiten läßt. Erst wenn dieser Versuch ein Erfolg ist, kann die Sache ausgedehnt werden." Dies sehr bemerkenswerthe Urtheil sollte überall beherzigt werden. Wien. (Kundmachung). Freitag den 4. Mai d. I. Abends und Samstag den 5. Mai d. I. Früh wird Herr S. Cerini, Obercantor in Breslau im Leopoldstädter Tempel Probevorträge halten. Beginn des Gottesdienstes: Freitag Abends um 7 Uhr 30 Minuten, Samstag Früh um 8 Uhr. Wien. Die siebenundzwanzigste ordentliche Generalversammlung der Israelitischen Allianz zu Wien findet am Sonntag den 13. Mai I960, um 10 Uhr Vormittags, im Saale der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vereines im Jahre 1899. 2. Bericht über die finanzielle Gebahrung im Jahre 1899. 3. Wahl von fünf Vorstands-Mitgliedern mit vierjähriger Functionsdauer (§ 6 der Statuten). Die Reihe zum Austritte trifft die Herren: Theodor Cohn, Adolf Klein, Dr. A. Schmidl, Rabbiner und Prediger, Fritz Singer und Sigmund Taussig, k. k. Oberbaurath. 4. Neuwahl des Beirathes für die Dauer von drei Jahren (§ 6 der Statuten). 5. Etwaige Anträge der P. T. Mitglieder (§ 8 der Statuten). Wien. Der Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender I., Rathhausstraße 13, hält seine 11. ordentliche General-Versammlung Donnerstag, den 10. Mai 1900, 1/.28 Uhr Abends präcise, im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengoffe 4, 2. Stock. Tagesordnung: 1. Begrüßung der Mitglieder und der Gäste durch den Vereinsvorstand. 2. Vorlage des Jahresberichtes für das Vereinsjahr 1899 durch den Schriftführer. 3. Bericht der Censoren und Beschlußfassung über denselben. 4. Vortrag des Herrn kais. Rathes Johann Lichtenst a d t: „Die jüdische Armenpflege in London". 5. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. 6. Wahl der Censoren. 7. Eventuelle Anträge von Mitgliedern. Die geehrten Herren Mitglieder werden höflichst ersucht, an der General-Versammlung zuverlässig theilzunehmen. Für den Vereinsvorstand: Der Schriftführer: Der Präsident: D r. B. T a u s s i g. W. S t i a ß n y. W i e n, am 24. April 1900. k. k. Baurath. Wien. Dem türkischen Großhändler Licco M. Russo wurde vom Sultan, in besonderer Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf commerciellem Gebiete, der Osmanie- Orden verliehen. Wien. (Verlobungen). Herr Victor S t r a n s k y, Sohn des Ober-Officials der israelitischen Cultusgemeinde Wien Wochenschrift. *Jlr* 18 Herrn Jonas Stransky hat sich mit Fräulein Marie Ascherm a n n, Tochter des Communal- und Religionslehrers Herrn Josef Aschermann verlobt. — Fräulein Gisela Zirner hat sich mit Herrn Dr. Jonas Braun verlobt. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 29. April, fand im Tempel des IX. Bezirkes die Trauung von Fräulein Flora Freund, Tochter des Banquier Herrn Moriz F r e u n d, eine Enkelin des bekannten Herrn Jacob G o l d s ch m i d in Frankfurt a. M., mit Herrn Nathan Grünbaum, Großkaufmann in Frankfurt a. M., statt. Das schöne Gotteshaus erstrahlte im Lichterglanz und eine distinguirte Festesschaar füllte alle Räume des Tempels. Neben dem Tempelvorstand, welcher in corpore mit dem Obmanne, Herrn Gottlieb Bettelheim an der Spitze sich versammelte und zahlreichen Vertretern aus den besten Kreisen der Residenz, sah man unter den Hochzeitsgästen aus Frankfurt a. M. die Herren August Bender, Benedict Bender, Moriz Moser, Firma Mayfarth u. Co., David G o l d s ch m i d t, Vorstandsmitglied der orthodoxen Gemeinde in Frankfurt a. M. u. A. Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus hielt eine Rede, welche auf alle Anwesenden einen erhebenden Eindruck machte. Herr Obercantor Kläger sang die Trauungsgesänge in vorzüglicher Weise, wobei er von dem ausgezeichneten gut geschulten Chor aufs beste unterstützt wurde. Wien. Dienstag, den 26. April wurde Herr Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Ludwig Pick, über dessen Ableben in der letzterschienenen Nummer berichtet wurde, zu Grabe getragen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus hielt dem Verblichenen einen vom Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Nachruf, der auf die Trauerversammlung den nachhaltigsten Eindruck übte. Namens der zahlreich erschienenen Freunde und Collegen des Verblichenen sprach der Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Raphael Klein am offenen Grabe tiefempfundene Worte. Wien. Am 1. Mai feierte Herr Leopold Spielmann das 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit an der Börse für landwirthschaftliche Producte in Wien. Bei den Besuchern dieser Börse erfreut sich Herr Spielmann wegen seiner Pflichttreue, seines liebenswürdigen Entgegenkommens allgemeiner Beliebtheit. Von vielen Seiten aus Nah und Fern sind dem Jubilar am 1. Mai mannigfache Zeichen der Sympathie zugekommen. Wien. Freitag, den 27. Abends und Samstag den 28. v. M. Vormittags erschien Herr Josef Heller, Obercantor aus Brünn, zum Probevortrag im Leopoldstädter Tempel. Herr Heller fesselte die Zuhörer sowohl durch seine ausgezeichneten Stimmmittel als auch durch die mit dem herkömmlichen Synagogalgesange gepaarten künstlerischen Leistungen und erntete überaus großen Beifall von Seite des außergewöhnlich zahlreich erschienenes Publikums. — n. — Vöslau. (Beth ausverein in Vöslau-Gai nf a h r n.) Die im Monate März d. I. abgehaltene Generalversammlung dieses Vereines hat einmüthig den Beschluß gefaßt, Herrn Dr. Herr mann Fi all a, Hof-und Gerichsadvocaten in Wien, in Würdigung seiner Verdienste um das Judenthum im Allgemeinen und um diesen Verein insbesondere zum Ehrenpräsidenten des Vereines zu erwählen. In Ausführung dieses Beschlusses überreichte dieser Tage eine aus dem Obmanne Herrn Med. Dr. Bcösler, dessen Stellvertreter und dem Schriftführer bestehende Deputation das kunstreich ausgeführte Diplom dem Dr. Fialla, welcher das Ehrenpräsidium anznehmen sich bereit erklärte. Groß-Enzersdorf. (M i l i t ä r v e r k ö st i g u n g.) Trotzdem die Mitglieder des Minjan-Vereines in Groß-Enzersdorf infolge des Tempelbaues und der Errichtung der Friedhofmauer große Opfer zu bringen gezwungen sind, so hat die Vereinsleitung dennoch auch in diesem Jahre die rituelle Ausspeisung der 32 israelitischen Soldaten der hiesigen Garnison am vergangenen Pessach-Feste veranlaßt und die ansehnlichen Kosten hiefür zumeist aus Eigenem bestritten; die israelitische Cultusgemeinde Floridsdorf bewilligte zu diesem Zwecke 30 Kronen. Wie imm r bei derartigen Veranlassungen, ist es auch diesmal nur dem lobenswerthen Eifer und der anerkennenswerthen Opferwilligkeit des Vereinsobmannes Herrn Josef Winkler zu danken, daß dieser Act überhaupt zur Ausführung gelangen konnte; in seinem Hause ließ er fürs Militär kochen und an seinem Tische wurde für dasselbe der Seder gegeben und die Verköstigung vorgenommen. Mit größter Bereitwilligkeit wirkte dessen Gattin bei diesem schönen Feste mit, indem dieselbe bei der Herstellung der Speisen und Verabreichung derselben mit thätig war. E.

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