Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 17 (27.4.1900)
- Date
- 1900-04-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021331-3021349--09840-3034289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 320 Nr. 17 Dr. BLoÄr's WochrnschrifL. Schönlatern-Bethauses, Cultus vorsteh er Herr Dr. Berger, Vertreter des Vereines „Edelsinn", der Vorstand des Vereines „Chesed Schel Emes", welchem der Verstorbene als Gründer und langjähriger Vorsteher angehörte und, als Vertreter der Schiffschule, Herr Philipp Back nebst zahlreichen Freunden und Verehrern des Verblichenen. Am Friedhof hielt Herr Rabbiner Dr. Schmied! einen tief ergreifenden Nachruf, in welchem er die seltenen Eigenschaften des Verstorbenen, der von Allen, die ihn kannten, geliebt und geschätzt wurde, besonders seine Frömmigkeit und fein humanes Wirken in beredten Worten pries. E. Wien. Mit Herrn Aron Schnürmacher, Religionslehrer der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, der am 6. d. M. nach kurzem Leiden im 64. Lebensjahre verschied und am 8. in besonders feierlicher Weise — infolge besonderer Anordnung des Cultusvorstandes — bestattet wurde, ist ein edler, wohlverdienter Mann aus unserer Mitte, zum Schmerze seiner zahlreichen Freunde, Collegen, Schüler und Schülerinnen, geschieden. An 20 Jahre wirkte er im Lehramte in , Eisenstadt und ebensolange in Wien nnd wurde beim Verlaffen seines allgemein anerkannten, pädagogischen Wirkens in'elfterer Stadt mit dem silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Hier in Wien wirkte er als Religionslehrer in öffentlichen städtischen Schulen und als Exhortator beim Jugendgottesdienst, von Allen verehrt, die in Beziehungen zu ihm standen. Mit Freunden im Religionslehrervereine „Esra" arbettete er an einem vorzüglich ausgestatteten Schulgebetbuche, das soeben fertig geworden und war er unermüdlich thätig, wo es stch'um das Wohl armer oder verwaister Schulkinder handelte Als Mohel war er sehr geschätzt und vollzog er mit wahrer inniger Religiosität, aber auch mit besonderer Geschicklichkeit, diese heilige Function. Eine fromme und aufopferungsvolle Gattin beweint seinen viel zu frühen Heimgang. Wien. Montag den 30. April 1900, Abends halb 8 Uhr, findet im Festsaale des Kaufmännischen Vereines, I. Bezirk, Johannesgaffe 4, eine Wohlthätigkeits-Akademie unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte statt. — Karten sind zu haben beim Comite VIII., Lenaugaffe 5, I. Stock, Thür 9. Wien. (Prediger Mannheimer-Verein. Am 17. October d. I. gelangen die Zinsen des „Prediger Mannheimer Vereines" zur Vertbeilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben Rabinnen, Prediger und Lehrer in Oesterreich- Ungarn welche dienstunfähig geworden sind, oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachznweisen. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni d. I. unter der Avreffe: „Vorstand des Prediger Mannheimer- Vereines^. Wien, I., Börsegaffe 9, zu übersenden. Wien. (Sederfeier der jüdischen Handwerk s z ö g l i n g e.) An einem Tische hatten sie vor 60 Jahren bei der ersten Sederfeier Alle hinreichend Platz und heuer hatten sich am verflossenen Freitag-Abend an 500 Zöglinge im Saale der Frucht- und Mehlbörse — von dem Präsidium, wie in den Vorjahren, gütigst zur Verfügung gestellt — eingefunden, um das herrliche Freiheitsfest in traditioneller Weise würdig zu begehen. Der Vicepräses der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, war in Vertretung des Gesammtvorstandes erschienen mit einer ganzen Reihe illustrer Ehrengäste und gaben sich der Gesammtvorstand des Vereines zur Verbreitung der Handwerke unter den inländischen Israeliten mit dem Vicepräses Herrn Baurath Donat Ziffer er und dem Schriftführer Herrn Dr. Reiß alle Mühe, dieses Fest zu einem besonders solennen zu gestalten. Den Festvortrag an die im Festtagsgewande erschienenen Handwerkszöglinge, die sich geradezu musterhaft benahmen, hielt Professor Autsch erl, den gesanglichen Theil leitete Herr Cantor Pekarnik und schloß die Feier mit einem kräftigen Mahle. Mit sichtlich gehobener Stimmung und dankbarem Herzen verließen die jungen Arbeiter am Schluffe die Stätte, an der für dieselben die diamentene Sederfeier in der würdigsten Weise begangen wurde. Wien. Im Nachhange zu der von uns jüngst berichteten Gründung eines israelitischen Frauenvereines in Simmering wird uns von maßgebender Seite noch mitgetheilt, daß sich um das Zustandekommen desselben Herr Leopold Weiß in Simmering besondere Verdienste erworben hat, was wir hiermit mit Vergnügen auch an dieser Stelle nachtragen. Wien. (Spende.) Für die israelitischen Arbeiter in Boryslaw sind uns von den Herrn I. Zuckermann's Söhne aus Eger 10 Kronen, von Herrn Adolf Brayer aus N. Bogsan 5 Kronen zugekommen. — Weiters sind uns 32 Kronen aus einer von Herrn M. Stern aus Orlau veranstalteten Sammlung zugekommen. Baden. Am „Lag Buomer" (17. Mai d. I.) feiert unser allverehrter Cult us vor st eher Herr Anton Schneider im trauten Familienzirkel das fröhliche Fest der silbernen Hochzeit. Durch zweiundzwanzig Jahre hat der Jubilar . um die hiesige Cultusgemeinde, wie um die zwei blühenden Vereine in derselben, der Chewra-Kadischa und des Frauen-Vereines, die größten Verdienste erworben. Seine Freunde und Verehrer rüsten sich, ihm aus diesem Anlaß Beweise ihrer Sympathien zu bringen. Mißlich. Am 22. d. M. verschied hier nach kurzem Leiden Herr Marcus F e x l e r, Oberlehrer i. P., der gewesene Leiter unserer Volksschule und wurde am 23. d. M. unter zahlreicher Betheiligung aller bürgerlichen Kreise zu Grabe getragen. In der Leichenhalle würdigte unser allverehrter Herr Rabbiner Dr. Bauer in beredten Worten die Verdienste des Verstorbenen. insbesondere seine Verdienste um die Schule, sowie sein jüdisches Wissen und seine Frömmigkeit hervorhebend. Am offenen Grabe hielt der Obmann des Ortsschulrathes Herr Salomon König dem unermüdlichen von Pflichteifer erfüllten Schulleiter einen tief.'empfundenen Nachruf. — Im Namen seiner gewesenen Schüler widmete sodann Herr vr. jur. Jacob Pollenz aus Brünn dem verehrten Lehrer Worte des tiefsten Dankes. Zum Schluffe verabschiedete sich im Namen unserer Schule unser geehrter Herr Oberlehrer Sigm. L ö w y von dem treuen Collegen. Die Feier, an der sich der vollständige^Lehrkörper der Schule der hiesigen Marktgemeinde betheiligte, wird noch lange als wohlverdiente Ehrung dieses Todten in unserem Gedächtnisse bleiben. Lemberg. Um die Armenunterstützung aus Anlaß des Pessachfestes haben sich in diesem Jahre bei Betheiligung von circa 2500 Familien der Vicepräsident der Cultusgemeinde Herr Dr. Simon Scharf und der Apotheker Herr Jakob B e i s e r hohe Verdienste erworben. In Rücksicht der großen Nothlage der jüdischen Bevölkerung hat Herr Dr. Simon Scharf persönlich größere Spenden zur Vertheilung gebracht. Zborötv, 23. April. Heute wurde in den Räumen der hiesigen Baron Hirsch Stiftungs-Schule der erste Todestag der sel. Baronin Clara Hirsch vor Beginn des Unterrichtes feierlich begangen. Das Local, in dem sämmtliche Schüler versammelt waren, trug entsprechenden Trauerschmuck. Der Schulleiter Herr Isidor Gezelt feierte das Andenken der Baronin und erklärte die Bedeutung dieses Tages den Schülern in polnischer Sprach , worauf die Schuljugend die Cantate „Adaunoj mo odom4' sang. Hierauf hielt der Lehrer Herr Juda Labiner der unvergeßlichen Verblichenen einen Nachruf in deutscher Sprache und der Cantor Herr S. H. Schames recitirte weihevoll und ergreifend das „El molo". Mit dem Kadisch-Bortrage eines Waisen-Knaben war die ergreifende Trauerfeier beendet. E. B. Littau i. M. (Trauung.) Am 29. April findet hier die Trauung des Herrn Moritz Kellermann, Grubenchef der Aktiengesellschaft für Naphta-Jndustrie in Röwne, mit Fräulein Irma Werner, Tochter unseres geachteten und geschätzten Cultusvorstandsmitgliedes Herrn Josef Werner statt. Effegg. (Eides ab legu ng eines Obercantors.) Am 23. d. M. legte Herr Marcus Friedrich, Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde zu Essegg den Eid als ungarischer Staatsbürger und als Bürger der kön. Freistadt Effegg in die Hände des Bürgermeisters Herrn Constantin Gr aff ab. Nach dem feierlichen Acte begrüßte der Bürgermeister den hier als vorzüglichen Sänger und pflichtgetreuen Beamten wohlbekannten Herrn Obercantor mit herzlichen Worten. Im Lause des Tages kamen dem neuen Staatsbürger von Nah und Fern zahlreiche Gratulationen zu. Im Schoße der Cultusgemeinde erregte der Vorfall freudige Theilnahme. Straßnitz, 18. April. (Todesfall) In dem Alter von 81 Jahren verschied in Prerau Frau Fanny Czeczowiczka. Die Leiche wurde zur Beisetzung auf den hiesigen israelitischen Friedhof nach Straßnitz überführt. Das Leichenbegängniß fand gestern Nachmittags vom Bahnhofe aus statt. Von den Leidtragenden waren ihr Sohn Emanuel Czeczowiczka. der Schwiegersohn Carl Löw und die Enkel erschienen, während der Sohn Salomon Czeczowiczka durch Krankheit verhindert war, sich an der Leichenfeier zu betheiligen. Vertreter der Gemeinde und Chewra Kadischa aus Prerau, eine Abordnung der Bewohner des slavischen Dorfes Lippan, woselbst die Verblichene in früheren Jahren begütert gewesen, die Honoratioren der hiesigen Gemeinde und ein gewähltes Publikum geleiteten den Sarg zu seiner letzten Ruhestätte. Auf dem Friedhofe angelangt, pries der Localrabbiner Herr F r i e d m a n n und sodann Herr Rabbiner