Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 14 (6.4.1900)
- Date
- 1900-04-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Rr. 14 Vsoch's Wochenzü^iiL. Seite 269 Wien. (Verlobung.) Fräulein Mathilde Neurath, Tochter des Herrn Jacob Neurath s. A. hat sich mit Herrn Arthur S p u tz hier verlobt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 8. April, halb 3 Uhr Nachmittag, findet im israelitischen Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Johanna B r o d y, Tochter des Herrn Wilhelm B r o d y mit Herrn Jacques R e n y i statt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 8. April l. I. findet die Trauung des Fräulein Selma von Nassau, Tochter des Herrn Adolf Ritter von Nassau mit Herrn Theodor A b e l e s statt. Wien. (Großindustrieller Reich gestorb e n.) Am 2. d. M. ist der Großindustrielle S. R e i ch, der Senior und Chef der Firma S. Reich & Co., im 83. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene hat die moderne Glasfabrikation in Mähren begründet und sich um die Hebung der österreichischen Glasindustrie überhaupt bedeutende Verdienste erworben. Außerdem entfaltete er eine hervorragende, gemeinnützige Thätigkeit als vieljähriger Bürgermeister von Groß-Karlowitz. Er war eine von der deutschen wie von der czechischen Partei gleich hoch geachtete Persönlichkeit. Reich wurde vom Kaiser durch den Franz Josefs- Orden, von mehreren Städten durch das Ehrenbürgerrecht ausgezeichnet. Wien. Im Saale des „Goldenen Widder", II., Taborstraße 36, veranstalten R. Elia Cohen aus Teheran und Rabbiner Grün am 9. d. M. auf Grund § 2 des Versammlungsgesetzes eine religiöse Conferenz. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wie n.) Einladung zu der zehnten ordentlichen Generalversammlung des Vereines, welche am Sonntag den 22. d. M., 8 Uhr Abends, in H ern f e l d's S a allocalitäten, I. Marc Aurel st raße 6, stattfindet. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstand es. 2. Casfabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Bortrag unseres Mitglied es des Herrn Professor Richard Singer über „Geld- und Zahlungsmittel". 5. Ausstellung und D e m o n st r a t i o n unseres Mitgliedes des Herrn Adolf Weiner: „Photographische Bilder". 6. Gemeinschaftliche Reise unserer Mitglieder zur Pariser Weltausstellung. 7. Anträge und Interpellationen. — Laut § 16 unserer Statuten sind Anträge acht Tage vor der Generalversammlung schriftlich bei der Vereinsleitung einzubringen. Hochachtend S. B r o d, Präsident. Alfred Kisch, Schriftführer. Wien. (Wohlthätigkeits-Matinee des F e r i e n h e i nt.) Sonntag den 8. April, halb 3 Uhr findet eine interessante Matinee im Theater a. d. Wien zu Gunsten des „Ferienheim" statt, deren Originalität darin besteht, daß Damen Herrenrollen spielen. Zur Aufführung gelangt „Lumpaci Vagabunvus oder das lüderltche Kleeblatt". Frau Jarno- Niese spielt den Schuster Knieriem, Frau Biedermann den Schneider Zwirn und Frau von T ü r k - L e u th o l d, welche sich seinerzeit ins Privatleben zurückgezogen, hat, in Anbetracht des Zweckes in großer Liebenswürdigkeit die Rolle des Tischler Leim übernommen. Im zweiten Act, im Salon Zwirn, sind interessante Einlagen, welche von den Künstlern Frau Bricht-Pillemann, Frau Jlka Gräfin Kinsky- P a l m a y, Herren Hofopernsänger H e s ch und Concertmeister P r i l l werden geboten werden. In allen Gesellschaftskreisen gibt sich für diese Vorstellung ein reges Interesse kund, welches auch dieser Veranstaltung des Ferienheim wie den früher arangirten treu geblieben ist. Karten sind an den Cassen, I., Rothenthurmstraße und Tagescasse des Theaters a. d. Wien zu haben. Wien-Ottakring. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Ungar-Herz", XVI., Weyprechtsgasse 5, veranstaltet am 17. März 1900 ein Tanzkränzchen und spendete unserem Vereine zur Ausspeisung armer, israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk von seiuem Reinerträgnisse den namhaften Betrag von hundert Kronen außerdem einen ebensolchen Betrag an arme bedürftige Israeliten. Es wäre wünschenswerth, wenn dieser so humane Verein wie „Ungar-Herz" Nachahmung fände. Wien-Ottakring. Somttag den 1. April 1900, Abends 6% Uhr, fand wie alljährlich im Gemeindetempel, XVI., Hubergasse 8 ein feierliches Requiem für den verewigten Ignatz Edlen von Kuffner statt. Unter den Anwesenden bemerkte man Bice- Präses Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, Cultusvorsteher kais. Rath Hirsch, Cultusvorsteher S. Rosner, der Vorstand der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes mit dem Präses B. Trnka, der Tempelvorstand, eine Abordnung des Vereines Kinderfreunde des XVI. und XVII. Bezirkes, der Vorstand des Ausspeisungsvereines für den XVI. und XVII. Bezirk, eine Abordnung des Vereines Chesed-schel-Emes und Gemiles Chesed, Rabbiner Dr. L. H. Reich, Moritz Edler von Kuffner, das Beamtenporsonal des Ottakringer Bräuhauses und ein zahlreiches distinguirtes Publikum. Der I. Cantor M. Schlesinger executirte mit dem Chorpersonale in exacter Weise die üblichen Trauerpsalmen, hierauf hielt Sr. Ehrwürden Dr. I. M. Bach eine ergreifende Gedächtnißrede. Nach Verrichtung des Abendgebetes schloß die erhebende Feier. Holleschau. Infolge der im Vorjahre hier stattgcfundenen Excesse, sind mehrere achtbare Gemeindemitglieder von hier weggezogen. Darunter auch unser allgemein verehrter und hochgeachteter Cultusvorsteher Meck. Dr. Salomon A u s p i tz, welcher nun nach Görz übersiedelte. Herr Dr. A u s p i tz hat hier mehr als 30 Jahre als praktischer Arzt gewirkt und sich wegen seiner Tüchtigke.t und Gewissenhaftigkeit in der Ausübung seines humanen Berufes die Liebe und Werthschätzung sowohl der jüdischen und christlichen Bevölkerung erworben. Derselbe war durch viele Jahre bis zum Abschiede Hausarzt beim Reichsgrafen Rudolf von W r b n a und bei den Grafen Seilern in Lukow und Prilep. Derselbe war durch viele Jahre in der Cultusgemeinde-Vertretung, wo er im Jahre 1893 beim Tempelbau Wesentliches geleistet hat. Vom Jahre 1896 bis zum Abschiede hat derselbe das Amt eines Cultusvorstehers bekleidet und sich große Verdienste um die hiesige Cultusgemeinde erworben. Anläßlich seines Abschiedes hat das Deutsche Casino eine Abschiedsfeier veranstaltet, welche in sehr animirter Weise verlief. Die besten Wünsche der Gemeinde begleiten Herrn Dr. A u s p i tz in seine neue Heimstätte. Trebitsch. (E h r u n g.) Durch mehr als 20 Jahre stand Frau Julie S u b a k, Witwe unseres früheren, vor zwei Jahren verstorbenen verdienstlichen Cultusvorstehers, Herrn Max Subak seligen Angedenkens, eine Dame hoher Geistes- und Herzensbildung, an der Spitze des hiesigen Damencomites, welches sich die lobenswerthe Ausgabe stellt, arme Mädchen mit den Lehrmitteln zum Handarbeits- Unterrichte und bedürftige Kinder in der rauhen Jahreszeit mit Kleidungsstückeu und Beschuhung zu versorgen, ohne sich hiebei von confessionellen Rücksichten leiten zu lassen. Vor kurzer Zeit entschloß sich Frau Subak zum großen Bedauern der ganzen Gemeinde, daß von ihr so lange mit warmen Eifer, treuer Hingebung und wahrer Menschenfreundlichkeit würdig verwaltete Ehrenamt niederzulegen und nichts vermochte sie von ihrem Entschlüsse abzubringen. Der politische Gemeindeausschuß beschloß hierauf, der geehrten Frau die volle Anetkennung auszusprechen und ein schön ausgestattetes Ehrendiplom ,u überreichen, was auch bereits geschah. Dienstag, den 3. d. M., übergaben einige Damen namens des ganzen Comites der zurückgetreten n Präsidentin eine von 26 Frauen unterfertigte, in einer prächtigen Enveloppe befindliche Adresse, welche das edle Wirken der F> i: Subak mit schwungvollen Worten feiert und ihr den mnigsten Taut hiefür ausdrückt. Thränenden Auges und gerührten Herzens nahm sie die Adresse entgegen und versprach, die humanen Besttebungen des Comites auch in Zukunft fördern zu wollen. Preßburg. (Ehrenvolle Bestattung eint » jüdischen Handwerkers.) Hier verschied im Alter von 74 Jahren Sonntag den 25. v. M Herr Adolf Steiner, Kürschnermeister und Kappenmacher, ein ebenso frommer, wie allseits ob seiner Biederkeit und Menschenfreundlichkeit geachteter, jüdischer Handwerker. In Rabbinerkreisen unserer Monarchie, sowie des Deutschen Reiches war er wegen seiner Specialitat: „Rabbikäppchen", weit und breit bekannt. Das Leichenbegänguiß fand unter großer Betheiligung seiner zahlreichen Freunde und vieler Gemeindegenvffen statt; die Rabbinatsaffessoren Ehrwürden David Reumann, Leopold Friedmann und Samuel Donath gaben ihm das letzte Geleite. In der Wohnung sprach Rabbinatscandidat Herr Langer einen tieferschütte rüden Hcsped; auf dem Friedhof nahm Herr Assessor S. D o n a t h namens der Chewra-Kadischah und der ganzen Gemeinde von dem Verblichenen ttt erschütternder Weise Abschied, den streng gesetzestrenen, glaubenssinnigen Lebenswandel des Entschlafenen, der unter größten Kämpfen und Entbehrungen die Ehre sei.'es Glaubens, Stammes und Berufes stets hochzuhalten wußte, in markigen Zügen schildernd. Belovar, 28. März. Bei der am 27. v. M. hier abgehaltenen Generalversammlung der israelitischen Cultusgemeinde wurde einstimmig Herr Jaques Fleischmann als Präses der Gemeinde, Herr Emanuel Ebenspanger als dessen Stellvertreter, die Herren Dr. H. Fischer, Stadtphysikus