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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-03-30 · 13 (30.3.1900) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
13 (30.3.1900)
Date
1900-03-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 »eite 245 Dr. Blvrh's Worhrnfchrift. Correspondenzen. Aus der Plenar-Sitzung des Cultusvorstandes vom LO. März 1900 unter dem Vorsitze des ersten Vice- Präsidenten Dr. Alfred Stern. (Präsident kais. Rath H. K l i n g e r beurlaubt). Beginn der Sitzung 6 Uhr Abends. An Spenden sind eingelaufen: Von den Erben nach Herrn Ignaz Ritter von E p h r u s s i durch Herrn Oberrabbiner Doctor Güdemann: Für den Talmud Thora-Verein .K 500*— „ „ Prediger Mannheimer-Verein . . . . „ 500'— Bon Frau Ottilie Goldschmidt - Przibram aus Anlaß der Vermälung ihrer Sohnes Robert mit Fräulein Daisy v. Goldschmidt: Für die israelitsche Kinderbewahranstalt . ... „ 400*— „ den Theresien Kreuzer-Verein.„ 400'— „ Arme. 400'— Von Fräulein Daisy v. Goldschmidt anläßlich ihrer Vermälung mit Herrn Robert Goldschmidt: Für das Blindeninstitut.„ 400*— „ die Kinderbewahranstalt. 200'— „ das Taubstummen-Jnstitut. 100'— „ den Waisenverein. 100'— ,, „ Handwerkerverein.,, 100'— „ Arme. 100'— Von Herrn Dr. Paul Klemperer anläßlich des Ablebens der Frau Pauline F o g e s s. A. zur Vermälung an Arme.„ 100 — Von Herrn Victor Eisen st ädter von B uz i a s für den Waisenverein.„ 50'— Ueber Ansuchen des Bethaus-Bereines „Beth Israel" wird Herr Rabbiner Mayer Mayersohn im Sinne des § 50 der Cultusgemeinde zum Gemeinderabbiner bestellt. Dem Tempelvereine für Wieden und Magarethen wird als restlicher Beitrag zu den Kosten der Tempeladaptirung außer dem im Vorjahre gewährten Beitrag von K2000*— der Betrag von K 1600 — bewilligt. Ueber Antrag der I. Section (Referent Herr Dr. Steiner) werden bezüglich der Vertretung der Gemeinderabbiner bei Trauungen neue Bestimmungen getroffen. Director Simon referirt namens der Unterrichtssection über Aenderung der Bestimmungen für die Prüfungen der Religionslehrer an Volks-, Bürger- und Mittelschulen. Hie beantragten Aenderungen werden angenommen und dem Referenten der Dank votirt. Die Zinsen der I. L. und L. W e i n b e r g'schen Stiftung im Betrage von K 600 — werden an einen nach Bukarest zuständigen Hochschüler verliehen. Die Zinsen der Salomon G o l d s ch m i d t'schen Stiftung im Gesammtbetrage von K 494'— werden an fünf würdige Gymnasiasten verliehen. (Schluß der Sitzung 9 Uhr Abends.) Wien. (Die Wiener Gemeinde als Hausherr gegenüber jüdischen Miethspart e i e n.) Im alten Rathhause hatte ein jüdischer Möbelhändler große Localitäten gemiethet, für welche er pünktlich die Miethe bezahlte und auch in anderer Richtung die Pflichten einer Miethspartei getreulich erfüllte. Dessen ungeachtet wurde demselben gekündet — aus keinem anderen nachweislichen Grunde, als daß er ein Jude ist, nicht einmal wurde demselben gestattet eine Tafel anzubringen, mit dessen neuer Adresse. Es sei dies ein Fingerzeig für alle Juden, sich wohl zu überlegen, bevor sie in Häusern Wohnungen miethen, die der Wiener Commune gehören. Ob die Letztere hiebei die Rechnung finden dürfte, ist wohl fraglich. Wien. (Z ur C e n t e n n a r fe i e r Ritter v.W e r th ei m e r 's) theilt man uns mit, daß in Proßnitz in Mähren zahlreiche Verwandte Ritter v. Wertheimer's existiren. Einem Stammbaume zufolge zählen zu diesen Verwandten die Familien Wertheim, Beer und K a tz. Der Familie Wertheim entstammt der Heinrich Wertheim, der Familie Beer der bekannte Bildhauer Beer in Paris und der Med. Dr. Ernst Glaß in Wien; der Familie K a tz der hier prakticirende Med. Dr. K a tz und dessen Schwester Frau Reifer, Gemahlin des Ober-Jnspectors der Kaiser Ferd. - Nordbahn, Herrn Felix Reifer. Der verstorbene Rabbiner Menachim Katz in Deutschkreuz, ein gebürtiger Proßnitzer, entstammte ebenfalls der Familie Ritter v. Wertheimer's. Interessant ist, daß ein Glied der Letzteren namens Berber, derzeit Zögling des „Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" ist, dessen Gründer Ritter v. Wertheimer war. E. B. Wien. Der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein für Hausarme in Wien veröffentlicht seinen 29. Jahresbericht, dessen interessantem Inhalte wir folgende Einzelheiten entnehmen. Dem Namen des Vereines entsprechend, werden bei der Unterstützung vor Allem alte, kranke Hausarme berücksichtigt, doch hat der Verein trotzdem mannigfache Nebenpflichten über diesen Hauptzweck nicht vernachlässigt. Es wurden Curbedürftige unterstützt, Quartierbeiträge und Aushilfen zu den hohen Feiertagen gegeben und, um die Unterstützung armer Wöchnerinnen in wirksamer Weise als bisher auszuüben, hat sich der Verein bereit erklärt, dem großen, vom Cultusvorstande in Aussicht genommenen „Central-Wöchnerinnenvereine" mit einem Jahresbeitrags von 150 fl. beizutreten. Die finanzielle Lage des Vereines ist eine günstige, die Bilanz schloß mit einem Baarvortrag von 366 fl. 78 kr. Die Vereinsleitung dankt endlich Allen, die durch Spenden und Unterstützung den Verein gefördert haben und schließt mit der Bitte um weireres Interesse und Wohlwollen. Die derzeitige Vereinsleitung besteht aus : Frau Clara K l ä r m a n n, Präsidentin; Frau Sophie Deiches und Adele Edle von Mises, Bieepräsidentittnen; Frau Rosa W i e s n e r, Schriftführerin; Frau Dr. Gisela Bien, Cassirin; dann die Frauen Ernestine Brecher, Amalie B a s s e ch e s, Charlotte B r a s s e r, Cäcilie N u ß b e ck, Ernestine Sachs, Henriette Schneck. Budweis. Der hiesige Chanukaverein zur Unterstützung armer Schulkinder veranstaltete Samstag den 17. d. M. einen Familienabeud unter gefälliger Mitwirkung der Capelle des k. u. k. Infanterie-Regimentes Nr. 28 und der Mitglieder des Budweiser Stadttheaters Frl. Berger, Frl. R e i m a n n und Herrn Baue r. Frl. Berger und Herr Bauer brachten mehrere Lieder zum Bortrage, wobei sie Gelegenheit hatten, ihre schönen Stimmmittel zur vollsten Geltung zu bringen und ernteten für ihre Darbietungen reichlichen Beifall. Auch Frl. R e i m a n n erntete für ihr anmuthiges, frisches Spiel reichlichen wohlverdienten Beifall, so daß sie sich zu mehreren Zugaben entschließen mußte. Die Clavierbegleitung besorgten in liebenswürdiger Weise Frau Martha Rein und Herr Otto H a ckl. Nach den Vorträgen entwickelte sich bei den Klängen der Militärcapelle ein flottes Tanzkränzchen, das die Theilnehmer bis in die frühen Morgenstunden in der animirtesten Stimmung beisammen hielt. Ein von einem Damencomits vorbereitetes Buffet, um das sich besonders Frau Erna Fantl große Verdienste erworben hat, an dem von zarten Damenhänden credenzt wurde, erfreute sich großen Zuspruchs und warf ein ansehnliches Ertraguiß ab. Der Abend wurde durch den Besuch der Herren k. k. Statthaltereirath Franz Josef Krikawa und k. k. Bezirkscomnussär Wenzel Dworschak beehrt. Das Comitä kann mit Stolz auf den gelungenen Abend zurückblicken und setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Jacob Adle r, Josef R i e g l e r, Dr. Ludwig Bull at y, Ignaz Fantl (Obmann). Emanuel Fürth, Max Gans. Max Gottlieb, Otto Hackt, Max Landesmann, Anton Stern, Gustav T a u s s i g. Otto H. Olmntz. Seit vielen Monaten ist die hiesige israel. Cultusgemeiilde mit der Lösung der Friedhofsfrage beschäftigt. Nun ist es den.Bemiihungen unseres verehrten und verdienstvollen Vorstehers Herrn Eduard Hamburger gelungen und zwar durch seinen Einfluß bei der löblichen Stadtgemeinde, eine Vereinbarung zu Stande zu bringen, von welcher man erwarten darf, daß sie allseitig befriedigen und nicht nur den gewünschten Frieden in unserer Gemeinde, sondern auch jenen mit unseren andersgläubigen Mitbürgern dauernd werde erhalten können, welch' letzterer Umstand besonders werthvoll erscheint. In der letzten stattgehabten Sitzung des großen Cultusausschusses wurden auch die großen Verdienste - welche sich Herr Vorsteher Eduard Hamburger bei der Lösung dieser so wichtigen Angelegenheit erworben hat — lobend und anerkennend hervorgehoben und wurde sowohl ihm als auch dem Comits, bestehend aus den Herren Tr. Jacob Eben, Josef Löw und Siegmund Zweig für das correcte Vorgehen anläßlich der init der löblichen Stadtgemeindevertretung gepflogenen Verhandlungen der einstimmige, wohlverdiente Dank zum Ansdrucke gebracht. Lemberg. An unsere Gemeinderepräsentanz tritt der immer dringender lautende Ruf nach Reform und Organifirung des Armenwesens heran. Wer Gelegenheit hat, einer Armen'-

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