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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-03-16 · 11 (16.3.1900) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
11 (16.3.1900)
Date
1900-03-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 204 Dr. Blocht Wochenschrift» Nr. 11 der Wahrheit und der Geschichtswissenschaft protestire ich gegen eine derartige Geschichtsverdrehung, Fälschung und Geschichtslüge, wie solche in dem Artikel des Angeklagten zum Ausdruck gebracht worden ist." Tas Vertretmrgsrccht der israelitischen Cultusgemeinden im Ortsschulrathe. Nach dem Schulaufsichtsgesetze für Böhmen (§ 3) haben die Vertreter der Religionsgenossenschaften im Ortsschulrathe Sitz und Stimme, und es wird bezüglich der Israeliten ausdrücklich festgesetzt, daß dieses Recht vom gewählten Vertreter der Cultusgemeinde auszuüben sei. Auf Grund des viel später ins Leben getretenen Gesetzes zur Regelung der israelitischen Cultusangelegenheiten wurden in ganz Oesterreich Cultus-Districtsbezirke eingerichtet und der Amtssitz derselben festgestellt. So gehören auch die in Plan ansässigen Israeliten zum Districtssprengel K u t t e n p l a u, weshalb der Cultusrath von Kuttenplan für die israelitischen Schulkinder von Plan einen Vertreter im Ortsschulrathe wählte. Diesem wurde jedoch vom Ortsschulrathe Plan der Eintritt verwehrt. Ueber Recurs der Cultusgemeinde wurde dieser Beschluß als ungesetzlich aufgehoben und dem Ortsschulrathe die Zulassung des israelitischen Vertreters aufgetragen. Da diese Entscheidung sowohl von der Statthalterei, als auch vom Ministerium für Cultus und Unterricht b e st ä t i g t wurde, ergriff der Ortsschulrath die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof, der kürzlich unter Vorsitz des Vicepräsidenten Dr. Freiherr v. L e m a y e r zu entscheiden hatte. Die Beschwerde machte geltend, daß in Plan keine isr. Cultusgemeinde sei und nur eine Planer Cultusgemeinde ein Vertretungsrecht hätte. Ministerialsecretär H i l l e r bekämpfte diese Interpretation. Der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschwerde als unbegründet ab mit der Motivirnng, „da in Plan ordnungsmäßiger israelitischer Unterricht ertheilt werde, besitze dort die zuständige Cultusgemeinde Kuttenplan das Vertretungsrecht." Correspondenzen. Aus der Plenar-Sitzung des Cultusvorstandes vom 11. März 1900 unter dem Vorsitze des ersten Viee- Präsidenten Dr. Alfred Stern. (Präsident kais. Rath H. K l i n g e r beurlaubt.) Beginn 10 Uhr Vormittags. Eingelaufene Spenden und Legate: Als Legat der Frau Franziska Klein K. 400.— zur Vertheilung an 10 arme Personen für die Verrichtung des Seelengebetes am Begräbnißtage der Legatarin. Von Herrn Maximilian Jellinek zur Fundirung von Jahresbeiträgen für verschiedene Anstalten und Wohlthätigkeitsvereine ein Betrag von fl. 2400.— Nominale 42/,o0/n Rente K. 4800. Von Herrn Heinrich Teltscher für arme Schulkinder K. 100. Von Familie U. durch Herrn Religionslehrer Aron Schnür> macher für arme Schulkinder K. 20 statt eines Kranzes für den am 12. Februar bestatteten Herrn Leopold Kohn. Von Frau Franziska Bermann für den israelitischen Waisenverein K. 30. Von Herrn Leopold Kronau für den Waisenverein K. 10. Von einem Ungenannten durch Herrn Dr. Alfred Berger K. 100 für die Brigittenauer Schulküche. Frau Rosalia Rieß spendet anläßlich des Ablebens des Herrn Samuel Rieß je K. 200 für das Altersversorgungshaus, oie Armenanstalt, das Blindeninstitut, für die Chewra Kadischa, den Fraueuverein, die Kinderbewahranstalt, Mädchen - Unterstützungsverein, Taubstummen - Uliterstützungsverein. Theresien- Kreuzerverein, Israelitische Volksküche. Anläßlich des Hinscheidens ihres Vaters resp. Großvaters, des Herrn I. P. Frisch spenden für das Mädchen-Waisenhaus die Damen Henriette Fleischer in Wien und Ella Machlup in Budapest je 400 K., für den israelitischen Frauenverein die Damen Henriette Fleischer in Wien, Ella Machlup, Betti von Ullmann in Budapest und Lili Bach in London je K. 100. Vom Vereine „Montefiore" anläßlich der Tempeleinweihung für die Insassen des Alteiversorgungshanses Wein und Weißbrot. Den Spendern wird der Dank votirt. Im Anschlüsse an die Verlesung der Spenden theilt Herr Dr. Berger mit, daß der Andrang der Schulkinder zur unentgeltlichen Ausspeisung in der Brigrittenau ein ungemein großer ist, und daß mit Rücksicht auf die zu Gebote stehenden Mittel so bedauerlich dies auch sei, die Ausspeisung Ende März geschlossen werden müsse. Der Vorsitzende drückt die Hoffnung aus, daß wie im Vorjahre, auch heuer durch freiwillige Spenden die weitere Verköstigung armer Schulkinder ermöglicht werde. Herr Ober-Ingenieur Arthur Edler von Mieses referirt Namens der III. Section über Aufnahmen ins Alterversorgungshaus. Entsprechend dem Vorschläge der III. Section werden 4- Männer, 7 Frauen und 2 Ehepaare ins Altersversorgungshaus ausgenommen, beziehungsweise zur Aufnahme vorgemerkt. Ueber Antrag der V. Section wird die Uebernahme der von dem verstorbenen Armenärzte Dr. Solomon Neumann errrichtete Therese Neumann'sche Witwenstiftung und das Legat des Herrn Bernhard Friedmann für Arme in die Verwaltung der Cultusgemeinde übernommen. Eine längere Debatte entwickelte sich über den Antrag des Curatoriums der L. D. Königsberg'schen Stiftung auf Erwerbung eines eigenen Heimes für das Institut. (Referent Herr Doctor Grünfeld.) Allseitig wird die Nothwendigkeit anerkannt, für die Unterbringung des Institutes in geeigneterer Weise als bisher Sorge zu tragen. Der concrete Antrag auf Ankauf eines bestimmten Objectes wird jedoch in Hinblick auf mehrfache Bedenken über Antrag der Finanzsection abgelehnt. Das Curatorium wird beauftragt, dieser Angelegenheit besonderes Augenmerk znzuwenden. Zur Verleihung gelangen entsprechend dem Anträge der III. Section über Referat des Herrn Dr. Josef Grünfeld aus den Erträgnissen der Dr. Adolf Sacks'schen Stiftung für Herz- und Aortakranke pro 1900 an 28 Competeuten 10 Stipendien k fl. 300.—, 2 Stipendien k fl. 200.—, 6 Stipendien äfl. 120.—, und 10 Stipendien k fl. 60.—. Principielle Anträge des Referenten betreffend die Behandlung dieser Stiftung werden an die Rechtssection geleitet. Nach Erledigung von Personalien wird die Sitzung um 1 Uhr Nachmittags geschlossen. Wien. (Ober-Baurath Sigmund Taussig.) Der Hafenbau-Director der Donau-Regulirungs-Commission k. k. Ober-Baurath Sigmund Taussig vollendete am 11. d. M. sein sechzigstes Lebensjahr. Aus diesem Anlässe veranstalteten die zahlreichen Freunde und Verehrer des berühmten Mannes eine Feier, welche auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Am Vorabende seines Geburtsfestes überreichte das Curatorium der Gesellschaft des jüdischen Museums, welchem Taussig seit der Gründung desselben angehört, und der V er e i n z u r U n t e r st ü tz u n g israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender, deren erster Vice-Präsident der Jubilar seit dem fast 12jährigen Bestände des Vereines ist, je eine Pracht olle mit künstlerischem Geschmacke ausgeführte Adresse. Zu dieseul Behufe versammelten sich die Curatoren und Vorstandsm't lieber beider Vereine in der Wohnung des Gefeierten, wos lbst Baurath Stiaßny, als Präsident beider Vereine, in warmen Worten den Gefühlen der Verehrung und Anhänglichkeit der Erschienenen und der durch sie vertretenen Gesellschaften Ausdruck gab. Sodann vereinigten sich gegen hundert Collegen und Freunde Taus s i g's zu einem Festmahle im Restaurant Kühner. In seiner Festrede begrüßte Baurath Stiaßny denillustren Mann als einen der ersten Hydrotechniker unserer Zeit, dessen Werke noch in fernenJahrhunderten den Ruhm ihres Meisters verkünden werden; er rühmte seine hervorragenden Eigenschaften des Geistes und Gemüthes, sein warmes Mitgefühl für das Wohl und Wehe seiner Glaubensgenossen, endlich pries er ihn als aufopfernden, hingebungsvollen Freund. Kais. Rath L i ch t e n st a d t gedachte in Worten der Anerkennung und Verehrung der treuen Gattin T a u s s i g's, deren künstlerischen Sinn er rühmend hervorhob. Dr. Bela Taussig überbrachte die Grüße der zahlreichen Freunde des Jubilars, welche von diesem weit mehr Freundschaftsbeweise empfingen, als sie zu geben vermochten. Prof. Dr. D. H. Müller knüpfte in geistvoller Form an die Wafferbaukunst der alten ägyptischen Techniker an und feierte Taussig als deren würdigen Nachfolger, während Abraham Epstein (beide Herren gehören dem Curatorium des jüdischen Museums an)

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