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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-03-09 · 10 (9.3.1900) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
10 (9.3.1900)
Date
1900-03-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 180 Br. Vloch's Wochenschrift. Nr. 10 girte bezeugen können". Das Aerar hatte infolge der Manipulattonen des parlamentarischen katholischen arischen Zwischenhändlers allerdings einen ettvas höheren Preis bezahlen müssen — aber nicht wahr Ihr antisemitisch clericalen Gesinnungsgenossen, bei den Ariern heißt es non ölet.? Den „Rebach" — Ihr gebrauchet ja so gern dies Wort — darf sich einer von Euch schon gefallen lassen, ohne daß Ihr im Lettarttkel und Feuilleton Eurer moralischen Entrüstung, Eurem Sittlichkeitsgefühl, der Untadelhaftigkeit von Euresgleichen Ausdruck gebet. In den Spalten dieser Blätter wird von der Affaire kaum Erwähnung gethan und wenn man schon die Meldung nicht unterdrücken kann, das im ungarischen Parlamente die Jncompatibilitätsfrage gegen Herrn U g r o n aufgeworfen wurde und der Jncompatibilitäts-Ausschuß die Angelegenheit in Untersuchungs zieht, so weicht man doch jeder Erörterung aus, durch welche die Persönlichkeit, um die es sich handelt, vom arischen, konfessionellen und antisemitischen Standpunkte aus zu beleuchten wäre. Der „Ugron" kommt ihnen gerade jetzt sehr ungelegen. Sie haben sich mit dem E g a n's ch e n Berichte überladen und den Magen verdorben, ein Versuch an Baron Banffy zu mäkeln, ist ihnen kläglich mißlungen und nun kommt die Affaire Ugron, die eine so unqualificirbare „Lauterkeit" der Handlungsweise im eigenen Lager aufdeckt — daß es ihnen allen die Red' verschlagen hat. Wir sind gewärtig, daß die antisemitische Preßmeute demnächst wieder, falls sich ihr der Fall darbieten sollte, über „jüdische" Unarten, „jüdische" Gaunereien „jüdische" Speculanten sich ereifern wird. Man weiß schon, warum das geschieht, fie muß „haltet den Dieb" schreien! A. W. Die „Verladung" der IrauenKtöster. Während die schlauen Juden den Reichsrath mit Verhandlungen über Sttikes der Kohlenarbeiter, über Versöhnung zwischen Deutschen und Czechen und andern ebenso unwichtigen Dingen zu beschäftigen suchen, setzen sie im Stillen ihre Arbeit zur Unterjochung des christlichen Volkes fort. Sie begnügen sich nicht mehr mit der weltlichen Macht, mit dem Besitze von Ministerportefeuilles und Statthalterposten, sondern schleichen sich auch in die Klöster ein, um von dort aus das christliche Volk beherrschen und ausbeuten zu können. In Wien, wo solche ftomme und eifrige christliche Helden wie Schneider und Gregorig Wache halten, bereit, jedem Juden eine Stampiglie oder einen Syphon an den Kopf zu werfen, wagen es die Semtten freilich noch nicht aufzutreten, aber in die Krakauer Klöstersind die Jüdinnen bereits eingedrungen. Außer Fräulein Araten sollen sich bereits sechzig jüdische Mädchen, gerauft oder ungetanst, in Krakauer Nonnenklöstern befinden, alle selbstverständlich im Solde der Alliance universelle israelite. Die Mittel dazu werden aus dem Dreyfus-Fond geliefert, von dem bei der Allianz noch ungefähr ein Dutzend Millionen Francs, die Esterhazy nicht annehmen wollte, zurückgeblieben sein sollen. Und ein schlechtes Geschäft werden sie dabei nicht machen. Diese Jüdinnen wiffen ihre Position im Kloster gut auszunützen. Freilich, ihre Rabbiner und ihre Journalisten werden das mcht cingestehen, aber wir haben dafür das unverwerfliche Zeugniß eines katholischen Kirchenfürsten, der doch mehr Glauben verdient als alle judenliberalen Zeitungen: Bischof Turinaz von Nancy hat die Nonnen, welche die Waisenanstalt „Zum guten Hrrten" leiten, öffentlich angeklagt, daß sie die von ihnen aufgenommenen Waisenmädchen, oft noch Kinder im zarten Alter, durch Arbett jeder Art überbürdet und ihre Kräfte bis zur Erschöpfung aus gebeutet hätten; die älteren Mädchen seien, wenn sie infolge der Ueberanstrengung nicht mehr genügend Arbeit hätten leisten können, einfach auf die Sttaße gesetzt worden. Auch seien die Waisen ungenügend ernährt und oft bis aufs Blut mißhandelt, stets aber durch Sttafen zu eifrigster Arbeit angehalten worden. Bor Kurzem wurde noch vor Gericht in Angers einer Nonne Pachomia vom Hause „Zum guten Hirten" nachgewiesen, daß sie ihre Pflegebefohlenen regelmäßig durch Schläge zur Arbeit angehallen, durch Ohrfeigen, Püffe, Stöß; mit dem Fuß und Prügel. Ein Mädchen gab an, daß die Arbeitszeit im „guten Hirten" Morgens um 6% Uhr begann und Abends um 87:2 endigte. Jedes erwachsene Mädchen mußte täglich drei Männerhemden nähen. Die Zeuginnen, jetzige und ehemalige Zöglinge, sagten aus, sie hätten sich gegen Angehörige, die sie besuchten, nicht beklagen können, da bei solchen Besuchen stets eine Schwester anwesend war. Also hier hat man wenigstens den Eltern den Zutritt gestattet und nicht, wie in Krakau, auf ein Wiedersehen im Himmel vertröstet. Auch hat in Frankreich die Staatsgewalt nicht vor^den Klostermauern Halt gemacht, sondern die gute Schwester Pachomia zu acht Tagen Gefängniß verurtheilt. Die Strafe fiel nur deshalb so gering aus, weil die Nonne keine Vorstrafen hatte. Daß sich Christinnen, Arierinnen solche Ausbeutung nicht zu Schulden kommen lassen können, ist selbstverständlich, das werden auch Prinz Liechtenstein und Pfarrer Deckert bestätigen; es find also die Bewohnerinnen dieser Klöster gewiß lauter Jüdinnen. Auch die Mitglieder der frommen Corporationen in Frankreich, welche ihr Vermögen verheimlichten und den Staat um die Steuern betrogen, sind gewiß alle Juden. Und das dem Staate und dem Volke entzogene Geld schicken sie gewiß nach Jerusalem, um dort die Wahlen zu „machen" und die Claque bei den parlamentarischen Körperschaften und in Volksversammlungen zu besolden! Dem muß nun rasch abgeholfen werden. Aber wie? Auf Polizei und Gericht mag sich ein echter Antisemit nicht verlassen, er geht ihnen sorglichst aus dem Wege, wenn er etwas angestellt hat, oder kneift aus, wenn er seine Verleumdungen vor Gericht vertheidigen soll. Und dann, was könnten sie ihm helfen. „An den Mauern des Klosters habe die weltliche Macht ein Ende" hat ein österreichischer Minister gesagt. Und wir glauben es. Denn wenn er es auch nicht gesagt hätte, wäre es doch wahr. Da bleibt kein anderes Mittel als, wie im Polnaer Processe vorzugehen, die Sache in die eigenen, wenn auch nicht reinen, antisemitischen Hände zu nehmen, ein Agitationscomits zu bilden, Agenten nach Krakau zu senden, um auf die Zeugen durch Branntwein und andere Mittel einzuwirken, falsche Gerüchte auszustreuen, Depeschen zu fabriciren u. s. w. nach bewährtem antisemitischen Muster, um die Klöster vor Verjudung zu bewahren. Das ist die Pflicht jedes echten Antisemiten, ja, wir sagen es in vollem Vertrauen, Herr Vergani hat die Obligation — sich an die Spitze zu stellen. M. Assimilation und Antisemitismus in Palästina. Beyrouth, 18. Februar 1900. Hochgeehrter Herr Redacteur! Ihr Ruf als eifriger Verfechter der Interessen des Judenthums drang längst in alle Schichten der jüdischen Bevölkerung, wie in Europa so auch hierzulande. Ihre diesbezüglichen Erörterungen und Ausführungen pflegte ich zur Zeit meines Aufenthaltes in Oesterreich, Rumänien und Rußland stets mit größtem Interesse zu verfolgen und obzwar ich der Letzte bin, der sich gegen unser Volk zu pessimistischen Aeußerungen Hinreißen läßt, so kann ich doch nicht umhin, Ihnen aufrichtig zu sagen, daß Ihre Anschauungen in dieser Hinsicht viel zu optimistisch sind. Wir müssen zu unserer tiefsten Beschämung gestehen, daß unser Volk mit vielen Vorzügen leider auch viele schlechte Eigenschaften vereinigt, die uns allen wenig zur Ehre gereichen und befähigt sind, das ganze Judenthum in ein schiefes Licht zu stellen — wie die täglichen, traurigen Erfahrungen lehren. Ich will Ihnen hier blos ein einziges Beispiel aus dem hiesigen Alltagsleben anführen, um Ihnen zu beweisen, daß die Vorurtheile ov der angeführten, wenig lobenswerthen Eigenschaften unseres Volkes nicht gar so ganz unbegründet sind, und daß die traurige Lage unseres Volkes wie in alten Zeiten, so auch jetzt, wie in allen Ländern so auch hier — an den Thoren Zions — ihren einzigen Grund findet in der — Assimilation. Hier in Beyrouth existirt seit einigen Jahren ein jüdisches Hotel unter dem Namen „MontSion". Der Eigenthümer desselben, Herr S. Rabinovitz, arbeitete sich aus kleinen Anfängen empor und verstand es, sein Hotel jüngst mit allem Comfort so entsprechend einzurichten, daß es in gar keiner Hinsicht was zu wünschen übrig läßt und alle hierländischen, wie auch fremden Gäste über das Logement, Wäsche und Bedienung stets ihrer Zufriedenheit Ausdruck geben. Zu seinem größten Leidwesen sieht sich Herr S. Rabinovitz in fernen Hoffnungen auf bedeutenden Zuspruch seitens der Palästinaer „großen Juden" arg getäuscht. Man sollte es nicht glauben, daß diese Herren, die vor den Prügelhieben in Nikolajew, Galatz und Jassy sich nach Palästina

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