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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-03-02 · 9 (2.3.1900) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
9 (2.3.1900)
Date
1900-03-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 De. Blnch's Wochenschrift. Seite 167 Königs Marter; der Leopoldstädter Frauen-Wohlthätigkeitsverein durch die Bice-Präsidentin Frau Hermine Singer und die Borstandsdamen Cäcilie Frankl, Charlotte Kisch, Katharina Ripper und Helene Stein; der I. Brigittenauer-Frauen-Wohlthätigkeitsverein durch die Präsidentin Frau Therese Spitz und die Vorstandsdamen Maria Kohn und Mathilde Otth; der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein für die Bezirke Wieden und Margarethen durch die Vice-Präsidentin Frau Emma Bamberger; der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein für den VI. und VII. Bezirk durch die Vorstandsdamen Josefine Engel und Rosa Taglicht; der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein „Frauenhort" durch die Präsidentin Frau Rosa Zifferer und die Bice-Präsidentin Frau Johanna Fröhlich; der israelitische Frauen-Verein in Währing durch die Präsidentin Frau Charlotte Leuchtag; der israelitische Frauen-Wohlthätigkeitsverein für Hausarme durch die Bice-Präsidentin Frau Adele von Mises und die Vorstandsdame Gisela Bien. Als fachmännischer Beirath war zur Sitzung Herr kaiserlicher Rath Med. Dr. S. Kohn geladen und erschienen. Referent Obmann der Wohlthätigkeits-Section Herr Baurath von Goldschmidt gab zunächst ein übersichtliches Resum« über die bisherigen Vorarbeiten in Angelegenheit einer centralisirten Action zu Gunsten armer israelitischer Wöchnerinnen und brachte die Zustimmungserklärungen von Frauen-Wohlthätigkeitsvereinen, sowie die bereits angemeldeten Jahresbeiträge zur Kenntniß. Die israelitische Cultusgemeinde wird sich an der Action durch einen Jahresbeitrag von 4000 Kronen betheiligen und überdies die Bureaulocalitäten beistellen und die Kanzleigeschäfte besorgen. Redner entwickelt das Programm jener speciellen Fragen, mit deren Lösung das Central-Comitö in nächster Zeit sich zu befassen haben wird. Diese Fragen betreffen: 1. Die Feststellung einer Geschäftsordnung für das Central-Comite. 2. Die Bestellung des dirigirenden Arztes. 3. Die Bestellung von Hebammen, erforderlichenfalls von Aerzten und Wärterinnen. 4. Die Beschaffung und den Bezug von Wäsche, Verbandstoff, Medicamenten und anderen für die Wochenbettpflege nöthigen Utensilien. Herr kais. Med. Dr. S. Kohn erörterte im Sinne des seinerzeit von ihm ausgearbeiteten Elaborates die praktischen Vortheile, welche sich aus einer centralisirten, den modernen Principien der Armenpflege entsprechenden Unterstützung armer Wöchnerinnen ergeben. Hierauf gelangte ein von Herrn Cultusvorsteher Doctor Maximilian Steiner verfaßter Entwurf eines Regulativs für das Central-Comite zum Vortrage, woran sich eine Discussion über mehrere Detailfragen knüpfte. Das Central-Comite wird aus je einem Delegirten der betheiligten Corporationen gebildet. Als Delegirte der Frauen-Vereine fungiren deren Präsidentinnen, im Vertretungsfalle die Vice-Präsidentinnen oder andere delegirte Borstandsdamen. Als Präsidentin des Central-Comites wurde einstimmig Frau Charlotte Baronin von Königswarter, als Vice- Präsidentinnen die Damen Frau Bertha Kohn und Frau Rosa Zifferer gewählt. E.B. Wien.(Rechtsschutzverein für die jüdischen Hausirer.) Unter der Devise „Schutz dem kleinen Manne, den hilfsbedürftigen Existenz", wird ein Vernichtungskampf gegen die Hausirer — soweit sich dieselben aus dem Judenthum recrutiren — geführt. In der „Oesterreichischen Wochenschrift" wurde des Oefteren die Aufmerksamkeit auf das unter den jüdischen Hausirern herrschende Elend gelenkt, die drangsalrrt und mit drakonischer Strenge behandelt werden. Die jüdischen Hausirer müssen zu Jahresbeginn die hohe Steuer antieipando auf einmal entrichten. Sie leben nahezu sämmtlich von der Hand zum Mund und sind thatsächlich außer Stande, den hiezu erforderlichen, verhältnißmäßig enormen Betrag zu erschwingen. Ueberdies werden diese jüdischen Hausirer in der freien Betätigung ihres Erwerbes gehemmt und beschränkt. Um nun diesen Aermsten unter den Armen in ihrer Roth und Drangsal beizustehen und thatkräftige Hilfe zu bieten, hat sich vor Jahren in Wien ein Rechtsschutzverein für die Hausirer, verbunden mit einer Kranken- und Unterstützungscasse gebildet, welcher eine segensreiche Thätigkeit entfaltet, dem es jedoch an Mitteln gebricht, diese Thätigkeit so extensiv als intensiv zu gestalten. Dieser Rechtsschutzverein erläßt nun einen von dem Abgeordneten Hofrath Kareis, Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Scharfmesser, dem Ehrenpräsidenten des Rechtsschutzvereines, Dr. Arnold Ascher und Commercialrath Zucker gefertigten Aufruf zum Beitritt in diesen Verein, um die Mittel zu beschaffen, für die jüdischen Hausirer die hohen Steuern zu entrichten, respective leihweise vorzustrecken, damit denselben die Hausirlicenz nicht verlustig werde. Der Jahresbeitrag ist mit 3 Kronen fixirt und es darf wohl der zuversichtlichen Erwartung Raum gegeben werden, daß der Appell nicht wirkungslos verhallen, sondern fruchtbaren Boden finden werde. E. B. Wien. (Vom Verein zur Beförderung der Handwerker unter den inländischen Israeliten.) In der am 18. v. M. stattgefundenen Generalversammlung des Bereines^zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten wurde unter dem mächtigen Eindrücke der vom Oberrabbiner Dr. Güdemann gehaltenen wirkungsvollen Rede seitens eines Bereinsmitgliedes an die ehrwürdige Geistlichkeit die Bitte gerichtet, für den Verein eine propagatorische Thätigkeit zu entfalten und von der Kanzel in geeigneter Weise zur Befreiung des verdienstvollen Vereines aus seiner Nothlage zu wirken. Es soll mit Befriedigung begrüßt werden, daß Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Abraham Schmied! der Erste -war, der sich dieser dankenswerthen Aufgabe unterzogen hat, indem derselbe letzten Sabbath von der Kanzel in warmen beredten Worten einen Appell behufs materieller Förderung der Bereinszwecke richtete, von welchem zu wüaschen wäre, daß er Beherzigung fände. Hoffentlich wird die menschenfreundliche, gottgefällige Initiative Dr. Schmiedl's bei seinen ehrwürdigen Amtscollegen Schule machen und dessen gutes Beispiel Nachahmung finden. E. B. Wien. (O b e r i n d e n t a n t Franz .V averius Greuzinger.) Am 24. v. M. fand hier das Leichenbegängniß des k. k. Oberintendanteil I. Classe, Franz Xaverius G r e u z i n g e r i. R. statt. Eine große Zahl Stabs- und Oberofficiere aus dem Intendantur-, Verpflegs- Beamtencorps und des Combattantenstandes hatte sich im Trauerhause eingefunden, dem dahingeschiedenen Collegen die letzte Ehre zu erweisen und der Familie desselben zu condoliren. Höchst auffälliger Weise aber war von der Cultusrepräsentanz Niemand erschienen, die Honneurs zu machen, was allseitig peinlich berührte. Es muß neuerlich darauf hingewiesen werden, daß es Pflicht des Cultusvorstandes ist, in derartigen Fällen für eine dem Stande und Range des Todten würdige Vertretung vorzusorgen. In der ganzen, großen, kaiserlichen Armee gab es nur einen jüdischen Jntendantur-Officier, und dieser bekleidete den Rang eines O b e r st e n; da hätte es wohl Tact und Anstand erfordert, demselben die letzte Ehre zu erweisen, denn wenn der Verewigte nur das eine Verdienst besessen, in der Armee und llvch dazu in dem Intendantur-Corps — das jetzt leider judenrein ist — einen so hohen Rang eingenommen zu haben, so hat er für die Verherrlichung des Judenthums genug gethan uud gewirkt. Sapienti sat. — E. B. Wien. (G m i l a s C h e s e d.) Der Verein „Gmilas Chesed" hat sich statutengemäß zur Aufgabe gemacht, arme, kranke Glaubensgenossen, die in einem Wiener Kcankenhause keine Aufnahme finden, sondern eine ambulatorische Behandlung erfahren müssen, in der Weise zu unterstützen, daß ihnen die Subsistenzmittel während des Aufenthaltes in Wien geboten werden und für ihre Heimreise und Wegzehrung gesorgt wird. Die Thätigkeit der „Gmilas Chesed" ist daher unbestritten eine überaus menschenfreundliche und im Hinblick auf die Armnth und Bedürftigkeit der Patienten, ein Gebot der Nothwendigkeit. Der Verein erläßt einen Aufruf, ihn in seinem gottgefälligen Wirken zu unterstützen und beruft sich dabei auf das Zeugniß der ersten Koryphäen der Wiener medicinischen Facultät, in welchem die unbestreitbare Dringlichkeit und Nothwendigkeit hervorgehoben wird, jene Kranken, welche nach Wien kommen, um Hilfe ihres Leidens auf ambulatorischem Gebiete zu finden, irgend eine Zufluchtsstätte zu bieten, an der es aber bisher mangelt. Nachdem sich aber die „Gmilas Chesed". namentlich dessen verdienstvoller Obmann, Herr Abraham Klüger dieser Aufgabe unterziehen, so wird die Förderung dieses Zweiges der Vereinsthätigkeit ver „Gmilas Chesed" wärmstens empfohlen. Gezeichnet ist das Zeugniß von den Professoren: Albert, Benedict, Billroth,. Chroback, Dittel, Dräsche, Fuchs, Kaposi, Kraft-Ebing. Mauthner, Nothnagel, O s e r, Politzer, von R e u ß e r, S ch a u t a. Schnitzler, von S t o f e l l a und W e i n l e ch n e r. Im Interesse der armen leidenden Glaubensgenossen wünschen wir dem Vereine einen vollen Erfolg.

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