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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-02-23 · 8 (23.2.1900) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
8 (23.2.1900)
Date
1900-02-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 148 ’jix. 8 Dr. Vloch's Wochenschrift behalte in re antisemitico die Unterstützung Sr. Excellenz von Seiten der Juden in Aussicht zu stellen. Der Herr Präses Abg. Dr. Byk konnte hiebei nicht genug seine hochconservative Gesinnung hervorkehren, indem er ungefähr sagte, er wünsche den galizischen Landtag von Abgeordneten wie Daszynski und Genossen verschont zu wiffen. Veritas. Lemberg. Sehr geehrte Redaction! Ohne mich in die sachliche Erörterung des Artikels aus Lemberg auf S. 127 d. Bl. einzulassen, habe ich nur Folgendes zu berichten: Die Organisirung einer Seelsorge für die hier garnisonirenden jüdischen Soldaten nehme ich als mein persönliches Verdienst in Anspruch. Ich habe periodisch wiederkehrende Gottesdienste für die Mannschaften eingerichtet, predige bei denselben, besuche die Kranken im Garnisonsspital und habe noch jeden militärischen Leichenzug, von dem mir Meldung gemacht wurde, bis zum Grabe begleitet. Ein jüdischer Unter-Osficier ist hier seit Jahren nicht gestorben. Wenn ein jüdischer Soldat ohne meine Begleitung zur Erde bestattet wurde, so geschah das nur, weil die Meldung von Begräbniß unterlassen wurde. Achtungsvoll: Rabbiner Dr. I. Car o. Linz. Bei der am 18. Februar 1900 stattgehabten Vorstandswahl in der Cultusgemeinde Linz a. D. wurden gewählt: Herr Ignaz Hahn als Vorsteher, Herr Sigmund Kafka als Vorsteher-Stellvertreter. Als Vorstandsmitglieder die Herren: Max Bruder, Heinrich Freund, Markus F ü r n b e r g, Dr. Jakob Kaiser, Sigmund Ross a l, Elias P o l l a k, Benedikt Schwager, Albert S t e r n s ch e i n, Bernh. T a u s s i g Jonas Treichlinger. Als Ersatzmänner die Herren: Josef F e i t l e r, Eduard Stein, Ing. Salomon Stern. Als Vertrauensmänner die Herren: Joses Klein, Samuel M o st n y, Alois Spitz. Effegg. Der israelitische Cultusvorstand von Essegg- Oberstadt veröffentlicht seinen Verwaltungsbericht aus den Jahren 1897, 1898, 1899. Derselbe gedenkt in der Einleitung der in der letzten Zeit verstorbenen großen Männer, welche sich um das Judenthum hohe Verdienste erworben haben: Seminardirector Dr. Israel Hildesheimer in Berlin, Professor David Kaufmann in Budapest, Cultuspräses Gustav Simon in Wien. Ferner Dr. Moritz Reiner, königl. Landes-Sanitätsrath, Physicus des Veröczer-Comitates und der Stadt Essegg, Ehrenmitglied der Essegger Cultusgemeinde und Chewra-Kadischa, dessen ganzes Leben dem Wohle der Menschheit und der medicinischen Wissenschaft gewidmet war und der sich um die Begründung der Essegger Gemeinde namhafte Verdienste erworben hatte. Treffliche Ausführungen widmet der Bericht der Nothwendigkeit einer eigenen jüdischen Volksschule zur Heranbildung und religiösen Erziehung der jüdischen Jugend. Der Bericht ist in der Lage zu constatiren, daß der Wohlthätigkeitssinn der Gemeindemitglieder in zahlreichen Nothfällen sich in edelster Weise äußerte. Die Stiftungen der Gemeinde haben eine Bereicherung erfahren. Bilanz und Cassaausweise zeigen ein blühendes Gemeindeleben. Der Bericht spricht dem Obergespan, dem Grafen Dr. Theodor P-jacsevich de Beröcze, dem Bürgermeister Constantin Graff, dem Comitats-Schulinspector Herrn Pajo Oreskovic, sowie Herrn Edmund Gutmann de Gelse für die der Gemeinde gewährte Förderung und Unterstützung den Dank des Vorstandes aus. An der Spitze des Vorstandes wirkt seit Jahren Herr Dr. Hugo Spitzer, als Secretär fungirt Herr Nathan Schwarz, aus dessen Feder dem Berichte eine Arbeit angefügt ist von historischem Interesse: „Zur Geschichte der israelitischen Cultusgemeinde Essegg. Festschrift zu ihrem halbhundertjährigen Bestände (1849—1899) dem Vorstande und den Mitgliedern dieser Cultusgemeinde gewidmet." Effegg. (Generalversamnilung der israelitischen Cultusgemeinde.) Unter außerordentlich reger Betheiligung der Gemeindemitglieder, circa 150 an der Zahl, fand am 11. Februar die ordentliche Generalversammlung der israelitischen Cultusgemeinde statt. Der Verlauf dieser Sitzung war würdig und feierlich. Nach einer croatischen Begrüßungsansprache und Eröffnung durch den Vorsteher Herrn Dr. Hugo Spitzer, verlas der Gemeindesecretär Herr Nathan Schwarz den Verwaltungsbericht, welcher stellenweise stürmische Beifallskundgebungen hervorrief. Die pietätvolle Erinnerung an weiland Ihre Majestät die Königin wurde von der ganzen Versammlung stehend angehört, der Bericht selbst in seiner Gänze zur beifälligen Kenntniß genommen, wobei Herr Dr. Wilh. Winter an der Hand des Verkehrsausweises dem Vorstande für die überaus liberale Uebung der Wohlthätigkeitspflege einen Vorwurf machen wollte. Nachdem jedoch der Vorsitzende einige irrige Behauptungen des Redners richtiggestellt hatte und seine Ausführungen mit Einstimmigkeit approbirt wurden, schritt der Vorstand zur Berathung des zweiten Gegenstandes der Tagesordordnung, und zwar über den Verkauf der alten Gemeinderealität in der Pejacsevichgasse. Auch dieser Punkt wurde mit allen gegen eine Stimme laut Antrag des Vorstandes acceptirt. Sodann wurde zur Neuwahl geschritten, wobei die Herren Max L ö w, Otto Fellner, Karl Schwarz, Dr. Mosin Klein, Markus K o h n und Dr. Diamant als neue Mitglieder in den Vorstand entsendet wurden. — Nachdem der frühere langjährige Cultusvorsteher Herr Samuel K ä st e n b a u m noch Anlaß genommen hatte, dem abgetretenen Vorstande, besonders aber dem Herrn Hugo Spitzer für sein eifrigesumsichtiges und ersprießliches Wirken den Dank der Gemeindemitglieder in warmen Worten zum Ausdruck zu bringen, dankte Letzterer in bewegten Worten, worauf die Versammlung unter stürmischen Zivio-Rufen den Schauplatz der fast dreistündigen Berathung verließ. — Am 18. Februar fand die Constituirung des Vorstandes statt, wobei Herr Dr. Hugo Spitzer mit Einstimmigkeit zum Vorsteher, Herr Bela S P r i n z e r zum Vorsteher-Stellvertreter und Herr Max Kraus zum Cassier gewählt wurden. Der bisherige Vorsteher-Stellvertreter Adolf Kraus sen. hatte die Wahl zum Vorstandsmitgliede aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt. Dem Gemeindesecretär Herrn Nathan S ch w a rz wurde für seinen Verwaltungsbericht, sowie für dessen gehaltvolle und in weiten Kreisen beifällig aufgenommene Geschichte der Gemeinde Essegg Dank und Anerkennung ausgesprochen. Agram. Gegenüber dem Berichte aus Agram vom 5. Jänner dieses Jahres kann ich Ihnen nur mittheilen, daß am 12. Februar im croatischen Landtag der Abgeordnete Tuskan eine giftige Antisemitenrede gehalten hat in dem Tone und in der Art Ihres Ernst Schneider. Der Redner bemängelte, daß die croatischen Juden einen Cultusbeitrag verlangen. Das croatische Volk habe kein Interesse daran, daß die Juden unterstützt werden, dieselben seien ein fremdes, dem croatischen gegnerisches Element. Die Juden-Jnvasion nach Croation nehme rapid zu. Im Jahre 1869 gab es in Croatien nur 9868 Juden, heute ist die Zahl derselben auf mehr als 30.000 angewachsen. Die Dreyfus-Affaire habe bewiesen, daß die Juden keines patriotischen Gefühls fähig seien. Die israelitische Allianz habe da einen Kampf gegen das französische Volk und gegen Europa geführt. Die französische Regierung mußte vor dieser Macht capituliren. Alle Croaten haben die Macht dieser Allianz zu ihrem Nachtheil fühlen müssen. Die Juden wollten sich nicht den anderen Völkern assimiliren und tragen daher selbst die Schuld, wenn sie die Völker abstoßen. Die Juden glauben, daß eine jüdische Seele Gott angenehmer sei, als die gesummten Seelen aller übrigen Völker, die Kinder des Teufels seien. Die Juden scheuen auch davor nicht zurück, wenn es ihren Interessen dient, sich zum Schein taufen zu lassen. Die getauften Juden sind die gefährlichsten. Ueberall seien die Juden die Keime der Zerstörung und Auflösung. Bei diesen Eigenschaften der Juden erscheint es unbegreiflich, daß wir die Juden unterstützen. Mit den Juden könne man sehr schwer polemisiren, denn sie haben ganz andere Ansichten über die Wahrheit und das Recht, als wir. Es gibt Juden, die zum Schein auch den Patriotismus hervorkehren. Sie kümmern sich aber um ihr Vaterland sehr wenig. Eine Antwort erhielt der Abgeordnete von dem Regierungsvertreter Sectionschef P a v i c, der auf die Ausführungen des Abgeordneten Tuskan bemerkte, daß an den 10.000 Kronen für sonstige Confessionen hauptsächlich die Protestanten participireu. Redner nimmt die Juden in Schutz. Dieselben haben von der Regierung nur sehr geringfügige Unterstützungen verlangt. Die Unterstützungen sollten uur als Beweis dienen, daß auch die Juden eine anerkannte Confession seien. Redner wünsche auch weiter die Juden zu unterstützen, weil dieselben Croaten seien. Auf die übrigen Bemerkungen des Vorredners halte es Redner nicht der Mühe werth, zu reflectiren. Bezüglich der Muhamedaner habe Redner noch. nicht das Bedürfniß einer Moschee bemerkt, sollte aber diese Nothwendigkeit eintreten, dann werde gewiß die Regierung ihre Pflicht thun. Sarajevo. Der Ball, welchen die österr.-ungar.-israelitische Cultusgemeinde im hiesigen Vereinshause zu Gunsten des Dmpel-

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