Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 6 (9.2.1900)
- Date
- 1900-02-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 112 Vr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 6 uoffen, als Urheber der Seuche. Vergebens verschwendet der berühmte Rabbi Beer ben Tolede seine feurige Beredtsamkeit an das wahnbethörte Volk, die Befehle des gesetzesstrengen Oberbürgermeisters, der die Juden in Schutz nimmt, werden mißachtet ..." Auf die Zwischenfrage, ob der Antisemitismus zum Siege gelange, antwortete Major Lauff: „Wie jeder Volkswahn zu allen Zeiten — für kurze Zeit. Denn es lauert das rächende Verhängniß — ich versinnbildliche es in meiner epischen Dichtung als den personificirten Tod, der einherschreitet." Auf den ferneren Einwurf des Interviewers, ob die Dichtung in philosemitischer Tendenz gehalten sei, erwiderte der Gefragte: „Ja. Es nahm diese Tendenz immer mehr an, während ich in den alten hebräischen Dommenten, die ich mir aus Worms kommen ließ, studierte. Aus ihnen lernte ich die Sabbath-Gebräuche der spanischen Juden des Mittelalters, welche ich in meiner Dichtung genau schildere, aus ihnen lernte ich echte Toleranz, wahre Menschlichkeit und Nächstenliebe. . ." Vermischtes. Wien. (Zum Artikel über die Haggadah von Serajevo.) Die in Nr. 2 unseres Blattes erwähnten 26 Blätter Copieu, ausgeführt vom Architekten Herrn Max Fleischer, sind vom 2. Februar d. I. ab durch circa 10 bis 12 Tage im Secretariat der Wiener israel. Cultusgemeinde, im Zimmer des Herrn kais. Rath Dr. Lieben, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock zur freien Besichtigung ausgestellt, u. zw. täglich in den Stunden von 10 Uhr Vormittag bis 2 Uhr Nachmittag. Wie». (Spende n.) Der israel. Bethaus-Verein Brigittenau erhielt anonym aus der „Umgebung von Berlin" eine Spende von fl. 10 — zugesendet. Wien. (Kju n d m a ch u n g). Freitag, den 9. Februar a. c. Abends und Samstag, den 10. Februar a. c. Früh, wird Herr Don Fuchs, gewesener Cantor in Odessa im Leopoldstädter Tempel Probevorträge halten. Beginn des Gottesdienstes: Freilag Abends um 5 Uhr 30 Minuten, Samstag Früh um 8 Uhr 36 Minuten. Wie». (GoldeneHochzeit.) Diese Feier beging hier vorige Woche Herr Alexander Ascher mit seiner Gattin Amalia in stiller Zurückgezogenheit. Das Jubelpaar entstammt einer angesehenen Familie in Mähren, und zahlreiche Mitglieder derselben nehmen derzeit eine geachtete sociale Stellung ein. Hofburgschauspieler Löwe ist ein Neffe der goldenen Hochzeiter. Wie». (Trauung.) Im Leopoldstädter Tempel findet am 11. Februar die Trauung des Fräulein Elsa Bauer. Tochter des in Geschäftskreisen geachteten Herrn Salomon Bauer, mit Herrn Ludwig Schiller statt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Franziska Schulhof, Tochter des Herrn Heinrich Schulhof, hat sich mit Herrn Bernhard Kaufmann verlobt. Wien. (Leichenfeier.) Unter reger Betheiligung aller Schichten der Bevölkerung, fand am 1. d. M. die feierliche Beerdigung der Frau Ernestine Blau statt. Drei Söhne und zwei Töchter trauern an der Bahre der besten aufopferndsten Mutter. Eine der Töchter ist die Gattin des in weiten Kreisen seines eminent humanitären Wirkens wegen bestbekannten Sectionsrathes Herrn Dr. Julius Schlag. Die Verblichene gehörte noch zu jenen Frauen, denen die jüdische Religion tief im Herzen gegraben, denen aber auch die Ausübung aller Satzungen unserer heiligen Religion ein Herzensbedürfnis ist. Als Mutter aufopfernd, als Gattin unvergleichlich, fand die edle Frau noch immer Zett für fremdes Leid, und so viel es ihre Zeit und materiellen Mittel erlaubten, oft auch weit darüber hinaus, war sie unablässig bemüht, Kummer und Leid, Jammer und Schmerz ihrer Glaubensgenossen zu lindern. Ehre sei ihrem Andenken! Wien. (Oest.-Jsr. Union). Montag,den 12. Februar 1900, Abends 7% Uhr, findet im Restaurant Guth, II., Stephaniestraße 6, 1. Stock, eine Vereinsversammlung statt. Tages- Ordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Discussion über die geplante Wahlreform der israelit. Cultusgemeinde. 3. Anträge und Interpellationen. Nur Mitglieder und Gäste, welche Cultussteuerzahler sind, haben Zuttitt. Wien. (Israelitisch - theologische Lehranstalt.) Bei der jüngst stattgefundenen Neuconstituirung des Curatoriums dieser Lehranstalt wurden eillstimmig wiedergewählt: Herr Moritz K a r p e l e s zum Präsidenten, Herr Reichsrathsabgeordneter Dr. Emil B y k zum II. Vicepräsidenten und Herr Theodor Ritter von Taussig zum Cassier. Zum I. Vicepräsidenten wurde Herr Moriz Edler von Kussner neugewählt. Wien. Der Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe" hält Donnerstag, den 22. Februar 1900, präcise 7 Uhr Abends in den Saal-Localitäten „zum goldenen Widder" II. Taborstraße Nr. 36, seine XIX. ordentliche Generalversammlung ab. Tages-Ordnung. 1. Wahl von 6. Scrutatoren. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Bericht der Revisoren. 4. Wahl von 6 Herren in den Ausschuß mit dreijähriger Functionsdauer. Wahl von 1 Herrn mit zweijähriger Functionsdauer für den freiwillig ausscheidenden Herrn Adolf Fischer. 5. Wahl von 2 Revisoren mit einjähriger Functionsdauer. 6. Eventuelle Anträge. Wien. (Allgemeiner Kranken- und Unterstützungsverein „Montefiore".) Bei der am 31. Jänner l. I. stattgehabten, zahlreich besuchten XVIII. ordentlichen Generalversammlung dieses humanitären Vereines, wurden die zur Auslosung bestimmt gewesenen Vorstandsmitglieder, und zwar die Herren: Joses Pollak, Jacob Weiß, Elias Weiß, Moriz Koppel, Edmund Hofmann und Wilhelm Kleppuer wieder- und die Herren Wilhelm Kohn und Emanuel Taub neu-, mit einer imposanten Majorität als Vorstandsmitglieder gewählt, während die Herren Julius Beck und Moriz Bondi als Ersatzmänner gewählt wurden. Die bisherigen Revisoren, die Herren Samuel Löwinger und Leopold Winter wurden gleichfalls mit einer großen Stimmenanzahl in gleicher Eigenschaft wiedergewählt. Bei der am 3. Februar l. I. stattgefundenen Constituirung des Vorstandes, wurden die Herren Josef Pollak zum Obmann; Leopold Weinwurm zum Obmann-Stellvertreter; Josef Guttmann zum Schriftführer; Moriz Koppel zum Cassier, einstimmig wiedergewählt, und Herr Elias Weiß zum Controlor gleichfalls mit allen Stimmen berufen. Wien. Mittwoch, den 14. Februar 1900, 8 Uhr Abends im Locale des jüdischen Volksvereines, 11, Haasgasse 8 (Untere Augartenstraße 19) Vortrag des Herrn Dr. Carl Lifczis über Einiges aus dem Rechts- und Wirthschaftsleben der Juden im lg. und 19. Jahrhundert". Wien. Der isr. Humanitätsverein für den X. Gemeindebezirk veranstaltet Mitwoch, den 14. Februar 1900 in den Rosensälen des Etablissement R a p p l, X., Himbergerstraße 41, einen Wohlthätigkeits-Ball und mit Rücksicht auf die thatsächliche Nothlage der armen isr. Familien jenes Bezirkes verdient das Unternehmen wärmste Unterstützung. Wien. Die Generalversammlung des Humanitären Vereines „Marpe Lanefesch" findet Sonntag den 11. Februar 1900, 7 Uhr Abends, im Clublocal des Cafe Adria, II., Große Pfarrgasse Nr. 1, statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht; 2. Anttäge und Eventualia; 3. Neuwahl des Vorstandes. Wien. (V ereinjüdischerMädchen„Hadass a".) Im Verein jüdischer Mädchen „Hadassa", hielt Sonntag den 4. Februar Herr Dr. H. S. Loebl einen Vortrag: „Der Mensch als Urbild nwderner Erfindungen". Die vom Referenten geistreich angestellten Vergleiche der menschlichen Organe mit den uralten und modernsten Erfindungen, fanden bei den zahlreich versammelten Gästen und Mitgliedern lebhaften Beifall. Sonntag den 11. Februar a. c. veranstaltet der Verein im Saale des Wiffenschaftlichen Clubs, I., Eschenb'achgasse 9, Mezzanin, einen Vortrags-Nachmittag: „Die Lyrik eines modernen Hiob", Vortrag von Schriftsteller Herrn Heinrich Glücksmann. Recitation illustrirender Dichtungen von Fräulein Alice H e t s e y, Mitglied des Raimund-Theaters. Beginn 4 Uhr Nachmittags, Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Eine pietätsvolle Widmung). Herr Julius Blum, ein ehrenwerthes Mitglied der hiesigen Gemeinde, spendete sammt Familie, zum Andenken ihres verstorbenen Sohnes und Bruders Emil, sowie auch zur Verherrlichung des kleinen Bethauses, Tempelgasse 3, einen mit goldgestickter Inschrift ausgeschmückten Damast-Vorhang, Uorauelles, welches Geschenk von Seite des geehrten Cultus-Vorstandes wohlgefällig angenommen wurde. Gleichzeitig ist auch dem Spender die Ehre einer 4.1ije zu Theil worden und bei welcher feierlichen Gelegenheit demselben ein von einem Bethaus-Functionär dem Sinne entsprechender LU Lelledereell vorgetragen, worauf alle Anwesenden ihre Anerkennungszustimmung kundgegeben haben.