Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 17 (1900)
- Issue
- 3 (19.1.1900)
- Date
- 1900-01-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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uniTM muTir ■ 1HHMWBTOW Seite 48 Dx. ) Wafferquellen, eigentlich Wasserbehältnisse am Fuße der Palmen. Zwei Mäimer bücken sich, um mit Schalen Wasser zu schöpfen, andere Männer nehmen von den Palmen Früchte ab. Moses mit dem Stabe in der Hand und Ahron stehen dabei. Blatt 30. Die Gesetzgebung. — Vollbild. Um einen grün bewachsenen Hügel sind die Israeliten, ältere und jüngere Leute, versammelt, man könnte glauben, es wären lauter Klosterbrüder. Ein älterer Mann,vielleicht soll es Josua sein, hält ein offenes Buch in Händen. Auf dem Gipfel des Berges steht, weit größer als die Untenstehenden, Moses im rothen Gewände mit einer rosafarbigen Kapuze, die beiden Gesetzestafeln in den Händen haltend. Jetzt hat er auch einen grauen Vollbart, während er in Elim noch ohne einen solchen dastand. Moses steht im Vordergründe einer Wolke, aus welcher Flammen züngeln, und reicht mit seinem Kopfe bis in die Wolken, aus denen Goldstrahlen herabfallen und eine Posaune sichtbar wird. Blatt 31 mit der Ueberschrift: n»ö “pa nanan n«*i ist ein Bild hergestellt: Moses steht mit auffallend entwickeltem Kopfe, beide Hände über das versammelte Volk ausbreitend da, um dasselbe, das vor ihm sitzend sich befindet, und von dem die Vordersten, die Aeltesten, wie zum Gebet die Hände falten, zu segnen. Der Kopf ist sehr schön und gut durchgeführt; der ganze Ausdruck ist der der Verklärung. Auch sonst ist die Figur sehr gut proportionirt. Hinter Moses steht eine Person, wahrscheinlich sein getreuer Josua. Das Bild unterhalb hat den Text: rbv .naan nn x^a ja p wn - anapn -in Moses besteigt den Berg Abarim. Aus einem Absätze des Berges steht er und legt seine beiden Hände auf das Haupt des in gebückter Stellung befindlichen Josua. Das Volk, voran die Aeltesten, ist Zeuge dieser bedeutungsvollen Handlung. Blatt 32. »ira-a nnnaa nsan? trnpan ma Vollblatt mit der Abbildung des Tempels. Ein Mittelbau erhebt sich aus Quadern mit Zinnen. Zwischen zwei durch Vergoldung kenntlich gemachte Erzsäulen sieht man in das Innere des Raumes. Ein hinter einem Quaderbogen befindliches blaugetontes mit vergoldeten Rippen und einer vergoldeten Schlußrosette versehenes Gewölbe deckt denselben ab. Vor der braunroth getonten Rückwand stehen im vergoldetem Rahmen aus drei Füßen die Tafeln des Gesetzes, dieselben sind dunkelblau getont und enthalten in vergoldeter Quadratschrift den Dekalog; ihre Form weicht von der gewöhnlich oben halbrund abschließenden ab, hier ist der Abschluß gerade. Das Rahmengesimse ist von zwei vergoldeten Flügeln, vermutlich den Cherubsflügeln, die sich mit den Enden berühren, überschattet. Der erwähnte Mittelbau wird durch zwei gegiebelte Gebäude flankirt, welche wohl die inneren Thorbauten darstellen sollen. Im Vordergründe sieht man noch zwei Gebäude mit geöffneten Thoren und Giebeldächern, die mit blau glasirten Ziegeln schuppenförmig abgedeckt sind, und die die äußeren Thorbauten vorstellen sollen. Der Charakter dieser Bauten, bei denen wohl außer an den Capitälen der Erzsäulen keine reicheren architektonischen . Details Vorkommen, ist der der romanischen Epoche. Blatt 33 mit der Ueberschrift: .nenn jna man bpa Ein bartloser Mann mit weiblichem Gesichtsausdruck sitzt vor einem aus einem Untergestell befindlichen ziemlich großen Gefäß, das wohl nenn enthält. Bor ihm befinden sich 6 Männer, von denen vier kommen und zwei gehen. Jeder hat eine Schale in der Hand, die Kommenden halten sie vor und der man bpa füllt sie mit einem größeren Löffel. Darunter ist ein Bild, von dem es heißt: mrra;na man bpa Aehnlich wie früher sitzt ein Mann, der neben sich auf einem mit einem Tuche bedeckten Tische die Mazzos liegen hat, wieder sind vor ihm 6 Männer, drei kommen, drei gehen. Die Abgehenden haben ihre Mazzos in den Händen, die Kommenden erhalten sie von ihm. Blatt 34. Ein Vollbild, darstellend das nasan rra, also ' die Synagoge. Man befindet sich vor der westlichen Hauptmauer einer solchen. Durch eine große mit einem Rundbogen überspannte Oeffnung, also den Haupteingang, fällt der Blick in das Innere des Raumes, wo im Hintergründe die Innenseite der östlichen Abschlußmauer sichtbar wird. Eine Nische in derselben, welche durch zwei Thüren verschließbar ist, läßt den Oraun ha-kaudesch erkennen. Er steht jetzt offen, und es lehnen darin drei Thoras, mit den Mänteln und dem Metallschmuck bekleidet. Ein Mann, wohl der „Schames", ist gerade im Begriffe, die Thüren des Schreines, die ans Holz angegeben sind, zu schließen, denn er ergreift mit der Rechten eine derselben. Von der Decke herab hängen rechts und links eine Lampe. Im Fond steht der „Almemar". Im Vordergründe bemerkt man Leute, die gerade das W0rh"Nsr' tf: Nr. 3 Bethaus verlas Sie treten durch das offene Synagogenthor? Freie. Em t •-rer Mann hält die Rechte segnend über dem ^opf: eines Knaben, '.nährend ein kleinerer Knabe dessen Linke erft sfi um sie zu küssen. Das ganze Gebäude ist aus Quadern errichut, nlan erkennt die einzelnen sehr deutlich sowohl von Außen als an der Innenwand. Die kleinen Rundbogenfenster sind vergittert. (Schluß folgt). ■ 1 luden in Afrika. Wieder einmal sind die Blicke der civilisirten Menschheit auf den dunklen Erdtheil gerichtet, aus dessen weiten Gefilden die Blitze der Kanonen der europäischen Völker ein unheimliches Licht verbreiten, und balo wird es keinen Winkel aus diesem große» Erdtheil geben, d r von ähnlichem Lichte nicht erhellt sein würde. Bei solchem Lichte verflüchtigen sich Märchen und Träume, und vor dem spähenden Blick des ländergierigen Europäers zerstieben die Pha..:. f'egebilde und sinken in Nichts zusammen. Alsdann verschwinden gewiß auch die Juden, die man in den verschiedensten Theilen Afrikas hat finden wollen, aber wenn auch die Märchen schwinden, so bleiben dennoch die historischen Thatsachen, die dem Welttheil Afrika ein ewiges Interesse sichern im Sinn und Gemüth der Juden, die mehr als ein anderer Volksstamm Grund haben, auf ihre Vergangenheit in liebevoller Erinnerung zurückzublicken. Egypten, von den Alten freilich mehr zu Asien als zu Afrika gezählt, bildet neben Palästina das classische Land der jüdischen Geschichte. Ewig denkwürdig bleiben für uns die Schicksale unserer Erzväter und die Jugendzeit unseres Volkes in Egypten; von dem Namen M i z r a j i m wiederhallen noch heute unsere Schulen und unsere Gotteshäuser. Jahrhunderte hindurch bestand ein bedeutsames historisches Verhältniß zwischen dem Reiche der Israeliten und dem hochentwickelten Lande der Pharaonen, und als Israels- Staatsleben aufhörte, zog ein bedeutender Bruchtheil des Volkes und mit ihnen der Prophet Jeremias, hinab nach Egypten. Also ward Egypten zum zweiten Male gleichsam die Heimat des jüdischen Volkes und ein guter Theil der jüdischen Geschichte spielt sich fortan auf seinem Boden ab. Welche Bedeutung hier die Juden erlangt haben müssen, ist am besten ersichtlich von den Legenden, die sich im Ausland e über sie gebildet haben. Eine Sammlung von aethiopischen Apokryphen, die vor einigen Jahren in Paris in französischer Sprache erschienen ist,') enthält unter Anderem auch eine Legende des Jeremias, in welcher es heißt, daß aus das Gebet des Propheten die Reptilien des Festlandes und die Krokodile der Flüsse vertilgt worden seien. Aehnlische Segnungen für das Land Egypten knüpft die jüdische Sage, wie sie uns im Midrasch erhalten ist, an die Ankunft des Erzvaters Jacob. Drückt sich in diesen Sagen nicht der Gedanke aus, daß die Juden für das Land, welches sie freundlich aufnimmt, zum Segen gereichen oder doch zum Segen gereichen wollen? Ja, selbst Kriegsdienste, wie sie doch auch heute von den Juden in den meisten Ländern geleistet werden, sollen die Juden schon in alter Zeit den Egyptern geleistet haben, denn nach dem bekannten Briefe des A r i st e a s soll der König P s a m m e t i cf) in einem Kriege gegen die Aethiopier jüdische Söldner in seinem Heere gehabt haben. Die wahrhaft historische Bedeutung, welche das Land Egypten noch ferner im Alterthum für das Judenthum besitzt, wie hier die griechische Bibelübersetzung entsteht, die Blüthe der Gemeinde in Alexandria, die Entstehung der jüdisch - hellenistischen Literatur, die Lichtgestalt eines Philo: all dies und viele andere Momente sind zu bekannte Thatsachen von welthistorischer Bedeutung, als daß sie hier in Erinnerung gebracht werden müßten. Aber auch das südliche Nachbarland von Egypten, Aethiopien, lag schon in ganz alter Zeit im Gesichtskreise der Juden. Schon die Bibel nennt sehr häufig das Land Kusch, welches ohne Zweifel Aethiopien ist. Die europäischen Forscher, die nach Aethiopien kamen, waren überrascht von der Verwandtschaft der Sprache der Aethiopen mit dem Arabischen und Hebräischen. Das Geez, die alte Sprache der Aethiopen, ist eben eine semitische Sprache. Nicht minder fallen auf die übereinstimmenden Züge der Sitten und Volksgeschichte der Abessynier mit den Hebräern; nach den abessynischen Königs-Annalen war schon vor Christi Zeiten ein großer Theil des Landes von Juden ') B a s s e t, Les Apocryplies ethiopiens, Paris 1893.