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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-01-19 · 3 (19.1.1900) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
3 (19.1.1900)
Date
1900-01-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Bl ach'-- Wochenschrift Seite 47 seinen zur Schlange gewordenen Stab am Schwanzende. Diese verschlingt die zu Schlangen gewordenen Stäbe der Chartumim. Merkwürdigerweise hat Ahron's Schlange auch zwei kurze Füße und ist in ihrer grünen Farbe einer Eidechse nicht unähnlich. Auffällig ist auch, daß auf demselben Blatte Moses vorher bei der Dornbuscherscheinung mit dem Bärte dargestellt ist, während er sowie auch Ahron hier viel jugendlicher und beide ohne Bärte sind. In der Bibel heißt es, daß Moses 80 und Ahron 83 Jahre alt waren, als sie mit Pharao redeten; nun, ein solches Alter sieht man ihnen auf dem Bilde keinesfalls an. Den Mangel der Bärte könnte man allenfalls damit rechtfertigen, daß sie vor dem König ohne Bärte erscheinen mußten; dagegen trägt einer der königlichen Minister seinen Vollbart. Blatt 22. Erste Plage. Moses und Ahron erscheinen vor Pharao, der ihnen gegenüber auf dem Throne sitzt. Moses neigt seinen Stab, und das Wasser verwandelt sich in Blut. Ein .Egypter hält ein Gefäß, in welchem sich das Wasser in Blut verwandelt hat, ein anderer Egypter gräbt nach Wasser und findet ebenfalls nur Blut. Pharao scheint aber die Sache zu gefallen, denn er lächelt freundlich. Ein hübsch gezeichneter weißer, mittelalterlicher Dessin belebt den Grundton der Wandfläche. Darunter ist die zweite Plage dargestellt. Wieder erscheint Moses und Ahron vor dem freundlich sie anblickenden Pharao, der gegenübersitzt, dieses Mal allein und nich^ wie früher mit seinen drei Räthen an der Seite. In der Mitte steht ein Backofen und am Boden daneben Backtröge. Moses hält den Stab geneigt und man sieht überall die Frösche sich bewegen und Hüpfen. Blatt 23. nanaai o^a aaan '.“tm - aaa Die dritte Plage; — Pharao fitzt auf dem Throne wie früher beschrieben, zwei Egypter stehen in seiner Nähe und beeilen sich, die schwarzen, riesigen aaa von sich abzuwehren. Pharao's Geheimschreiber, der zu seinen Füßen sitzt, mir einem Buche in der Hand, müht sich mit der andern Hand ab, das Ungeziefer von sich abzuwersen. Zwei Schafe und ein Rind sind mit den gleichen schwarzen aaa behaftet. Moses und Ahron stehen Pharao gegenüber, elfterer hält geneigt in der Hand den Zauberstab. Im untern Bilde ist die vierte Plage gegeben, ana Die wilden Thiere haben zwar ein sehr wildes Aussehen, lind aber viel zu klein ausgefallen. Der Löwe, der den Kopf eines niedergefallenen Egypters bearbeitet, sowie das rattenartige Thier, das einen anderen anfällt, könnten in Wirklichkeit keinem sehr furchtbar werden, wenn sie nicht größer wären, als sie relativ sein können. Pharao erwehrt sich, indem er sich abwendet und die linke Hand vorhält, eines eidechsartigen Thieres, das bereits bis zu seiner Schütter gelangt ist. Mächtig ist der Skorpion, dagegen bedroht ein fliegender Greif mit gelbem Kopf, grünem Leib und rothem Flügel einen Egypter, der bereits von einer ihn beißenden Schlange umwunden ist. Moses und Ahron nehmen die in dem Früheren beschriebene Stellung und Haltung ein. Blatt 24 enthält oben die fünfte Plage. Rechts sitzt Pharao, vis-a-vis stehen Moses und Ahron und zwischen ihnen zu einem Haufen übereinander verendete Thiere. Kaltblütig blickt Pharao auf Ahron und Moses, welch' letzterer auf die Opfer der Pest hinweist. Im unteren Bilde ist die sechste Plage dargestellt. Moses und Ahron nehmen die bekannte Stellung ein. Moses, den Stab auf den Boden gestützt, wirft mit seiner Rechten Ofenruß gegen den Himmel. Die Folgen davon äußern sich an vier Egyptern, von denen einer bereits zu Bette liegt, zwei sitzen neben ihm und scheinen auch wie der daneben stehende von den Entzündungen befallen zu sein. Pharao, der sich an seinem gewöhnlichen Platze befindet, macht mit der Linken eine abwehrende Bewegung. Blatt 25 -na lautet die Ueberschrift. Pharao sitzt etwas ernster gestimmt auf seinem Platze, auch Moses und Ahron haben ihre gewohnten Plätze wieder. Dazwischen fallen, nachdem Moses seinen Stab geneigt hatte, große Hagelkörner, von welchen selbst die Bäume niedergedrückt werden, unter deren Kronen zwei Egypter in gebückter Stellung Schutz suchen. Es scheinen Hirten zu sein. Auch ein Schaf sucht da Schutz. naix die achte Plage ist in folgender Weise zur Anschauung gebracht. Man sieht in der Mitte des Bildes die Heuschreckenschwärme um Bäume herum, Moses und Ahron stehen Pharao gegenüber, denn dieses Mal hat er sie zu sich beschieden. Moses scheint zu fragen, was sollen wir? und Pharao bekennt ihnen, daß er sich gegen Gott und gegen sie vergangen habe, und nun, so drückt es seine Miene und Handbewegung aus, sagt er: Flehet zu Euerem Gotte, daß er diesen Tod von mir abthue. Blatt 26 die neunte Plage. Dieses Mal sitzt der Pharao in der Mitte des Bildes, ihm gegenüber steht Moses mit dem Stabe, für Ahron war kein Platz. Zwischen Pharao und Moses sieht man durch einen offenen Thorbogen in das Innere eines egyptischen Hauses, wo die Menschen in der Finsterniß sich befinden, was recht gut dargestellt ist. Hinter Pharao sieht man ebenfalls durch einen großen Thorbogen in das Innere eines israelitischen Hauses. Hier sitzt eine Familie beisammen: der Vater und seine beiden Kinder, von welchen eines ein Buch in Händen hat, während das andere etwas erzählt; natürlich ist hier Alles in gutem Lichte, man sieht sogar die an der Rückwand angebrachte Malerei. Die Ueberschrift lautet: '2a baP .->ix rrn Unter diesem Bilde ist die zehnte Plage gegeben. Auf der einen Hälfte desselben sieht man in das Innere der egyptischen Häuser. Da liegen in ihrem Bette, getödret durch den göttlichen Strahl, der auf Jeden fällt, die Erstgeborenen. Dieses darzustellen war für den Illustrator sehr schwer, denn ihm mangelte die Kenntniß der Perspective und so macht es bei oberflächlicher Betrachtung den Eindruck, als würden die Betten der darin Liegenden übereinander stehen; allein bei genauer Betrachtung erkennt man ganz gut, daß es eine nicht genügend deutlich gemachte Angabe der hintereinander angeordneten Betten ist. Die andere Hälfte des Bildes zeigt Pharao vor der Pforte rines Hauses. Es ist Nacht, denn es steht unten: nma ap’i 1XL läp-nW? Pharao ist aufgestanden und begibt sich zur Wohnung Moses' und Ahron's, er hat sie geweckt, denn sie sehen Beide zu den Fenstern hinaus, und ruft ihnen zu: Macht Euch auf, ziehet fort aus meinem Volke! > Blatt 27. Auszug der Israeliten aus Egypten. Eine Gruppe von Männern, davon mehre mit der Seitenwaffe und den Teigbündeln an der Schulter, auch mit gegen den Himmel erhobenen Händen ziehen hinter Thieren daher, ihnen folgen Egypter, die sie hinausdrängen, auch Schafe folgen dem Zuge, hinter welchem noch ein Theil eines offenbar verlassenen Hauses sichtbar ist. Im unteren Bilde sieht man, wie die Israeliten bereits vor Pi-hachiroth am Meere angelangt sind. Pi-hachiroth ist durch ein thurmartiges Gebäude angedeutet. Moses mit seinem Wunderstabe ist bei der Gruppe; einer derselben wendet sich um und erblickt die nacheilenden Egypter. Die Vorhut derselben zu Fuß und zu Roß, bärtige Männer, mit Schildern, Schwertern und Lanzen bewaffnet, hat sie schon ereilt. Der Text lautet: .a'n b'j “|T ns na2i *]taa rs D-crcmns ans» ia*m Blatt 28. Die Israeliten ziehen durch das Meer zwischen roth gefärbten Wänden. Es müssen das die Israeliten wohl sein, wenn auch kein Einziger den Typus des Volkes zeigt. In den Meerestheilen rechts und links schwimmen die ersäuften Egypter mit ihren Rossen als Leichen. Nur der Pharao steht noch aufrecht und ganz allein am Rande des Bildes. Etwas schwer verständlich ist die Gruppe in der oberen Ecke des Bildes. Das muffen wohl Egypter sein, die das Meer noch nicht erreicht und bedeckt hat, Das darunter befindliche Bild ist eines der besten und interessantesten des ganzen Cyclus. syinn ns pns mns rwaan ana rrpm Mirjam — um sie als Prophetin zu charakterisiren — trägt das Habit einer Nonne, in der Hand hält sie eine Tambourine mit Schellen, auf die sie mit den Fingern schlägt. Vor ihr befinden sich fünf Jungfrauen mit ganz lieblichen Gesichtern in graziösen Stellungen, sie halten sich gegenseitig mit den Händen, um sich zum Tanze anzuschicken. Jede hat ein anderes farbiges Gewand, alle blonde lange Wellenhaar'. — Wie alle die weiblichen Gestalten, die das vorgeschrittene Mittelalter dargestellt hat, sind auch sie schlank ohne vortretenden Busen. Es ist ja charakteristisch in der mittelalterlichen Plastik und Malerei, daß die weiblichen Figuren ohne jeden vortretenden Busen dargestellt worden sind, besonders an den Kirchenbauten. Aber auch sonst im Leben legte man Werth darauf, daß die Damen so gekleidet waren, daß die Ueppigkeit nach Möglichkeit unterdrückt wurde, um keinen sinnlichen Reiz hervorzurufen. Auch heute noch wird in den frommen Alpenländern, wie in Tirol und Salzburg, vornehmlich bei der ländlichen Bevölkerung darauf gesehen, daß Mädchen und Frauen keinen üppigen Busen zur Schau tragen, und wird den Mädchen als Kindern statt des Mieders eine Tafel von Holz vor die Brust geschnürt, damit diese verkümmere. Blatt 29. Gibt die Ansicht, wie Israeliten das Manna sammeln, und wie Ahron ein Gefäß hält, in welchem auf Geheiß Moses' Manna vor dem Ewigen niedergelegt werden solle, ,zur Verwahrung für Eure Geschlechter". Im darunter befindlichen Bilde sieht man drei von den siebzig Palmen zu Elim und einige

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