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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-01-12 · 2 (12.1.1900) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
2 (12.1.1900)
Date
1900-01-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 2 Dr. Blocht WochenschrM, Seite 31 Im unteren Bilde liegt Jacob auf dem Felde, einen Stein unter seinem Kopfe, schläft er und träumt. Man sieht eine Leiter, die in die Wolken ragt, darauf noch zwei geflügelte Gestalten, von denen die eine noch, aufwärts, die andere nach abwärts steigt. Jede bedeckt mit den Flügeln ihr Haupt. Nebenan steht dann Jacob, er ist von seinem Schlafe aufgestanden, hat bereits den Altar errichtet und gießt Oel auf denselben. Blatt 11 enthält Josef's Traum. — Josef liegt im Bette, er ist bedeckt mit einer rothbordirten Decke und es sind die beiden Träume, die er später seinen Brüdern erzählt, gegeben. Einerseits sieht man Sonne, Mond und elf Sterne, dann einen aufcechtitehenden Garbenbund und vor demselben elf kleinere Bünde in geneigter Stellung. Reizend ist der feine Wanddessin, der in Weiß auf der Deckfarbe aufgetragen ist. Mit dem Text: — ms 12 mi - rnsp iaibn ns *pr iasi vns 12 sipi überschrieben ist ein Bild. Jacob sitzt auf einer Bank, vor ihm stehen seine elf Söhne und zwischen ihnen und dem Vater steht als kleinster, einem Knaben gleich, Josef mit unschuldsvoller lächelnder Miene. Seine Brüder gesticuliren heftig, sie beklagen sich bei dem Vater wegen der Träume, die Josef ihnen erzählt hat, und jener verweist seinen Josef, indem er ihm warnend seine rechte Hand entgegenhält. Blatt 12. Josef wird in die Cisterne geworfen. Zwei feiner Brüder fassen ihn und stecken ihn kopfüber über den Rand des runden Aufbaues einer Cisterne. Nebenan liegt der ihm ausgezogene Oberrock und einer schlachtet einen Ziegenbock, um in dessen Blut den Rock zu tauchen. Neun der Brüder stehen bei der Heerde und betrachten freudig und rachegestillt das Schauspiel. Unterhalb das Bild zeigt den Verkauf Josef's an die Jischmeelim. Zwei Schwarze, nach Farbe und Typus Neger, zählen Silberlinge zu Händen eines der Brüder, von denen fünf sichtbar sind. Josef, der schon vorher aus der Cisterne geholt worden ist, steht als Knäblein abgebildet, die Händchen gefaltet, wie zum Gebete, neben den Jischmeelim. Man sieht noch drei Kameele, die zur Karawane gehören, sie sind nicht viel besser als die oben geschilderten gegeben. Blatt 13. Ueberschrieben; *pv bs ,T3»y ns ms nws svni zeigt im Bilde auf einem Ruhebette, vor welches ein grüner Vorhang gehängt ist, die mehr mädchenhafte Gestalt der Frau des Potiphar. Sie faßt mit beiden Händen das rothe Obergewand Josef's, der sich flüchtet. Gleich daneben sieht man ein thurmartiges Gebäude mit vergittertem Fenster, durch dessen geöffnete Thür Josef in den Kerker gebracht wird. Ein Mann mit einer schwarzen Spitzkappe, das Schwert an der Seite, vollführt die Verhaftung. Hiedurch ist der egyptische Polizist charakterisirt. Die Ueberschrieft lautet: inis 2ns npi ♦inan nn bs inni Im Bilde darunter sieht man Josef, dem mittlerweile im Kerker ein Vollbart gewachsen ist, er steht neben einem Hause, den großen Schlüssel in der Hand — eine wahre Petrusgestalt — er ist ja vom Kerkermeister zum Gefangen-Aufseher eingesetzt worden. Von den beiden Figuren, die vor ihm stehen, ist die eine der königliche Mundschenk und die andere der königliche Mundbäcker. Dem Einen hat er bereits seinen Traum gut gedeutet, was den Andern veranlaßt, auch seinen Traum der Deutung vorzulegen, sie erscheinen wie zwei Heiligengestalten, die neben dem Gefängnisse stehen. Blatt 14. 2 ^in i^iai lautet die Ueberschrift. In einem Bette, dessen Tuch in reichen Falten bis zum Boden fällt, liegt Pharao bedeckt mit einer weißen, lichtblau dessinirten und rothbordirten Decke, ein schwerer grüner Vorhang deckt seitlich das Bett, damit man ihn in seiner Königswürde sofort erkenne, hat er die Krone am Haupte, von welchem langes Lockenhaar herabwallt. Er schläft und es ist gar nicht schlecht gegeben, wre er das Traumgesicht verfolgt. Man sieht das, wovon er träumt: 7 magere und 7 fette Kühe; 7 volle, gute Halme auf einem Stengel und 7 leere Halme ebenfalls auf einem Stengel. — Darunter das Bild zeigt uns Josef vor Pharao. Auf einem vergoldeten Throne sitzt Pharao mit der Krone auf dem Haupte in einen rothen Obermantel gehüllt, dasselbe wallende blonde Haar wie früher bereits erwähnt. Bedeutungsvoll blickt er den vor ihm stehenden Josef an, ihm mit dem Finger der Rechten noch mehr die Wichtigkeit der Antwort nahelegend. Dieser erscheint bartlos, denn er mußte ja nach egyptischer Sitte Kopf und Barthaar scheeren lassen — allerdings hat der Maler ihm hier im Bilde doch das Haupthaar lang gelassen. — Josef also steht vor Pharao und die denkende Miene, die er annimmt, sowie die abwägende und abzählende Haltung der Hände zeigen uns seine geistige Arbeit, die er hier verrichtet. Im Hintergründe sieht man noch drei Minister des Königs auf einer Bank sitzend, der Träumauslegung mit gespannter Aufmerksamkeit folgend. Der Ausdruck im Gesichte aller dieser Personen ist sehr gut gegeben, trotz der bescheidensten Mittel, die angewendet worden sind. Blatt 15 zeigt uns Josef, wie er Borräthe sammelt. Er sitzt auf seinem um Stufen erhöhten Sitze mit einem Stabe in der Hand, um das Geschäft zu leiten, Männer besteigen Leitern, die an kegelförmige Gebäude angelehnt sind und entleeren aus ihren gefüllten Säcken den Inhalt in die obere Mündung der Gebäude. Man hat hier die altegyptischen Getreidespeicher vor sich, die der Sicherheit wegen von oben gefüllt und auch da verschlossen wurden. Reste, die man gefunden hat, bestätigen diese Annahme. Zu Füßen Josef's sitzt ein Mann auf der untersten Stufe mit einem Schreibblatt und Stift, um die Vorräthe zu registriren. Im darunter befindlichen Bilde sitzt Josef auf dem viceköniglichen Throne. Die Hungersnoth ist in Kanaan ausgebrochen und auf Geheiß des Vaters erscheinen Jacob's Söhne vor ihrem Bruder Josef. Demuthsvoll bücken sie sich vor ihm, der vordere, vermuthlich Rüben, faltet bittend die Hände, ein anderer kreuzt die Hände vor der Brust, indem er niederkniet. Die Köpfe dieser Figuren sind recht gut und wie man aus Josef's strenger Miene entnehmen kann, mag wohl die Erinnerung an seine einstigen Träume in ihm gerade aufgetaucht sein. Blatt 16 hat die Aufschrift; i’rxm 1.111222 1122.1 nab :2sn irrrysa An einer langen gedeckten Tafel sitzen an der Langseite die Brüder Josef's in respectvoller Entfernung von ihm, der an der obersten Schmalseite allein Platz genommen hat. Josef scheint seinen Brüdern gerade etwas vorzutragen, er betrachtet sie scharf und gestikulirt mit beiden Händen. Die Brüder folgen mit Aufmerksamkeit seiner Auseinandersetzung. Außer dem recht gut dargestellten Faltenwurf des Tischtuches in der traditionell echt mittelalterlichen Weise ist nichts besonders Bemerkenswerthes auf dem Bilde. (Fortsetzung folgt.) Correspondenzen. Oeffentliche Plenar-Sitzung der israelitischen Cultnsgemeinde vom 7. Jänner 1900. Vorsitzender: Präsident kais. Rath Heinrich Klinger. Bice-Präsident Dr. Alfred Stern eröffnete die Sitzung und während der Verlesung des Einlaufes erscheint der Präsident, welchem die Versammlung eine stürmische Ovation bereitet. Der Präsident, sichtlich gerührt durch diese spontane Kundgebung, ergreift das Wort, um der Versammlung in einigen Worten zu danken. Er erinnert daran, daß er in der letzten Sitzung des abgelaufenen Jahres an die Collegen das Ersuchen gestellt hat, ihn zu entlasten. Der Schritt war ihm nicht leicht, erst nach einem harten Kampfe zwischen Pflichtgefühl und den Rücksichten auf seine Gesundheit habe er sich zu einem derartigen Schritte entschließen müssen. „Sie aber meine geehrten Herrn Collegenjhaben mein Ersuchen abschlägig beschieden und durch die hohe Auszeichnung einer einstimmigen Wahl mich festzuhalten beschlossen. Gewiß, es ist eine hohe und außerordentliche Auszeichnung, ich erkenne dieses mit Dank an und so bin ich denn bereit Ihrem Rufe zu folgen (lebhafter Beifall), ich übernehme neuerdings den Vorsitz, wenigstens provisorisch, aber gewiß nicht für 3 Jahre. (Oho Rufe.) Ein arbeitsvolles Jahr steht uns bevor. Die Lage unserer Finanzen machen dringende Reformen auf allen Gebieten, vor allem auch eine Reform des Statutes und des Wahlrechtes unabwendbar, ich zweifle, ob meine Gesundheit dieser Arbeitslast gegenüber aushalten wird.Allerdings rechne ich auf Ihre bewährte Arbeitskraft und auf die Unterstützung der beiden geehrten Collegen im Präsidium. Ich bitte Sie nun, sofort mit mir zur Arbeit zu schreiten." (Lebhafter Beifall.) Nach Uebergang zur Tagesordnung findet die Einzeichnung der Vorstandsmitglieder in die Sectionen, die Wahlen in die Comites statt. Der Bericht derersten Section betreffend die Aenderung der Liturgie (Referent Dr. Spitzer) wird an die Section zur nochmaligen Behandlung zurückgewiesen. In gleicher Weise der Bericht über die Mohelimfrage (Referent Dr. G. Kohn). Herr Dr. Alfred Berger beantragt, namens der Section für den Verein Ose Tow eine Subvention von 300 fl. für das

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