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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1900-01-05 · 1 (5.1.1900) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
17 (1900)
Issue
1 (5.1.1900)
Date
1900-01-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Bloch's Wochenschrift. Teile 13 Noch stehen wir Alle unter dem niederschmetternden Eindrücke dieses schweren Schicksalschlages, der uns einen warmherzigen, hingebungsvollen Freund unserer heiligen Sache, einen stets hilfsbereiten, munificenten Förderer unseres Gotteshauses, einen erprobten Mitberather in unserem Collegium, dem er wahrhaft zur Zierde gereichte, geraubt hat. Was Jacob Strauß seiner Familie gewesen, wie er gewirkt und geschaffen, welch'herzensguter Mensch in ihm dahingegangen; das soll an geheiligter Stätte aus berufenem Munde noch ausgesprochen werden; hier in dieser Versammlung, die ihn so oft mit ihrem einmüthigen, wohlverdienten Vertrauen ausgezeichnet hat, wollen wir ehrend seiner gedenken und ihm ein ftisches Reis stimmungsvoll dankbarer Erinnerung widmen. Möge dem braven Manne, dem wackeren Genossen und Mitstreiter die Erde leicht sein! Ehre seinem Andenken! Der Vorstand hat sofort nach Erhalt der Trauerbotschaft eine außerordentliche Plenarsitzung abgehalten und beschlossen, sich corporativ am Leichenbegängnisse zu betheiligen und ihm in Verhinderung Ihres Präsidenten durch den Kollegen kais. Rath RuLiöka am Grabe einen Nachruf Namens des Vereines halten zu lassen. Wir haben durch eine Parte die verehrlichen Mitglieder von unserem unersetzlichen Verluste in Kenntniß gesetzt und zur zahlreichen Betheiligung beim Begräbnisse eingeladen. Gemäß unserer Tradition wird für den Dahingeschiedenen das Seelenlicht in unserem Tempel durch 30 Tage unterhalten werden, sowie am 8. Jänner 1900, Abends 7 Uhr ein feierliches Requiem veranstaltet werden. Nach Verlesung des Berichtes meldet sich Herr Dr. Carl Löwy zum Worte, um in erster Linie als Mitglied des Vereines dem Vorstande und namentlich dem Herrn Präsidenten für die ausgezeichnete Leitung, ferner für die Herausgabe eines Berichtes über die am 3. December v. I. veranstalteten Festlichkeiten herzlich zu danken. Als Obmann der Humanitären Vereines „Nachlat Jeschurun" statte er dem Vorstande den Dank für das diesem Vereine stets erwiesene Wohlwollen ab und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die freundnachbarlichen Sympathien, die die beiden Vereine verbinden, auch in Zukunft fortdauern nrögen. Schließlich gibt Herr Dr. Carl Löwy noch eine Anregung bezüglich einer intensiveren Pflege des geselligen Verkehres der Mitglieder unter einander. Der Präsident erwiedert hierauf dankend, und verspricht diese Anregung dem Vorstande zur ernsten Erwägung zu unterbreiten. Hierauf condolirt Herr Leopold Goller st epper dem Vorstande Namens der Mitglieder anläßlich des unersetzlichen Verlustes, der das Collegium durch das Hinscheiden des Herrn Jacob Strauß betroffen hat. Es erstattet sodann der Herr Cassaverwalter kais. Rath Friedr. P o l l a k den Cassa-Bericht und theilt mit, daß als neuer Posten in der Bilanz ein Assecuranz-Reservefond im Betrage vom fl. 1500 geschaffen wurde. Der Bericht des Cassaverwalters wird einstimmig ohne Debatte zur Kenntniß genommen. Herr Ignaz Reschovsky erstattet den Bericht der Revisoren. Zu Revisoren pro 1900 wurden berufen die Herren Ignaz R es ch o v s k h, Leopold Stowasse r, zu Ersatz-Revisoren Ignaz Klein, Dr. Carl Löwy. Als Mindest-Mitgliedbeitrag pro 1900 wurden 6 fl. pro anno festgesetzt Vor dem letzten Punkte der Tagesordnung erbittet sich der Seitens der Cultusgemeinde erschienene Secretär Dr. Emil Adler das Wort: Es ist mir heute die besondere Auszeichnung zu.theil geworden, in dieser sehr geschätzten Versammlung erscheinen zu dürfen, ich habe vor allem den Auftrag, Namens des Herrn Präsidenten der Cultusgemeinde dem geehrten Vereine das lebhafte Bedauern auszudrücken, daß es infolge einer bereits vor Einlangen Ihrer gesch. Einladung ausgeschriebenen, nicht leicht zu verschiebenden Plenarsitzung des Cultusvorstandes nicht möglich war, ein Vorstandsmitglied zu dieser General-Versammlung zu delegiren. Ich bitte diese Entschuldigung freundlichst zur Kenntniß zu nehmen. Wenn ich es versuchen wollte, die besonders segensreiche Wirksamkeit Ihres Vereines und seiner ausgezeichneten Leitung zu schildern, so hieße das wirklich Eulen nach Athen tragen, gibt es doch darüber nur eine Stimme im Cultusvorstande. der ja zu wiederholten Malen Anlaß genommen hat, Ihrem gesch. Vereine, der ein wahrer Musterverein ist, die verdiente Anerkennung zu zollen. Ich bitte meine herzlichsten Wünsche für die weitere fortschreitende Entwicklung des Äereines entgegenzunehmen und sich versichert zu halten, daß ich dem Cultusvorstande über den würdigen Verlauf dieser Generalversammlung sowie über die im Jahresberichte des geehrten Herrn Präsidenten enthaltene Sympathiekundgebung für den Vorstand, entsprechend berichten werde (Beifall.) Zur Wahl in den Vereins-Vorstand haben schriftlich die Candidatur wieder anaemeldet die austretenden Vereinsvorsteher: Kammerrath Allert Janowitzer und kais Rath Adolf R u z i c £ a, während der Vorsitzende Architekt Max Fleischer und der k. k. Comn ercialrath Eisenberger persönlich ihre Bereitwilligkeit erklären, ein Mandat wieder anzunehmen. Zu Scrutatoren wurden berufen die Herren: David K o h n, Leopold Gollerst e p p e r, Ignatz K l e i n und S. L e m b e r g e r. Bei der Wahl wurden 36 Stimmen abgegeben. Davon erhielten: Arch. Fleischer 34, Janowitzer 34, Eisenberger 33, kais. Rath RuLieka 33 Stimmen. Nach Verkündigung des Wahlresultates schließt der Vorsitzende Max Fleischer die Generalversammlung. Wien. Am 28. December fand im Ceremoniensaale des Tempels im IX. Bez. die 33. ordentliche Generalversammlung des isr. Bethaus-Vereines „Chewra Beth Hatfilah statt. Der Vorsitzende, Obmann des Vereines, Herr G. B e t t elh e i m constatirt die Beschlußfähigkeit, erklärt die Versammlung als eröffnet und begrüßt den als Vertreter der Cultusgemeinde erschienenen Herrn Cultusvorsteher Dr. G r ü n f e l d sowie den gewesenen Reichsrathsabgeordneten Dr. I. S. Bloch. Aus dem zur Verlesung gebrachten Rechenschaftsberichte entnehmen wir, daß es dem Bereinsvorstande möglich wurde, trotz der ungünstigen Verhältnisse, welche namentlich durch den sehr frühen Eintritt der hohen Feiertage hervorgerufen wurden, das Budget von über 20.000 fl. zu decken, was umso lobenswerther ist, als der Kreis derjenigen, welche Herz und Sinn besitzen für die heilige Institution des' Tempels Opfer zu bringen, leider sehr klein ist. denn es ist kaum glaublich, daß im IX. Bez., welcher ca. 14.000 isr. Bewohner, von welchen zumindest 2500 Steuerträger find, sich kaum 300 finden, welche dem Tempelvereine als Mitglieder d. h. fl. 6 pro Jahr widmen, angehören. Der Bericht schließt mit einem warmen Appell an die Vereinsmitglieder, im Kreise ihrer Bekannten und Verwandten Mitglieder für den Tempelverein zn werben. Der Bericht, sowie der zur Verlesung gebrachte Gebahrungsausweis und Bilanz rc., ebenso der Gebahrungsausweis der Stiftungen und des Pensionsfondes werden genehmigt und dem V rstande einstimmig das Absolutorium ertheilt. Bei der hierauf erfolgten Wahl in den Vorstand, werden die ausscheidenden Herren Commercialrath Sigm.N e u st a d t l, Josef Q u it t n e r und Josef Sucharipa wieder einstimmig gewählt, ebenso in den Ausschuß gewählt, die Herren Jacob Blau, Ad. Frankl, Dr. Alfted G l o g a u, Leopold Hendl, Leopold Kann, Milhelm P a p p e n h e i m, Dr. Em. Q u i t t n e r und Isidor T r e b i t s ch. Herr Cultusvorsteher Dr. G r ü n f e l d spricht dem Bereinsvorstande namens des Cultusvorstandes den Dank und die vollste Anerkennung für die zielbewußte Leitung aus. Nachdem die Tagesordnung erschöpft ist und sich Niemand zum Worte meldet, schließt der Vorsitzende mit dem Danke an die Erschienenen die General-Versammlung. Karlsbad. (Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum des Cultusvorstehers Herrn Ludwig Moser). Die Jubiläumsfeier begann mit einem Festgottesdienste in der hiesigen Synagoge, welcher um 10 Uhr Vormittag seinen Anfang nahm. Demselben wohnten namens der k. k. Staatsbehörde der Herr k. k. Bezirkscommissär Müller von Müllersheim, namens der Stadtgemeinde Herr Bürgermeister Ludwig Schäffler, ferner eine Deputation der Mvser'schen Glasfabrik in Maierhöfen, sowie eine bedeutende Anzahl der hiesigen Israeliten und deren Frauen in Festkleidern bei. Dabei überraschte der ehemalige Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde Karlsbad, Herr Tennenbaum, derzeit in gleicher Stellung in Stuttgart, welcher eigens zur Feier nach Karlsbad gereist war, die Anwesenden mit einem ergreifendem Solovortrage und ein weiteres Soloduett des Herrn Obercantors Tieger und der Frau Woczilka trugen zur Feier bei. Einen tiefen Eindruck brachte hierauf die von Herrn Rabbiner Dr. Ziegler gehaltene Festpredigt bei allen Anwesenden hervor. In der Wohnung des Jubilars waren mittlerweile mehr als 400 Telegramme und Zuschriften eingelaufen, und die Beamtenschaft, Mitglieder der Gemeinde und zahlreiche Freunde fanden sich zur Gratulation ein. Am Abende fand im Curhause ein Festbankett mit 182 Gedecken statt. Die Curcapelle, welche während desselben concertirte, begrüßte den Jubilar bei seinem Eintritte mit einem Tusch, und die Versammelten brachen bei seinem Erscheinen in lebhafte Hochrufe aus. Zwischen dem zweiten und dritten Gange erhob sich der Borsteher-Stellvertreter, Herr Adolf Rosenfeld, indem er der segensreichen Regierung Sr. Majestät des Kaisers gedachte, unter dessen glorreicher Regierung die israelittsche Gemeinde Karlsbads sowie das prächtige Gotteshaus entstanden sind, forderte er die Anwesenden auf, mit ihm ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät den Kaiser auszubringen. Während des Toastes auf Se. Majestät intonirte die Curcapelle die Volks- Hymne und Herr Rosenfeld ergriff sodann neuerdings das Wort, um auf den Jubilar einen stürmisch acclamirten Trinkspruch auszubringen. Der Jubilar, Herr Ludwig Moser, drückte den

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