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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-12-29 · 52 (29.12.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
52 (29.12.1899)
Date
1899-12-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 994 Dr. B'vch's Wochenschrift. Nt. 52 willigte Summe hiezu nicht ausreichen sollte, den zur vollständigen Ausschmückung erforderlichen Betrag per fl. 1000 zu widmen. Die Thätigkcit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre war eine sehr umfangreiche. Es fanden im Ganzen 256 Sitzungen statt. Darunter waren: 26 Plenarsitzungen, 69 Bertretersitzungen, 88 Sectionssitzungen und 74 diverse Sitzungen; außerdem fast täglich Präsidial-Conferenzen. Die Zahl des Einlaufes beläuft sich auf circa 13.000 ohne Unterstützungsgesuche. Der Präsident hebt hervor, daß noch zahlreiche Angelegenheiten in Borberathung begriffen, wenn auch noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Er spricht allen Vorstandsmitgliedern für die ersprießliche Thätigkcit den Dank aus, und er erwähnt speciell, daß die neugewählten Vorstandsmitglieder sich rasch eingearbeitet und in ihren Agenden gut bewährt haben. Einen besonderen Dank spricht er aus den Collegen im Präsidium, ohne deren st-ts opferfreudige Hilfe die Unsumme von Arbeiten nicht zu bewältigen gewesen wären. Der Präsident gedenkt anerkennend der Thätigkeit des Bethausvorstandes und jenes Damen-Comitßs, welchen zahlreiche Ersparungen in der Verwaltung des Versorgungshauses zu danken ist. Mit großer Genugthuung gedenkt er der anstrengenden Leistungen des Beamtenkörpers und dankt allen voran dem Herrn kaiserl. Rath Dr. L i e b e n, dem Herrn Amtsvorstand Wiener und dem Herrn Dr. Emil Adler für ihren unermüdlichen Fleiß im Dienste der Gemeinde. Der Präsident erstattet auch seinen Dank der Publicistik für die der Cultusgemeinde gewährte loyale Unterstützung und schließt mit der Bemerkung: Nachdem mein Mandat binnen drei Tagen erlischt, so scheide ich aus dem Vorstände und richte an die verehrten. Collegen die herzliche Bitte, mir ein freundliches Gedenken zu bewahren." (Allgemeine Sensation.) — Diese unerwartete Redewendung in dem Schlußworte des Präsidenten erzeugte eine allgemeine Aufregung, der der I. Vice-Präsident, Herr Dr. Alfred Stern beredten Ausdruck lieh. Er bestreitet vor Allem, daß das Mandat des Präsidenten nach drei Tagen erlischt. Er appellirt an sein Pflichtgefühl, an seine vornehme Gesinnung, an sein gutes jüdisches Herz, die Gemeinde nicht zu verlassen. Wir Alle wissen und erkennen es mit innigem Danke an, welchen Führer wir in diesem Präsidenten besitzen, der sich durch seine Energie, gepaart mtt hohem Tact, die Anerkennung und die Verehrung nicht blos aller jüdischen Kreise erworben. Wir richten an ihn die Bitte, an unserer Spitze zu bleiben und sprechen den Wunsch aus, ihn noch lange Jahre diese Würde bekleiden zu sehen. Cultusvorsteher Herr Dr. Steger bemertte: „Der Präsident hatte für jede Leistung ein Wort des Dankes, seine eigene Thätigkeit stellte er in letzter Linie. Wir aber, die Zeugen seiner aufreibenden Thättgkeit, die wir in ihm das Muster und Vorbild des Fleißes und Hingebung an die Interessen der Gemeinde, verehren (Lebhafter Beifall), wir können uns den Vorstand ohne diesen Präsidenten nicht mehr denken, sein hoher Tact, seine vornehme Art die Gemeindeangelegenheiten zu erledigen, gereicht dem Wiener Judenthum zum hohen Segen. Möge es ihm vergönnt sein, das ist unser Aller Wunsch, noch viele Jahrzehnte an unserer Spitze zu wirken." (Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Oberfinanzrath Rappaport im Namen jener neuein getretenen Vorstandsmitglieder, deren der Präsident anerkennend gedacht hat, an den Vorsitzenden ein Wort des Dankes gerichtet, erklärte derselbe die Sitzung für geschloffen. Correspondenzen. Wien. Donnerstag, den 21. d. M. fand im Festsaale des Niederösterr. Gewerbevereines die III. ordentliche General-Versammlung b:r „Gesellschaft für Sammlung und Eonservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums" statt, welche unter dem Vorsitze des unermüdlichen Präsidenten, Baurath Stiaßny, ein erfreuliches Bild der Thättgkeit sowie des Prosperirens entrollte. Der 'zur Verlesung gelangte Jahresbericht gedachte zunächst des schweren, unersetzlichen Verlustes, den die Gesellschaft durch das Ableben ihres ersten correspondirenden Mitgliedes, Prof. Dr. David Kaufmann, erlitten, der den ersten Jahresbericht mit einem hochwiffenschaftlichen Beitrage bereicherte und welchem auch der Abend gewidmet war. Nachdem das Auditorium seiner gerechten Trauer durch Erheben von den Sitzen in würdiger Weise Ausdruck gegeben hatte und der vom Caffaführer, Baurath Ritter von Goldschmidt vorgelegte, ebenfalls erfreuliche Caffabericht genehmigt worden war, hielt Universitäts- Professor Dr. David Heinrich Müller, die tief empfundene und eindrucksvolle Gedenkrede auf K a u f m a n n, dessen Verdienste der Gelehrte in umfassender Form vorführte. Der hochinteressante Vortrag, dem Angedenken eines Meisters gezollt, erscheint im nächsten Jahrbuche der rührigen Gesellschaft, deren Museum, I., Rathhausstraße 13, jeden Samstag von 11 — 1 Uhr Mittags zum freien Besuche geöffnet ist. Unter den Erschienenen bemerkte man: Reichsrathsabgeordneten Hofrath Kareis, Oberrabbiner Dr. M. Gübemann, den Vorsteher der Cultusgemeinde Salo Cohn, Landesschulrath Em. Baumg'arten, Chacham Papo, die Rabbiner Dr. Bach, Löwy und Taglicht, die Professoren Dr. Benedikt und P olitzer, Maler Isidor Kau fm ann, Professor Brüll, Rector Schwarz, die Seminar-Professoren Dr. Büchler und I er u s a l e m, Lector F r i e d m a n n, die Obercantoren Bauer, Kläger und S ch o r r, Dr. Frankfurter, Maler David K o h n, Dr. B. M u r m rc. E. I. Wien. Unter dem Vorsitze seines Präses Herrn Bernhard Trnka hielt der Verein „Chevra Kadischa" im XVI. und XVII. Bezirk seine Generalversammlung am 10. d. im Sitzungssaale der Israel. Cultusgemeinde ab. Unter den Erschienenen sah man den Vertreter des Cultusvorstandes, das Ehrenmitglied dieses Vereines, Herrn Vorsteher S. Ros ner, ferner Rabbiner Dr. I. M. B a ch, den abtretenden Vorstand rc. Nach Ertheilung des Absolutoriums wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Trotz der heftigen Opposition, die gegen den abtretenden Vorstand eingeleitet wurde, wurden dennoch, und fast einstimmig, die Herren Bernhard Trnka, M. E. Dr. Anton Löwy, die Bethausvorsteher Alb. Hohenberg, Leop. Kohn, Eduard Politzer, Ignaz Pollak, ferner die Herren Moriz Pick, Adolf Kohn, S. Weiler wiedergewählt und die Herren Moriz Auspitz. Leop. Trebitsch neugewählt. Diese Wahl gibt deutlich davon Zeugniß, von welcher Zufriedenheit die Ottakringer für den abtretenden Vorstand erfüllt sind, und diese Wahl war ein Ehrentag für den XVI. und XVII. Bezirk. Zu Ehrenmitgliedern wurden hierauf Herr Bethausvorsteher Ignaz Pollak, dessen heilige Thätigkeit jedem Ottakringer bekannt ist, und der oft manche Stunde am Sterbebette Manches ausgeharrt, ferner Herr Dr. Anton Löwy, ernannt. Bei der am 20. d. vorgenommenen Constituirung des Vorstandes wurde Herr Bernh. Trnka zum Präses, Dr. Anton Löwy zum Vicepräses, der Obmannstellvertreter des Bethaus- Vorstandes Sam. Kohn zum Cassier, Bethaus-Vorsteher Alb. Hohenberg und Herr Adolf Kohn zu Revisoren gewählt. Wien. (Jüdischer Volksverein.) Donnerstag den 21. December a. c. fand im Vereinslocale, II., Haasgaffe 8, die zweite ordentliche Generalversammlung des jüdischen Volksvereines statt. Der vom Secretär, Herrn Pilpel, erbrachte Jahresbericht, wurde mit allgemeinem Beifall zur Kenntniß genommen. Bei der darauffolgenden Neuwahl wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: Hermann Eltbogen, Dr. Richard Rappaport, Dr. Arnold Ascher, Dr. L. Drublowicz, Dr. Hermann Engländer, Friedrich Schneid, Hermann Plaschkes, Heinrich Kornmehl, Isidor Bauch, Max Pappenheim. Königswart. (Cultusgemeinde). In den Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wurden gewählt die Herren: Herm. Horowitz (Vorstand), Wilhelm Löwy (Stellvertreter), Med. Dr. Adolf Kohn und Moriz Schwarz. Als Ersatz die Herren: Alois Finger, Bernhard Oestreicher. In den verstärtten Culttlsvorstand die Herren: Josef Rosenberger, Daniel Glaser, Adolf Löw und Carl Zimmer. Als Umlags-Commissionsmitglieder die Herren: Herm. Zimmer. Carl Löw, Bernhard Rosenberger und als Rechnungsrevisoren die Herren : Salomon Spatz, Emanuel Pfefferkorn. Berlin. Die israelitische Synagogen-Gemeinde (Adaß° Jisroel) hat am 25. December eine Rabbinerwahl vollzogen' An Stelle ihres verewigten Rabbiners, Dr. Israel Hildesheimer, der, wie allbekannt, mit seiner tiefen Gelehrsamkeit auch eine ungewöhnliche Arbeitskraft vereinigte, wurde beschlossen, nunmehr zwei Rabbiner anzuftellen. Schon in den letzten Lebensjahren des Dahingeschiedenen waren mit seiner Vertretung sein Sohn, Dr. Meier Hildes-

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