Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 49 (8.12.1899)
- Date
- 1899-12-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 49 Dr. Bl^ch's WochenfürrM« Seite 939 Schlüsse wurde mit Harmoniumbegleitung die Volkshymne gesungen, was sehr erhebend klang. Von den Damen des Vorstandes wurde den Kindern eine gute Jause gereicht. Wien. Am 1. December wurde Frau Rosa Gold färb zu Grabe getragen. Dieselbe war eine fromme gottesfürchtige Israelitin. Eine große Anzahl von Trauergästen versammelten sich im Trauerhause, um der Verblichenen das letzte Geleite zu geben. Man bemerkte außer ihrem Schwiegersöhne Herrn Bezirksausschuß Dr. Sch nepp, den Herrn Ober-Finanzcommifsär S. Sch nepp, Gottlieb Bettelheim, kaiserlichen Rath Wilhelm, Josef Quittner, S. Goldschmied, Tempelvorsteher Zolles, Apotheker Silber stein, Amtsleiter Bäcker, Cantor Pekarnik und Andere. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus widmete der Verewigten einen Nachruf, welcher auf alle Anwesende einen ergreifenden Eindruck machte. Herr Obercantor Kläger recitirte die Trauergesänge in erhebender Weise. Wien. (C h a n u k a - F e i e r im israelitischen Mädchen w a i s e n h a u s e.) Unter zahlreicher Betheiligung fand am 3. d. M um 4Vt Uhr Abends in den festlich erleuchteten Räumen des Mädchenwaismhaus s die Chanuka - Feier statt. Nachdem ein Mädchen die üblichen hebräischen Segensprüche vorgetragen, wurden die Lichtlein entzündet, wonach von sämmtlichen Zöglingen der Anstalt der zweistimmige Chanuka-Hymnus in erhebender Weise nbgesungen wurde. Hierauf richtete Frau Oti.lie V o n d y an die Zöglinge ergreifende Worte, indem sie betonte, daß der Schimmer der hellstrahlenden Lichtlein nicht allein den heutigen Festact erleuchten, sondern vielmehr auch in die jugendlichen Herzen der Anstaltszöglinge hineinleuchten möge und in denselben die guten Geister der Strebsamkeit, oes Fleißes und der Sittlichkeit wachrufen und lebendig erhalten möge Zum Schlüsse ihres poetischen Vortrages wies die Redn rin darauf hin, daß mit dem heutigen Jahresfeste gleichzeitig das 35jährige Jubiläum der Anstalt gefeiert werde und. es als ein glückliches Zusammentreffen der Ereignisse zu erachten sei, daß die Präsidentin der Anstalt, die allverehrte Frau Baronin Charlotte von Königswarter gerade in diesem Jahre durch Verleihung des Elisabeth-Ordens allerhöchsten Ortes ausgezeichnet wurde. Nach Beendigung der eindrucksreichen Ansprache trugen die Kinder noch ein ernstes und ein heiteres Lied unt r Clavierbegleitung seitens ihres langjährigen Gesangsmeisters des He-rn Obercantors Singer, das erstere fein nuancirt und das letztere mit erquickendem Frohsinn hinausschmetternd unter ungetheiltem Beifalle vor und wurde Herr Obercantor Singer für seine jahrelange, zwar wenig bekannte jedoch nicht minder anerkenn-nswerthe und erfolgreiche Thätigkeit an der Anstalt allgemein und wärmstens beglückwünscht. Nach dem Vortrage ein.r Transcription des „Sommernachtstraumes" von drei Anstaltszöglingen am Clavier, begaben sich die Festgäste u zw die Vorstandschaft Frau Baronin von Königswarter Frau Ottilie Bandy, Frau Hofräthin Pfeiffer, Frau Cäcilie Adler. Frau von Wollheim, Frau von Bauer, Frau Benveniste, Frau Weiß von Wellenstein sowie die Herren Cultusvorsteher Dr. Stern und Spitzer, Dr. Herzka, Ritter von Bauer, Dr. Kohn, die Directoren Manthner, Hecht und Fischer und Schulrath A. Rotter u. v. A. in den großen Arbeitssaal, allwo die Vorstandsdamen die reichen und zweckentsprechenden Festgeschenke an die freudig erregten Kiiider vertheilten. Mit herzlicher Genugthuung wurde das allgemeine jugendfrische Aussehen und die Haltung der von der Directrice Frau Strakosch und der Anstaltslehrerinnen so trefflich geleiteten und dministrirten Zöglinge anerkannt und es verließ jeder Theilnehmer das erhebende Fest mit dem Bewußtsein, daß in diesem Hause neben entsprechend strenger Zucht auch der beglückende Genius der Liebe und Freundlichkeit waltet, welche geeignet sind, die vom Schicksale so hart geprüften Kinder einer tüchtigen Lebensweise und daher auch einer freundlichen Lebensanschauung entgegenzuführen. Sch. Wien. (C h a n u k a f e i e r.) Am 2. d. M. Abends, fand wie alljährlich in dem bekannten Königsberg'schen Mädchen-Erziehungs- Jnstitute eine würdige Chanukafeier statt. Dieselbe wurde mit dem Anzünden der Chanukalichter durch den Obercantor Herrn Kläger eröffnet, wobei dessen schöne, kräftige und klangvolle Stimme zur Geltung kam. Sodann sangen die Zöglinge des Instituts das Chanukalied, das, wie auch alle folgenden Vorträge, lebhaften Beifall fand. Am Schlüsse dankte die Schülerin Frieda Deutsch im eigenen sowie im Namen ihrer Colleginnen dem Curatorium und der Directorin Fräulein L i p s ch i tz für die zahlreichen Beweise der Güte, Liebe und Sorgfalt, welche ihnen während der sechs Jahre die sie im Institute verlebten, zutheil geworden sind. Das Vorstandsmitglied der israelitischen Cultusgemeinde Herr Docent Dr. Grünfeld richtete in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Obmannes Herrn Baurath Ritter v. Goldschmidt einige Worte an die Zöglinge und dankte der Directorin Fräulein Lipschitz für ihre Mühewaltung und zielbewußte Leitung. Allgemein wurden auch die Gesangsleistungen der Schülerinnen bewundert, die, dank ihres vortrefflichen Meisters Herrn Obercantor Kläger sowohl in Chorwie in Solovorträgen excellirten. Unter den Anwesenden bemerkte man die Damen: Frau Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, Frau Präsidentin K l i n g e r. Frau Ritter' von Bauer, Frau Wert hei mb, die Herren Docent Dr. G r ü n f e l d, Obmann-Stellverireter, Ortsschulrath Leopold Strauß, kaiserl. Rath Tr. Lieben, Dr. Adler, Oberlehrer F r i e d l, Dr. Mittler, Tr. Breuer Ingenieur Brun n, Cantor Pekarnik. G. Frankl und Andere. Wien. Am 2. d. M. Abends wurde in dem hiesigen israelitischen Altersversorgungshaus das Chanuka-Fest gefeiert. Durch die getroffene Vorsorge des unermüdlich thätigen Verwalters Herrn Rudolf Kodlitschek wurde die Anstalt feierlich beleuchtet und hatte ein solennes Gepräge. Der israelitische Cultusvorstand war durch die Referenten der Anstalt die Herren Salo Cohn und Arthur Edler v. Mises vertreten. Als der Tempel der Anstalt mit Besucher voll war, sang der tüchtige Cantor Herr Pekarnik mit seinem ausgezeichneten Chore in Begleitung der Orgel durch Herrn Fein sing er mehrere Lieder, die der Feier anpaßten. Sodann bestieg Herr Rabbiner Dr. Pollak die Kanzel und hielt eine ergreifende Rede. Er verglich die damals geschehenen göttlichen Wunder der Makkabäer mit dem heutigen traurigen Zeitverhältniffe, wo die göttliche Errettung nicht ausbleiben wird. Anwesend waren sehr viele Damen und jüdische Notablen, als der k. k. Baurath Stiaßny, k. k. Oberfinanzrath Dr. Rappaport rc. Zuletzt sprach in wenigen Worten ein Pflegling den Damen des Comitäs, die im Vereine mit der Verwaltung der Anstalt sich bestreben das Wohl der Greise und Greisinnen zu fördern, seinen Dank aus; somit war die Feier geschlossen und mit frohem Muthe nahmen die Pfleglinge eine große Jause nebst einer Flasche Wein vergnügt ein, und mit Recht kann man sagen, daß alle Diejenigen, die bei diesem humanen Werke fich betheiligen, das göttliche Gebot: »Das Antlitz des Greisen sollst Du achten", vollinhaltlich erfüllen. A. R., Pflegling. Wien. Der israelitische Humanitätsverein für die westlichen Bezirke „Nachlat Jeschurun" hielt Dienstag den 5. December l. I.. präcise halb 7 Uhr Abends, im Saale des Restaurants L ö b l, VI., Schmalzhofgasse 10, die XXXII. ordentliche Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Protokoll der XXXI. ordentlichen Generalversammlung. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Rechnungsabschluß pro 1899. 4. Bericht der Revisoren. 5. Wahl des Vorstandes nach § 15 der Vereinsstatuten. 6. Wahl der, Revisoren für das Jahr 1900. Wien (Qttakrina). Der Verein zur Ausspeisuug armer isr. Schulkinder im XVI. und XVII. Bez. veranst lte am 30. November a. c. Abends 6 Uhr eine Chanuka-Feier. Die von diesem Vereine bespeisten Schulk nder versammelten sich zu dieser Zeit im Ausspeisungslocale XVI Bez. Weyprechtsgasse 5, wo auch der Gesammtvorstand mit dem Obmanne Dr. Anton Löwy, Seine Ehrwürden Herr Doctor Bach. Cultusvorstand Herr Rosner und zahlreiche Gäste erschienen waren. Herr Rabbiner Dr. Bach zündete mit den Kindern die Chanuka- Lichter an, erklärte diesen in warmen und beredten Worten d e Bedeutung des Chanuka-Festes und ermahnte dieselben zur Befolgung der Satzungen unserer heiligen Religion. Hierauf wurden 65 Kindern ein frugales Nachtmahl und Obst verabreicht. Wie wohlthätig dieser Verein wirtte, beweist, daß dieser seit seinem kurzem Bestände schon so Ersprießliches leistet, aber leider kann der Verein bei der großen Armuth in diesen Bezirken nicht allen Anforderungen gerecht werden und es wäre nur recht und billig, wenn unsere Glaubensbrüder zahlreich diesen Verein unterstützen würden. Wien. (V e r e i n s g r ü n d u n g.) In dem so stark bevölkerten und mit Kindern reich gesegneten Theile des U. Bezirkes, der Brigittenau, ist soeben ein Verein in der Gründung begriffen, welcher es sich zur Aufgabe macht, die übergroße Roth der Bevölkerung wenigstens theilweise zu lindern, indem er alljährlich Kinderbekleidungen vernehmen und in berücksichttgenswerthen Fällen auch verarmten Personen beiderlei Geschlechtes mit momentanen Geldaushilfen beispringen will und erbittet sich zu diesem Zwecke die Unterstützung edeldenkender Wohlthäter. Beitrittserklärungen und etwaige Spenden werden erbeten an die Adresie des Proponenten Herrn Julius Weiß, II., Wallensteinstraße 22. Floridsdorf. Der hiesige israelitische Frauen-Wohlthätigkeits-Verein veranstaltete, wie alljährlich auch in diesem Jahre eine Chanuka-Feier verbunden mit einem Festgottesdienste, zu welchem aus der ganzen Umgebung zahlreiche Gäste erschienen sind, und war der hellerleuchtete Tempel bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Anläßlich dieses Festes wurden 30 arme Schulkinder mit Winterkleidern vollständig versorgt, und außerdem noch von der rührigen Präsidentin Frau Henriette Grünwald mit verschiedenen Gaben beschenkt. Dieses erhebliche Fest ist nur der Mildthätigkeit unserer hiesigen Glaubensgenossen zu verdanken, und wäre es zu wünschen, daß dieser schöne Act der Humanität nie erlahmen möge. Nimburg. Anläßlich des Chanuka-Festes fand im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde ein Vortragsabend statt,