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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-12-01 · 48 (1.12.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
48 (1.12.1899)
Date
1899-12-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 916 Dr. Bloch's Wochenfchrist. Nr. 48 Franz Josefs-Orden ausgezeichnet. Derzeit dürfte er vielleicht der jüngste Regierungsrath in Oesterreich sein. Die Auszeichnung ist umso bemerkenswerther, als Herr N e u m a n n sein Judenthum stets mit Freimuth bekannte. Wien. Die Generalversammlung der Chewra Kadischa im XVL und XVII. Bezirke findet am 10. December, 4 Uhr Nachmittag, XVI., Hubergasse 8 statt. Wir wir vernehmen, hat Herr Bernhard Trnka sich entschloffen, kein Mandat für die Chewra Kadischa mehr anzunehmen. Wien. (B e r l o b u n g.) Herr Karl F r i e d m a n n, Sohn des bekannten Fabrikanten und Installateurs Herrn S. Friedmann jun. hat sich mit Fräulein Louise Schläfrig, Tochter des praktischen Arztes Herrn I. Schläfrig, Cultusvorsteher in Mistelbach verlobt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 3. December l. I. um 3 Uhr Nachmittags findet im Stadttempel, Seitenstettengasse die Trauung von Fräulein Karoline R a u s n i tz, Tochter des Herrn Josef Rausnitz, mit Herrn Theodor Müller statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 3. December 1899, halb 3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel, Wien, XV., Turnergasse 22, die Trauung von Fräulein Sophie Bank, Tochter des Herrn Sigmund Bank mit Herrn Simon D us ch i n s k y, Sohn des Weingroßhändlers Herrn Jacob D us ch i n s k y statt. Wien. Wie wir erfahren, sang jüngst der Obercantor und Gesangsmeister Herr Simon Tonnenberg vor dem Componisten Ruggiero Leoncavallo. Der Maestro bewunderte die ungewöhnliche Stimme dieses jungen Künstlers und verglich denselben mit C o t t o g n i am kaiserlichen Conservatorium in St. Petersburg. Wien, (C h a n u k a f e i e r.) Am 25. November d. I. fand in M. Guth's Restauration, II., Stefaniestraße 6, ein Chanukafest veranstaltet von dem Humanitären Vereine „Stefauiebund" statt. Es wurden 105 Schulkinder mit Wintersachen bekleidet, worauf der Obmann Herr Marcus eine Ansprache an die anwesenden Gäste und Kinder hielt, die, wie auch die folgenden Vorträge, allgemeinen Beifall fand. Unter den Anwesenden bemerkte man unter Anderem auch Reichsraths-Abgeordneten Hofrach Karais. Nach der Bescherung fand ein Tanzkränzchen statt. Es verdient erwähnt zu werden, daß Herr Restaurateur Guth die Kinder mit einem trefflichen Abendbrod gratis bewirthete. Wien. (Jüdisches Museum.) Samstag, den 9. December 1899, präcise halb 8 Uhr Abends, findet im Festsaale des „Niederösterreichischen Gewerbevereines", I., Eschenbachgaffe 11, ein Vortrag des Herrn Dr. I. Freudenthal, Professors an der. Universität Breslau über „Spinoza und die modernen Denker Deutschlands" statt. Die noch vorhandenen Karten können kostenfrei im Bureau der Gesellschaft I., Rathhausstraße 13, Hochparterre links, an jedem Wochentage von 2 bis 4 Uhr Nachmittags, Sonntag von 10 bis 12 Uhr Vormittags behoben werden. Wien. Der Mädchenverein „Hadassa" gibt bekannt, daß Herr Lector M. Friedmann allwöchentlich Samstag Abends von 8—9 Uhr Bibelvorträge im „Beth-Hamidrasch" II., Tempelgasse, Tempelgebäude, hält. Da zu diesen Vorträgen Damen Zutritt haben, so ergeht an alle jüdischen Frauen und Mädchen die Aufforderung, diesen überaus interessanten und lehrreichen Vorträgen beizuwohnen. Wien. (Todesfall.) In seiner Wohnung, Seegasse Nr. 2 im 9. Bezirke, ist Samstag der Ingenieur Herr Gustav Beer im Alter von 69 Jahren gestorben. Im Jahre 1848 war er Mitglied der akademischen Legion, deren drittem Corps er angehörte. Der alte freundliche Herr, der in der Roßau seit Decennien ansässig war, pflegte gerne Reminiscenzen aus dem Revolutionsjahre zu erzählen, und seine Augen leuchteten hell auf, wenn er von den Tagen sprach, da die Jungens auf den Barricaden standen und die Wiener für Freiheit und Recht entflammten. An der vorjährigen Zusammenkunft der akademischen Legionäre im „Grand Hotel" hat Beer auch theilgenommen. Mit Adolph Fisch o f stand der Verblichene durch lange Zeit in innigem brieflichen Verkehr. Das Hinscheiden des braven Mannes wird wohl bei Allen, die ihn gekannt, die lebhafteste Theilnahme Hervorrufen. Zu dem . Leichenbegängnisse, welches unter sehr zahlreicher Betheiligung letzten Montag stattfand, war auch Hofrath Barnay, ein Schwager des Verstorbenen, aus Wiesbaden eingetroffen. Wien. Am vorigen Dienstag wurde die sterbliche Hülle des Majors Israel W i l l i s ch, technischer Vorstand des militärgeographischen Instituts, zur Erde bestattet. Der Verblichene, welcher trotz seiner hohen Stellung für das Judenthum stets lebhaftes Interesse an den Tag legte, erreichte ein Alter von 77 Jahren und hat er auf allen militärischen Pomp verzichtet. Von seinen vier Söhnen ist der Aelteste sein Nachfolger im Amte. Das Andenken des edlen Dahingeschiedenen sei zum Segen. Wien. (Todesfall.) Ende voriger Woche verschied hier Frau Rosa Knöpfelmacher, Gattin des Buchdruckereibesitzers Herrn Moritz Knöpfelmacher, nach langwieriger Krankheit im siebzigsten Lebensjahre. Die Verewigte, einer Patrizierfamilie entstammend, die zu ihren Ahnen den Hof- und Schutzjuden Oppenheim zählte, war eine zärtliche Gattin und aufopfernde Mutter, die eine Herzensbefriedigung darin fand, Wohlthaten zu erweisen und Armen und Bedürftigen beizustehen. Sie ruhe in Frieden, die Erde sei ihr leicht. Wien. (Allgemeiner Kranken- und Unterst ü tz u n g s v e r e i n „M o n t e f i o r e" ) Der genannte Verein hat die besonderen Verdienste, welche sich das am 21. November 1898 verstorbene Vorstandsmitglied Herr Bernhard K o h n um den Verein erworben, dadurch geehrt, indem der obige Verein am Vorabende des Sterbetages, d. t. Montag den 20. November 1899 6 Uhr Abends in seinen Vereinslocalitäten, II., Rothensterngasse 10, eine erhebende Trauerandacht in Anwesenheit der Witwe, des Gesammtvorstandes und einer sehr großen Anzahl von Vereinsmitgliedern sowie Freunden des Verstorbenen abhielt. Die Trauerandacht wurde mit dem Abendgebete eingeleitet und unter Abhaltung der, bei derartigen Anlässen üblichen Trauergesänge fortgesetzt Nach Schluß des Requiems hielt der Obmann des Witwen- und Waisenfondvereines „Montefiore" an die Anwesenden eine, die Bedeutung dieser Trauerfeier kennzeichnende Ansprache, nach welcher als bleibendes Zeichen der verdienten Dankbarkeit das wohlgetroffene Bild des Verstorbenen enthüllt wurde. Tief ergriffen verließen sodann die Trauergäste das Vereinslocal. Indem sich noch der Vereinsvorstand am Sterbetage und zwar Dienstag den 21. November deputativ nach dem Centralfriedhofe zum Besuche des Grabes des fel. Herrn Bernhard Kohn begeben hat, fand diese Trauerkundgebung einen würdigen Abschluß. Um das Arrangement und Gelingen dieses Requiems hat sich das langjährige Vorstandsmitglied des Vereines und Freund des Verstorbenen Herr Jacob Weiß ein besonderes Verdienst erworben. ■ ••-- Simmering, 27. November 1899. Trotz der tristen Verhältnisse in unserem Tempelvereine und der Abnahme der Mitglieder hat am 26. d. M. eine Bekleidung armer Schulkinder, verbunden mit einem Festgottesdienste, wie in keinem Jahre zuvor, ftattgefunden, wodurch sich der Satz bewahrheitet: „Ki lo almon jisroel." Zur Feierlichkeit, die im hellerleuchteten neuerbauten Tempel abgehalten wurde, war nebst dem Vereinsvorstande Herr Cultusvorsteher kaiserl. Rath Friedrich Vogel mit seiner hochedlen Frau Gemalin, und ein zahlreiches distinguirtes Publikum erschienen. Nachdem Herr Cantor Schäfer das Chanukalicht-Zünden mit dem neugebildeten Chore in erhebender Weise vorgetragen hatte, begab sich Herr kaiserl. Rath Vogel mit dem Vereinsvorstande in das Kanzleigebäude. Daselbst wurde vollständige Bekleidung an 18 Schulkinder, Knaben und Mädchen, vertheilt, wobei die Frau Räthin, die trotz mehrtägigen Unwohlseins bei dieser Feier erschienen war, es sich nicht nehmen ließ, die Kinder durch einige Süßigkeiten und verschiedene Gaben zu erfreuen. Um das Zustandekommen des Festes haben sich besondere Verdienste Herr kaiserl. Rath Vogel, der sich mit einem nahmhaften Betrage an die Spitze der Sammelliste stellte, sowie unser allverehrter Cassier Herr Sigmund Tichy erworben, der als edler Freund und Gönner der Armen sich der Mühe der Einsammlung von Spenden unterzog. — r. — Mißlich. Auf Anregung Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. Bauer und des Herrn Oberlehrers Löwy fand hier am 1. Chanuka-Abend eine solenne Feier sür unsere Schuljugend statt. Die in der Schule versammelten Kinder wurden von ihren Lehrern um 4 Uhr Nachmittag in den festlich beleuchteten Tempel geleitet, wo sie einen dem Anlasse höchst würdigen Gottesdienste beiwohnten. Nach vollendeter Andacht gings in die Schule, in welcher die eigentliche Feier im Beisein der Eltern und Gönner vor sich ging. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Bauer hielt eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Festes auseinandersetzte und das Licht als Symbol des Glaubens und des Wissens bezpichnete und dessen Bewahren und Heilighalten der Jugend besonders ans Herz legte. Darnach wurde vom ältesten Schulkuaben das Chanukalicht angezündet, was die Kinder mit dem Absingen des^Chanukaliedes begleiteten. Hierauf folgten allgemein

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