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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-10-20 · 42 (20.10.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
42 (20.10.1899)
Date
1899-10-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seile 786 2>r. Bliuh’ö Wochenschrift Nr. 42 patrem proprium eonquerulabatur, quod hane cieatricem ab ipso habuit inieeta, eloquendo sua insanabili voce et exponendo, quam fiiiamin maxima phasi miserabilem et aegrotam existentem vidi et cum praememoratis nobilibus sibi adstantibus lustravi, mauifestando se. Qui exinde reversus, supra lioc eoram me officiali verae suae visionis et oculocationis fecit relationem, ac recognovit, de quo praesens eiusdem ministerialis relatio, y ignarus generalis scribendi posuit crucem. Ex quibus libris et actis et istud extractum sub sigillo castrensi Cremenecensi est extradictum et scriptum Cremeneei. Correxi Eariski m, p.p. Legi Podlewski, porrectum m. pp. Loco sigilli. Praesens copia manifcstationis in Castro Cremenecensi factae per me notarium publicum apostolicum infrascriptum collationata cum suo originali authentico sano, salvo et illaeso omnique sus picionis nota carente, mihi praesentato et exhibito, de verbo ad verbum concordat. Attestor Leopoli die ß2 mensis Januarii anno domini 1754. Ita est Joseph Augustinowicz iuris utriusque ac philohophiae doctor, publicus sacra auctoritate apostolica notarius manu propria. Loco signi. 0 Septimii Florentis Tertuliiani Apologeticus. Erubescat error vester Christianis, qui ne animalium qui dem sanguinem*) in epulis exulentis habemus, qui propterea suffocatis quoque et morticinis**) abstinemus, ne quo modo sanguine contaminemur vel intra viscera sepulto. Denique inter temptamenta Christiane mm botulos etiam cruore distentos admovetis certissimi scilicet, illicitum esse penes illos, per quos exorbitare eos vultis Porro quäle est, ut quos sanguinem pecoris horrere confiditis, humano inbiare credatis? Cap. IX. EcrötHet über den Jrrthum, den ihr gegen die Christen heget, die wir nicht einmal Thierblut bei unfern Malzeiten haben, die wir uns deshalb auch von Ersticktem und Aas enthalten, damit wir nicht irgendwie uns mit Blut besudeln, selbst mit solchem nicht, das in den Eingeweiden verborgen ist. Zur Versuchung der Christen bringet ihr Blutwürste herbei, natürlich weil ihr ganz sicher seid, daß dies bei ihnen verboten ist, um sie dadurch zu einer (Übertretung zu bringen. Wie ist das ferner zu verstehen, daß ihr glaubet, daß diejenigen, die, wie ihr wisset, vor Thierblut Abscheu haben, nach Mensch-nblut Begierde tragen?***). Cap. 9. *) Lev. XVII. 14. **) Lev. XXII. 18. ***) Was dieser Kirchenvater Ende des zweiten Jahrhunderts zur Vertheidigung gegenüber der gegen die Christen damals erhobenen Blutbeschuldigung vorbrachte, hat unter Anrufung derselben Motive auch gegenüber der wieder die Juden erhobenen gleichen Beschuldigung seine volle Geltung. Simon von Trient.*) 81. Der Mocdproceß des Knaben Simon von Trient ist das vornehmste Exempel eines Ritualmordprocesses Katexochen und wird darum antisemitischerseits unablässig als „historisches Factum" zur Zeugenschaft für ihre Anklagen angerufen. Wir haben diese Proceßgeschichte in der „Oester. Wochenschrift" wiederholt und auch in der letzten Nummer behandelt. Das Wiener „Vaterland" vom 17. October und Pater Deckert im „Deutschen Volksblatt" vom selben Tage beschäftigen sich eingehend mit unseren Mittheilungen über den Trientiner Proceß. Beide vermeiden es aber sorgfältig, die „Oesterreichische Wochenschrift" zu erwähnen und wenden sich blos an die Adresse des „Wiener Tagblatt", welches unseren Artikel mit Quellenangabe excerpirt hat. Die Herrschaften sind vorsichtig geworden, seitdem chre Mittheilungen durch den Herausgeber der „Oefterreichischen Wochenschrift" vor den eigenen antisemitischen Lesern in empfindlicher Weise corrigirt worden. Im Mai 1893 war das Wiener „Vaterland" bemüßigt, gegenüber den über die Proceßsache von Trient gebotenen Darstellungen des Pfarrer Deckert mehrere berichtigende Artikel aus unserer Feder zu publiciren, und deßwegen bemüht man sich derzeit dieser Gefahr, zur Wahrheitspflicht gerufen zu werden, zu entgehen In einem Artikel vom 30. Mai 1893 im Wiener „Vaterland" habe ich zur Beleuchtung der Ereignisse von Trient aus ein Factum hingewiesen, dem nicht widersprochen werden konnte, und welches auf die Entstehungsgeschichte dieses Protestes ein helles Schlaglicht wirft. Ich habe aus die Thatsache hingewiesen, daß bereits vor der Ermordung des Knaben Simon — in der Osterwoche d. I. 1474 Berns r d i n u s de Foltre in Trient, in einer gegen die Juden von Trient gerichteten Predigt u. a. wörtlich sagte: *) Vergl. „Oesterreichische Wochenschrift" Nr. 34, 1890, Nr. 7 und 9, 1891, Nr. 14, 19, 20 bis 22. 1893. „Und mit diesen verruchten Juden steht Ihr in freuudschaftlichem Verkehr?! Ihr sagt, daß sie, wenngleich ohne den wahren Glauben, doch gute Menschen se en. Ich aber sage Euch, daß dieses P a s s a h f e st d e s H e r r n nicht v o r ü b e r g e h e n wird, bevor sie Euch einen schlagenden Beweis für ihre Herzensgüte geliefert haben werden." (Wörtlich so zu lesen bei dem Kirchen-Historiker W a d d i n g in Annales Minorum XIV. p 132 ) — daß also noch vor der Ermordung des Knaben Simon die in Aussicht stehende Mordthat der Juden voraussagte und mehrere Tage zuvor a n k ü n d i g t e, was am kommenden Passahfeste sich ereignen w ü r d e." Und diese Prophezeiung ging natürlich in Erfüllung. Am Gründonnerstag, *3. März, verschwand der 28 Monate alte Sohn Simon des Gerbers Andreas. Bernardinus wies sofort auf die Juden hin als die zweifellosen Mörder des verschwundenen Kindes, und es wurde in deren Häusern eine gründliche Untersuchung zunächst erfolglos vorgenommen. Am Sonnabend entdeckte der jüdische Diener im Hause Samuells eine Kindesleiche und die Juden beeilten sich, dem Bischof von Trient, H i n d e r b a ch, die Anzeige zu erstatten. Infolge dieser Anzeige der Juden bei dem Bischöfe wurden die Juden sofort eingekerkert, zunächst natürlich die reichen, deren Güter zu confisciren waren, dann nach und nach die ganze Gemeinde, selbst Frauen und Kinder. Herr Pfarrer Deckert behauptet im „Deutschen Volksblatt" vom 17. October 1899. „Unwahr ist's, daß alle Aussagen der Juden immer in Folge der Tortur erpreßt wurden oder daß man die Juden ohne v o r g ä n g i g e Judicien gegen die damals geltende Gerichtsordnung folterte". Jawohl, „die Judicien" lagen vor und sie waren ganz außerordentlicher Natur. Sofort beim Anblick der Leiche rief Bischof Hinderbach aus: „Dieses Verbrechen kann nur ein Feind des christlichen Glaubens begangen haben!" (Acta 8anct. XI, 24. März, S. 497) und schwor, n»TMgnraf#w^>i

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