Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 42 (20.10.1899)
- Date
- 1899-10-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 42 Dr. Blockes Wochenschrift. 'Stili: 785 synagogae Cremenecensis nomine, observando indebitam vexam illicitumque piogressum tt contumeliam super Islam civitatem impasitam et imponitnr jer infrascriptum nobilem oonventum reum, in qua se evinculando et emundando solemniter tarn de diligentia sui, prout et contra cuiusvis nominis generosum, Borjeckonuscki perpetum volens tribulationein dictae ciyitatt, magisque Judaeis ultimam luinam et cladem imponere, dum ex villa Piszezatyniei z voeitata iam profunda nocte superveniens infantem suum proprium id est filiam nomine Marianam, in carbasum ciicnmvolutam, cui culfro sub oculum una vice, duabus vicibus in ambos pedes yulnus infixum iniecit, quem itaque infantem seu filiam abscondendo, ne videat paterfamilias infidelis Mortau Leyzorowitz, in stabulo ligandö in sacco relinquit et posuit. Quae quella vullnerata nullam per totam roctem emittendo vocem, ibidem in stabulo pernoctabat. Pater vero, dum surrexit summo mane, volens eandem quellam filiam suam fame interficere, exin de accepit, et subtus xendochinm religiosorum patrum reformatorum supposuit et submisit, ipseque statim ex civitate Cremenencensi diverdit. Sicut famatus Wasghikochan civis Teofilpoliensis supe>- id testabitur, qui oculis piopris hunc infantem vidit taliter iacentem in stabulo, et quod pater idem accepta exin de infante seu filia sua propria asportaverat dicendo coram isto cive quod porto ad chirurgum; ille vero exportando ex hospitio seu stabulo ubi supenus mentio est facta subtus xenodochium proiecet. Obviando itaque tali vexa, calumnia et impostura, maxime tota synagoga Cremenecensis dictam fifiam itaque in officio et iudicio Magdeburgensis sicuti et in Castro Cremenecensi praesentarunt iterata contra eundem ratione illicitae et contumeliosae objectionis, se mauifestando patens, ut suscipiatur eadem manifestatio quod et obtinuerunt Joannes Pautowitz proconsul, Michael Junkiewiez advocatus, ponit signum sancti f crucis Wolf Leybowiez. Et in continenti comparens personaliter minister!alis generalis palatinatus Volhynich ac aliorum providus Stephanus Papayuck, qui in vim suae verae ac fidelis relationis palam, publice libereque recognoyit, quod ipse praesenti in anno 1753 de decimasexta mensis Aprilis ad effectuationem iuridicamque requisitionem famatorum civium Cremenecensium et totius officii et iudicii Magdeburgensis nec non totius synagogae infidelium Hebraeorum, itidem civium et incolarum Cremenecensium, in assistentia nobilum fidedignorum personarum, scilicet geuerosorum Francisci Kobeki et Jacobi Piotrovisski, maioris evidentiorisque testimonii gratia, sibi adbuc actum adhibitum in praetorio civitasensi Magdeburgensi fuit, ibique extando cum praefatis nobilibus adhiaitis, vidit et observavit infantem projectum ac suppositum per manus proprias ipsiusmet patris subtus xenodochium religiosorum patrum reformatorum nomine Mariannam filiam, plus quam tres annos habentem per proprium parentem infra oculum sinistrum semel cultelli et Pariter in pedibus convulneratam, quae fiilia contra die Absicht, bcr genannten Stadt fort wahrer de Not h, noch nieh aber den Juden äußersten Ruin und Untergang ju bereiten^. Als es schon tiefe Nacht war, kam er aus dem Torfe Piszezaly. nierz, brachte seinem eigenen Kinde, einer Tochter Namens Marianna, mit einem Messer unter dem Auge ein Mal und an beiden Füßen zwei Mal Stichwunden bei, wickelte das Kind in ein Tuch und legte es, um es zu verbergen, damit es der Hausbesitzer, der ungläubige Mortau ) Lryzeruwitz, nicht sehe, in den Stall, woselbst er es in einen Sack gebunden zurückließ. Das verwundete Mädchen, weiches während der ganzen Nacht keinen Laut von sich gab, übernachtete dort im Stalle. Da der Vater aber dieses Mädchen, seine eigene Tochter, durch Hunger lobten wollte, nahm er es von dort auf, setzte es südlich des Fremdenspitals der reformirten Väter aus und verließ selbst sogleich die Stadt Kremenetz. Wasghikochan, bekannter Bärger von Teofipol"), der mit eigenen Augen dieses Kind in solchem Zustande im Stalle liegen sah, wird dies bezeugen, sowie auch, daß eben derselbe Vater sein eigenes Kind von dort wegtrug, indem er zu diesem Bürger sagte: „Ich trage es zum Arzte", in Wirklichkeit aber es aus der Herberge oder dem erwähnten Stalle forttrug und südlich des Fremdenspitals wegwarf. Um nun einer solchen Bedrängmß, Verleumdung und Lüge entgegegenzutreten, präsentirte besonders die ganze jüdische Gemeinde von Kremeuetz die genannte Tochter sowohl vor dem Magdeburgischen Amte und Gerichte als auch im Schlosse zu Kremenetz, indem sie gegen den Mann den Grund des unerlaubten und schmachvollen Vorwurfs wiederholten und offene Erklärung abgaben, damit diese Erklärung ausgenommen werde. Dasselbe erklärten auch Proconsul Johann Pautowitz, Advocat Michael Junkiewitz, und Wolf Leybowitz, deren Stelle seines Namens das Zeichen des heiligen Kreuzes setzt. Ferner erschien persönlich der fürsichtige Stephan Papayuck, Generalbeamter der Pfalzgrafschafschaft Volhynien, der kraft seines wahren und getreuen Berichtes öffentlich und frei erklärte, daß ihm im gegenwärtigen Jahre 1753 am 16. April auf Veranlassung und rechtliche Requisition der genannten Bürger von Kremenetz, des ganzen Magdeburgischen Amtes und Gerichtes, sowie der ganzen Gemeinde der ungläubigen Juden, die gleich, falls Bürger und Einwohner von Kremenetz sind, zum Zwecke eines besseren Zeugnisses unter Beisitz adeliger glaubwürdiger Personen, nämlich des vornehmen Jacob Piotroviski, das bisher Geschehene im Palaste des Magdeburgischen Gerichtes vorgebracht worden sei, und daß er, während er dort mit den erwähnten hinzugezogenen Adeligen stand, selbst das über drei Jahre alte Mädchen, Namens Marianna, gesehen und betrachtet habe, das von den eigenen Händen des leibhaftigen Vaters weggeworfeu und südlich des Fremdenspitals der reformirten heiligen Väter ausgesetzt worden sei, nachdem es vom eigenen Vater mit einem Messerstiche unterhalb des linken Auges und zugleich an den Füßen verwundet worden war. Tiefe Tochter habe gegen den Vater geklagt und mit ihrer schwachen Stimme erklärt, daß sie von ihm selbst diese Verwundung erlitten habe. Diese Tochter habe er zugleich mit dem bei ihm stehenden erwähnten Adeligen in einem im höchsten Grade bemitleidenswerthen und kranken Zustande gesehen und betrachtet. Ueber diese seine wahrhafte Besichtigung und Inaugenscheinnahme hat er vor mir, dem Official, Bericht erstattet und die Niederschrift anerkannt, die ich darüber machte. Des Schreibens unkundig, setzte der Generalbeamte ein Kreuz. Durchgesehen: Kariski m. p. Gelesen und überreicht: Podlewski m. p. (Siegel.) 4) Um dies zu erreichen, verstümmelte er sein eigene» Kind und legte es in den Stall eines Juden. Er hoffte, daß das Kind während der Nacht sterben werde. Wurde dann der Leichnam des verstümmelten Kindes bei dem Juden gefunden, so war diesem und seinen Glaubensgenossen der Untergang sicher. Da das Kind aber am Morgen noch lebte, so setzte es der Rabenvater unweit des jüdischen Hauses beim Spital aus, damit es dort durch Hunger sterbe, und verliest die Stadt. Auch so würde er seine verbrecherische Absicht erreicht haben. Die Verstümmelung und Entkräftung wären unfraglich bei eineni Processe als „jüdische Marterung und Blutentziehung" gedeutet worden, und auf der Folterbank hätte man den Juden die erforderlichen „Gestänoniffe" abgepreßt. 5) Wohl für Mordechai. 6) Flecken im Kreise Zaslau, Gouv. Volhynien.