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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-10-20 · 42 (20.10.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
42 (20.10.1899)
Date
1899-10-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 78! Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 42 Schreiben des apostolischen Nuntius von Polen in Warschau an den Grafen Brühl, Premierminister des Königs von Polen, über das Resultat der vom Papste Clemens XIII. angestellten Untersuchung über die gegen die Juden erhobene Blntbeschuldigung. Monsieur! 11 est certain que la nution juive de ce pais ont recourüs au samt siöge pour etre protege contre les persecutions, qu’ils essuient, et meme sur ce propos j’ai re$u des ordres de Sa Saintete, que je, n’ai pas manquß de suivre, quand l’occasion s’en est donnee. Comme Yotre Excellence desire d’etre informee des intentions du samt pere, je ma fais un honneur de les lui communiquer. Sa Saintete veut bien que l’on säche, comme ayant der nierement le saint si&ge examinetouslesfondements, sur lequels est appuyee l’o pinion, que lesJuifs aient besoin du sang kumai n *p our faire azime et que pour §a ils soient coupables des homicides d’en fants Chretiens. Od a reconnü, pu’il n’y a point des preuves assez claires et süres, pui sufficent ä faire valoir la prevention, qu’on a eu et i’on a present contre eux de faxen qu’on puisse en vigueur d’icelles les declarer coupables de semblables crimes C’est pour xa que 6ans le cas des pareilles accusations l’on ne doit pas appuyeur le jugement sur les dits fondements mais aux preuves legales, qui peuvent regarder l’affaire et rendre certain le crime qu'on leur impute. Je demeure avec le plus parfait respect Monsieur de Votre Excellence le tres humble.et tres obeissant serviteur A. E. archeveque d’Ephese, nonce apostolique. A Varsovie le 21 mars 1763. A son Excellence, Monsieur le comte de Brühl, Premier ministre de sa MajestA Erklärung des Schloßgerichtes zu Kremenetz (Gouv. Volhynien) über die anläßlich einer gegen die Juden gerichteten Blutbeschuldigung vor dem dortigen Gerichte durch Zeugen festgestellte Verstümmelung des anfänglich verschwundenen Kindes durch den eigenen christlichen Vater. 1753. Diese Urkunde, als Natariatsinstrument des Apostolischen Notars zu Lemberg, Joseph Augustinowitz, d. d. 1754 Januar 22, Lemberg, befindet sich abschriftlich im israelitischen Gemeindearchiv zu Verona. Extractum es libris castrensibus Cremenecensibus anno domini millesimo septingesimo quinquagesimo tertio. Coram officio et actis praesentibus castrensibus Cremenecensibus et corum me Antonio Mickaele Ceceniowski, venatore Cieehonoviensi Burgraviatus Cremenecensis locumtenente, comparentes personaliter Sarnau Joanes Pautowitz proconsul et Michael Junkiewiez advocatus suis ac totius officii et iudicii Magdeburgensis Cremenecensis nec non infidelis Hebraeus Wolf Leybowiez cantor, suo ac totius Uekersrtzimg. An Se. Excellenz den Herrn Grafen Brühl, Premierminister Sr. Majestät! . Mein Herr! Es ist sicher, daß die jüdische Nation dieses Landes sich an den Heiligen Stuhl gewendet hat, um Schutz zu finden gegen die Verfolgungen, welche sie erleiden, und in dieser Hinsicht habe ich von Sr. Heiligkeit Anweisungen erhalten, denen nachzukommen ich nicht verfehlt habe, wenn die Gelegenheit hierzu sich bietet. Da Ew. Excellenz über die Intentionen des heiligen Vaters unterrichtet zu werden wünschen, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen dieselbe mitzutheilen. Se. Heiligkeit wünscht, daß man wisse, daß der heilige Stuhl alle die Gründe untersucht hat, auf welche derWahn sich stützt, daß die Juden zur Bereitung der ungesäuerten Brode des Mensche nblutes bedürfen und hierfür der Ermordung von Christenkindern sich schuldig machen. Man hat erkannt, daß es keine ausreichend klaren und sicheren Beweise gibt, welche genügen, um das Vorurtheil zu begründen, welches man gegen sie gehegt hat und noch hegt, derart, daß man daran scsthalten dürfte, sie oerartiger Verbrechen schuldig zu erklären. Deshalb darf im Falle ähnlicher Anklagen das Urtheil sich nicht auf die genannten Gründe stützen, sondern auf glaubhafte Beweise, welche die Angelegenheit betreffen, und das Verbrechen, dessen man sie beschuldigt, zur Gewißheit machen können. Ich verbleibe mit vollkommenster Hochachtung Ew. Excellenz ergebenster und gehorsamster Diener A. E. Erzbischof von Ephesus, apostolischer Nuntius. Warschau, den 21. März 1763. Die Urkunde ist gedruckt als Transsumpt in dem von der Kgl. Polnischen Kanzlei ausgestellten Notariats-Instrumente ck. 6. 1763 März 23 in der Sammlung Documenta Judaeos in Polonia coneernentia ad acla metrices regni excerpta et ex iis fideliter iterum descripta et extradita, Varsaviae anno 1763‘, Neudruck im „Orient" ed. Fürst, Jahrg. 1840, S. 40 und bei L e v i n s o n, Efes Damim S. 23 fg., deutsche Ausgabe ed. Katz S. 98 fg. Auszug aus den Gerichtsbüchern des Schlosses K r e m e n e tz (Krzemiemiec) 1753. Bor dem Amte und versammelten Schloßgerichte zu Kremenetz und vor mir, Anton Michael Ceceniowski, Ciechanowiekschen Jägermeister und Statthalter der Bürggrafschaft Kremenetz, erschienen persönlich: Proconsul Samau Johann Pautowitz und Advocat Michael Junkiewitz, im eigenen Nanten, sowie des ganzen Madgeburgischen Amtest und Gerichtes zu Kremenetz, ferner der ungläubige Jude Wolf Leybowitz, Cantor, im eigenen Namen, sowie der ganzen jüdischen Gemeinde zu Kremenetz und führen Beschwerde über die ungebührliche Bedrängniß, unerlaubte Ausschreitung und Beschimpfung, die durch das weiter genannte angeklagte adelige Klosters gegen diese Stadt verübt wurde und noch verübt wird. Um sich von dieser Beschimpfung zu befreien und öffentlich rein zu waschen, führen sie theils aus eigener Gewissenhaftigkeit, theils um gegen jeden Vornehmen jedweden Namen geschützt zu sein, Folgendes aus: „Borjeckonuski"^ hat ') In Kremenetz gab es zwei Gerichte: das städtische Gericht, das nach Magdeburger Recht entschied, daher in unserer Urkunde auch Magdeburger Gericht genannt wird, und das Schloßgericht. -) Das Kloster der reformirten heiligen Väter, in dessen Nähe das verstümmelte Kind gefllnden wurde. Die Angehörigeu des Klosters, die mit der Stadt in Spannung lebten, benutzten den Vorfall zur Anklage gegen die Juden. ') Ein mit dem Kloster in nicht näher bezeichneter Verbindung stehendes Individuum.

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