Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 42 (20.10.1899)
- Date
- 1899-10-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 78% known words query
- IRI
…/3020846-3021277-3021320--09275-3033697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 42 Dr. Bloch's Wochenschrist. Seite 781 äi8p1l66llt6r accepimus, quod 8. uounullis 6ltl A certi oppidorurn dornini 86 nonnullae universitates et alii potentiores quidam in eisdem partibus degentes aerauli capitalesque ut ajant eorumdem Judaeorum inimici odio et invidia aut quod verisimilius videtur avaritia obcaecati, ut ipsorum Haebreorum bona cum aliquo colore usurpare valeant, quod parvulos infantes oceidant et eorum sanguinem b i b a n t et alia varia et diversa enormia crimina praesertim contra dictam fidem nostram tendentia eis falso impingunt sicque conantnr simplicium Christianorum animo conti a eos irritare quo fit ut saepe non soluu bonis sed propria vita injuste priventur. Quare ipsi Judaei asserentes, ea quae ipsis impinguntur, non solum non vera sed nee verissimilia esse, cum non minus per eorum quam per nostram legem prohibita sint, Ciiristianae pietatis mansuetudinem per proprium ad hoc ab eis ad nos deputatum nuntium misericorditer implorantes nobis humiliter supplicari fecerunt, ut cum ipsi Judaei non amplius tot pprsequutionibus resistere nequeant pietatem nostram ergo eos extendere privilegiaque per ßomanospontificespraede* cessores nostros ac etiam per nos sub quacunqueverborum forma eis concessa et praesertim quae filicis recordacionis. Martinas P. P. V. praedeeessor n oster ipsis concessit, confirmare et approbare ac alias super hys de opportune remedio providere de beningnitate Apostolicaa dignaremur. Nos igitur reputantes officii nostri esse Judaeis ipsis, qui et ipsi imagintm dei habent et quorum rebquiae secundum fidel nostrae veritatem salvae fient, ne injuste a Christianis gravati difficilliores ad se fidei nostrae incorporannos efficiantur, operam nostram et diligentiam interponere, cum praesertim dubitatur, prout a fidedignis dubitari accepimus quod ipsi jam in extremam desperationem addueti ad infidel es, apud quos nulla paenitus conversionis eorum spes haberi posssit, sint transituri, hujusmodi supplicationibus inclinati quamplurium praedeeessor um nostrorum vestigia Imitat! dicta crimina ipsis Haebreis imputata etiam si talia essert quae specificam mentionem requirerent, pro sufficienter expressis habentes omnia et singula privilegia eis praesertim per praefatum Martinum praedecessorem concessa autoritate Apostolica per praesentes confirmamus et approbamus ac perpetuae firmitatis robur obtinere decernimus, vobis et vestrum cuilibet in virtute sanctae obedientiae mandantes ut dicits Judaeis quantum cum deo licuerit, assistentes non permittatis eorum privilegia praedicta eis infrigi ac inviolari vel ipsos qjomodolibet molestari aut perturbari, imo eos adversus illos, qui eis injuste aliqum injuriam inferre voluerint, tueamini et defiendatis, contradictoi es quoslibet et rebelles per censuras et poenas ecclesiasticas ac alia opportune, juris remedia appelacione postposita compescendo, invocato etiam ad hoc si opus fuerit Liebe christlicher Sanflmutb nicht verweigern, damit sie, Vvn einer derartigen Liebe geleitet, ihre Jrrthümer erkennen und durch die Gnade von oben erleuchtet, endlich zu dem wahren Lichte von beständiger Klarheit, welches Christus ist, zu gelangen suchen. Wir haben sürwahr durch die Klage sämmtlicher in jenen Theilen weilender Juden mißfällig vernommen, daß seit etwa einigen Jahren Magistrate und andere Herren und Machthaber, welche in denselben Gegenden wohnen, als heißspornige und, wie man sagt, tödtliche Feinde derselben Juden, von Haß und Neid, oder, was mehr wahrscheinlich scheint, von Habsucht verblendet, damit sie die Habe selbiger Hebräer mit einem gewiffen Anstand sich anzueignen im Stande seien, ihnen fälschlich andichten, daß sie kleine Kinder um bringen, deren Blut trinken und verschiedene andere, mannigfache ungeheuerliche Verbrechen begehen, welche sich namentlich gegen unseren besagten Glauben richten, und in solcher Weise bemüht sind, die Gemüther der einfältigen Christen gegen sie aufzuhetzen, wodurch es geschieht, daß letztere häufig nicht blos ihrer Habe, sondern sogar des Lebens in ungerechter Weise beraubt werden. Die Juden selbst behaupten nun, daß das, was ihnen angedichtet wird, nicht nur nicht wahr, sondern auch nicht wahrscheinlich sei, da es eben so sehr durch ihr Gesetz, wie durch das unserige verboten ist, und haben daher durch einen eigens zu diesem Zwecke an Uns abgesandten Boten die Sanftmuth christlicher Liebe beweglich angerufen und Uns demüthig anflehen lassen, daß Wir geruhen möchten, Unsere Liebe, da die Inden so vielen Verfolgungen nicht mehr widerstehen können, über sie auszudehnen und die Privilegien, welche durch die römischen Päpste, unsere Vorgänger, uud auch durch uns, unterwelchem Wortausdruck immer, ihnen bewilligt worden, und namentlich diejenigen, welche der Papst Martin V. H o ch s e l i g e n Andenkens, Unser Vorgänger, ihnen bewilligt hat, zu bestätigen und zu bekräftigen und auch sonst hierin für ein geeignetes Heilmittel in Apostolischer Gnade zu sorgen. In -Erwägung, daß es unsere Pflicht ist, selbigen Juden, da auch sie das Ebenbild Gottes haben, und da ihr Ueberrest nach der Wahrheit unseres Glaubens selig werden wird, Unsere Hilfe und Fürsorge angedeihen zu lassen, damit sie nicht, ungerechter Weise von den Christen bedrückt, schwieriger für die Einverleibung in unseren Glauben gemacht werden, zumal besorgt wird, wie Wir diese Besorgniß von vertrauenswürdigen Männern vernommen haben, daß sie, schon zur höchsten Verzweiflung gebracht, zu den Ungläubigen, bei denen dann jegliche Hoffnung auf ihre Bekehrung schwinden müßte, übergehen würden, so b e st ä t ig e n Wir nun, derartigen Bitten geneigt, die Spuren unserer meisten Vorgänger nachahmend, bezüglich der besagten Verbrechen, welche selbigen Hebräern zugeschrieben werden, auch wenn es solche wären, die eine besondere Erwähnung bedürfen, sie für ausdrücklich erwähnt erklärend, — mit Gegenwärtigem kraft Unserer Autorität die s ä m m t l i ch e n und e i n z e l n e n Privilegien, welche ihnen vornehmlich durch den genannten Martin, Unseren Vorgänger, bewilligt worden, und wir beschließen, daß sie die Kraft beständiger Giltigkeit besitzen, indem Wir Euch, aber auch jedwedem Kraft des angelobten Gehorsams auftragen, daß Ihr besagten Juden, soweit es mit Gott gestattet sein wird, beistehet und nicht erlaubt, daß ihre oben genannten Privilegien ihnen beeinträchtigt und verletzt werden, oder daß sie selbst, von wem es auch fei, bedrängt oder anfgestört werden, daß Ihr sie vielmehr gegen jene, welche ihnen ungerechterweise eine Unbill zufügen wollen, schützt und vertheidigt, indem Ihr die Widerspenstigen, welche es auch sein mögen, und die ungehorsamen durch kirchliche Censnren nnd Strafen und andere geeignete Rechtsmittel, ohne Rücksicht auf ihre Appellation, zurechtweist, wobei Ihr, wenn es nöthig ist, auch die Hilfe des weltlichen Armes anrufen könnt. Eben so sehr fordern wir Unsere theuersten Söhne in Christo auf, die erlauchten römischen Könige Ungarns und Böhmens, wie auch Polens, ferner die geliebten Söhne, die Adligen, die Fürsten und Barone, und welch' andere weltlichen Herren da sind, und die übrigen Christi Getreuen jener Gegenden und ermahnen sie angelegentlichst, daß sie bei ihren Beamten, Dienern und Völkern mit ihrer Autorität eintreten, daß die Juden keine Verfolgungen, ungerechterweise erleiden sollen, damit sie, von christlicher Gütigkeit ange-