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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-10-20 · 42 (20.10.1899) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
42 (20.10.1899)
Date
1899-10-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 42 Seite 780 Dr. Bloch's Wochenschrift» Christianus Judeos ip 8 O 8 bumana mansuetudine prosequatur nec eis in personis rebnsque aut bonis suis inferat iniuriam, molestiam vel ofensam sed, sieut permissum est eis cum Christianis vicissim conyersari, liceat etiam mutua. commoda alterumutrum suscipere. Quibus etiam Judeis de spetiali gratia indulgemus, ut omnibus et singulis privilegiis, graciis et libertatibus et indultis quacunque verborum forma coccessis et in posterum concedendis, que eis volumus deberi uti valeant et etiam gaudere statuentes, quod de cetero inquisitores heretice pravitatis in eosdem Judeos qui in spiritualibus sub eisdem ordinariis, in temporalibus sunt subiecti, auctoritatem iurisdictionum aut dominium valeant exercere seu ab eis quidquid exigere neque eos ad subeundum aliquod iudicium inquietare vel molestare presumant, per se vel per alios quovismodo, contrafucientes vero quodlibet in premissis sint eo ipso excommunicationis sententia innodati; illos autem Judeos dumtaxat huiu5modi protectionis presisidio volumus communiri, qui nichil machinari presumpserint in Subversionem fidei memorate. Verum quoniam deffieile videtur presentes litteras singulis exhibere, volumus quod huiusmodi literarum ac privilegiorum, gratiarum, libertatum ei et indultorum predictorum transsumptum manu publici notarii in forma publica redactum ac eius signo transmitti et insignari possit, cuicui transsumpto velut originalibus literis ubique dari volumus et decemimus plenam fidem, non obstantibus constitutionibus apostolieis et aliis contrariis quibuscunque. Nuiii ergo omnino homini liceat, hancpaginamnostreinhibitionis, voluntatis, concessionis, statuti et eonstituinf ringe re vel ei ausu temerario contra i r e; si quis autem hoc attemptare presumpserit, indiänationem omnipoteniis dei et beatorum Petri et Pauli apostolerum se noverit incursurum Datum Rome apud sanctum Petrum deeimo Kal, Martii pontificatus nostri anno quinto. Bulla Pauli III. d. d. Romae XII. Maii anno VI. (MDXXXX). Paulus Papa III. universis et singulis Hungariae, Bohemiae ct Poloniae regnorum, locorum ordinariis ceterisque dictorum regnorum personis, in dignitate ecclesiastica constitutis, salutem et Apostolicam benedictionem. Licet Judaei, quos in diversis mundi partibus constitutos in teslimonium fidei nostrae sacrosancta tollerat universalis Ecclesia, in sua malint duritia et caecitate ac perfidia perdurare quam prophetarum vcrba et saerarum seripturarum arcana cognoscere et dictam fidem amplecti ac animarum suarum saluti consulere, quia tarnen in suis necessitatibus nostra praesidia et et favores Implorant, nos eis Christianae mansuetudinis pietatem non debemus deuegare, ut huiusmodi pietate ducti, suos recognoscant errores et superna gracia illustrati tandem ad verum qui Christus est perpetuae clavitatis lumen deliberent pervenire. Saue universorum Judaeonim in partibus istis commni antium conquaestione lichen Predigern jeglichen Standes, Grad es, Ordens, Glaubens oder Verhältnisses gepredigt werde, indem Wir beachtet wissen wollen, daß jeder Christ die Juden m it m enschlicher Milde behandle, ihnen nicht an ihrer Person oder an ihrem Hab und Gut Unrecht, Belästigung oder Anfeindung anthue, sondern daß, wie ihnen ein wechselseitiger Verkehr mit den Christen gestattet ist, also auch ihnen erlaubt sei. gegenseitig Vortheil von einander zu haben. Ferner gewähren Wir den Juden aus besonderer Gnade, daß sie aller und jeglicher Privilegien, Gnaden, Freiheiten und Vergünstigungen, gleichviel durch welche Autorität, durch welche Personen oder in Zukunft eingeräumt werden, die Wir ihnen auch verliehen sehen wollen, sich bedienen und erfreuen können, indem Wir bestimmen, daß die Inquisitoren der ketzerischen Verderbtheit gegen die Juden, welche in geistlichen Dingen diesen Oberen, in weltlichen aber den Herren eben dieser weltlichen Behörden unterworfen sind, keinerlei Gerichts- oder Herrschergewalt ausüben, nichts von ihnen fordern können, oder, um ein Urtheil auszuführen, sie zu beunruhigen und zu belästigen sich herausnehmen, sei es selbst oder durch einen anderen auf irgend einer Weise. Alle diejenigen aber, welche Vorstehendem irgendwie zuwiderhandeln, sollen eben dadurch der Strafe der Exkommunikation verfallen sein. Jedoch wollen Wir, daß nur denjenigen Juden die Sicherheit dieser Beschirmung zu theil werde, welche nichts zur Untergrabung des genannten Glaubens' zu unternehmen sich unterfangen haben. Da es schwierig erscheint, vorliegenden Brief einzeln auszustellen, wollen Wir, daß eine Ausfertigung dieses Schreibens und vorerwähnter Privilegien, Gnaden, Freiheiten und Vergünstigungen von der Hand eines öffentlichen Schreibers in öffentliche Form gebracht und mit dessen Siegel ~ übertragen und verschlossen werden darf. Wir wollen uns verfügen, daß jeder Ausfertigung überall voller Glaube, wie dem Original- Schreiben, geschenkt werden soll, ohne daß apostolische oder irgendwelche andere entgegengesetzte Verordnungen dem rm Wege stehen. Samit soll es keinem einzigen Menschen gestattet sein, diese unsere Urkunde, enthaltend unser Verbot, unseren Willen, unsere Zugeständniß, Gesetz und unsere Anordnung, zu verletzen oder mit frevlem Muth ihm zuwiderhandeln; wer dies aber trotzdem zu versuchen herausninmrt, der soll erfahren, daß er der Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner Apostel Petrus und Paulus verfallen wird. Gegeben in Rom zu St. Peter am 20. Februar im fünften Jahre unseres Pontificats (1422). Bulle Paulas III. vom 12. Mai 1540. Diese Urkunde, welche sich im Königl. Staatsarchiv zu Posen als amtlicke Eintragung in den dort verwahrten Grodbüchern (Inseriptiones Posnanienses 1568/69 Bl. 650 ff.) befindet, ist gedruckt in der „Oesterreichischen Wochenschrift", Jahxg. VI» Wien (1889), Nr. 19, S. 352 fg. Papst Paul III. entbietet den sämmtlichett und einzelnen Bischöfen der Königreiche Ungarn, Böhmen und Polen, sowie den übrigen Personen besagter Königreiche, welche eine kirchliche Würde bekleiden, Gruß und apostolischen Segen. Obschon die Juden, welche die allerheiligste allgemeine Kirche in den verschiedenen Theilen der Welt zum Zeugniß unseres Glaubens duldet, lieber in ihrer Hartnäckigkeit und Blindheit und in ihrem Unglauben verharren, als die Worte der Propheten und die Geheimnisse der heiligen Schriften erkennen, den besagten Glauben annehmen und für das Heil ihrer Seele sorgen wollen, so dürfen wir dennoch, da sie in ihren Nöthen Unseren Schutz und unsere Gnaden anrufen, ihnen die

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