Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 42 (20.10.1899)
- Date
- 1899-10-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 42 Vr. Bloches Wochenfchrifb attentata in statum debitum legitime revocato, non permittas, ipsos de cetero super his vel similibus ab aliquibus indebite molestari, melestatores huiusmodi per censuram ecclesiasticam appellatione postposita ccmpescendo; non obstante constitutione de duabus dietis edita in conciiio generali. Datum Lugduni V. Kalend. Junii anno quarto. 111. BnUa lnüocentii IV. d. d. Lugdunni III. no. Jul. anno Vo (MCCXLY1I) Archiepiscopis et episcopis per Alamanniam constitutis. Lacrimabilem Judeorum Alamannie recepimus questionem^ quod nonnulli tarn ecclesiastici, quam seculares principes ac alii nobiles et potentes vestiaium civitatum et diocesum, uteorum bona iniuste diripiant et usurpent, adversus ipsos i m p i a consilia cogitantes et fingentes occasiones varias et diversas, non considerato prudenter quod quasi ex archivio eorum Christiane fidei testimonia prodierunt, scriptura dryina Inter alia mandata legis dicente »non occides“, ac prohibente illos in solempnitate paschali quicqam morticinium non contingere, falso imponunt eisdemquod inipsa culempnitate se corde pueri eommunicant interfecti, credendo, id ipsam legem precipere, cum sit legi contrarium manifeste, ac eis malitiose obiciunt hominis cadaver mortui, si contigerit iilud alicubi reperiri. Et per hoc et alia quamplura figmenta sevientes in ipsos, eos super biis non accusatos, non confessos, nec convictos, contra privilegia illis ab apostolica sede dementer indulta spoliant contra Deum et iustitiam omnibus bonis suis, et inedia, carceribus ac tot mlesttiis tantisque gravaminibus premunt ipsos, diversis penarum affligendo generibus et morte turpissima eorum quimplurimos condempnando, quod iidem Judei, quasi existentes sub predictorum principum, quam eorum patres sua Pharaone fuerint in Aegypto, coguntur de locis, inhabitatis ab eis et suis antecessoribus a tempore, cuius non extat memoria, miseabeliter exulare; unde suum exterminium metuentes duxerunt ad apostolice sedis providentiam recurrendum. Nolentes igitur prefatos Judeos iniuste vexari, quorum eonversionem Dominus miseratus expectat, cum testante propheta credantur reliquie salve fleri erundum, mandamus, quatinus eis vos exhibertes favorabiies et benignes, quicquid super premissis contra eosdem Iudeos per predictos prelatos, nobiles et potentes inveneritis temere attemptatum in statum debitum legitime revocato, non permittatis, ipso de cetero super hiis vel similibus ab aliquibus indebite moiesrari; molestatores huiusmodi per censuram ecclesiasticam appellatione postposita compescendo. Dat. Lugduni III. non. Iul. anno Yo. In eundem modum archiepioscopis et episcopis per regnum Franciae constitutis. Seite 77f: diejenigen, welche sie belästigen, durch kirchliche strafen, ohne Berufung zu gestatten,' in schranken hältst, was nur der auf dem allgemeiueu Concil erlassenen Constitutio de dualms dietis nicht in Widerspruch steht. Gegeben zu Lyon am 28. Mai des vierten (Pontificats-) Jahres s1247]. HI. Bulle Jnnoren;' IV. vom 5. Juli 1247. Diese Urkunde ist gedruckt bei Raynaklus, Anuales eeelesiastici ad annum 1247 nr 84. (aus den Registern des Papstes Jnnocenz IV. au V. nr. 28, f<>l. 412 im Päpstl. Geheimarchiv zu Rom) und aus Raynaklus in Munumenta (iermaniae histuriea. Epistolae säet:. Xlll. cd. Rudenberg. tum. II p. 297 Xu. 409. Vgl. Elle Berger. Res Reuistres d'lirnueent IV.. Paris 1884, S. 463, Nr. 3077. An die Erzbischöfe und Bischöfe in Deutschland. Wir haben die jämmerliche Klage der Juden Deutschlands vernommen, daß einzelne geistliche und weltliche Fürsten und andere Adelige und Machthaber in Euren Städten und Diöcesen, u m u ugerechter Weise ihre Güter zu plündern und sich a n z u e i g n e n, gottlose Anschläge gegen sie ersinnen und mannigfache und verschiedene Anlässe erdichten, ohne vernünftig zu bedenken, daß gewissermaßen aas ihrem Archive die Zmgnisse des christlichen Glaubens hervorgingen. Trotzdem die heilige Schrift unter anderen G e s e tz e s v o r s ch r i s t e n sagt: „Du sollst nicht tobten", und ihnen verbietet, am Passah feste etwas Gestorbenes zu berühren, erheben jene die falsche Beschuldigung, daß sie eben am Passahfeste das Herz eines gemordeten Kindes unter sich vertheilen, indem sie glauben machen, daß das Gesetz selbst es vorschreibe, während es doch offenbar dem Gestze zuwider ist. Und wenn irgendwo ein Leichnam gefunden wird, legt man böswillig ihnen den Mord zur Last. Durch solche uad andere zahlreiche Erdichtungen wüthet man gegen sie, und ohne Anklage, o h n e G e st ä n d n i ß. ohne U e b e r f ü h r u n g, entgegen den ihnen vom Zlpostolischen Stuhl gnädig gewährten Privilegien beraubt man sie wider Gott uno Gerechtigkeit aller ihrer Habe, bedrückt sie mit Hunger, Gefängniß und so vielen Martern und Qualen, unterwirft sie den verschiedenartigsten Strafen, verurtheilt möglichst viele zu dem schimpflichsten Tode, so daß die Juden unter der Herrschaft obengenannter Fürsten, Machthaber und Adeligen vielleicht ein noch schrecklicheres Loos haben, als ihre Väter unter Pharao in Aegypten, und gezwungen werden, elend die Orte zu verlassen, wo sie und ihre Vorfahren seit Menschengedenken gewohnt haben. In ihrer Furcht vor völliger Vernichtung haben sie beschlossen, an die Vorsehung des Apostolischen Stuhles sich zu wenden. Da wir nicht wollen, daß die genannten Juden mit Unrecht verfolgt werden, deren Bekehrung der Herr erbarmungsvoll erwartet, da nach dem Zeugnisse des Propheten die Ueberreste derselben werden selig werden, verfügen wir, daß Ihr Euch Ihnen gnädig und gütig zeiget, deshalb jedesmal, wenn Ihr findet, daß von den genannten Prälaten, Adeligen und Machthabern in Betreff des Erwähnten gegen die Juden leichtfertig Etwas unternommen wird, den gesetzmäßigen Zustand wiederherstellt, nicht duldet, daß dieselben fernerhin wegen dieser und ähnlicher Anklagen von irgend Jemand mit Unrecht belästigt werden, und diejenigen, welche sie auf diese Weise belästigen, durch kirchliche Strafen, ohne Berufung zuzulaffen, in Schranken haltet. Gegeben zu Lyon den 5. Juli im 5. Jahre (ves Pontificats - 1247). In gleicher Weise für die Erzbischöfe und Bischöfe in Frankreich. Diese Bulle wurde erneuert von Gregor X. am 7. Juli 1273 (Urkunde im Stadtarchiv zu Köln, vgl. Ennen und Eckertz, „Quellen zur Geschichte der Stadt Köln" sKöln 1876] III, 62 Nr. 88, Lacomblet, „Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins" sDüsseldorf 1846] II, Nr. 305; Weyden „Geschichte der Juden in Köln" sKöln 1867) S. 257 fg.) Diese Erneuerung Gregor's X. transfumirte Albertus Magnus 1274 (Urkunde im Stadtarchiv zu Köln sVgl. Ennen und Eckertz 1.1. III, 70 Nr. 107] und im Stadtarchiv zu Frankfurt a. M. svgl. Böhmer, Codex diplom. Moenofrancofertanus, Frankfurt a. M. 1836, I. 232; „Orient". Jahrg. 1843, S. 167, 1844, S. 419]) und bestätigte Kaiser Rudolf von Habsburg am 4. Juli 1275 (Urkunde im Stadtarchiv zu Köln; vgl. Ennen und Eckertz I. 1., Lacomblet, II, 305; Weyden, S. 359).