Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 42 (20.10.1899)
- Date
- 1899-10-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 774 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 42 8i8 tarn diu penarum aliarum diversaium tormeniis afflixit, donee ipsi idquod e r u m conscientia non didicit, ore, sieutdicitur, sunt confessi, unonecari tormento potius e 1 igentes quam vivere et penarum afflict i o n i b u s c r u c i a r i. Et ut adderetur afflictis afflictio yenerabilis frater noster . . Tricastrinus episcopus, comestabulus Valentinus ac nonnulli nobiles et potentes eiusdem provincie, oceasione huiusmodi ludees quoslibet in eorum tenis et domino commorantes bovis ablatis omnibus in csareere retrudentes, eos quos Apostolica Sedes sub sua protectione recepit diveisis macarant angustiis et pressuris. Quaie nobis liumiliter suppiicarunt, ut ipsorum innocentie super hiis consuleie pie previsionis remedio misericorditer curaremus. Cum igitur nulli pena, ni delictum precesserit, debeatur nee sit quis pro delicto alterius puniendus, nos, moti erga ipsos paterne compassionis affectu, quibus ex suscepte seryitutis oificio conenit nos adesse, ac nolentes eos oceasione premissorum, que si forsan vera iorent, incorrecta non deberent nec possent aliquatenus remauere, indebitis molestiis agitari, mandamus, quatinus, si est ita, predictos episcopum et comestabulum et alios moneas et inducas, ut predictos Indeos pristine restituant libeitati ipsisque de ablatis rebus et dampnis illatis ut tenentur competenter sine diificultate qualibet satisfacto, permittant ipsos in teria sua libere commorari, contradietoi es per censurum ecclesiasticem appellatione postposita compescendo; non obstante Constitutione de duabus dietis edita in concilio generali Testes autem etc. Datum Lugduni V. Kalendas luvü anno quarto. H. Bulla lnnocentii IV. d. d. Lugduni V. Kalendas Junii anno IV. (MCCXLVI1). Archiepiscopo Viennensi. Divina iustitia nepuaquam populum Judaicum sic abjecit, quin reservaverit eins reliquias in salutem Propterea Chrlstianorum est aut illaudabiis zelus aut detestanda crudelitas, qui rer um cupidi yel avidi sanguinis eorumdem, ipsos contra C a t h olice religionis mansuetudinem, que illos in suam cohabitationem admittens in propriis decrevit ridbus tolerandos sine iudicio spoliant, lacerant et occidunt. Sane Judei degentes in tua provineia debilem nuper ad Ledern Apostolicam querimoniam detulerunt quod quidam prelati et nobiles eiusdem proviucie, u t in ipsos haberent materiam seviendi, eis cuiusdam quelle, que apud Valria furtim perempta d i c i t u r, interitum imponentes quosdam ipsorum non convictos legitime ne confessos flammis igüium inbumaniter cremaverunt, quosdam yero a suis eiecerunt fioibus rebus omnibus spoliatos, eorum quoque filios invitos cogunt contra morem libere matiis generantis in Übeltätern liberos baptizari Nolentes igitur hoc, sicut nec cum Deo possumus, sustinere, mandamus, quatinus que super premissis inveneris contra eos dem Judeos per prelatos et nobiles et rectores temere Haft übermiiroorfele, zu der gesetzmäßigen Rechtfertigung undVertheidigung ihrer Un sch ul d sie nicht zuließ, einige von ihnen halb lobten, andere im Fcuer verbrennen, einigen Männern die Sch amtheile, Frauen die Brüste ausreißen ließ und sie so lange mit verschiedenen anderen Folterqualen peinigte, bis sie dasjenige mit den Lippen, wie man zu sagen' Pflegt, g e st a n d e n, w a s i h n e n ihr S ch u l d b e w u ß l s e i n nicht e i n g a b, da sie es vorzogen, lieber auf einmal martervoll getödtet zu werden, als zu leben und Qualen und Martern a n s g e s e tz t zu sein. Und um die Qualen der Gequälten noch zu steigern, haben unser ehrwürdiger Bruder ... der Bischof von Trois-Chateaux, der Connetable von Valence und einige Adelige und Machthaber jener Provinz aus diesem Anlasse alle in ihren Ländern und Herrschaften wohnenden Juden ihrer Habe beraubt, in den Kerker geworfen und martern sie, die der Apostolische Stuhl unter seinen Schutz genommen, niit verschiedenartigsten Aengsten und Drangsalirungen. Darum flehen sie Uns unterthänigst an, daß Wir erbarmungsvoll in gnädiger Borsicht es Uns angelegen sein lassen, für ihre Unschuld dies betreffend zu sorgen. Nun darf, wenn kein Verbrechen vorausgeht, Niemanden Strafe treffen und Niemand für das Verbrechen eines Anderen bestraft werden; deshalb, von väterlichem Mitleid gegen sie, denen Wir wegen der von ihnen übernommenen Knechtschaft beizustehen verpflichtet sind, bewogen und nicht gewillt, daß sie aus Anlaß des Mitgetheilten, was, wenn es etwa aus Wahrheit beruhen sollte, nicht ungeahndet bleiben könnte und dürfte, mit unverschuldeten Bedrückungen gequält werden, verfügen Wir, daß, falls cs sich also verhält, Du die Genannten, den Bichof, den Connetable und die Anderen ermahnest und veranlassest, den genannten Juden ihre frühere Freiheit wiederzugeben, ihnen für die geraubte Habe und für die auserlegten Strafen ohne irgend welche Schwierigkeit entsprechenden Ersatz zu geben und zu gestatten, daß sie in ihrem Lande ungehindert verweilen dürfen, indem Du die Zuwiderhandelnden durch kirchliche Strafen, ohne Berufung zuzulassen, zwingst, ein Verfahren, das mit der auf dem allgemeinen Concil erlassenen (loustitutio de duabus dietis nicht in Widerspruch steht. Zeugen aber'sind rc. Gegeb'en zu 'Lyon am28. Mai'des vielten (Pontificats-) Jahres [1247]. II. Hülle Inrroeerrz' IV. vom 28. Mai 1247. Diese Urkunde ist gedruckt bei Elie Berger, Les Registres d’Innocent IV. Vol. I, Paris 1864, S. 424, no. 2838 (aus den Registerbüchern des Papstes Jnnocenz IV. an. IV., no. 840, fol. 405 im Päpstl. Geheimarchiv zu Rom). An den Erzbischof von Vienne. Die göttliche Gercchtigkeit hat das jüdische Volk keineswegs so verworfen, daß sie nicht seinen Ueberrest zum Heile anfbewahrt hätte. Deshalb ist es ein u n l ö b l i ch e r Eifer oder eine verabscheuenswert he Grausamkeit, wenn Christen, v e r st o ß e n d gegen die Milde der k a t h o l i s ch e n K i r ch e, welche sie in ihrer Mitte wohnen ließ und anordnete, daß sie in der Ausübung ihrer Riten zu dulden seien, aus Habgier oder Blutdurst die Juden ohne Richterspruch berauben, martern und tödten. Nun haben tie in Deiner Provinz wohnenden Juden kürzlich eine flehentliche Beschwerde vor den Heiligen Stuhl gebracht, daß einige Prälaten und Adelige jener Provinz, um einen Vorwand zu haben, gegen sie zu w ü t h e n. ihnen den Tod eines Mädchens, welches bei Valreas heimlich ermordet sein soll, zur Last legen und deshalb einige von ihnen, ohne daß sie gesetzmäßig überführt wurden und ohne daß sie ein Geständniß abgelegt hätten, unmenschlich dem Feuertod überliefert, Andere aller Habe beraubt aus ihrem Gebiete verjagt haben und die Söhne derselben wider ihren Willen, entgegen dem Gebrauch der freien Mutter, welche die Kinder zur Freiheit erschafft, zur Taufe zwingen. Da Wir, wie Wir dies auch nicht v o r U n s e r e m Gotte verantworten können, Derartiges nicht dulden wollen, verordnen Wir, Daß Du Alles, was Du in Bezug auf dos Genannte gegen jene Juden durch die Prälaten, Adeligen und Beamten leichtfertig unternommen ffirdest, in den gesetzmäßigen Zustand zurückführest, nicht gestattest, daß sie fernerhin wegen dieser oder ähnlicher Anklagen von irgend Jemandem widerrechtlich belästigt werden, und