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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-09-08 · 36 (8.9.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
36 (8.9.1899)
Date
1899-09-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 666 Dr. Blvch's WochruschrM Nr. 36 Zweiter: Bei Gott, er ist's — ich femi’ ihn deutlich jetzt, Er trägt wohl einen Bart, doch sieh' die Wunde Die ich ihm beigebracht Hab' auf der Wange Ist schwer vernarbt und muß ihn jetzt verrathen. E r st e r: Diesmal entwischt er nicht — geh' leise Mischka Um's Haus herum, den Weg ihm abzuschneiden. Zweiter: Ich bin dafür, ihn hinterrücks zu fassen, Der Kerl ist stark und kann gefährlich werden — Joseph (hebt den Vater auf und umarnü ihn): Mein Vater, armer theurer Vater, komm' In meine Arme, laß' an Deinem Herzen Das meine endlich schlagen — ich bin Joseph Dein Sohn — Vater (vor Freude fassungslos, betastet ihn am Kopf und Körper): Mein Joseph — sage bist Du es Ist's Wahrheit — gibt's kein schreckliches Erwachen Aus diesem süßen Traume? Großer Gott Wie unerforschlich weise ist Dein Rathschluß Am Jahrestage meines Elends, gibst Du mir das höchste Glück — o ja, Du bist's, Ich fühl's — Du lebst — jetzt nimm' mich zu Dir Herr! Sie sollen's wissen — Joseph — Joseph lebt — Joseph: O nein mein Vater, leben sollst Du jetzt, Auf neuer Erde wirst Du neu beginnen — Die Sorgen von der Seele Dir zu scheuchen, Die Falten Deines Angesichts zu glätten, Daß wird mein Lohn und meine Freude sein. Vater: Ach eitles Müh'n — ein junges Reis gedeiht In jedem Boden, doch der alte Stamm Deß Wurzeln tief sich in die Erde bohren, Der fest mit allen seinen Fasern an Der Scholle hängt, die ihn ernährt und hält, Verträgt die Wand'rung nimmermehr mein Sohn. Joseph: Die Häscher sind auf meiner Fährte Vater, Und meines Bleibens ist hier nicht — o komm' Beeile Dich — die Stunde drängt — dort drüben Im Schutze des Gebüsches an der Mauer Erwartet uns ein Pferd, das stark genug, Uns beide rasch in Sicherheit zu tragen. — Erster (leise): So so, das Pferd, das will ich doch versorgen. Vater: Gefahr, mein Kind — die Häscher — ha, die Schurken Ich geh' mit Dir — sie sollen Dich nicht fassen — Joseph (lauschend, leise): Ich höre ein verdächtig Rauschen im Gebüsche — Ist's eine Täuschung der erregten Sinne — Mein Pferd — die Rettung — Vater habe Acht, Mt des Gedankens Schnelle komm' ich wieder, Dann fliehen wir das ungastliche Land. — (Ab nach rechts.) Siebenter Auftritt. Der Vater allein. Was soll ich thun — von diesem Grabe flieh'n Wo ich mein Leben zu vollbringen dachte, Soll ich den Sohn, der wieder mir geboren Unwiederbringlich von mir ziehen lasten? — Aus fernem Lande trieb ihn seine Liebe Zum alten Vater — die Gefahr mißachtend Die seinem Haupte droht — ich geh' mit ihm Und seine Treue will ich ihm vergelten — Noch einen Gruß, ihr Lieben, in der Ruhe — Das Grabmal Herr, wirst Du für mich behüten Wenn Du den Weg in's fremde Land mich weisest. (Er geht nach dem Grabmal.) Achter Auftritt. Joseph, die beide n Grenzwächter. (Man hört hinter der Scene einen scharfen Pfiff.) Zweiter: Halt fest Prokopje, gleich Hab ich die Stricke, Daß ich ihn binden kann — so Vögelchen. Nun fliege aus dem Netz — et pfeife doch Das schöne Lied vom ungastlichen Land Noch einmal — 's war so lieblich anzuhören — E r st er: Heraus mit ihm ans Licht — willst gehen Bursche? Zweiter: Ich werd' ihm Beine machen — Joseph (stöhnt): Schurken ihr. (Sie bringen ihn gebunden.) E r st e r: Ein Licht, daß man den Burschen sehen kanit. Zweiter: He Alter, die Laterne her zum Teufel — Neunter Auftritt. Die Vorigen, der V a t e r. Vater: Allmächt'ger Himmel, was ist das? E r st e r: Und gib das Licht, wenn Dir Dein Leben lieb ist. Vater: Sei stille Erbarmen — gebt ihn frei — Joseph: Sei stille Vater. E r st e r: (Entreißt dem Vater das Licht, hält es in die Höhe.) Du bist Musarja, Sohn des Alten hier — Und hast vor Jahresfrist den Wächter Sascha, Der den Befehl der Obrigkeit Euch kund Zu thun und auszuführen hatte, meuchlings gemordet — Joseph: Lüge ist, was Du da sprichst Erschlagen Hab ich ihn, mit Fug und Recht — Erster: Prokopje er gesteht ja — Joseph: Fug und Zweiter: Er hat's gestanden, meuchlings ihn erschlagen — Zum Richter mit ihm — heute noch muß er Geköpft, gehängt, gespießt, gerädert werden — Zehn Rubel, Mischka sind uns sicher, hei — Äater: Recht Mein Sohn, mein Sohn — o jammervoller Stunde (Er sinkt leblos auf die Stufen.) Joseph (reißt sich mit Macht aus den Fesseln): Zurück ihr Schurken — wem sein Leben theuer Der wage seine Hand nach mir zu strecken Wach auf mein Vater, komm, die Bahn ist frei Ich führe dich trotz dieser Knechte sicher Du hörst mich Vater —? Vater (er entreißt dem ersten Wächter die Laterne; die beiden weichen erschreckt zurück). _ t t . ■ Himmel — bleich Sind deine Lippen — kalt die Stirne, Die Brust bleibt unbewegt vom Athem — tobt — O stürze Himmel über mir zusammen Mein schöner Traum er ist in Nichts zerflossen Mein Erdenglück, mein Hoffen ist dahin — Nun kommt und bindet mich ihr feigen Schergen Jetzt dank ich euch für Marter und für Tod — Du aber in dem ewigen Reich dort oben

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