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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-09-08 · 36 (8.9.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
36 (8.9.1899)
Date
1899-09-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 664 Br« Bloch's Wvrlrensrl^M 36 Vermischtes. Wien. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat gestattet, daß die vom Religionslehrer der Wiener israelitischen Cultusgemeinde Herrn Aron Schnürmacher anläßlich des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums des Monarchen verfaßte Festrede für die Familien-Fideicommiß-Bibliothek entgegengenommen und dem Verfasser der allerhöchste Dank ausgedrückt werde. Baden. Ueber Antrag des Herrn Moritz L e i t n e r hat der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde (Präses Herr Schneider) am ersten Neujahrstage dem unglücklichen Capitän Alfred Dreyfus bei der Thora ein Mischeberach angeordnet und 100 fl. für die Armen gespendet. Von diesem Act der israel. Cultusgemeinde wurde die Frau Dreyfus telegraphisch verständigt. Wien. (Leichenbegängniß Sigmund Grüuf e l d.) Sonntag Vormittags fand die Beerdigung des am 1. d. M. verstorbenen Solocorrepetitors der Hofoper Sigmund Grünfeld statt. Trotz des regnerischen, windigen Wetters hatten sich auf dem Friedhofe ungezählte Berufsgenossen und Freunde eingefunden, um Grünfeld die letzte Ehre zu erweisen. Man sah den Director der Hofoper, Gustav Mahler, die Hvfopernsängerinnen Ellen Brandt, Förster, Pohlner und E l i z z a, die Hofopernsänger G r e n g g, Ritter, Naval, Schittenhelm, Professor U d e l, Brüder R o s ä u. v. A. Zu Häupten des Sarges standen während der Trauerceremonien tiefbewegt die Brüder des Verblichenen, die Kammervirtuosen Alfred und Heinrich, und der Impresario Ludwig Grünfeld. Obercantor Singer unter Assistenz des ersten Cantors Schiller und unter Begleitung des Synagogenchores sang dem langjährigen Freunde die Trauerpsalmen selbst tief ergriffen auch in ergreifenden Weise, worauf Prediger Dr. Bach in trefflich abgerundeter Sprache zuvörderst auf den eigentlichen Beruf des Verblichenen, den Dienst der Harmonie der Töne, hinwies und in weiterer Ausführung darlegte, daß Sigmund Grünfeld es auch verstand, seinem ganzen Leben das Relief des Harmonischen zu verleihen; diese harmonische Gesinnung bethätigte er auch in seiner Treue zur angestammten Religion. — Hierauf wurde die Leiche unter Chorgesängen zur letzten Ruhestätte geleitet. Die außergewöhnliche Betheiligung bot den Nachweis, welch' große Sympathien der Verewigte sich als Künstler und Mensch zu erringen verstand; eine Sympathie, welche ihm noch bis über das Grab hinaus erhalten bleiben wird. I. Wien. Ein fromme tugendhafte Glaubensgenossin Frau Rudolfine B ramm er, Gattin des Herrn Moriz Brammer, trug man am Vortage des Neujahrsestes unter ungemein großer Betheiligung von Leidtragenden zur letzten Ruhe. Unter den Erschienen sah man eine Abordnung des Tempelvorstandes im IX. Bezirk, dessen Mitglied Frau Brammer war. Als Vertretung des »Frauenhorts" kamen die Frau Präsidentin Z'fferer und Frau Bettel- Heim. Herr Gemeind-Rabbiner Dr. G e lb h a u s, welcher die Trauerrede hielt, rühmte die echtjüdische Frömmigkeit und Wohlthätigkeit der Verblichenen. Die Rede machte auf alle Anwesende, durch ihre Gediegenheit in Inhalt und Form, eine ergreifende Wirkung. Wien. (A u f n a h m s p r ü f u n g e n.) Die Aufnahmsprüfungen an den Wiener Gymnasien wurden für den 16 d. M. anberaumt. Dieser Tag ist ein Samstag, an welchem daher auch die jüdischen Aufnahmsbewerber zum Schreiben genöthigt sein werden. Wie verlautet, soll an den Landesschulrath eine Eingabe mit dem Ersuchen gerichtet werden, für die Aufnahmsprüfungen jüdischer Schüler einen andern Tag festzusetzen. Wien. (Verein zur Errichtung und Erhaltung von Krankenanstalten für Kinder ohne Unterschied der Confession.) Herr Sigmund Mandl, Gesellschafter der Firma M. und I. Mandl in Wien, hat diesem humanitären Vereine, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat, in Wien Krankenanstalten für arme Kinder ohne Unterschied der Confession und zwar in erster Linie ein Ambulatorium, späterhin,, wenn die Vereinsmittel es ermöglichen sollten, ein Kinderspital zu errichten, 500 fl. gespendet. Spenden und Beitrittserklärungen — der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 3 fl. — werden an den Vereinsschriftführer Herrn Dr. Moriz Singer, Hof- und Gerichtsadvocat in Wien, I., Kohlmarkt Nr. 18 erbeten. Wien. (Wiener Reconvalescentenhei in.) Am 30. v. M. fand zu Gunsten dieses humanitären Vereines in Baden ein künstlerischer Unterhaltungsabend statt, welcher einen überaus schönen Verlauf genomnien hat. Die Mitwirkenden, die Damen Rosa Hochmann, Jda Jenbach,- Rosö, Risa Heim, Frieda Ramschak und Saphir, die Herren Friese und Pittner boten ihr Bestes und ernteten Alle stürmischen Beifall; ein elegantes Publicum füllte den herrlichen großen Saal der „Stadt Wien" bis aufs letzte Plätzchen. Unter Anderen beehrten der ehemalige Unterrichtsminister Excellenz Dr. v. Gautsch mit Familie, Herr und Frau Gräfin Alberti, Baron Slucka das Fest mit ihrer Anwesenheit. Excellenz Gautsch äußerte sich über das Fest bei seinem Fortgehen in sehr schmeichelhafter Weise. Das Comite, an der Spitze die Herren Dr. Max Breitenstein und Otto Schäkel, wurde zu dem gelungenen Feste von allen Seiten beglückwünscht. Wien. (M ä d ch e n - U n t e r st ü tz u n g s v e r e i n.) An den Schulen dieses humanitären Vereines beginnt das Schuljahr am 18. September. Zweck dieses Vereines ist, arme Mädchen zur Arbeit und zu selbstständigem Erwerbe zu befähigen. Der Unterricht wird durchaus unentgeltlich ertheilt. Bewerberinnen — arme israelitische Mädchen, welche das 14. (für den Handelslehrcurs und die Fachschule für Schneiderei das 15.) Lebensjahr erreicht haben — können sich, unter Beibringung ihres Geburts- und Schulentlassungszeugnisses, in der Vereinskanzlei, II., Kaiser Josefsstraße 32, melden. Daselbst finden die Einschreibungen statt. Für die Fortbildungsschule Dienstag am 12. September von 9 bis 1 Uhr; für die A rbeitsschulen (Weißnähen, Kleidermachen, Sticken) Sonntag am 17. September von 9 bis 1 Uhr; für den Handelslehrcurs Montag am 18. September von 9 bis 12 Uhr. Die Aufnahme für den Damencurs findet später statt. Waidhosen a. d. Thaya. Unser Rabbiner Herr Dr. I. K a h a n hat uns am letzten August verlassen, um seiner Berufung nach Znaim zu folgen. Welcher Beliebtheit sich derselbe hier bei Juden und Cyristen erfreute, zeigte der überaus herzliche Abschied, zu welchem sich die Herren Vorsteher Josef P o l l a k und Marcus Singer, sowie andere Herren und Damen mit ihren Kindern eingefunden haben. Wir haben unfern Rabbiner mit schwerem Herzen scheiden sehen, aber unsere besten Wünsche begleiteten ihn in seinen neuen Wirkungskreis. Gleichenberg. Ein glänzendes Denkmal jüdischen Gemeinsinnes und edlen Strebens auf dem Gebiete der wahren Barmherzigkeit und der fortdauernden Gnade bildet das israel. Hospital zu Gleichenberg. Eine musterhaft geleitete, von einem edlen Arzte sorgsam gehütete, durch Edelsinn ins Leben gerufene Anstalt, welche vielen, vielen schon Gesundheit und Kraft wiedergegeben, beherbergte in dieser Saison 60 Kranke. Aus allen Gauen unseres großen, theuren Vaterlandes Oesterreich-Ungarn finden daselbst Leidende gegen geringes Entgelt freundliche Aufnahme und die sorgsamste Pflege. In allen Sprachen unserer großen Monarchie wird hier tagtäglich das Lob der Männer gepriesen, welche durch uneigennütziges Schaffen und Handeln so Großes, so Herrliches geschaffen. Diesen edlen Menschen, diesen jrby 'rrrtfü D'öm ■OKbü diesen wahren Dienern Gottes rufe ich im Namen Aller die Worte zu: ittnnm ■nron rßito S. W. Nofsih. (F e r i e n h e i m.) Aus Rossitz wird uns berichtet, daß dieser Tage die daselbst befindliche, hundert Knaben umfassende Colonie des Vereines „Ferienheim" in Wien von der Vicepräsidentin des Vereines, Frau Julie F i a l l a, inspiciert wurde, welche hierbei Gelegenheit hatte, über die Verwaltung der Colonie sowie über das Befinden, Aussehen und die Schulung der Kinder ihre vollste Zufriedenheit auezusprechen. — Weiters entnehmen wir dem in Brünn erscheinenden „Tagesboten für Mähren und Schlesien" vom 6. d. M.: „Dankbesuch beim Statthalter. Wie wir kürzlich berichteten, hat Se. Excellenz der Herr Statthalter Freiherr v. Spens-Booden die in Petraubestehende Mädchencoloniedes Wiener Vereines „Ferienheim" auf seiner Durchreise nach Straßnitz mit seinem Besuche ausgezeichnet und über dieselbe seine vollste Zufriedenheit ausgesprochen. In dankbarer Anerkennung dieser dem Vereine widerfahrenen Ehrung stattete heute eine Abordnung des Vereinspräsidiums, bestehend aus der Vicepräsidentin Frau Dr. Julie F i a l l a aus Wien und der Vorstandsdame Frl. Karoline Schneider, Sr. Excellenz unter Ueberreichung des letzten Vereinsberichtes, ihren Dankbesuch ab. Der Herr Statthalter versicherte die erschienenen Damen seines lebhaften Interesses für die humanitären Vereinszwecke, die er gegebenenfalls zu fördern gerne bereit sei." Mähr. - Ostrau. (Hochherzige Spenden.) Der allverehrte Präses unserer Cultusgemeinde, Herr Dampfbrauerei-

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