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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Date
1899-08-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr^ 34 Dr. Bloch's VochenschrM Seite 63.3 ein Agent der Versicherungsgesellschaft „Generali" ist, — der Geist der Zwietracht in unserer Stadt nicht Eingang findet. Der Gottesdienst, den Herr Obercantor Schön mit dem Tempelchore leitete, und den auf das Bereitwilligste, wie stets, der Obmann der Cbewra Kadischa, Herr Josef Eisler am Harmonium begleitete, bewies, wie schon zu wiederholten Malen, daß Obercantor Schön seiner Aufgabe vollkommen gewachsen ist, dessen Leistungen in liturgischer und gesangstechnischer Richtimg sowie Schulung des Tempelchores, unseres Gemeinde stets zur Ehre gereichen.' Holleschau, 20. August. (Feier des Geburtsfestes des Kaisers.) Militärische Commandorufe sind selten im Tempelvorhofe, angesichts der Synagoge sind sie hier in Holleschau noch niemals gehört worden. Am 18. August trat der Militär-Veteranenverein der israelitischen Stadtgemeinde anläßlich des Geburtstages des Kaisers zum ersten Male in die Oeffentlichkeit. Unter dem Commando des Herrn Oberlieutenants Braun, marschirten die vielfach mit Orden und Ehrenzeichen decorirten jüdischen Veteranen, gefolgt von dem Militär-Veteranenverein der Christenstadt Holleschau, der dem neugegründeten Vereine das Ehrengeleite gab, zum Hause des Herrn Bürgermeisters Salomon Zwillinger. Derselbe nahm von der Vereinsleitung das Diplom als Protector entgegen, und trat vor die Tate der in entwickelter Linie aufgestellten Veteranen, um eine von patriotischen und dynastischen Empfindungen beseelte Ansprache zu halten, worauf der Generalmarsch geblasen wurde und der Musikchor die Volkshymne intonirte. Dann ergriff der Obmann des Holleschauer Militär-Veteranenvereines der Christenstadt Herr Krejöitik das Wort zu einer Rede in böhmischer Sprache, wobei er insbesondere die Einigkeit und Zusammengehörigkeit beider Vereine in treuer Kameradschaft betonte. Im Tempel fand sodann ein Festgottesdienst statt, welchem unter Anderen alle Beamten der Bezirkshauptmannschaft, des Bezirksgerichtes und des Steueramtes, der Statiousvorstand rc. anwohnten. Herr Rabbiner Dr. Freimann, k. k. Feldprediger, hielt eine begeisterte Festrede. Loschitz. Am 15. d. M. fand die feierliche Installation des von der hiesigen Cultusgemeinde neugewählten Rabbiners Herrn phil. Dr. I. Bergmann statt. Der Vorsteher David Hirsch richtete an den neuen Rabbiner eine Ansprache und nach ihm ergriff Herr Ortsschulrath Karl Ehrlich das Wort, den neuen Seelsorger zu begrüßen. Die Festrede des Herrn Rabbiners machte einen tiefen Eindruck. Nach dem Festgottesdienst fand ein Bankett statt, an welchem der Cultusoorstand der Cultusgemeinde M. Aussee, Herr I. Stern sich betheiligte. Kanitz, 20. August 1899. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers, fand Freitag Abend halb 7 Uhr im festlich geschmückten Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt. Unser ehrwürdiger Rabbiner, Herr Dr. H. Flesch, hielt ein herrliche Festrede, die auf alle Zuhörer den tiefsten Eindruck machte. Die schöne Feier schloß mit einem Gebete für Kaiser und Reich. Butschowitz. Anläßlich des Geburtsfestes unseres allverehrten Kaisers wurde Freitag den 18. August um 6'/, Uhr Nachmittag hier im israelitischen Tempel ein Festgottesdienst abgehalten. In dem hell beleuchteten, mit schmarzgelben Fahnen geschmückten Gotteshause erschienen der Cultusvorstand, die Gemeindemitglieder und die Schuljugend in Festkleidern. Das Chorpersonal sang Ma town und Herr Cantor Reichner recitirte den entsprechenden Psalm sowie das Kaisergebet bei offener Bundeslade. Die anwesende Schuljugend unter Begleitung des Herrn Lehrers Gansel stimmte die Volkshymne an. Unmittelbar hierauf erfolgte der übliche Freitag Abend-Gottesdienst, welcher durch die allgelnein gehobene Stimmung feierlicher als gewöhnlich seinen Verlauf nahm. — Als Nachfeier des Geburtsfestes unseres vielgeliebten Monarchen veranstaltete die akademische Jugend von hier und der Umgebung Sonntag Abends den 20. August im Cafe Herman einen Unterhaltungsabend, bestehend in musikalischen, gesanglichen, dramatischen und komischen Vorträgen, und entledigten sich die mitwirkenden Damen und Herren ihrer Aufgabe in wahrhaft künstlicher und lobenswerther Weise, wofür denselben auch. von den zahlreich anwesenden Festgästen reichlicher Applaus zu Theil wurde. Den Schluß des concertlichen Festes, welches bis Mitternacht andauerte, bildete eine Juxlotterie, die auch nicht wenig zur ^Erheiterung der Theilnehmer beitrug. Hierauf folgte ein Tanzkränzchen, welches bis zum hellen Morgen von der tanzlustigen Jugend eifrig benützt wurde. Die von einem Comitemitgliede zu diesem Zwecke verfaßte „Humoristische Festzeitung" wurde in der Tanzpause verlesen, wodurch die Lachnerven bedeutend erregt wurden. Dieser Unterhaltungsabend verdient daher durch die meisterhaft ausgeführten '.Programmpunkte, welche eine freudig gemüthliche Stimmung herbeisührten, als in jeder Beziehung vollkommen gelungen bezeichnet zu werden. Straßnitz. Wie alljährlich har auch diesmal die innige Liebe und Verehrung die Mitglieder der hiesigen Cultus- und politischen Jsraelitengemeinde mit deren Vorsteher und Leiter. Freitag am 18. August. 10 Uhr Vormittags, anlässlich des allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers in dem restlich erleuchteten israelitischen Tempel zu einer solennen gottesdienstlichen Feier vereint. Nach Absingung der Ps lmen von Cantor Legal, bestieg der nach einer erst jüngst glücklich überstandenen schweren Krankheit noch reconvalescente Herr Rabbiner Dr. Friedmann die Kanzel zur Abhaltung der Festrede, welche auch den (Glanzpunkt des Festgottesdrenstes bildete. Mit Zugrundelegung des Textes aus der Haftora des laufenden Wochenabschnittes Jes. 54. V >0., führte der gewiegte Kanzelredner aus, wie die hingebungsvolle Liebe und Treue gegen den Landesfiirsten für uns Israeliten außer der natürlichen Unterthanenpflicht, überdies auch eine heilige Religionspslicht ist. Nach der schönen patriotischen Rede verrichtete der ehrwürdige Herr Rabbiner bei offener heiliger Bundeslade ein eigens zu dieser Feier von ihm rn classisch hebräischer Sprache und ein in deutscher Sprache verfaßtes tiefempfundenes Dank- und Bittgebet für den allgeliebten Kaiser und sein erlauchtes Haus. Mit der von der Schuljugend unter Leitung des Herrn Oberlehrers Binder schön abgesungenen Kaiserhymne schloß das erhebende Kaiserfest im hiesigen israelitischen Tempel. Leipnik. Am 13. d. M. fand das Leichenbegängniß des Bürgermeisters, Ehrenbürgers und Mitglied des k. k. Bezirks- Schulrathes der Jsraelitengemeinde Leipnik Herrn Herrmann Beck statt. Der Heimgegangene erreichte das 80. Lebensjahr. Seit dem Jahre 1861 gehörte er als Gemeinderath dem Ausschüsse der Israel. Gemeinde Leipnik an. Im Jahre 1887 wurde Herr Herrmann Beck zum Bürgermeister der hiesigen Gemeinde gewählt, welche Stelle derselbe bis zu seinem Tode bekleidete, der Heimgegange war unermüdlich in seinem Amte, stets für das Wohl der Gemeinde bedacht. Das Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer erhebenden Feier und gab Zeugniß, wie hochgeachtet und allgemein verehrt der Verblichene war. Der Conduct, dem nebst den Leidtragenden der Ausschuß der Jsr. Gemeinde Leipnik, der Ausschuß der Cultusgemeinde Leipnik, der Herr k. k. Bezirks- Commissär Johann Krones, der Herr k. k. Bezirks-Schulinspector Jung, die Stadtvertretung Leipnik, viele auswärtige Gemeinde- Vertretungen, Veteranen und Feuerwehr-Verein, sowie die angesehensten Bürger aus Leipnik folgten, bewegte sich in einem unübersehbaren Zuge nach dem Friedhofe. In der Leichenhalle schilderte Rabbiner Herr Dr. Feiwel Hillel die Verdienste, welche sich der Heimgegangene um das Wohl unserer altehrwürdigen Gemeinde erworben hat. Hierauf sprach im Namen der Gemeinde Gemeinderath Herr Moritz Ritter. Am offenen Grabe widmete Herr Dr. Salomon Kulka aus Leipnik dem Verblichenen einen Nachruf. In der am 21. August 1899 stattgefundenen Neuwahl wurde Herr Moritz Ritter mit Acclamation zum Bürgermeister der Jsraelitengemeinde gewählt. Stanislau. Für den neuerbauten Tempel wurde Herr Bernhard Löwensohn aus Wottitz zum Obercantor gewühlt. Am 13. August wurde die Trauung des neuen Obercantors mit Fräulein Marie K o n a n i k aus Wottitz durch den Rabbiner Herrn Joachim Katz in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums vorgenommen. Tarnow, 21. August 1899. Der gefertigte Cultusvorstand beehrt sich hiemit zu berichten, daß der israelit. Cultusrath einstimmig zum Oberrabbiner für die Tarnower Cultusgemeinde den rühmlichst bekannten Rabbiner in Oswiecim Herrn Abraham Schnur gewählt hat. Bei der am 17. d. M. feierlichen Uebernahme der Functionen hat sich die ganze Gemeinde betheiligt. Am 18. d. M. hat der ernannte Rabbiner den feierlichen Gottesdienst anläßlich des Geburtstages Seiner Majestät celebrirt. Budapest. Bon den im Juni d. I. in Ungarn geschlossenen Mischehen waren 29 jüdisch-christliche. Bei der Vereinbarung über die Religion der Kinder wurde in 9 Fällen die christliche, jn 20 die jüdische bestimmt. Berlin. Die Herren Rechtsanwälte Louis Cohn, Moritz Dorn, Grabower, M. Jacobsohn, M. Salinger und M. S e l d i s sind zu I u st i z r ä t h e n ernannt worden. Breslau. (Massenerkrankungen nach einem Hochzeitsmahl.) In Sosnowice erkrankten gelegentlich einer Hochzeit im Hause eines reichen jüdischen Bürgers nach dem Festmahl vierzig Personen in schwerer Weise. Mehrere starben. Das genossene Fleisch soll vergiftet gewesen sein. Barmen. Herr Dr. Grabowski, Rabbiner in Könitz, ist als Nachfolger des nach Gothenburg (Schweden) berufenen

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