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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Date
1899-08-25
Page
– (sequence 16)
Language
German
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ti&M smsm Seite 632 Dx. Bloä^S ^ang zur Officiers- und Bramtencarciere rc., stehen, so lange wird die Kreuzzeitung Grund genug haben, daran zu zweifeln, daß diese Uebertritte aus ernsthafter Ueberzeugung erfolgt sind. Sie helfen uns zur Erlangung vollkommener Gleichberechtigung in Staat und Gesellschaft; kommen dann noch soviele Judentaufen vor, dann mag sie daraus einen Schluß auf die werbende Kraft des Christenthums ziehen, Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann davon keine Rede sein. Adrianopel. Der türkische Generalgouverneur unserer Stadt Arif Pascha hat die Schule der Alliance Jsraelite besucht. Der Mädchenschule wendete er seine Aufmerksamkeit besonders zu und war außerordentlich befriedigt von den Leistungen der Schule. Er wurde bei seinem Besuche begleitet von Robert Misrahi Effeudi, dem Director der politischen Angelegenheiten unseres Bezirkes, der ein guter Jude ist, und als solcher eifrigen Antheil an den jüdischen Angelegenheiten nimmt. Paris. Eine Affaire, die eine gewisse Aehnlichkeit mit der berühmten Mortarageschichte hat, wird der Oeffentlichkeit durch die „Aurore" mitgetheilt. Ein jüdischer Kaufmann G., hatte seinen 13jährigen Sohn Lazare auf Veranlassung des Abbs Fenaille in der Glashütte von Cleury untergebracht. Als derselbe dort einige Monate arbeitete, kam der Abbe zu dem Vater des Knaben und verlangte die schriftliche Zustimmung, die das Gesetz bei dem Uebertritt eines Minderjährigen fordert. Der Vater weigerte sich, der Abbe drohte mit der Entlassung des Knaben, er richtete indessen nichts aus und entferute sich wutschnaubend. Monatelang hörte der Vater nichts mehr von dieser Sache, plötzlich erfuhr daß sein Sohn ohne sein Wissen und gegen seinen Willen doch getauft worden sei und jetzt den Namen Louis Emile führe. Herr G. hat nun gegen diesen ungesetzlichen und deshalb ungiltigen Taufact Klage erhoben. Amsterdam. Das Consistorium und der Oberrabbiner vou Geldern haben sich an den Kriegsminister mit der Petition gewendet, daß dieser dafür sorgen möge, daß in allen Kasernen geeignete Räume zu Synagogen eingerichtet werden möchten, sobald eine genügende Anzahl jüdischer Soldaten in der betreffenden Kaserne dienen. Dieser Wunsch wird sicher bewilligt werden. — Der kürzlich verstorbene Dr. Gomez de la Penha hat außer anderen milden Legaten der hiesigen portugiesischen Gemeinde die Hälfte seines Vermögens Unterlassen. Dieser Theil beträgt über 100.000 fl. — Die jüdischen Religionslehrer in Holland haben einen Verein „Achawah", der kürzlich seine Jahresversammlung abhielt. Bei dieser Gelegenheit sandte der Verein ein Telegramm an die Königin ab, die in liebenswürdigster Weise telegraphisch dankte. Johannesburg. Präsident Krüger setzt seine Bemühungen, den Juden die Gleichberechtigung im Transvaal zu verschaffen, trotz des ablehnenden Beschlußes des Volksraad fort. Seine neuen Vorschläge begründet er mit Citaten aus der Bibel, aus denen hervorgehen soll, daß die Gleichberechtigung den Uebertritt der Juden zum Christenthum befördern würde. Diese Begrüngung ist besonders charakteristisch für den Jdeengang der Buren von Transvaal. Vermischtes. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Adele Bauer, die jüngste Tochter des Directors des Wiener Bankvereines Herrn Moriz Bauer, hat sich am Sonntag in Aussee mit dem Großindustriellen Herrn Ferdinand Bloch verlobt. — Am 27. August wird in Marienbad die Vermälung des Herrn Julius F i g d o r, Gesellschafters des Hauses Julius Figdor und Sohn in Wien, mit Fräulein Melanie D u b. Tochter des verstorbenen Procura« führers des Hauses Rothschild, Herrn Moriz Dub, stattfinden. Wien. Im Tempel des IX. Bezirkes fand anläßlich des Geburtstages Se. Majestät des Kaisers ein feierlicher Gottesdienst statt. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. G e l b h a u s hielt eine gediegene Festpredigt und schilderte in gesteigerten Afftcten die Tugenden unseres geliebten Monarchen. Seine Rede in schwungvoller Weise zur Geltung gebracht, machte unverkennbaren Eindruck auf alle Anwesenden. Herr Obercantor Philipp Kläger, der im gesanglichen Theile fungirte, entfaltete sein prachtvolles Organ zu voller Schönheit gleichsam zur Feier des Wochenschrift. 34 Festtages. Auch des Chores darf nicht vergessen werden, der eine vorzügliche Leistung bot und den erhebenden Gefammteindruck des Gottesdienstes wirkungsvoll erhöhte. Wien. (Zu d e n Fe i er ta g e n.) Im Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12, wird am Neujahrs- und Bersöhnungsfeste der Gottesdienst von dem Verein „Montefiore" veranstaltet, welcher alle Vorkehrungen für eine würdige Abhaltung der Feier getroffen hat. (Vereinskanzlei II., Rothensterngasse 10.) Wien. (Auszeichnung.) Der renommirten Schuhwaareu-Firma A. I. L ö w, Wien, I., Kärntnerstraße 3 a, I., Graben 8 wurde der k. k. Hoftitel verliehen. Wien. (D i e H au s ir e r b e i m H a n de ls m i n i st er.) Unter Führung des Ehrenmitgliedes des Hausirervereines Doctor Arnold Ascher begab sich eine aus den Herren Steinmann, Winkler und Rot tenstein bestehende Deputation zum Handelsminister Baron D i p a u l i. um wegen des erlassenen Hausirverbotes für Wiener-Neustadt Vorstellungen zu machen. In der nahezu dreiviertelstündigen Audienz wies Dr. Ascher darauf hin, daß durch die zunehmenden Hausirverbote lediglich die in den betreffenden Orten und in der Umgebung wohnenden Hausirer ans das empfindlichste geschädigt werden, während Tausende aus den begünstigten Gegenden stammende Hausirer, welche durch die Verordnungen nicht getroffen werden können, auch iil den mit dem Hausirverbote belegten Orten freies Feld finden. Die Deputation richtete überdies an den Handelsminister die Bitte, eine längere Uebergangssrist zu bewilligen. Der Handelsminister besprach mit den Deputationsmitgliedern eingehend diese Angelegenheiten, wie auch die Frage des unbefugten Hausirhandels und sagte die thunlichste Würdigung der vorgebrachten Umstände zu. Wien. (Ein neues Ambulatorium für arme kranke Kinder.) In einer vor Kurzem im Restaurant Kühner abgehaltenen Versammlung hat sich ein Verein constituirt, welcher es sich zur Ausgabe gemacht hat, in Wien Krankenanstalten für arme Kinder ohne Unterschied der Confession, und zwar in erster Linie ein Ambulatorium, späterhin, wenn die Bereinsmittel es ermöglichen sollten, ein Kinderspital zu errichten. Dem Vorstande des Vereins, welcher den Namen „V e r e i n z u r E r r i ch t u n g und Erhaltung v o n K r a n k e n a n st a l te n fü r K i n d e r o h n e Unterschied der Confession" führt, gehören an, die Herren: Cäsar Dano n, Cassier; Baurath Theodor Ritter v. Goldschmidt, Universitätsdocent Dr. Josef Grünfeld, kaiserlicher Rath Heinrich K l i n g e r, Dr. Gustav K o h n, Vicepräsident; Leopold L o u r i e, Arthur Edler v. Mises, Commercialrath W. P o l l a c z e k, Max Q u i t t n e r, Fritz Redlich, Moriz S i l b e r st e rn, Dr. Moriz Singer. Schriftführer; Heinrich T e l t s ch e r, Julius Wolf; dem Revisionsausschusse die Herren: Dr. Marcus Spitzer, Albert Stein und B. Persicaner. Die Wahl des Vereinspräsidenten wurde einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten. Da sich das Bedürfniß nach Errichtung von Krankenanstalten für arme Kinder in Wien von Tag zu Tag fühlbarer macht, so hofft der Verein, durch werkthätige Unterstützung der vielen in Wien lebenden Menschenfreunde baldigst in der Lage zu sein, seine Vereinsthätigkeit mit der Ecöffnnng eines Kinder-A-nbulatoriums zu beginnen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 3 fl. und werden Beitrittserklärungen an den Vereinsschriftführer Herrn Dr. Moriz Singer, Hof- und Gerichtsadvocaten in Wien, Kohlmarkt 18, erbeten. Marienbad, 21. August 1899. Anläßlich des allerhöchsten Geburtssestes Seiner Majestät des Kaisers wurde von der Jsr. Cultus gemeinde ein Festgottesdienst veranstaltet, bei welchem die Synagoge von den, trotz der vorgeschrittenen Saison, zahlreich anwesenden Curgästen bis auf das letzte Plätzchen gefüllt war. Die Gesänge, von dem Cantor und dem Chore mustergiltig ausgeführt, leiteten die Feier weihevoll ein, welche in der, an Form uud Inhalt gleich vollendeten patriotischen Festpredigt Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Goldberger ihren Höhepunkt erreichte. Im Anschlüsse an die Predigt schloß die wahrhaft erhebende Feier mit dem allgemeinen Gesänge des Kaiserliedcs. Austerlitz. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers fand im hiesigen Gotteshause ein Festgottesdienst statt, an dem nicht nur die Spitzen der Behörden, sondern auch der hiesige Veteranenenverein mit der Capelle theilnahm. Ein Beweis, daß trotz der heftigen, oft schmutzigen antisemitischen Agitation eines im benachbarten Butschowitz erscheinenden Winkelblättchens, dessen Redacteur nebenbei bemerkt

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