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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Date
1899-08-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Bloch's Wochrnschrifi. Seite 621 Ausgaben: Kosten des II. Congreßes .... . Francs 10.908*60 Administrationsspesen . „ 21.465'65 Rückzahlung für Agitation»- und Reisespesen in Rußland . „ 28.697.35 Reisespesen in Rumänien. „ 2.486*90 „ „ Italien. . ... . „ 130*— Agitations und Reisespesen in der ganzen übrigen Welt . . „ 68.403.45 Conto der Jüdischen Colonialbank ... „ 8.126*35 Actien-Conto .. „ 2.536.45 Saldo.... . „ 15.457*75 Francs 158.212.— Außer dem Baarsaldo sind noch andere Werthe vorhanden, so daß sich folgende Bilanz ergibt*. Baarsaldo Wien .Francs 9.712*— „ Rußland ....... „ 5.334*— „ Runmnien. „ 411*76 Conto der Colonialbank und sonstige Forderungen .... „ 14.695*69 Actiencapital . . . . „ 2 536*45 Inventar des Bureaus in Basel ... „ 1.077*50 in Inventar des Wiener Bureaus „ 735*— zusammen Francs 34 502*40 Den Vorsitz übernahm nun Professor Mandelstamm und wurde die Debatte über den Rechenschaftsbericht fortgesetzt. Als erster Redner sprach Dr. M e n c z l namens der galizischen Delegirten. Er erklärte, das sich dieses Jahr nicht mehr jene Scenen wiederholen werden, wie sie seitens der galizischen Delegirten im Vorjahre veranstaltet wurden, da die Opposition zu Hanse geblieben ist, er kann es jedoch nicht unterlassen, gegen das Actionscomita den Vorwurf zu erheben, für Galizien nicht genug gethan zu haben. Gegenüber- Galizien ist Rußland und Rumänien ein Eldorado. Redner schildert die traurige Lage der Juden in Galizien und verlangt für sie eine specielle Hilfe. In Galizien ist alles zionistisch, sogar die Aermsten. Ihnen müßte eine ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, überhaupt im Punkte Organisation und Presse. Redner erklärte sodann im .Namen der 21 Delegirten aus Galizien, daß sie mit den Quertreibereien des Dr. Salz und Genossen nichts gemein haben. Diese Männer schaden uns nur, denn es geht den nach Palästina geschickten Juden sehr schlecht, das hindert uns nun in der Agitation. Sie sind der Stein des Anstoßes; wenn sie Wohlthätigkeit üben wollen, mögen sie es nur thun, aber stille Wohlthätigkeit ist die beste. Namens des Legitimations-Ausschusses wird nun mitgetheilt, daß gegen die Wahlen kein einziger Protest eingelaufen ist, sämmtliche Wahlen konnten somit verificirt werden. Dr. Werner aus Wien interpellirt den Dr Herzl über die Stelle in seiner Eröffnungsrede, wo vom Charter gesprochen wird und fragt, ob die Erreichung des Charters n u r das nächste Ziel des Zionismus sei, oder ob etwa dadurch das Baseler Programm eine Einschränkung erfahre. Redner vermißt im Rechenschaftsbericht specificirende Daten, er wünscht eine engere Verbindung mit den Colonisatiousvereinen. Er spricht von der Entwicklung der Bewegung in Wien, die nicht die wünschenswerthen Fortschritte aufweist,' und wünscht für Wien eine besondere Organisation, denn das Actionscomite kann wohl die Localagitation nicht betreiben Redner möchte erfahren, wie die zionistische Bewegung in den verschiedenen Ländern vorgeschritten ist, ob die Bewegung auch in die jüdischen Arbeiterkreise eindringe? Welche Erfahrungen das Actiouscomits mit der Centralisation oder Decentralisntion gemacht habe? Er kam schließlich ebenfalls auf den Verein „Ahawath Zion" zu sprechen und verlangt, es möge der ganze Sachverhalt der Streitigkeiten mit dem „Ahawath Zion" dargestellt werden, um den Congreß auszuklären und den Zionismus von dieser Landplage zu befreien. Ferner spricht der Redner gegen die Veröffentlichung des Eassaberichtes aus, er würde die Geheimhaltung wie im vorigen Jahre, daß nur dem Finanzausschüsse alles mitgetheilt wird, der dann nur das Saldo dem Congreß mitzutheilen Hai, vorziehen. — Herr Birkenstem (Frankfurt) meint, das Schwergewicht des Zionismus liege im Westen und nicht im Osten; auch für Deutschland habe das Actionscomits wenig gethan, auch dort ruht die ganze Last auf einigen Schultern. Er wäre dafür, daß der Congreß nächstes Jahr in einer anderen Stadt abgehalten werde. Es sprach hierauf Rabbiner Lebel aus Rumänien in predigtartiger Vortragsweise, spricht nicht zur Sache und wird unterbrochen. Es wird hierauf zehn Minuten Rededauer beschlossen. Rabbiner S e f f sprach gegen die Bezeichnung der Kleincolonisation als „Schmuggel" und meint, es mögen die Politischen Zionisten etwas praktisch, die praktischen etwas politisch werden Redner wird wiederholt unterbrochen und schließt mit den Worten, daß die Altzionisten viel Opfer gebracht haben, man dürfe sie daher nicht ohne Weiteres lahmlegen. — Dr. Weizmann findet im Bericht nur Angaben negativer Natur, er beklagt sich, daß die Verbindung der leitenden Männer in den verschiedenen Ländern mit dem „Ahawath Zion" eine zu lockere sei und so wie die ersteren zu wenig selbstständig. Trotz wiederholten Ersuchens wurde den Mitgliedern des Actionscomitäs in den einzelnen Ländern die Tagesordnung des Congresses nicht zugeschickt, die Wünsche derselben werden überhaupt nicht genügend berücksichtigt. Redner schließt mit der Bemerkung, man möge sich über die geübte Kritik nicht aufhalten, denn eine gute Kritik ist angebracht, wir kommen einmal im Jahre zusammen, um zu kritisiren. — Dr. Tschlenoff freut sich, daß diesmal der Cassabecicht auch dem Congreß und nicht blos dem Finanzausschüsse vorgelegt wurde. Er wünscht, daß künftig der Schekel nur von Zionisten genommen werde und nicht von anderen Personen. Auch er bemängelt das Fehlen genauer Daten und bezüglich der kulturellen Thätigkeit, es genügt nicht, Vereine zu gründen, man muß auch auf deren culturelle Thätigkeit Gewicht legen, denn dies ist die einzige Garantie für deren Gedeihen. Das wichtigste im Zionismus ist die Cultur. Wir sind auch in dieser Beziehung thätig, es darf Niemand glauben, daß, was im Bericht fehlt, fehle auch im Leben. — E s wird nun fünf Minuten R e d e d a u e r beschlossen. Dem Delegirten M o tz k i n wird eine längere Redezeit gewährt, seine Ausführungen erregen großes Aufsehen und Erregung, da er als treuer Anhänger des politischen Zionismus bekannt ist und trotzdem denselben angreift und sogar gegen Dr. Herzl selbst Angriffe erhebt. Er erklärt, die Vorgänge am -zweiten Congreß hatten viele alte Zionisten mißgestimmt, sogar solche, die keine persönliche Eitelkeit hatten.Die Be- Beschlüsse des Congresses in Bezug auf die Bank wurden nicht eingehalten, der Congreß erklärte ausdrücklich, daß er die Colonisation der Bank nur auf Palästina und Syrien beschränkt wissen will, trotzdem heißt es im Bankstatut Absatz III, alinea 1, daß der Aufsichtsrath in gewissen Füllen berechtigt ist, auch „in irgendeinem anderen Theile der Welt und an irgendeinem Orte oder in irgendeinem Lande sich auch mit Colonisation zu befassen." Diese den Congreßbeschlüssen widersprechende Bestimmung erregte selbst in gut zionistischen Kreisen großes Aufsehen und forderte die Kritik geradezu heraus. Redner wendete sich dann gegen die Uebertreibungen der zionistischen Führer, welche dadurch beim Volke Erwartungen erwecken, deren baldige Erfüllung sie selbst kaum glauben. Zuerst sagte man, das Ziel des Zionismus werde sich nicht so leicht und bald erreichen lassen, bald aber kommt man mit einer überstürzten Agitation und macht Versprechungen, daß das Volk glauben könnte, wir sind bald

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