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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-08-18 · 33 (18.8.1899) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
33 (18.8.1899)
Date
1899-08-18
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 612 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 33 einen Juden nennt. Der Mensch ahnt nicht, daß er eigentlich die Juden ehrt, wenn er solche Christen zu Inden stempelt. Vertha Lr. Warum soll Berg a n i seine Sympathien für die Meuchelmörder, die den braven L a b o r i ans dem Wege räumen wollten, nicht zwischen den Zeilen wenigstens durchleuchten lassen? Uns gefällt cs, daß Vergani in diesem Falle sich so zeigt, wie er denkt. W. H—g. Der erste Jude, der — unseres Wissens — in Rußland in den Adelsstand erhoben wurde, war der Banguier Epstein in Warschau. I. L—g. Wenn der Antisemit Paul v. Pacher früher wirklich der Meinung war, daß die Juden Ausdrücke wie „Schuft", „Schurke" rc. nicht im Munde führen, so wird er durch die Polemik mit dem Herausgeber der „Arbeiterzeitung" der ihm diese und ähnliche Titulaturen nur so schockweise an den Kopf warf, eines anderen belehrt worden sein. Hr. v. Pacher wird dock nicht glauben, daß Dr. Adler diesen Stil erst durch die Taufe erlangt hat. Justus. Wenn ein liberales Blatt solche Dinge über das „Deutsche Volksblatt" erzählt hätte, deren sich dieses Schandblatt in der Polnaer Mord-Affaire rühmt, hätte vielleicht Mancher im ersten Augenblicke ausgerufcn: „Das ist unmöglich! Das thut selbst ein Vergani nicht!" I. B. ad. I. Von Daniel Sanders sind uns noch mehrere Bearbeitmigen talmudischer Sentenzen in poetischer Form bekannt, ad IL) Bevor den Gelehrten des „Deutschen Volksblattes" bekannt war, daß Sanders ein Jude war, wurde seiner in dem Blatte stets mit begeisterten, rühmenden Worten^gedacht. I. F. Eine ergreifende Novelle K o m p e r t's, „Schlemiel", schildert das Leben eines — Schlemiels. M. G. In früheren Zeiten wurde das Heiraten den böhmischen Israeliten so erschwert, daß selbst jene, denen das Recht eingeräumt wurde, einen Marterweg durch so viele Instanzen machen mußten, daß darüber mitunter viele Jahre vergingen. I. S. In der Regel behält von zwei Streitenden auch nach den längsten und erbittertsten Auseinandersetzungen Jeder seine Meinung, wenn auch Schopenhauer einmal allzu optimistisch behauptete, daß in solchem Falle oft Jeder die Meinung des — Anderen nach Hause trüge. I. W. Eine Partei, in deren Mitte es Leute gibt, die ans Haß gegen D r e y f u s Banditen dingt, um dessen Vertheidiger zu morden, muß es sick) gefallen lassen, eine „Partei der Mörder" genannt zu werden. W. .<5.— u. Die Antwort ist einfach die: Der Mädchenhandel ist interconfessioncll. Am Spittelberg z. B. liegt er ausschließlich in arischen und antisemitischen Händen. W. B. Ihre Bemerku-gen über diese Auslassungen der clericalen Blätter sind ganz richtig. Niemand Geringerer jedoch als Franz Grillparzer war es, der da schrieb: Wenn man mir vom christlichen Staate spricht, so möchte ich die Gewalthaber fragen: wenn man Euch einen Backenstreich gibt, haltet Ihr die andere Wange hin? Li^bt Ihr Eure Feinde, oder schlagt Ihr sie nicht vielmehr tobt? ... Erlaubt Ihr nicht dem reichen Gläubiger, den armen Schuldner auszupfänden, wenn er dessen Handschrift in Händen hat d Gebt Ihr dem Dürftigen oder fordert Ihr nicht vielmehr Steuern von ihnen? . . . Die Einzelnen mögen, können und sollen Christen sein, der Staat ist keine christliche, sondern eine weltliche, auf das starre Recht und den Nutzen gerichtete Anstalt." W. H. Das kann sein. Berthold Auerbach hat schon das betreffende Wort über solche Charaktere gefällt: „Es ist leicht, energisch zu sein, wenn man einseitig ist." 9t— g. Denken Sie an das alte Wort: „Wer nicht schweigen kann, der kann auch nicht reden." K. in 9t. Nein. C. L. Der 18. August l883 war Samstag am 15. Ab 5643. Der 18. October 1878 war Freitag am 21. Tischri 5639. Austriacus. Wir werden Einiges aus Ihrer Zuschrift gelegentlich im Zusanunenhange mit anderen Angelegenheiten verwerthen. I. F. Nein. Der Tempelverein Simmering acceptirt für die hohen Feiertage einen würdigen und tüchtigen Schacharis-Vorbeker, welcher gleichzeitig Baltokre sein soll. Honorar nach Uebereinkommen, und haben sich Bewerber beim Herrn Tempelvorsteher Jac. Grün» Simmering, Hauptstraße 74, zwischen 5—7 Uhr Abends vorzustellen. Der Vorstand. i Für die hohen Fest- und Feiertage empfehlen wir allen unseren Glaubensbrüdern, die jüdisch denken und fühlen Palästina-Wein und -Cognac aus den jüdischen Colonien in Palästina. — An den heiligen Fest- und Feiertagen wird auch für das gelobte Land und dessen Bewohner viel gebetet; jeder gute Jude sollte daher seine Gebete auch in Thaien umsetzen und die jüdischen Colonisten durch Abnahme ihrer Producte unterstützen. Der Karmel-Wein und Karmel-Cognac soll in jedem gut jüdischen Hause gehalten werden. Alleiniges Monopol für ganz Oesterreich-Ungarn: Commandit-Gesellsehaft „Karmel“, Wien l.j Börseplatz 6- (Telephon 13.187.) ~£i ULs:z;"ug’ a/u-s UPrels-Oonrsiiit: Weisse Weine. Sauterne.■.fl. —.90 Muscat doux, süss Vermouth . . . Rothe Weine. ’l, Flasche V2 Flasche fl. —.50 Medoc II.. . - */i Flasche 1l« Flasche fl.“—.50 1.50 » —.80 > I ..... . 1.40 » - 75 > 1.80 » -.95 St. Julien..... . . . . S 1.80 » -.95 3> 1.80 » —.95 1.50 » —.80 » 1.80 > —.95 » » superieur 1.80 » - 95 Vi FJasclie */» Flasche J/* Flasche fl. 3.— fl.'1.55 fl.—.85 hl Aufträge aus der Provinz werden schnellstens ausgeführt, jedoch nur gegen Einsendung des ganzen Betrages im Vorhinein oder einer 20percentigen Angabe. — Emballage, Fracht etc, zu Lasten des Käufers. >» 325 |j 1 Herausgeber: Dr. Josef S. Bloch. — Verantwortlicher Redacteur: Robert Wolf. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VIII.

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