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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-08-11 · 32 (11.8.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
32 (11.8.1899)
Date
1899-08-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 692 Dr. Bloch's WochenschrM Nr. 32 Trebitsch. Freitag am 4. August d. I. wurde der bei Klagenfurt verunglückte Südbahn-Directionsbeamte Herr Julius Wallis, der von hier stammte, unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Pollak hob in der Trauerrede die vorzüglichen Geistes- und Herzenseigenschaften des Verewigten hervor, der seine Studien mit ausgezeichnetem Erfolge zurückgelegt hatte und schon im Jünglingsalter für Eltern und Geschwister zu sorgen sich bestrebte. Auch erwähnte Redner, daß Wallis' Stammvater vor etwa 100 Jahren ebenfalls auf tragische Weise sein Leben verlor, da er einem blindlings abgegebenen Schüsse eines Soldaten zum unschuldigen Opfer fiel, und wies auf das heldenmüthige Benehmen des zu Tode Verwundeten hin. Die mit der Vereinsfahne erschienene Abordnung des Wien-Favoritener Gesangsvereines „Liedertafel", dessen Obmann-Stellvertreter der Verstorbene gewesen, sang ei» rührendes Grablied, worauf der Südbahninspector Herr Nowosad namens der Generaldirectiou und aller Beamten der Südbahn und Herr Kratter namens des erwähnten Gesangsvereines wehmüthige Abschiedsworte sprachen. — Am darauffolgenden Sabbath hielt Herr Dr. Pollak in der Predigt dem früh verschiedenen Professor Dr. Kaufmann einen höchst ehrenvollen Nachruf. Ec nannte ihn eine Zierde und Leuchte des Judenthums; er fei ein Dichter und Denker, ein Philosoph und Geschichtsforscher gewesen und hätte unstreitig noch Großes feinen außerordentlichen Leistungen hinzugefügt, wäre er nicht in der Blüthe der Jahre dahingerafft worden. — Die hochavgefehenen Familien Salomon Kohnberger und Schnek in Wien, die bei jedem Anlasse ihrer Vaterstadt Trebitsch eingedenk sind, ließen anläßlich des Hinscheidens des Herrn Eduard Kohnberger 100 fl. an die hiesigen jüdischen Orts armen zur Vertheilung gelangen. Ebenso vertheilte die geachtete Familie Epstein in Brünn bei dem Tode des Herrn Julius Epstein an ihre hiesigen Verwandten und die Armen den Betrag von 500 fl., wofür den edlen Spendern auch öffentlich der Dank ausgesprochen werden möge. AMhrrsch - Aufsee. Herr Rabbiner Dr. Moritz Emil P r o ß n i tz hat sich mit Fräulein Flora L e i m d ö r f e r, Tochter des Herrn Rabbiners Dr. D. Leimdörfer aus Hamburg, verlobt. Znaim. (V e r l o b u n gs a n z e i g e.) Herr Moritz Fuchs, Cantor und Religionslehrer in Bruck a. d. Leitha, hat sich mit Fräulein Charlotte Holzer, Tochter Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Ignaz Holzer in Znaim, verlobt. Bad -Ernsdorf in Schlesien, 8. August. Am vergangenen Sonntag veranstalteten die jüdischen Curgäste im Garten des Herrn Simachowitz eine Tombola uebst Tanzkränzchen, um deren Zustandekommen sich die Comite Mitglieder Frau Sophie Neufeld. Frau Alexander Horowitz, Frau Alexander Landau, Frau Adolf Pamm, Herr Kempler und Herr Weinstock sich besondere Verdienste erwarben. Das Reiuerträgniß von fl. 120 (Hundertzwanzig) wurde dem Herrn Dr. Thon, Rabbiner aus Krakau, mit der Bestimmung übergeben, fl. 15 an die hierortige Gemeinde, fl. 50 an hiesige arme Curgäste, fl. 30 an einen Krakauer Bekleidungsverein, fl. 25 an eine Krakauer Volksküche zu leiten. Eibenschih. Am 31. Juli verschied hier im 70. Lebensjahre Herr Max Sinaiberger, Gründer der bestrenommirten Lederfabriksfirma M. Sinaiberger & Söhn?, und erregte sein Hingang allgemeine und aufrichtige Theilnahme. Der Verblichene war ein self-made man, der mit bescheidenen Mitteln den Grund zu seinem gewerblichen Unternehmen legte und dnrch rastlosen Fleiß, strebsame Thätigkeit und durch unbeugsame Rechtlichkeit und Reellität sich das vollste Vertrauen erwarb. An der Stelle der anfänglich kleinen Werkstätte steht jetzt ein stattliches Fabriksgebäude, ein Wahrzeichen bürgerlichen Gewerbefleißes, das einer großen Zahl von Arbeitern Lebensunterhalt bietet. Trotz seiner anstrengenden Thätigkeit versah Herr Bk. Sinaiberger durch eine Reihe von Jahren das Amt eines Cultusvorstehers mit Wärme und Eifer, wie auch jetzt sein ältester Sohn an der Spitze der hiesigen Gemeinde steht und zu ihrer Ehre segensreich wirkt. Die Leiche wurde in den schwarz decorirten Tempel getragen, wo sich der Gesammtvorstand, die Gemeiudemitglieder und eine Schaar christlicher Trauergäste eingefunden hatten. Herr Rabbiner Dr. Handl hielt einen ergreifenden Nachruf, in welchem er das verdienstvolle Wirken uud Schaffen des Verblichenen schilderte und den Gefühlen der Wertschätzung und schmerzlichen Theilnahme für den ehrenwerthen Mann warmen Ausdruck verlieh. Herr Obercautor Löwensohn recitirte in wehmuthsvolleikk Vortrage Psalm 91 und wurde zum Schluß der Tranerfeier das Lied: „Es ist bestimmt in Gottes Rath" vom Tempelchor angestimmt. Mlynow. Am 14. d. begehen das 25jährige Jubiläunr als Eigentümer der Dampfmühle und Grundbesitz in Mlynow, Bezirk Brody, die Herren James Landau, Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde in Lemberg, und Herr Nachmiel Landau, Vorsteher des Blinden-Jnstitutes in Lemberg. Als Eigenthümer genannten Fabriksetabliffements haben es die Herren Landau verstanden, nicht nur die Anhänglichkeit ihres Personals und der Arbeiterschaft, sondern auch die weitgehendste Sympathie aller Schichten der Bevölkerung des Bezirkes in hohem Masse zu gewinnen. Der größere Theil der Armen der israelitischen Cultusgemeinde in Szczurowice hat Brot und Auskommen bei genannter Fabrik. Ebenso wie die Herren jeglichem Fortschritt auf dem Gebiete des Mühlenwesens Rechnung tragen, so sind sie auch bestrebt, bei Wahrung aller Tradition, dennoch die fanatische Bevölkerung der Kleinstadt in die Mysterien des rationellen Fortschrittes einzuführen, und bei genannter Bevölkerung sind bereits Spuren von Erfolg bemerkbar. Zugleich mit den Chefs feiern ihr Jubiläum folgende Beamte und Angestellte: Der erste Buchhalter Herr Berthold Jerich, Salomon Freid, Obermagazineur, Marcus Licht, Oberagent, T. Civilkiewicz, Untermüller, und andere 4 Mühlenarbeiter. Wir wünschen einem solchen musterhaften Etablissement bestes Gedeihen. Budapest. Die in den Extravillau der Bezirke V, VI, und VII wohnenden Israeliten, denen es durch die weite Entfernung des Haupttempels zu beschwerlich ist, diesen zu besuchen, haben sich zu einem Bethausverein constituirt. Dieser steht unter dem Protectorate der Religionsgemeinde zu Budapest und errichtete ein für 220 Personen berechnetes Bethaus auf der äußeren Waitznerstraße Nr. 23, welches nunmehr eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben wurde. In dem mit Topfpflanzen reichgeschmückten und glänzend beleuchteten Gotteshause hatten sich eingesunden: Der Neu-Pester Oberrabbiner Herr Dr. Ludwig Benetianer, dann seitens der Pester israelitischen Religionsgemeinde Tempelvorsteher Herr Arthur Bloch, die Herren Repräsentanten Sr. Ehrwürden Moritz Müller, Dr. H. Spitzer und Dr. Spitzer, Secretär Dr. Ludwig Steiger und Obercantor Sam. Glück; seitens des Bethausvereines: Herr Dr. Leopold Decsi, Präsident, Herr Franz Fisch, Samuel Krakauer, Vorsteher, die Herren Ignatz Weiß und Ignatz, Tempelvorsteher, und Herr Simon Horovitz, Religionslehrer und Andere. Obercantor Professor Adolf Lazarus eröffnete die Feier mit dem Absingen des Einweihungspsalm 30, worauf Rabbiner Dr. Samuel Kohn das „Ewige Licht" anzündete und die Benediction verrichtete. Dann hielt er die Festrede und verrichtete als erstes Gebet im neu eingeweihten Gotteshanse das Königsgebet und das Gebet zum Wähle des geliebten Vaterlandes. Mit dem Absingen des „Hymnus", vom Obercantor und vom Chorpersonal meisterhaft zur Geltung gebracht, schloß die schöne Feier. Nach beendeter Feier reichte der Hauseigenthümer Herr Snrküny, Director der berühmten Esterhazy'schen Cognacfabrik, von seinen Erzeugnissen den Gästen Erfrischung, wobei Herr Albert Antscherl und Herr Hugo Strauß die Honneurs machten und die Gäste längere Zeit fröhlich beisaiumen hielten. Budapest. Unter imposanter Betheiligung fand das Leichenbegängniß des Redacteurs des „Pol. Volksbl." Ignaz Devecseri statt. Unter anderen Persönlichkeiten waren anwesend : Oberbürgermeister Josef Markus, Abgeordneter Moriz M e z e i, königlicher Rath Moriz G e l l e r i, Stadthauptmann Dr. B o d a, Stadthauptmann Dr. Akusius Dine r, Theater-Director Sigmund Feld, zahlreiche Journalisten und eine Deputation des Moriz Hirsch - Wohlthätigkeitsvereines. Rabbiner Dr. Weißburg hielt die Trauerrede, woraus der Chor unter Leitung des Obercantors Lazarus Trauerlieder vortrug. Im Namen der Redaction des „Neuen Pester Journals" und des „Politischen Volksblattes" hielt Redacteur Dr. Ludwig Brody dem dahingeschiedenen Cvllegen einen warmen ergreifenden Nachruf. Dann begab sich der Trauerzug nach dem neuen israelitischen Friedhof, wo die Beisetzung des Leichnams zur ewigen Ruhe erfolgte.

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