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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-07-28 · 30 (28.7.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
30 (28.7.1899)
Date
1899-07-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 562 Dr. Blocht Wochenschrrst. Nr. 30 Transvaal auch das passive Wahlrecht zu bewilligen, damit die Juden auch in den Volksraad, das Abgeordnetehaus von Transvaal, eintreten könnten. Krüger antwortete aber ablehnend, er habe den Juden bereits das Stimmrecht gegeben, was ihnen Rußland nicht einmal bewillige, ehe er ihnen weitere Rechte gewähren könne, müßten sie sich noch eine Zeitlang gedulden. Jedoch behalte das Gouvernement diese Frage immer im Auge. Mit diesem beinahe ablehnenden Bescheid mußte sich die Deputation einstweilen zufrieden geben. Teheran. Obwohl die Situation der hiesigen Juden gegen früher sich gebessert hat, seitdem der Director der Allianceschule Mr. Cazes hier ist, so ist es noch lange nicht als gut zu betrachten. Die Mohammedaner unter dem Einfluß der niederen Geistlichkeit haben sich zusammengethan und an den Schah eine Bittschrift eingereicht, in der sie folgende Punkte verlangen: 1. Den Juden soll verboten werden sich in den Khans einzurichten (Kahn ist hier gleichbedeutend mit Bazar.) 2. Den Juden soll der Handel sowohl im Großen, als auch im Kleinen verboten worden. 3. Den Inden soll die Vermittlung von Geschäften verboten werden. 4. Die Juden sollen verpflichtet sein das Rad auf dem Gewände zu tragen. 5. Bei Regentagen dürfen die Juden nicht auf die Straße gehen. Außer diesen 5 Hauptforderungen werden noch 24 geringe Wünsche aufgestellt und mtt Excessen gedroht, wenn die Regierung diesen Forderungen nicht nachgeben würde, einstweilen aber ein Ausstand der Geschäftsleute in Scene gesetzt. Glücklicherweise gelang es Cazes, die hohe mohammedanische Geistlichkeit zu gewinnen und durch sie das Gouvernement zu strengem Einschreiten zu veranlassen. Das Judenqnartier wurde militärsich besetzt und mit den Aufständischen ein Compromist geschlossen, dessen Kosten freilich wieder die Juden zu tragen haben, denn ihnen wurde verboten. 1. Geschäfte zu vermitteln, 2. nach Maß zu verkaufen, 3. den Frauen der Mohammedaner zu verkaufen. Durch diese Vereinbarung sind natürlich wieder eine Menge von Glaubensgenossen brotlos geworden und andererseits sind die Judenfeinde noch nicht zuftieden. Wie wird das enden? Vermischtes. Wien. Der Schlußartikel „Der organische Zionismus" von Herrn Dr. Abraham Salz, der die Stellungnahme der praktischen Zionisten zu den neuen zionistischen Institutionen enthalten wird, erscheint in der nächsten Nummer. Wien. (B e r m ä l u n g e n.) Sonntag den 30. Juli um halb 3 Uhr Nachmittags findet im Tempel in der Seitenstettengaffe die Trauung des Fräulein Nelly Steiner, Tochter des Cultusvorstandes Herrn Dr. Maximilian Steiner, mit Herrn Herrn Heinrich Ries aus Budapest statt. — Am selben Tage um '/« 2 Uhr Nachmittags findet im Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Ella Flamm. Tochter des Herrn Louis Flamm, mit Herrn Dr. Theodor Heller, dem Sohne des Herrn Director Heller statt. Wien. („Ferienheim". Verein für israelitische Ferien-Colonien.) Am 7. Juli fand der erste Serienwechsel in den Colonien dieses rührigen Vereines statt. 55 Mädchen kamen aus der Colonie Petrau nach vierwöchentlichen Ferienaufenthalte blühenden Aussehens mit bedeutender Gewichtszunahme. 70 Mädchen aus Schloß Roffitz mit ähnlichen zufriedenstellenden Resultaten. Den größten Erfolg hatte jedoch der Verein mit 13 scrophulösen Kindern aufzuweisen, welche aus den Jodbädern Hall und Darhau mit geradezu glänzenden Befferungen heimkehrten. Am 14. Juli erfolgte neuerdings die Abreise von 56 Knaben nach Petrau, 85 Knaben nach Schloß Rossitz und wettere 10 Kinder nach Bad Hall. Die Colonien in Hall und Roffitz werden vom Vereine in eigener Regie verpflegt. Wien. (Zu den Feiertagen.) Der mit einer ausgezeichneten Sttmme begabte ehemalige Obercantor Herr Joachim Ab ras, bekannt durch seine vorzüglichen Leistungen bei den Gottesdiensten im großen Musikvereinssaale, wird in diesem Jahre an den Feiertagen im Festsaale Eschenbachgasse 9 vvrbeten. Die Sitze werden von Herrn Obercantor A b r a s selbst vergeben. Wien. Der Kaiser hat der Frau Hermine Bach, Leiterin des Hofstickerei - Ateliers, den Titel einer k. und k. Kammer- Kunststick-rin mit Nachsicht der Taxe verliehen. Pisek. (Trauung.) Sonntag den 30. Juli findet in Prag, Hotel Robitschek, die Trauung des Fräulein Malvine Stransky, Tochter des h'esigen achtbaren Cultusvorstandsmitgliedes Herrn Fabrikanten Adolf Str ansky, mit Herrn Robert K a u d e r aus Wien statt. Pisek, 19. Juli. Herr Rudolf Weil hat anläßlich seines Vermälungsfestes dem hiesigen Tempel einen prachtvollen Baldachin gespendet. Die Familie Weil gehört zu den angesehensten und wohlthätigsten Familien unserer achtbaren Gemeinde. Besonders verdient die Munificenz und seltene Herzensgüte der hier allgemein geachteten und verehrten Frau Caroline Weil rühmend hervorgehoben zu werden. d Innsbruck. (Verlobung.) Fräulein Frieda Bauer hat sich mit Herrn Karl Kafka aus Linz verlobt. Kremsier. (Vierzigjähriges Hochzeits-Jubiläum.) Der in Kremsierer Gesellschaftskreisen sehr geachtete Kaufmann Herr Sigmund Simon beging am 23. d. mit seiner Gattin das Fest des vierzigsten Hochzeitstages. Teschen. (Jubiläum.) Unser Obercantor Herr M. Poborsky begeht am 1. August sein 25jähriges Dienstjubiläum in unserer Gemeinde. Als Herr Poborsky vor 25 Jahren seine Stelle hier antrat, war der Gottesdienst noch ungeregelt und der neue Obercantor, ein Schüler Rokitansky's und mit einer prachtvollen Tenorstimme ausgestattet, widmete sich mit dem größten Eifer der Aufgabe, den Gottesdienst erhebend und werlhvoll auszugestalten und den Umbau des Gotteshauses, sowie die Einführung einer Orgel unterstützten ihn in der Erreichung dieses Zieles. Während seiner Thätigkeit war es Herrn Poborsky bcschieden, vor dem Kaiser und früher noch vor dem Erzherzog Albrecht, dem Erzherzog Friedrich und vor dem Kronprinzen Rudolf als sie unser Gotteshaus besuchten, vorzutragen. Mit besonderer Sorgfalt widmete sich Herr Poborsky der Schulung und Heranbildung eines tüchtigen Chores, und er findet hiebei die thatkräftigste Unterstützung seitens unseres Präses Herrn I. Ph. Glasin ger. Herr Poborsky hat sich nicht blos durch seinen Pflichteifer und seine Tüchtigkeit, sondern auch durch sein liebenswürdiges bescheidenes Benehmen die allgemeinsten Sympathien erworben. Bielih. (Jüdischer Abiturientencommers.) Dem Schlußcommerse der jüdischen Abiturienten wohnte zahlreiches Publicum bei. Das Ausbleiben der jüdischen Honoratiorenkreise, die, wie ausgesprochen wurde, der Absonderung der studirenden jüdischen Jugend gegenüber keinen gutheißenden Standpunkt einnehmen, wurde an dem Abende von mehreren Rednern mit scharfer Ironie verurtheilt. Als Präses des Commerses begrüßte Stud. Blum die Abiturienten und Gäste und rechtfertigte die Veranstaltung eines speciell jüdischen Commerses mit der Klage über uncollegiales Verhalten der deutscharischen studirenden Jugend gegen die israelitischen Mitschüler. Boskowih. Dem Herrn Bezirkshauptmann Karl Ritter v. Paumgartten wurde durch Bürgermeister Daniel Eisler und die Gemeinderäthe Georg Ticko und Emil Ungar das Diplom als Ehrenbürger der israelitischen Gemeinde Boskowitz überreicht. Der Herr Bezirkshauptmann war über die ihm zutheil gewordene Ehre sichtlich erfreut und versprach, das Wohl der Gemeinde jederzeit fördern zu wollen. Preßburg. Wie aus S z e m p c z (Wartberg) berichtet wird, wurde daselbst Nachts der israelitische Tempel von bisher unbekannten Thätern erbrochen und die in den Sammelbüchsen enthaltenen Beträge, ungefähr 100 Gulden gestohlen. Malaczka. Unser prachtvoller Tempel, ein Werk des Baurathes S t i a ß n y, wurde ein Opfer des Feuers. Um 2 Uhr nach Mitternacht kam dasselbe zum Ausbruche und konnte das Gotteshaus trotz der ruhigen Witterung und den aufopferungsvollen Löscharbeiten der dortigen Feuerwehr nicht mehr gerettet werden und brannte bis auf den Grund nieder, so daß jetzt nur mehr die kahlen Mauern emporragen. Der Schaden

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