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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-07-21 · 29 (21.7.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
29 (21.7.1899)
Date
1899-07-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 544 Dr« Blockes Wochenschrift» Nr. 29 Wien. (Für die jüdischen Waisen.) Wie uns authentisch berichtet wird, erscheint zu Gunsten der jüdischen Waisen in Wien ein Bild, herausgegeben vom artistischen Verlage Jac. Spitzer XVU. Neuwaldeggerstraße 31, darstellend „Das Opfer des französischen Generalstabes und die Vertheidiger der Menschenrechte". Hiemit seien unsere Leser auf dieses Kunstblatt bestens aufmerksam gemacht. Wien. (Tempel-Verein.) Samstag am 8. d. M. fand der feierliche Schluß-Gottesdienst vor einem geladenen Publicum im Josefstädter-Tempel unter Beisein des Präses Herrn Hermann Bcck und der Herren Tempelvorstände Hermann Pollak und Josef Mittler statt. Die Kinder, und zwar Knaben und Mädchen, waren festlich gekleidet, und war es sehr erhebend, die Gebete der Kleinen, welche dieselben in vorzüglichster Form vortrugeu, zu hören. Bei offener Bundeslade wurde von sämmtlichen Anwesenden die Volkshymne gesungen und hielt der Rabbiner Herr Dr. Hahn eine dem Feste anpassende und in jeder Beziehung feierliche Ansprache an die Kleinen. Er ermahnte dieselben getreu an ihren Glauben festzuhalten, sowie auch stets die patriotischen Gefühle fest ins Herz zu schließen. Zum Schluffe dankte Herr Rabbiner Dr.Hahn bei diesem Anlasse, den obgenannten Herren für die viele Mühe, welche dieselben sich zur Ausrechterhaltung des Juqendgottesdienstes während des ganzen Jahres gaben. Wien. Mädchen-UterstützuugsVerein. An den Privatschulen dieses humanitären Vereines hat das Schuljahr am 14. d. M. abgeschlossen. Die Arbeitsschule war in ihren Abtheilungen für Weiß- und Maschinnähen, Kleidermachen und Weiß- und Kunststicken von 129, die Fortbildungsschule von 52, der Handels-Lehrcurs von 59 Schülerinnen besucht. Der Unterricht wird in allen Abtheilungen unentgeltlich ertheilt. Die Unterrichtsergebniffe waren durchwegs sehr günstige zu nennen und die im Vorjahre absolvirten Zögling: des Handels- Lehrcurses und der Arbeitsschulen haben zum größten Theile Unterkunft und entsprechende Beschäftigung gefunden. Die Aufnahme für das neue Schuljahr findet vom 12. September ab in der Schulkanzlei, Kaiser Josefstraße 32 statt. Beizubringen sind Geburts- und Schulentlassunzszeugniß. Wien. (S ch l u ß - I u g e n d g o t t e s d i e n st.) Am 8. d. M. fand im Tempel des lX. Bezirkes der Schluß-Jugendgottesdienst dieses Schuljahres statt. Derselbe gestaltete sich besonders feierlich. Das schöne Gotteshaus war von mehreren hundert Lampen beleuchtet. Nahezu die gesammte Schuljugend des Bezirkes nahm an demselben theil. An 700 Kinder waren erschienen. Die herrlichen Chöre und die Kaiserhymne gesungen von dem verstärkten Tempelchor, in welche die hellklingenden Kinderstimmen einfielen, machten einen mächtigen Eindruck auf die zahlreich erschienenen Gäste. Herr Gemeinderabbiner Doctor Gelbhaus hielt eine schwungvolle Rede, welcher die Kinder mit athemloser Aufmerksamkeit in sichtlicher tiefer Andacht lauschten. Die Herren Religionslehrer und eine Anzahl von Lehrerinnen sorgten für eine Ordnung, die musterhaft zu nennen ist. Der Obmann des Bethausvereines im IX. Bezirke, Herr G. Bettelheim, spendete jedem Kinde einen Blumenstrauß. Das sinnige Geschenk bereitete den Kinderherzen große Freude. Wien. (Auszeichnung.) Wie die „Wiener Zeitung" verlautbart, hat der Kaiser dem Publicisten Julius Stern das Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens verliehen. Herr Julius Stern, Redacteur des Theatertheiles des „Fremdenblatt", zählt zu den beliebtesten und begabtesten jüngeren Mitgliedern der Wiener Journalistik und hat bekanntlich vor Kurzem ein gediegenes Werk über die Wiener Hoftheater verfaßt, welches offenbar den Anlaß zur Auszeichnung gegeben hat. Wien. („T Hora ez Chai m".) Der Vorstand dieses Vereines beehrt sich anzuzeigen, daß Sonntag den 23. Juli d. I. der Grabstein für den verewigten Rabbiner I. B. K o h n in Mattersdorf, Ungarn, gestellt wird. Abgang von der Südbahn 10 Uhr 50 Minuten. Brünn. Wie uns aus Brünn berichtet wird, fand dortselbst am 13. Juli a. c. das Leichenbegängniß des Vorstandes des Brünner Tempelvereines, Herrn Samuel Friedmann, Privatier, ehemaligen Vorstandes der Cultusgemeinde zu Boscowitz statt. Die Leiche des Dahingeschiedenen wurde in den Tempel Neuthorgaffe Nr. 1 übertragen, von wo aus unter riesiger Betheiligung der hervorragendsten Bevölkerung Brünns sowie zahlreicher Trauergäste aus Wien, das Leichenbegängniß stattfand. Diese gaben dem wahrhaft frommen und bekannten Philantropen das ehrende Angedenken seines rastlosen Wirkens, sowohl in cultureller als auch aufopfernder Thätigkeit, wo es galt das Elend der armen und kranken Juden zu mildern. In den geradezu meisterhaften Trauerreden der Brünner und Boskowitzrr Rabbiner war die Thätigkeit dieses wackeren Mannes bis in das kleinste Detail geschiloert. Wir fühlen uns verpflichtet dieses Mannes auch in den Spalten unseres Blattes zu gedenken und wird dessen wahrhaft unermüdliches Wirken in humaner Beziehung ein ewiges Angedenken zurücklassen. Boskowitz. (D i e n st j u b i 1 ä u m.) Am Sonntag den 23. d., feiert Herr Adolf Hatschet, Obercantor und Lehrer in der Jsraelitengemeinde Boskowitz, sein 40jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse werden von der Schule, der Gemeinde und einem ml hoc gebildeten Comite verschiedene Festlichkeiten vorbereitet, und hofft man auf eine große Betheiligung an diesem seltenen Feste, da der Jubilar hier eine allgemein beliebte und geachtete Persönlichkeit ist. Gewitfch. Am 5. d. M. verschied hier plötzlich an Herzlähmung unser hochgeachteter und in den weitesten Kreisen beliebter Rabbiner Herr Isaak Weiß im 74. Lebensjahre. Derselbe wirkte mehr als drei Decennien in seiner Heimatsgemeinde bei sehr bescheidenem Gehalte. Das Leichenbegängniß fand Freitag den 7. d. M. unter imposanter Betheiligung der ganzen Bevölkerung und Umgebung vom Gotteshause aus statt, wo Sr. Ehrwürden Herr Dr. Funk (Boskowitz) eine ergreifende Leichenrede hielt; der Tempelchor unter der bewährten Leitung des Beirathes N. Veith sang das „Schiwisi" und „Schochue bote chomer" auf dem Friedhofe. In der Leichenhalle daselbst sprachen der Bruder des Verewigten, Se. Ehrwürden Herr Dr. I. Weiß (Pohrlitz), sowie Herr Rabbiner aus Zwittau. Am Grabe sprach noch unter nachhaltiger Bewegung und Rührung unser allverehrter Herr Cultusvorsteher Julius Beer Worte des Abschiedes im Namen der Gemeinde und der Schule. Strafinitz, 16. Juli. Unter der allgemeinen Theilnahme der Bevölkerung wurde der langjährige Bürgermeister und Cultusvorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde Herr Max Reis am Freitag, den 14. d. M. zu Grabe getragen. Die Vertretung der Stadtgemeinde, die Schloß- und Auspitz'schen Beamten und andere Honoratioren aus Nah und Fern hatten sich in großer Zahl eingefunden, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Auch die Schuljugend nahm in Begleitung des Lehrkörpers an dem Leichenbegängnisse theil. Herr Rabbiner Dr. Friedmann schilderte das Leben und Wirken des Verblichenen in ergreifender Rede. Auch Herr Dr. Josef Robitschek gab am offenen Grabe als intimer Freund des Verewigten seinen schmerzlichen Gefühlen beredten Ausdruck. Mähr.-Ostrau. Herr Dr. Josef Wechsberg, welcher durch mehr als 40 Jahre seinen schwierigen Beruf in seltener unermüdlicher Weise in Polnisch-Ostrau, Mähr.-Ostrau und Umgebung ausübte, hat denselben gänzlich aufgegeben, um sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Seine Uebersiedlung nach Wien wird jedoch erst gegen Ende September erfolgen, und es werden die zahlreichen Körperschaften, welchen der verdiente Arzt seine hingebungsvolle Thätigkeit gewidmet hat, diesen Anlaß gewiß nicht vorübergehen lassen, ohne dem verdienten Manne entsprechende Ehrungen zu seinem Abschiede zu bereiten. An Stelle dieses Arztes ist Herr Dr. S o f e r aus Teschen nach Ostrau übersiedelt. Der Aerzteverein für Mähr.-Ostrau und Umgebung hat die Resignation des Herrn Dr. Wechsberg als Obmann mit lebhaftem Bedauern zur Kenntniß genommen. B.-Leipa. sStudentenhei m.) In B.-Leipa wurde von Herrn Rabbiner Dr. W i e s e r, Religionslehrer an den k..k. Staats-Mittelschulen daselbst, ein allen zeitgemäßen Anforderungen entsprechendes Studentenheim für Gymnasiasten und Realschüler errichtet. Es befindet sich in großem, comfortable eingerichtetem Gebäude mit ausgedehnten Gartenanlagen und enthält alle erforderlichen Räumlichkeiten (Speisesaal, Musikzimmer, Studiersaal, Schlafräume u. s. w.) Der Zweck des Institutes ist, den ihm anvertrauten Zöglingen ein vertrauenswürdiges Heim zu bieten, ihre Verpflegung und häusliche Erziehung zu übernehmen und dieselben unter pädagogischer Aufsicht in den obligaten Lehrgegenständen zu fördern. Außer dem Leiter sind noch fachmännisch gebildete Präfecten an dem Institute thätig. Die lebhaften Sympathien, welche von hervorragenden Capacitäten, wie auch insbesondere von den Herren Directoren und Professoren in B.-Leipa demfilben entgegengebracht werden, vermögen den P. T. Eltern die beste Garantie zu bieten. Leipa ist in gesunder, gebirgsreicher Gegend (böhm. Schweiz) gelegen und genießt mit seinen schönen Parkanlagen,

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