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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-07-14 · 28 (14.7.1899) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
28 (14.7.1899)
Date
1899-07-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 38 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 527 Chewra-Kadischa, wie auch an die Orientale Genossenschaft, welche beide uns bereitwilligst ein geräumiges Terrain cedirten, auf dem wir im Jahre 1894 unsere heutige „Nvrmalschule des Vereines Cultura" erbauten und die wir, wie aus Nachstehendem zu ersehen belieben, „Max Asiel" benannten. Diese so errichtete Schule, deren Erbauungs- und Einrichtuugskosten auf 37.000 fl. sich belaufen und die heute in keiner Hinsicht etwas zu wünschen übrig läßt, hat ihre Existenz zum großen Theil dem Edelmuthe und der Großherzigkeit des Herrn Max Asiel zu verdanken, eines Mannes von seltener Humanität, der zur Sicherstellung der Erhaltung dieser Schule 25.000 Frs. spendete. Hauptsächlich der Freigebigkeit dieses Mannes ist es zu verdanken, wenn in der Vereinsschule „Cultura", „Max Asiel" genannt, seit ihrem Beginne 140 bis 150 Schüler jährlich den Weg zur geistigen Ausbildung finden. Hygienisch erbaut und mit einem speciellen Lehrkörper versehen, hat unsere Schule schon in der kurzen Zeit von 4 Jahren seit ihrer Erbauung, selbst die Aufmerksamkeit der hiesigen Autoritäten auf sich gelenkt, die sie als Musterschule zählen. Von den glücklichen Resultaten unseres Werkes begeistert und von dem lebhaften Wunsche durchdrungen, die Zukunft unserer Kinder mehr sichern zu können, beschlossen wir unsere Thätigkeit zu verdoppeln und auf dem geräumigen Terrain neben der Normalschule auch eine Handelsschule zu errichten. Auch jetzt spendete Herr Max Asiel zum Andenken an seine Eltern 25.000 Frs. zur Erbauung einer Handelsschule, in welcher 240 Schüler Platz finden, und somit zuzüglich jener 150 der Normalschule, circa 400, sage vierhundert Schüler, den nöthigen Unterricht genießen werden. Heute nun, wo auch die Mauern der neuen Handelsschule sich täglich mehr emporheben, können wir nur verzeichnen, mit innigem Danke der Wohlthaten dieses würdigen Mannes, der ein gebürtiger Bukarester aber in Wien ansäßig ist und seiner bedrängten Glaubensgenossen in der Ferne so edelmüthig eingedenk bleibt. Der Präsident des Vereines „Cultura" E. Prager. Paris. Abermals haben die Zeitungen von einem Exceßzu berichten, den antisemitisches Gesindel begangen hat. In der Rue Domat haben in der Nacht zum 4. bis 5. d. M. einige Dutzend Studenten den Versuch gemacht, den Laden eines Trödlers Namens Gadbois zu stürmen. Das Geräusch der Steinwürfe und Schläge gegen die Thür des Ladens zog schließlich den Trödler herbei, der die Thür öffnete, aber im selben Augenblick von den Krakelern angefallen, und durch Stockschläge erheblich am Kopfe verwundet wurde. Mit dem Feldgeschrei „Nieder mit dem schmutzigen Juden", stürmten die Studenten den Laden, und zertrümmerten den Inhalt desselben. Der Trödler rief die Polizei zu Hilfe, die einige der Attentätter verhaftete. Der Humor an der Geschichte ist aber, daß der Trödler Gadbois kein Jude ist, sondern selbst ein guter Antisemit und eifriger Leser der antisemitischen Organe „Libre Parole" und „l'Jntransigeant". Wien, (G o l d e n e H o ch z e i t.) In vollster Rüstigkeit begingen am 10. d. M. in Proskurow in Rußland der Großindustrielle und kaiserlich russische Ehrenbürger Herr S. G. M a r a n z und dessen Gemalin im Kreise zahlreicher Kinder und Enkel das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der Schwiegersohn des Jubelpaares, der Secretär der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, kaiserlicher, Rath Dr. Theodor Lieben, hat sich aus diesem Anlasse nach Proskurow begeben, woselbst dem Jubelar, der um die russische Industrie große Verdienste sich erworben und sich großer Sympathien erfreut, zahlreiche herzliche Ovationen dargebracht werden. Wien. Der Vorstand des Vereines zur Förderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten in Wien, IX., Grüne- Thorgasse 26 bringt hiermit zur Kenntnis, daß es infolge nothwendig gewordener Reduction der Zöglingszahl sich empfiehlt, wenn vor der Hieherkunft der um Aufnahme ansuchenden Knaben sich deren Eltern oder Gemeinden vorerst schriftlich an den Verein werden. Wien. (B r.i g i t t e n a u e r i s r a e l i t i s ch er Fr a n e n- Wohlthätigkeits-Vereiil.) Mittelst Erlasses des löblichen Magistrates der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien als politische Behörde erster Instanz Zahl 96218 vom 2. Juni 1899 wurde der Brigittenauer israelitische Frauen-Wohlthätigkeits-Verein verständigt, daß Se. k. u. k. Apostolische Majestät die von diesem Vereine anläßlich des Allerhöchsten Regierungs-Jubiläums errichtete Stiftung pr. Kr. ö. W. 2000 Rente, deren Zinsen alljährlich am 2. Tecember an zwei würdige arme israelitische Wöchnerinnen vertheilt werden sollen, allergnädigst zur Kenntniß zu nehmen geruht hat. Wien. (L e i ch e n b e g ä tt g n i ß.) Donnerstag, 6. Juli Vormittags um 9 Uhr fand vom Trauerhause, Elisabethstraße Nr. 5, aus das Leichenbegängniß des Börserathes Felix Epstein unter großer Betheiligung finanzieller und industrieller Kreise statt. Unter den Trauergüsten sah man den Präsidenten der Börsekammer Vincenz Miller r. Aichholz mit den Börsenräthen und vielen Beamten der Kammer und den Sensalen, ferner Hofrath Hausse, Baurath S t i aßn y, die Bankdirec- 'toren Widmann. Mauthner, Stein itz, Popper, Kanitz, R ech nitzer und R os e nt h al, Generalrath Klein, Vertreter des Wiener Wechslervereins und des Vereins für kaufmännische Interessen und die Familie. Als der Sarg gehoben wurde, brachte Oberkantor Singer einen Trauerpsalm zum Vortrage. Die Leiche wurde dann auf den Zevtralfriedhof gebracht. In der Zeremonienhalle der israelitischen Abtheilung sprach Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n dem Verblichenen einen Nachruf. Hierauf erfolgte die Beisetzung. Wien. (Tranun g.) Sonntag den 23. Juli, um 3 Uhr Nachmittags, findet im Tempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung von Fräulein Mathilde Feitel, Tochter des Herrn Moriz Feitel, Inhabers der Firma W. Schönberger, k. k. Hof-Uhrenfabrik, mit Herrn Carl Steiner statt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 23. Juli, 1 Uhr Nachmittags, findet im Tempel, IX., Müllnergasse, die Trauung des Fräulein Gisela Pollatsche k, Tochter des Herrn David P o l l a t s ch e k, mit Herrn Arthur W i l h e i m statt. Wien. („E s r a", Verein der Religionslehrer der israelitischen Cultnsgemeinde Wien.) In der am 9. d. M. abgehaltenen Plenarversammlung dieses Vereines hielt Herr Religionslehrer Josef P l o h n einen Vortrag über den Religionsunterricht in den zwei unteren Classen der Volksschule. Der Vortrag wurde beifällig ausgenommen und gab zu einer recht lebhaften Debatte Anlaß. Wien. (E i*n Jubilar vom Arsenal.) Seit 25 Jahren ist Herr Marco Meininger als Hilfsbeamter im Arsenal thätig. In dieser bescheidenen Stellung ist es ihm vollauf gelungen, sich die vollste Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und die Sympathien seiner Collegen zu erwerben. Dies kam bei dem Jubiläum zum Ausdrucke, das zu Ehren Weininger's in der Radberg'schen Restauration in der Sonnwendgasse im X. Bezirke abgehalten wurde und zu welchem sich die Collegen, die Arsenalarbeiter und Arbeiterinnen, sowie die Freunde und Verwandten eingefunden hatten. Auch mehrere Borges: tzte Weiniger's zeichneten das Fest durch ihre Anwesenheit aus. Seitens des Reichskriegsministeriums wurde denk fleißigen Hilfsbeamten ein belobendes Anerkennungsschreiben, sowie ein Geldgeschenk übermittelt; die Officiere des Arsenals widmeten ihm eine goldene Remontoiruhr sammt Kette und auch das Arbeiterpersonal stellte sich mit hübschen Präsenten ein. Das Fest nahm einen recht animirten Verlauf. Weininger der früher bei der Artillerie gedient und die Feldzüge von 1859 und 1866 mitgemacht hat, wird demnächst die silberne Hochzeit mit seiner Frau Sophie feiern. Frau Sophie Weininger stammt wie ihr Mann aus einer geachteten Familie in Mähren und wirkt seit zwei Jahrzehnten als Geschäftsführerin zur vollsten Zufriedenheit bei der Firma Eisner im X. Bezirk. Wien. Herr Tr. Hermann Thaler, Schwiegersohn des Herrn Obercantor Philipp Kläger im IX. Bezirk, wurde am 8. l. M. zum Armenrath der Stadt Wien ernannt. Dr. Thaler ist Vertrauensarzt der Versicherungsgesellschaften „Phönix" und „Globus" und genießt die Ehre Vertrauensmann« der Baron Hirsch'schen Stiftung zu sein.

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