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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-06-30 · 26 (30.6.1899) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
26 (30.6.1899)
Date
1899-06-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 490 Dr. Blvch's WochenftZrrifl. Nr. 26 beschränkten Mittel des Kisfaludy-Thcaters auf der entsprechend reducirten Höhe ihrer Aufgabe standen, seien in erster Reihe Frau Kövefs y und Fräulein K a p o l n a y und die Herren Erczkövy, Tukoray, Sarkady und R a d o mit bestem Lob erwähnt. Auch die anderen Mitwirkenden thaten was sie konnten. F-s. (N.P.-J.) Correspondenzen. Sitzung des Vorstandes der israel. Cultusgemeinde in Wien am 22. Juni 3899 unter Vorsitz des Präsidenten Herrn kais. Rath Klinger. Beginn 7*6 Uhr Abends. Vor Behandlung der Tagesordrung widmet der Vorsitzende dem verstorbenen Obercanlor Josef G o l d st e i n tiefempfundene Worte des Gedenkens, in welchen dem schmerzlichen Bedauern der Cultusgemeinde und des Vorstandes über das Hinscheiden dieses verdienstvollen Functionärs Ausdruck gegeben wird, der durch einundvierzig Jahre der Gemeinde ausgezeichnete Dienste geleistet, durch seine glänzende, künstlerische Thätigkeit den Gottesdienst verherrlicht und dem Andenken der Unzähligen, die er erbaut, nie entschwinden rvird. — Die Ansprache des Präsidenten wird stehend angehört, und verfügt, daß die Beileidskundgebung des Vorstandes dem Protokolle einverleibt werde. Der Präsident läßt sodann die aus Anlaß dieses Trauerfalles eingelaufenen Kundgebungen verlesen. Condolenzen sind 'unter Anderem eingelaufen von der Cultusgemeinde Krems, von den Tempelvereinen im VIII. und IX. Bezirk, vom Wiener Männergesangsverein rc. rc. Im Einlaufe b, findet sich eine Zuschrift des Verwalters des israelitischen Altersversor gungshauscs, Rudolf K o d i t s ch e k, womit derselbe anzeigt, daß eine ungenanntsein wollende Wohlthätcrin unter der Chiffre G. V. fl. 200 dem Altersversorgungsbause zugewendet habe, als Spende ist weiters seitens des Herrn Dr. M. G o l d n e r namens eines Clienten als Sühne für eine Ehrenbeleidigung, für jüdische Arme der Betrag von ö. W. fl. 5 ein gelangt. Im Sinne des Referates des Herrn Dccer.ten Dr. Grünfeld wud die Dr. Adolf und Emanuel Stern'sche-Stiftnng sür Rigorosauten der Mcdicin, 6 Plätze ä fl. 109.— ö. W., an sechs würdige Petenten verliehen. In Angelegenheit eines Bescheides des Bezirksschulrates, womit der Cultusvorstand mit dem Ansuchen, daß die Besetzung einer dem Gesetze nicht entsprechend ausgeschriebenen Obcr- Lehrerstelle insolange zu inhibiren sei, bis der Verwaltungsgerichtshof in dieser Sache entschieden habe, abgewiesen wird, wird über Antrag der 2. Section der Re cur s an den Landesschulrath beschossen. Namens der 3. Section beantragt Herr Baurath Ritter v. Goldschmidt einen Bericht über die 25jährige Thätigkeit des Spitales der israelitischen Cultusgemeinde in der Periode 1873 bis 1898 zu veröffentlichen. Im Sinne des Referentcn-Antroges wird die Drucklegung beschlossen, sowie der hiefür erforderliche Credit bewilligt. Im Sinne des Antrages der 3. Section wird nach den Ausführungen des vorgenannten Referenten sür die monatliche, beziehungsweise quartaliter stattfindende Unterstützung von 204 würdigen Armen im 2. Semester 1899 der theilweise im Budget vorgesehene Betrag von fl. 8321.— liquidirt. Nach Erledigung von Personal-Angelegenheiten wird die Sitzung um 7.9 Uhr Abends geschlossen. Prag. (Vereinigung der Prager Synagogen.) Infolge von Affanirungsmaßnahmen sind 5 israelitische Bethäuser in ihrem Bestände bedroht; sie müssen entweder umgebaut oder, wie die Neu-Synagoge, ganz niedergerissen werden. Die schon seit dem Jahre 1892 bestehenden Bestrebungen zur Fusionirung aller Synagogen haben bisher zu keinem Ziele geführt. Darin ist nun eine Wendung eingetreten. Am 31. Mai hat die Cultusrepräsentanz die Vorsteher jener 5 Synagogen, und zwar der Neusynagoge, der Zigeunersynagoge, der Pinkassynagoge, der Hochsynagoge und der Großen Hofsynagoge zu einer gemeinsamen Besprechung eingeladen, deren Resultat war, daß sich die Vorsteher dahin einigten, einen eventuellen Neubau der Cultusrepräsentanz als solchen zu überlasten und das gesammte Vermögen der einzelnen Synagogen der Repräsentanz zum Baue neuer Bethäuser zu übergeben. Die Cultusrepräsentanz hat in ihrer Sitzung am vergangenen Sonntag einstimmig beschlossen, diese Widmung anzunehmen, selbst zwei neue Bethäuser in Prag zu errichten,. eines reformirter und eines orthodoxer Richtung, und die alten Bethäuser dann, wenn sie zur Demolirung bestimmt würden, zu übernehmen. Zur Bedingung wurde gemacht, daß keine der fünf Synagogen nachträglich austritt. Die Synagogen werden daher in den nächsten Tagen Generalversammlungen abhalten, um den Vertrag mit der Cultusrepräsentanz zu ratificiren. Bndweis. Am 17. d. M. feierte der hiesige Kreisrabbiner Herr Dr. Adam Wunder mit seiner Gemalin Sofie geb. Teweles in voller Geistes- und Köi perfrische im engsten Familienkreise das seltene Fest der „goldenen Hochzeit". Das greise Jubelpaar hätte es gerne gesehen, wenn von dieser Feier nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen wäre. Nun war dem aber nicht so, denn schon im Verlaufe desselben Vormittags sind zahlreiche, theils persönliche und theils auch schriftliche Gratulationen eingetroffen. Und auch im Verlaufe aller folgenden Tage und sogar jetzt treffen noch von Nah und Fern zahlreiche Beglückwünschungen ein. Schreiber dieses wünscht nun auch seinerseits, dem Jubelpaare möge es gegönnt sein, zur Freude der Ihrigen das höchste Menschenalter zu erreichen und stets bei solcher Geistes- und Körperfrische zu verbleiben. N. Trautenau. Wir müssen die Wähler auf unsere Seite kriegen l Die Juden müssen heraus, eher ruhen wir nicht — die stänkern überall. Solche Worte, wenn sie in einer antisemitischen Kneipe gesprochen werden, so ist ein solches Local der Platz dafür, und mau kann ja weiter nichts thun, als einfach nicht hingehen. Anders ist aber die Sache, wenn man derartige Aeußerungen im Wartesaal oder auf dem Perron einer Eisenbahnstation anzuhören gezwungen ist und die nicht etwa von einem fahrenden Berufsantisemiten, sondern vom Bahnpersonale selbst. Diese Herren provociren eine überwiegende Mehrheit des reisenden Publicums, ohne auch nur im Geringsten hiezu berechtigt zu sein. Wenn die Frau des hiesigen Eisenbahnrestaurateurs es sich bieten kann, Vorsteherin eines Frauen-Antisemiterclubs in Trautenau zu sein, so muß sie dies schon mit sich selbst ausmachen. Wahrscheinlich ist sie in der Lage, auf jüdische Gäste verzichten zu können; der Castier und der Oberconducteur aber, das sind Beamte, von denen man zu erwarten berechtigtwäre, daß sie in erster Reihe so viel Rücksicht auf das Publicum rühmen sollten, derartige Ausbrüche zu unterdrücken; daß sie aber sich auch bewußt sein sollen, daß sie der Lertung einer Bahn unterstehen, bei welcher sie eine Tolerirung ihres Gebahrens nicht erwarten dürfen. Vielleicht trägt die Veröffentlichung dieser Zeilen dazu bei, die Direction der österreichischen Nordwestbahn auf die Thätigkeit einiger ihrer Beamten in der Station Trautenau aufmerksam zu machen. H. P- Jglau. (Stadtjubiläum und Festgottesdienst.) Anläßlich dis elf hu udertjährigen Gründungsfestes der Stadt Jglau veranstaltete die hiesige israelitischen Cultusgemeinde am Freitag den 23. Juni l. I. um 6 Uhr Abends im festlich geschmückten nnd beleuchteten Tempel einen F e st g o t t e s d i e n st, bei dem eine Abordnung der Stadtgkmeinde-Vertretung mit dem Herrn Bürgermeister Dr. Fritz Popelak und Vicebürgermeister V i n c e u z Jude r k a an d-r Spitze, ferner die Herrn Beamten der Bezirkshauptmannschaft, des Kreis- und Bezirksgerichtes, Herr Obersinauzrath Hermann Kloß, Herr Gymnasialdirector Julius W a l l u e r und mehrere Professoren der hiesigen Mittelschulen, das Presbyterium der evangelischen Gemeinde. das O f f i c i e r s c o r p s des hier garnisonirenden 81. Infanterie-Regimentes und des 14. Landwehr-Bataillons, zahlreiche Stadtbewohner und viele Fremde anwesend waren. Der ehrwürdige Herr Rabbiner Dr. I. I. U n g e r hielt die sehr beifälligst aufgenommene Festpredigt und feierte nach einer schwungvollen Würdigung des Stadtjubiläums den Frieden, der in Jglau zwischen den Confessionen herrscht. Herr Obercantor David Weiß versah die cantoralen Functionen in erhebender, entzückender Weise und wurde vom Tempelgesangsverein unter der bewährten Leitung seines Obmannes Herrn G u st a v H e l l m a n n trefflich assistirt. Das Programm des Festgottesdienstes bestand aus folgenden Piöcen: 1. Mah towu von Hirsch!; 2. Psalm 150 von Sulzer; 3. Festpredigt; 4. Gebet

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