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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-06-02 · 22 (2.6.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
22 (2.6.1899)
Date
1899-06-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 426 Dr» Bloch's Wochenschrift^ dir. 22 Dem Verblichenen gebührt das Verdienst, das Schirmgewerbe zu allererst in den industriellen Betrieb hinübergeführt und zur Schaffung eines heimischen Fabrikationszweiges beigetragen zu haben, welcher derzeit eine große Bedeutung in der österreichischen Industrie besitzt. Wien. (JsraelitischerKrankenhausverei n.) sXX. Verwaltungsperiode.s Dem Jahresberichte pro 1898 zufolge, schließt auch diesmal die Bilanz bedauerlicher Weise mit einem Deficit von 1150 fl., indem die Ausgaben 6982 fl. betragen, die Einnahmen dagegen blos 5831 fl. und dies trotz der ziemlich hohen Subvention seitens der Cultusgemeinde im Betrage von 500 fl. und für das Spital der Barmhei^igen separat 200 fl., außerdem noch über 100 fl. für das Passahfest und die hohen Feiertage, ferner ein Beitrag von 50 fl. von der Chewra-Kadischa. Daraus erhellt, daß nur ein ausgiebiger Beitritt von weiteren Mitgliedern und Gönnern diesen Uebelstand gründlich beheben könnte, und wahrlich, einer besonderen Empfehlung bedarf die von allen Seiten anerkannte humanitäre und religiöse Tendenz des Vereines durchaus nicht, da bekanntlich viele Patienten auf nichtrituelle Kost zu verzichten vorziehen, als daß sie sich entschließen, gegen die Satzungen des jüdischen Glaubens sich zu vergehen und lieber Hunger ertragen, wie es die hochgeehrten Herren Professoreu des Allgemeinen Krankenhauses: Albert, Auspitz, Dittl, Grube, Nothnagel, Politzer, Schrötter, Stellwag und Andere den Thatsachen gemäß bestätigen. Es gibt und gilt demnach, die Förderung der Heilung durch reichliche Subventionirung dieses wahrhaft philanthropischen Vereines (Kanzlei II., Untere Augartenstraße 17), Obmann Herr Marc. Bondi, dessen Stellvertreter Dr. Marc. Spitzer, Secretär Herr Marc. Adler. Vom Secretär dieses Vereines erscheint demnächst ein hochinteressantes agadisch-halachisches Werk in Versen, worauf wir bei dieser Gelegenheit die Freunde und Verehrer des Talmud aufmerksam machen. Der Titel des Buches ist: Thaure suhub und enthält in poetischer, mnemotechnischer Form eine kunstvolle Zusammenstellung der im Talmud vorkommenden verschiedenartigen Themen und Abhandlungen und soll zur leichteren Recapitulation und Unterstützung des Gedächtnisses wesentliche Dienste leisten.) Brünn. Das Leichenbegängniß des argentinischen Consuls Herrn Julius Popper fand am 16. d. M. Nachmittags um 3 Uhr vom Trauerhause, Neugasse 66, nach dem israelitischen Friedhofe statt. Eine überaus große Anzahl von Trauergästen hatte sich hiezu eingefunden, darunter die Herren: Landespräsident Ritter v. Wessely, Bice-Bürgermeister R o h r e r, Abgeordneter Ritter von B a u e r, mehrere Stabs- und Oberofficiere, Gemeindeausschuß-Mitglieder, Bezirksvorstand W a w r a, Advocatenkammer - Präsident Dr. K l o b, die hiesigen Consuln, Avvocaten, zahlreiche Industrielle, darunter der Präsident des Woll-Jndustriellenvereines Karl M ü h l i n gh a u s, Kaufleute. Handelskammerräthe, Mitglieder des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde, Vertreter humanitärer Vereine u. s. w. In ergreifender Rede schilderte der Herr Landes-Rabbiner Dr. P l a c z e k das thatenreiche Leben des Dahingeschiedenen. Nach den Trauergebeten wurde die Leiche nach dem israelitischen Friedhofe überführt, wohin in einer langen Reihe von Wagen zahlreiche Trauergäste folgten. Biele Familien und Freunde des Dahingeschiedenen hatten am Sarge prächtige Blumenkränze niedergelegt. Bisenz, 29. Mai. Am gestrigen Tage wurde zum erstenm a l e in unserer Mitte in äußerst feierlicher und weihevoller Weise die Mädchen-Confirmation begangen. Wir bemerkten unter den Anwesenden den Gesammtvorstand, den Lehrkörper mit der Schuljugend, außerdem hatten sich mehrere Officiere der hiesigen Garnison, sowie viele nichtjüdische Gäste eingefunden. Kurz vor 4 Uhr Nachmittags erschienen die in Weiß gekleideten Confirmandinnen, 16 an der Zahl, und stellten sich vor dem heiligen Altäre auf. Die Feier wurde mit einem Präludium eingeleitet, worauf nach Recitirung des „Ma-Touwu" das Confirmatiouslied von dem verstärkten Chore vorgetragen wurde. Die Festpredigt hielt unser allverehrter Rabbiner Sr. Ehrwürden Herr Dr. Josef Hoff. Vor offener Bundeslade legte nun die Confirmandin Laura F ü r st im Namen Aller das Glaubensbekenntnis ab, worauf dann jede einzelne ihren Wahlspruch vortrug. Mit der Einsegnung der Confirmandinnen und Absingung von Choralgesängen hatte die erhebende Feier ihren würdigen Abschluß gefunden. Ungar-Brod. Am 21. v. M. hat sich hier ein jüdischer Geselligkeits- und Bildungsverein „Aguda" constituirt, zu dessen Obmann der verdienstvolle Oberlehrer Herr L. Riesenfeld einstimmig gewählt wurde. Prerau. Am 11. Juni, 7,3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel zu Prerau die Trauung von Fräulein Camilla Tauber, Tochter des Bezirksrabbiners Herrn Doctor Jakob Tauber, mit dem k. k. Feldprediger Dr. Joses B u r st i n, Rabbiner in Ungar.-Hradisch, statt. Prag, 29. Mai. (Todesfall.) Heute Vormittags verschied hier nach langem schweren Leiden, Herr Dr. Samuel Back, Rabbiner in Smichow, im Alter von 59 Jahren. Er war ein Gelehrter von weitreichendem Rufe, erfreute sich als Kanzelredner großen Ansehens und genoß ob seines biederen Charakters die Achtung und Liebe seiner zahlreichen Freunde und Anhänger. Herr Rabbiner Dr. Back, der auch als Religionslehrer am Mädchengymnasium gewirkt hatte, hat sich durch seine vielseitige ersprießliche Thätigkeit große Verdienste um das Judenthum erworben. Er war 27 Jahre lang Rabbiner in Smichow und hat dort im Jahre 1897 sein 25jähriges Jubiläum gefeiert. Budapest. Am 29. Mai, Abends, fand in der königl.-ungar. Oper die öffentliche Schlußprüfung der-königlichen Musikakademie statt Unter den vielen Debütanten hat sich Herr Jacob S ch e ch i e r durch einen frischen Tenor und seinen sympathischen Gesang besonders ausgezeichnet. Budapest. In Stuhlweißenburg trat ein hochgebildetes Mädchen, Marie S i m l i, schon mit 15 Jahren dichterisch in die Oeffentlichkeit tretend, zum Judenthume über und das Merkwürdigste ist, daß die Dame früher antisemitisch gesinnt war. Budapest. (Organisation der israelitischen Status quo-Gemeinden.) Am vergangenen Dienstag versammelten sich die Rabbinen und Vorstände der israelitischen Status quo-Gemeinden im Prunksaale des „Hotel Royal" in Budapest, um die Normen festzustellen, laut welchen die in Rede stehenden Gemeinden, die sich bisher weder der Congreßnoch der orthodoxen Organisation angeschlossen haben, ihre sämmtlichen confessionellen Angelegenheiten und Institutionen durch ihre eigenen Behörden selbstständig verwalten und ordnen können sollen. In Ermanglung einer eigenen Organisation unterstehen diese Gemeinden derzeit gewissermaßen den politischen Verwaltungsbehörden. Die Initiative auf Schaffung dieser dritten autonomen Organisation ist vom Vorstande der Väg-Ujh e l y e r Status quo-®entetnbe ausgegangen und haben auch schon die hervorragendsten Cultusgemeinden des Landes ihre Betheiligung zugesagt. Es waren vertreten die Rabbinate und Vorstände der Cultusgemeinden: Satoralja-Ujhely, Nyiregyhaza, Debreczin, Also-Kubin, Karlsburg. M.-Sziget, Jpvlysag, Gyöngyös, Tirnau, P.-Szt.-György, Kis-Körös u. a. m. Berlin. Dr. Med. Martin Mendelsohn, Privatdocent an der Universität, Generalsecretär an der Ausstellung für Krankenpflege, ist zum Professor ernannt worden. — Eine außerordentliche Auszeichnung ist dem Dr. Med. L. Feilchenfeld zu Theil geworden. Der Präsident der französischen Republik ernannte ihn unter Verleihung des Ordens der Ehrenlegion zum Officier der französischen Akademie. Rom. Der siebenarmige Leuchter des Tempels zu Jerusalem ist von den Leuten, welche mit den Fundamentirungsarbeiten der Cavour-Brücke über den Tiber beschäftigt sind, im Schlamm vergraben, in Rom gefunden worden. Der Leuchter, welcher noch sehr gut erhalten ist, besteht aus Bronze und entspricht in Form und Aussehen genau dem gerühmten siebenarmigen Leuchter der Juden, welchen seinerzeit Titus nach der Zerstörung Jerusalems nach Rom gebracht hat. Ein getreues Abbild dieses Leuchters findet sich auf dem Triumphbogen des Titus in der Nähe des forum romanum. Wie nun aber dieser Leuchter auf den Grund des Tiber gerathen ist, bleibt vorläufig noch ein Räthsel. Feuilletorr. Michael. Erzählung von S. K o h n, Verfasser von G a b r i e l. (Fortsetzung.) „Es war eigenthümlich in unserem Leben," fuhr Aron Brack mit einem bitteren Lächeln fort, „der unerforschliche Gott hatte uns oft durch schwere Heimsuchungen und Versuchungen geprüft und uns doch nie verlassen; aber es war bisher stets ein Unglücksfall, der uns unserem Ziele, unserem Glücke, einen Schrttt näher brachte. Die plötzliche Verarmung Deines Vaters hatte ein Hemmuiß aus dem Wege geräumt, ein zweiter Un-

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