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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-05-05 · 18 (5.5.1899) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
18 (5.5.1899)
Date
1899-05-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 18 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 353 Besuch geschlossen; jedoch kann ein corporativer Besuch gegen frühere Anmeldung beim Curatorinm jederzeit erfolgen. Die von Meister Isidor Kaufmann mit künstlerischer Vollendung geschaffene und in einem der Museumsräume untergebrachte »gute Stube" geht ihrer Vollendung entgegen und wird dieselbe ini Laufe der nächsten Wochen dem Besuche des Publicums zugänglich gemacht werden. Wien. (Verlobung.) Fräulein Ella Klingstein- Frankl, Tochter des Herrn Franz Frankl, Beirath des k. k. Oesterr. Handelsmuseums, Nichte und Mündel des Consuls Herrn Josef Thalberg, hat sich mit Herrn Adolf S amek, Fabriksbesitzer iü Wien, verlobt. Wien. (V e r m ä l u n g.) Sonntag den 7. Mai, Nachmittags 3 Uhr, findet im Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Jolanka Frater mit Herrn Josef Peterselka, Beamten der israelitischen Cultusgemeinde, einem Sohne des Herrn Cantors Max P e t e r s e l k a, statt. Wien. (Silberne Hochzeit.) Der Cultusvorsteher Universitäts-Docent Dr. Josef G r ü n f e l d feiert am 17. Mai mit seiner Gattin Frau Sofie G r ü n f e l d, Präsidentin des „Ferienheims", das Fest der silbernen Hochzeit. Cultusvorsteher Dr. G r ü n f e l d war, wie bekannt, viele Jahre hindurch Präsident der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" und hat sich in dieser Stellung die größten Verdienste erworben; er mit sammt -seiner Gattin, der Präsidentin des »Ferienheims", erfreuen sich in weitesten Kreisen der besten Sympathien. Wien. In anspruchsloser Bescheideuheit feierte im Laufe der vorigen Woche Herr Josef I e l l i n e k mit seiner Frau Julie, geborenen Styaßny, das bemerkenswerthe Fest des 40. Hochzeitstages. Bietet auch sonst der 40jährige Hochzeitstag keine besondere Veranlassung zu Feierlichkeiten, so verdient die Jahrzehnte lange außerordentlich ersprießliche Wirksamkeit des Jubilars auf allen, die Gemeinde-Armenanstalt und kaufmännischen Angelegenheiten betreffenden Obliegenheiten eine gewissermaßen anerkennende Rücksichtnahme, welcher wir hiemit dankesbereit Ausdruck verleihen. Auch der treuen Hüterin des Hauses, der verehrten Frau Julie I e l l i u e k, die mit herzlicher Theilnahme allen socialen und Humanitären Bestrebungen ihres Gatten folgt und sicherlich so manch' edle Bethätigung desselben unterstützte, soll der gebührende Dankeszvll nicht vorenthalten werden. — Trotz des streng intimen Charakters der Feier waren Herr Josef Jellinek und Frau Gegenstand zahlreicher und auszeichnender Ovationen. Mögen dem biederen Paare noch viele Jahre edler Bestrebung und ersprießlicher Wirksamkeit beschieden sein. Das ist auch unser Wunsch zum Feste. S. Wien. Der bekannte langjährige, erste Secundararzt und Operateur des israelitischen Spitales Herr Dr. Bela R o s e n t h a l hat sich etablirt und ordinirt II., Kleine Schiffgasse 4. Wien. (Verein H a d a s s a.) Am Sonntag den 30. April las im „Verein jüdischer Mädchen Hadaffa" Herr Dr. Marmorek aus Zangwill's Novelle „Der König der Schnorrer" und aus „Die Kinder des Ghettos." Die zahlreichen Anwesenden lohnten mit reichem Applaus die trefflichen Ausführungen des geistreichen Vortragenden. Wien-Mariahilf. Seitens des Vorstandes des israelitischen Tempel- und Schulvereines VI., Stumpergasse 42, werden wir ersucht, zu constatiren, daß bei der in voriger Woche von Herrn B. Hofbauer einberufenen Versammlung zum Zwecke der Gründung einer orthodoxen Vereinigung weder obgenannter Verein noch dessen Vorstand vertreten waren; daß dieser Verein, respective dessen Vorstand sich principiell von jeder gegen die israelitische Cultusgemeinde gerichteten Action fern hält. Wien. (Personalnachricht.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Oberstabsarzte I. Classe Dr. Moriz Lion, Sanitätschefs in Josefstadt, anläßlich der erfolgten Ueberuahme in den Ruhestand den Titel und Charakter eines Generalstabsarztes und das Ritterkreuz des Eisernen Kronenordens III. Classe allergnädigst zu verleihen geruht. Der in so hervorragender Weise ausgezeichnete Militärarzt gehört dem jüdischen Glauben an. Wien. (Geselligkeitsverein „Danauna".) Am verflossenen Sonntag veranstaltete der humanitäre Geselligkeitsverein „Danauna" einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen unter Mitwirkung der Herren F. Schober (Gesang), H. Lenz (Clavier) und des Frl. E. B e n d a (Violine), welches den Mitwirkenken zahlreiche Auerkennungett eintrug. Zum «chtusse vccitiiic Herr Emil Klage r, Sohn des Herrn Obercantors Ph. Kläger im IX. Bezirke, einige Banmbach'sche Dichtungen. Ter junge Mann entzückte trotz merklicher Indisposition das anwesende Publicum durch geistvolle Auffassung und prächtige Pointirung des Vorgetragenen. Wien. (B o r t r a g). Am 29. v. M. hielt in der „Jüdischakademischen Lesehalle" Herr Dr. Leo Sofer einen Vortrag: „Eine neue Hamleterklärung". Das zahlreich versammelte Publicum folgte mit Aufmerksamkeit den geistreichen Ausführungen des Vortragenden, dessen Erklärungen in Folgendem gipfelten: Shakespeare wollte schildern, wie die Vorsehung einen Brudermörder zielbewußt und siegreich über alle Hindernisse hinweg einen gerechten Lohn zuführt. Als ihr großes Werkzeug benützt sie Hamlet. Hamlet selbst schildert der Vortragende als einen vom innigsten religiösen Geiste beseelten Menschen, der sich in allen seinen Handlungen und Unterlassungen, in dem Kleinsten wie in dem Größten, von den Vorschriften seiner Religion leiten läßt. Daraus folgt auch das Motiv der Verzögerung seiner That, was der Vortragende durch zahlreiche Citate aus dem Stücke bewies. * Wien. (S p e n d e.) Für die nothleidenden jüdischen Bergarbeiter in Boryslaw sind uns zugekommen: Von Dr. L. in Wien 2 fl.; die ausgewiesene Sammlung in Hohenems durch Herrn Dr. A. Tänzer 55 fl. 50 kr.; ausgewiesene Sammlung durch Herrn Jacob Sachs in Wsetin 26 fl. 50 kr.; von den Stammgästen des Herrn Peterssohn in Dresden, Burgstraße, gesammelt 34 fl. 45 kr. Wien. (Fräulein P o p p 6 e in Venedig.) Auch in dem so kunstsinnigen Venedig hat das interessante Können der Charakterleserin Dolphine Poppee viel Bewunderung erregt. Die „Gazetta di Venezia" und ,,L' Adriatica" vom 8 d. M. sprachen sich sehr günstig über „La celötre graphologa Poppte" aus. Dieselbe hat nach einer erfolgreichen Seance in Abbazia, bei welcher die Großherzogin von Luxemburg sich durch ihre Hofdame vertreten ließ, wieder ihre Thätigkeit (Sprechstunden von 3-5 Uhr) in Wien, VIII. Bezirk, Schlösselgasse 26 ausgenommen. Wien. (T r a u e r s e i e r.) Am 25. April hielt der humanitäre Gesclligkeitsverein „Rudolfsbund" eine Trauerfeier für weiland Baronin Hirsch-Gereuth ab. In zu Herzen gehender schlichter Weise schilderte der Obmann, Herr Armenrath Josef P o l l a k, das Wirken der Verblichenen. Viele Millionen von Gulden widmete sie humanitären Stiftungen. Witwen und Waisen fanden bei ihr thatkraftigste Unterstützung, für kleine Gewerbetreibende gab sie mit vollen Händen zur Linderung ihrer Nothlage. Betrauert und beweint wird sie, sowie ihr im Tode vorangegangener Gemal, in der ganzen Welt, ihr Wohlthun kannte nicht Unterschiede in der Confessio» und Nationalität. Auch den Verein habe sie alljährlich durch große Spenden in die Lage versetzt, arme Schulkinder zum Winter vollständig zu bekleiden. Ewig werde deren Name im goldenen Ehrcnbuche glänzen. Ter Verein sandte ein Beileids-Telegramm und Schreiben an die Hinterbliebenen. Wien. (Kaiserlicher Rath I. Deutsch.) Am letzten Montag ist der emeritirte Director des israelitischen Taubstummen-Jnstituts, kais. Rath Joel Deutsch. Abends in seiner Wohnung, Landstraße, Jacquingaffe Nr. 1, gestorben. Mit ihm schied einer der verdienstvollsten Pädagogen auf dem Gebiete des Taubstummenunterrichtes aus dem Leben. Er wurde am 20. März 1813 in Nikolsburg als der Sohn des späteren Rabbinatsverwesers von Brünn geboren. Im Jahre 1844 schon, als das von K o l i s ch e r in Nikolsburg gegründete Taubstummen-Jnstitut eröffnet wurde, iibernahm er die Leitung desselben und erzielte an dieser Anstalt die überraschendsten Erfolge. Er war der erste, der mit dem alten System des Taubstummenunterrichtes, der Zeichensprache, brach und die Kinder sprechen lehrte. In dem Taubstummen-Jnstitut in Wien, das er durch volle 40 Jahre leitete, schuf er eine Musteranstalt und war während dieser Zeit seines Wirkens in allen sein Gebiet tangirenden Fragen autoritativ. Zahlreiche Lehrer, die unter Deutsch in Wien gewirkt haben, erhielten nach Budapest, London und New-Iork Berufungen. Seine Lehrmethode fand überall Anerkennung und Nachahmung. Die Verdienste des ausgezeichneten Mannes fanden allgemeine Anerkennung und der Kaiser fand zweimal Anlaß, ihn auszuzeichnen. Zuerst wurde ihm das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen und später erhielt er den Titel eines kaiserlichen Rathes. Deutsch verfaßte auch eine Reihe pädagogischer Schriften für den Unterricht von Taubstummen und resormirte durch dieselben alle derartigen bestehenden Lehranstalten. Sein

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