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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-05-05 · 18 (5.5.1899) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
18 (5.5.1899)
Date
1899-05-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 18 Dr. Bloch's Wochenschrift. Sette 349 in Blutbäder verwandelten. Wir erinnern daran, daß das grausame Spanien unsere jüdischen Brüder aus Haus und Heim verjagte und sie zu armen Wanderern machte, während die Tyrannen all' das zurückgelassene Hab und Gut confiscirten. Wir lieben das Land, in dem wir unsere Freiheit gefunden haben, und wir wollen unsere Liebe zeigen, indem wir vereint mit ihm die Waffen ergreifen, um gegen unseren alten Feind zu kämpfen." Es wurde dann der Vorschlag gemacht, im Ghetto freiwillige Organisationen zu bilden und dann ganze jüdische Compagnien oder, wenn möglich, Bataillone zusammenzustellen. Ein hervorragender jüdischer Mitbürger telegraphirte sogar an den Präsidenten Mc. Kinley, daß in New-Aork allein 5000 jüdische Soldaten seines Rufes gewärtig wären. Die Spitzen der jüdischen Gemeinde unterstützten diese Bewegung jedoch nicht. Sie vertraten die Ansicht, daß es nicht am Platze sei, ein ausschließlich jüdisches Militärcorps zu bilden, wie man ja auch keine Corps bilde, die nur aus Katholiken, Methodisten oder Presbyterianern beständen. Dagegen ermuthigten sie ihre Glaubensgenossen, sich in Dienst zu stellen, „nicht als Juden, sondern als amerikanische Bürger", und in dieser Eigenschaft traten sie auch in die Armee ein. In jedem Regiment, das New-Iork verließ, standen Juden entweder in der Linie oder sie hatten Officiersstellungen inne. Da viele von Jenen, die sich anwerben ließen, der ultraorthodoxen Elaste angehörten, fragten manche Leute verwundert, wie diese Soldaten wohl an jenen Tagen existiren sollten, wo die Rationen aus Schweinefleisch beständen, da dies nach den alten, diätetischen Gesetzen als unrein angesehen und der Genuß desselben verboten ist. Einer der Rabbiner, der sich für die vorhin erwähnte Urlaubsertheilung verwendet hatte, äußert sich über diesen Punkt folgendermaßen: „Es gibt kein Gesetz in der jüdischen Religion, das die Gesetze des Landes an Wichtigkeit übertrifft. Wo immer der Jude auch leben mag, ist es seine erste Pflicht, sich nach den Gesetzen des betreffenden Landes zu richten, und steht er in der Armee, so ist es wiederum seine Pflicht, sich so zu ernähren, wie die militärische Ordre es vorschreibt. Sogar von der Beobachtung des Sabbaths ist er entbunden, wenn diese Beobachtung ihn an der Ausübung seiner bürgerlichen Pflichten hindern sollte. Und diese Bestimmungen wurden schon zur Zeit der Makkabäer gegeben." Obwohl es in der Armee keine jüdischen Geistlichen gibt, wurden doch in verschiedenen Feldzügen jüdische Gottesdienste abgehalten, z. B., wenn die Soldaten wünschten, den Jahrestag eines Todten zu begehen oder wenn sie eine Todtenfeier für ihre im Kampfe gefallenen Brüder veranstalteten. Max Cohen, der Secretär der amerikanischen »Orthodox Jewish Congre^ational Union«, sagt: „In der Freiwilligen-Armee, die jetzt wieder verabschiedet wird, waren die Juden in großer Anzahl vertreten, und die Geschichte der modernen Kriege zeigt, daß die Juden, sobald man ihnen das Bürgerrecht verleiht, auch Soldaten werden. Während des deutsch-französischen Krieges wurden an großen Feiertagen Feldgottesdienste abgehalten, an denen Hunderte von Juden theilnahmen, und ebenso war es. wie man aus den Aufzeichnungen erfahren kann, während des Krieges der Rebellen im Süden. Biele von den Juden, die in der Freiwilligen - Armee im Spanisch-Amerikanischen Kriege dienten, sind jetzt bereits wieder entlassen, aber man hofft, daß ihre Namen berichtet und die Thatsache festgestellt wird, daß auch die Juden ihren Theil am Kampf leisteten." Die Behauptung eines wohlbekannten Schriftstellers, die Juden hätten keinen Antheil am Bürgerkriege genommen, veranlaßte Simon Wolf über diesen Punkt genaue Statistiken zu sammeln, die dann in Buchform erschienen und mit großem Interesse gelesen wurden. In diesem Buch wird nachgewiesen, daß die Juden sich schon mit den ersten Schritten identificirten, die zur späteren Unabhängigkeit des Landes führten. Der Autor schreibt: „Nicht allein, daß sie km Kriege für die Unabhängigkeit Amerikas ihr Leben aufs Spiel setzten, sondern sie leisteten auch materielle Hilfe, indem sie ihr Geld opferten, um die Armeen der Revolutionszeit auszurüsten und zu erhalten. Und als man, um den Uebergriffen gegen Amerika zu steuern, im Jahre 1765 den Beschluß faßte, der den Import verbot, jenen Beschluß, in dessen Annahme man die erste organisirte Bewegung jener unruhigen Zeit sieht, und von dem man wohl annehmen darf, daß er zu der späteren Unabhängigkeit der Colonien führte, waren es neun Juden, die ihn mit unterschrieben. Ein Beweis dafür, wie sie sich mit den Interessen des Vaterlandes beschäftigten und bestrebt waren, dessen Rechte wahren zu helfen. Das Originaldocument wird noch jetzt in Carpenter's Hall in Philadelphia aufbewahrt, und folgendes sind die Namen der Juden, die auf dieser frühen patriotischen Urkunde figuriren: Benjamin Levy, Samson Levy, Josef Jacobs, Hymen Levy jun., David Franks, Mathias Bush, Michael Gratz, Bernard Gratz und Moses Mnrdecai. Ein directer Nachkomme des Letztgenannten ist Oberst Mordecai, jetzt Commandant des »Watervliet Arsenal« in Watervliet, N.-I. Die Juden kämpften auch unter Washington. Zur Zeit des Revolntionskrieges war die Zahl der Juden in Amerika nur eine beschränkte, aber auch diese kleine Gemeinde sandte schon eine Menge ihrer Söhne ins Feld, und die von Simon Wolf herausgegebene Statistik weist nach, daß unter Washington viele Juden hohe Stellungen im Heere beneideten. Darunter waren Oberst Salomon Bush, Hauptmann Joseph Bloomfield, Major Lewis Bush, Oberst Jsaac Francs, Quartiermeister Benjamin Hart, Oberst Jsaacs, Hauptmann Jacob de la Motto, Major Benjamin Nones und viele Andere, neben einer großen Anzahl gemeiner Soldaten. Nach Beendigung des Krieges sandten die jüdischen Gemeinden von Savannah, Ga., und Newport, R. I., Adressen an General Washington, der in einer seiner Antworten erwiderte : „Mögen die Kinder aus dem Stamme Abrahams, die in diesem Lande wohnen, fortfahren, sich das Wohlwollen der anderen Einwohner zu verdienen und dasselbe zu genießen. Jeder soll unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum ruhen, und Keiner soll aufstehen, ihn in seinem Besitz zu gefährden." Im Jahre 1812, als der Krieg begann, wurde die jüdische Bevölkerung der Vereinigten Staaten auf ungefähr 6000 geschätzt. In den Stammrollen aus jener Zeit kann man eine Menge jüdischer Namen finden, darunter auch den des Brigadegenerals Blommfield. Der Officier, dem man das Commando über den Hafen von New-Aork übertragen hatte, war ein Jude, Oberst Nathan Myers, und Juden waren in nahezu jeder Organisation vertreten. Von den Bielen, die im mexikanischen Kriege auf amerikanischer Seite kämpften, seien hier nur Einige genannt: General David de Leon, Oberst Leon Dyer, Oberst S. W. Hymans, General Moses Albert Levy, Oberstlieutenant Israel Moses und Wundarzt Henry H. Steiner. In der Stammrolle der regulären Armee waren bis zum Jahre 1895 die Namen von 96 Juden zu finden. Sie nahmen alle möglichen Stellungen im Heere ein, und viele hatten ausgezeichnete, alle aber ehrenvolle Zeugnisse aufzuweisen. DieJuden in derMarine. Die Urkunden ergeben, daß die Juden sich auch in der Marine der Bereinigten Staaten, wo sie vom gewöhnlichen Matrosen bis zum Ftaggen-Officier vertreten sind, einen ehrenvollen Ruf erworben haben. Und einem jüdischen Officier. Uriah Phillips Levy, ist es zu verdanken, daß die körperlichen Züchtigungen in der amerikanischen Marine abgeschafft wurden. Auch unter den fünf Namen, die auf dem Tripoli-Monument verewigt sind, das auf dem der Marine-Akademie gehörigen Grund und Boden errichtet ist, befindet sich ein jüdischer, der des Seecadetten Israel. Die folgende Liste gibt die Anzahl der Juden, die in den verschiedenen Kriegen dienten: In der Coutinental-Armee. 46 Im Kriege 1812.44 Jur Mexikanischen Kriege.58 In der regulären Armee der Bereinigten Staaten ... 96 In der Marine der Bereinigten Staaten.78 Im Bürgerkriege: Stabsofficiere in der Union-Armee.16 In der Berbündetkn-Armee.24 Officiere in der Berbündeten-Armee.11 Soldaten in der Union- und Berbündeten-Armee . . . 7;i84 Die größte Anzahl jüdischer Soldaten stellte New-Dorf, wo sich 1996 Mann anwerben ließen und nach der Grenze ab-

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