Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 17 (28.4.1899)
- Date
- 1899-04-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 334 Dr. Bloch's Wochenschrifk. Nr. 17 Breslau. Das RepräsentantencollegiiW unserer Gemeinde- Hat den durch seine wiffenschaftlichen Arbeiten in der jüdischen Gelehrsamkeit wohl bekannten, wie auch in commerciellen Kreisen sehr geachteten hiesigen Kaufmann Herrn Philipp Falk auf Vorschlag der Scharreucommiffion einstimmig zum Mitglied dieser Commission gewählt. Derselben gehören zur Zeit außerdem Genannten die Herren Rabbiner Dr. G u t t m a n n, Rabbiner Dr. Rosenthal, Seminarlehrer Dr. Brann, Aniel H e n sch e l, Joel Struck, Dr. R e i ch und Theodor Oschinsky an. St. Antonio (Texas). Von den jungen Dan en und Herren wurde am ersten Pessachabend dem Rabbiner Samuel Marks ein Compliment Seder gegeben. An 100 Leute nahmen am Feste theil. Der alte Hagada Ritual ward benützt und jede Ceremonie beobachtet und vom Rabbi erklärt. Jeder Theilnehmer war mit einer Hagada versehen. Man respondirte im Chor. Nachdem ein feines Festmahl verzehrt war, wurden die traditionellen Hymnen mit freudiger Begeisterung gesungen. Die Beamten der Gemeinde mit dem Rabbi in ihrer Mitte saßen auf einer Plattform. Ein Kind fragte: Ma Nistane. Es wäre zu wünschen, daß diesem Beispiele alle Congregationen des Landes folgen möchten. Gar viele möchten gerne dieses Fest und alle andere begehen, nur leider wissen sie nicht wie. Das ist ein Schritt in rechter Richtung. Wien. (Verlobung.) Fräulein Mathilde Günsb erg er, Tochter des Fabrikanten Herrn Heinrich Günsberger, hat sich mit Herrn H. Bloch verlobt. Wien. (M ä d ch e n-C o n f i r m a t i o n.) Sonntag den 30. d. M., 10 Uhr Vormittags, werden im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde zu Fünfhaus, zum erstenmale in feierlicher Weise Mädchen-Confirmationen abgehalten. Wien. (Jüdisch-akademische Lesehalle.) Samstag den 29. d. M. findet in der Jüdisch-akademischen Lesehalle, IX., Berggasse 4, präcise halb 8 Uhr Abends, ein Vortrag des Herrn Dr. Leo S o f e r : „Eine neue Hamleterklärung" statt. Gäste, auch Damen, willkommen. Lvieu. (Verein jüdischerMädchen„Hadass a.") Im Vereine jüdischer Mädchen „Hadassa", II., Rembrandtstraße Nr. 11, fand Sonntag den 16. März ein überaus interessanter Vortrag des Herrn Dr. Steif statt. Sonntag den 30. d. M. findet ebendaselbst um 4 Uhr ein Vortrag des Herrn Dr. I. W. M a r m o r e k über „Zangwil" statt. Gäste willkommen! Wien. (Trauerfeic r.) Zu den Anstalten, welche die verewigte Frau Baronin Clara Hirsch v. Gereuth in ihrer unerschöpflichen Wohlthätigkeit gefördert hat, gehört auch das israelitische Blinden-Jnstitut auf der Hohen Warte in Wien. Sie ermöglichte durch eine hochherzige Spende die räumliche Erweiterung des Hauses, welches gegenwärtig 60 blinden Kindern eine Heimstätte bietet/ Aber auch durch die Ausgestaltung einer Lehrmittelsammlung, die wegen ihrer Reichhaltigkeit und ihrer systematischen Zusammenstellung eine mustergiltige genannt zu werden verdient, hat sich die verklärte Philantropin ein hohes Verdienst um die genannte Anstalt erworben. Diese Wohlthaten in ihrer Bedeutung zu erfaffen und dankbar zu empfinden, haben die blinden Kinder in ihrem gesteigerten Seelenleben umso rascher gelernt, als die edle Frau gelegentlich ihres Besuches im israelitischen Blinden-Jnstitute den lichtberaubten Zöglingen in ihrer herzgewinnenden Leutseligkeit auch persönlich näher getreten ist. So gestaltete sich denn die Trauerfeier für die allzufrüh Heimgegangene, die am 23. d. M. in Anwesenheit des Curatoriums und anderer Persönlichkeiten stattfand, zu einer ergreifenden Kundgebung kindlicher Dankbarkeit und Verehrung. Sie kamen in herzbewegender Weise in den Trauergesängen zum Ausdruck, welche die Zöglinge unter der Leitung ihres trefflichen Meisters, des Herrn Obercantors Singer, anstimmten, sowie in dem «Kadisch-Gebete, welches der älteste Knabe andachtsvoll sprach. Herr Director Heller schilderte an den Satz des Wochenabschnittes: „Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich, der Ewige, Euer Gott!" anknüpfend, wie diese unvergleichliche Frau, deren Leben durch einen großen Schmerz geheiligt war, als eine Sendbotin Gottes unendlichen Segen ausstreute und das verlorene Glück im Beglücken Anderer suchte und fand. Im Prüfuugssaale des Instituts find in einer Marmortafel mit goldenen Lettern folgende Worte eingegraben: „Clara Freifrau v. Hirsch-Gereuth, gewidmet als Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit für die besondere Förderung der Zwecke dieser Anstalt." rrvieu. (Spende. Für die nothleidenden jüdischen Bergarbeiterin Boryslaw sind uns zugekommen: Von I. L. in Th. 1 fl. Wsetiu. 24. April. Wieder hat sich das goldene jüdische Herz anläßlich des Nothschreies der armen elenden Erdarbeiter in Boryslaw bewährt. Kaum ist die traurige Kunde hieher gedrungen, das; so viele.Hunderte Familien, die sich gerne redlich ernähren möchten, durch die Macht der Verhältnisse buchstäblich hungern, . veranlasse unser geehrter Herr Vereinscassier, Herr Jacob S a x, in unserem kleinen Vereine seine israelitischen Mitbürger, ihr Schärflein zur Linderung der Noth dieser Aermsten der Armen beizutragen. Mögen auch andere unserer Glaubensgenossen diesem edlen Beispiele der Mildthätigkcit folgen. Folgende sind die Namen der Herren Spender: Director Adolf Schönbeck 2 fl.; Josef Glesinger 2 fl.; Dr. H. Lazarus 2 fl.; Dr. A. Prager 2 fl.; Jacob Sax 2 fl.; Leop. M. Schön 2 fl.; Dir. Jul. Klein 1 fl.; Leopold Schrötter 1 fl.; Emil Ehrenhaft 1 fl.; Leopold Schön 1 fl.; Moritz Donath 1 fl.; Adolf Frank I fl; Adolf Mandl 1 fl.; Adolf Scgal 1 fl.; Ignatz Graus 1 fl.; Leopold Fuchs 1 fl.; Carl Schön 1 fl.; M. Tauber 1 fl.; Cassier Klein 1 fl.; Leopold Blau 1 fl.; Fräulein Bertha Büchlcr 50 kr.; Summe: 26 fl. 50 kr. Hohenems. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Geehrter Herr Redacteur! Mit gleicher Post habe ich die Ehxe, Ihnen das Ergebniß einer von mir in unserer Gemeinde für unsere unglücklichen Glaubensbrüder in Boryslaw veranstalteten Collecte mit der höflichen Bitte zu übermitteln, diesen Betrag dem obgenaunten Zwecke gütigst zuführen zu wollen. Es spendeten: Herr- Anton Rosenthal, Chef der bekannten Wiener Firma „Gebrüder Rosenthal" 50 Kr., Frau Claire Heymann geb. Rosenthal aus Antwerpen, die Herren: Hermann Hirsch und Michael Menz je 10 Kr., Israel. Frauenverein 4 Kr., N. N., ferner die Herren: Oberlehrer M. Jedermann, Leop. Sim. Brettauer, Leonh. Landauer, Raphael Bollag, Martin Egg, sowie die Frauen: Karoline Bernheimer, Bertha Bernheimer, Louise Bernheimer, Marianne Wohlgenannt je 2 Kr., die Herren: Josef Löwenberg, Mendelsohn, Salamon Weil, Josef Landauer, Jacob Egg, ferner Frau Wwe. R. Guggenheim und Frl. Löwengart je 1 Kr. Zusammen 111 Kr. ö. W. Für Ihre Güte bestens dankend Hochachtungsvollst Dr. A. Tänzer, Rabbiner." Baden. Am 25. d. M. ward es ein Jahr, daß Frau Sidonie Reich, die edle und fromme.Gattin unseres ehrwürdigen Rabbiners Herrn Wilhelm Reich zu Grabe getragen wurde. Der Vorstand unserer Cultusgemeinde ließ für die Hingeschiedene in Würdigung ihrer hervorragenden Tugenden ein Grabmal anfertigen, welches am gedachten Jahrzeittage im Beisein der Vorstände der Cultusgemeinde und der „Chewra-Kadischa", wie zahlreicher Freunde und Verehrer des ehrwürdigen Rabbiners errichtet wurde. Der trauernde Gatte gedachte bei diesem feierlichen Acte in kurzen aber ergreifenden Worten der vortrefflichen Eigenschaften der Verewigten, und dankte tiefbewegt insbesondere dem Vorstande der Cultusgemeinde für die außerordentliche Pietätsbezeugung und allen Anwesenden für die warme Theilnahme. Die Frauen der Cultusgemeinde Baden lassen als Zeichen ihrer innigen Verehrung für die selige Frau Rabbiner aus freiwilligen Beiträgen ein prachtvolles „Poroches" anfertigen, das den Namen der Verewigten tragen wird. Raudnitz (Böhmen), 23. April. Am 19. d. M. verschied hier, allgemein betrauert, der hochverdiente Oberlehrer i. P. Lazar Reich. Tiefes allgemeines Wissen, insbesondere eine gründliche Kenntniß der hebräischen Sprache und Literatur, seltene Geschicklichkeit und höchsten Pflichteifer bekundete der Lehrerveteran während seiner 52jährigen Amtswirksamkeit. Unter den Tausenden seiner Schüler befinden sich hervorragende Männer auf allen Gebieten der Gesellschaft. Sein Wirken wurde von Sr. Majestät durch die Verleihung des silbernen Verdienstkreuzes mit' der Krone und von den Schulbehörden durch zahlreiche Belobungsdecrete anerkannt. Das Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung allgemeiner Verehrung und Dankbarkeit. Die Leichenrede des Rabbiners Herrn Dr. Julius R e a ch war eine tief ergreifende. Auch Herr Schulleiter N e u m a n n widmete dem geliebten Freunde und College» herzliche Abschiedsworte. Kolin. (T o d e s f a fl.) Am Mittwoch den 19. April d. I. verschied hier die allgemein hochgeschätzte Gattin des Hoteliers H. L ö w y, Frau Betty Löwy, im Alter von 66 Jahren. Das am 21. April d. I. stattgefundene Leichenbegängniß gab Zeugniß davon, welch' großer Beliebtheit sich die Verstorbene erfreute. Selbst aus weiter Ferne eilten Freunde und Bekannte