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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-04-21 · 16 (21.4.1899) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
16 (21.4.1899)
Date
1899-04-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 314 Dr. BLvch's Wochenfürrifi. Nr. 16 Wien. (T r a u u n g.) Im Tempel der Seitenstettengaffe findet am 27. April die Trauung des Herrn Emilio L u i s a d a, Fabrikanten aus Florenz, mit Fräulein Elsa Tiring, Tochter des Kleiderexporteurs Herrn Victor T i r i n g in Wien, statt. Die Braut ist eine Enkelin des bekannten Großindustriellen und Philantropen Herrn David Schwarzmann. Wie». (Verlobung.) Fräulein Fritzi Weiß, Tochter des Kaufmannes Philipp Weiß, hat sich am 9. d. M. mit Herrn Leopold Schlesinger verlobt. Wien. (S p e n d e.) Für die nothleidenden jüdischen Bergarbeiter in Boryslaw sind uns zugekommen: Von Simon Subak in Trebitsch 5 fl. Wien. Der in weiten Kreisen bekannte und verehrte Herr Salvmon I a ß n i g e r feierte am 19. d. M. sein 25jähriges Geschäftsjubiläum, aus welchem Anlaß der Familie Jaßniger von Nah und Fern zahlreiche Kundgebungen der Sympathie zugekommen sind. Auch das Geschäftspersonale betheiligte sich in würdiger Weise an den Ovationen. Wien. (Auszeichnung.) Der durch feine zahlreichen literarischen Arbeiten in hebräischen und deutschen Zeitschriften, insbesondere durch sein viertheiliges Werk: „Beiträge zur rabbinischen Sprache und Alterthumskunde", rühmlichst bekannte Gelehrte Herr Bezirksrabbiner Leopold Eisler in Eiwanowitz wurde durch die Verleihung der anläßlich des 50jährigen Rcgierungsjubiläums von dem Kaiser gestifteten Ehren-Medaille für 40jährige treue Dienste als Rabbiner und Seelsorger ausgezeichnet. Der Herr Bezirkshauptmann aus Wischau überreichte die Medaille Herrn Rabbiner Eisler eigenhändig mit den Worten: „Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, Euer Ehrwürden für 40jährige treue Dienste als Rabbiner und Seelsorger die Ehren-Medaille zu übermitteln". Wien-Drigittenau. Samstag den 15. d. M. schilderte Herr Rabbiner Dr. Templer in seiner vor der Brigittenauer Schuljugend im Vereinstempel, II., Webergasse 20, abgehaltenen Exhorte den schweren Verlust, den das Gesammtjudenthum durch den Tod der Baronin Clara Hirsch erlitten hat, in einer der Jugend verständlichen und das Gemüth derselben rührenden Ansprache. Redner hob. insbesondere die Verdienste der Verklärten und die Ausbildung der armen Schulkinder hervor. Herr Cantor R o m a n n intonirte hierauf vor offener Bundeslade das Sterbegebet für die Verblichene in ergreifender Weise. Wien, 14. April. Auf dem Centralsriedhose fand heute Vormittags das Begräbniß des im Alter von 58 Jahren verstorbenen Beamten des k. k. Handels-Ministeriums Jacob Ehrlich statt. Der Heimgegangene, der sich seitens seiner College« großer Beliebtheit erfreute, widmete sich in seinen Mußestunden der jüdischen Wissenschaft. Zu Hause angelangt, vertauschte Ehrlich den Staatsrock mit der bürgerlichen Kleidung und vertiefte sich mit wahrem Eifer in das Studium der jüdischen Weisen, insbesondere war es die mathematische Wissenschaft, der er huldigte und errang er auch auf diesem Gebiete einen Namen, der ihm die beim Begräbniß vom Rabbiner Dr. Schmied! mit vollstem Rechte beigelegte Ehrenbezeichnung „Morenu" verschaffte. Bis wenige Tage vor seinem Tode arbeitete Ehrlich an einem von hervorragenden Autoritäten als mustergiltig erklärtem Werke, dem „jüdischen Kalenderwesen", das demnächst von der k. k. Akademie der Wissenschaften edirt werden wird. Wien. (Trauerkundgebung.) Anläßlich des Hinscheidens der Frau Baronin Clara Hirsch-Gereuth versammelte sich am 12. d. M., Nachmittags 6 Uhr, der Vorstand des „Ersten Wiener israelitischen Reconvalescentenheims für arme Frauen und Kinder" zu einer Trauerkundgebung. In Vertretung der abwesenden-Vorsteherin Frau Amalie Beck hielt die Vorsteher-Stellvertreterin Frau Wilhelmine Steiner einen tiefempfundenen Nachruf. Frau Steiner schloß mit folgenden, die Anwesenden tief ergreifenden Worten: „Die unvergänglichen Werke der Dahingeschiedenen sichern derselben ein Denkmal in allen Menschenherzen, dauernder denn ein Denkmal aus Erz und Stein. Künftigen Generationen noch wird die Dahingeschiedene als ein Symbol der wahren Menschenliebe erscheinen!" Die Versammlung hörte stehend die mit tiefem Empfinden gesprochenen Worte. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Preßburg. (Verlobung.) Herr Dr. Simon Klein, Redacteur, verlobte sich mit Fräulein Helenka Groß, Tochter des Herrn Isidor Groß aus Bosing. Gleiwitz, 17. April. Freitag den 14. d. M. starb unerwartet in vollster Manneskrast an Herzlähmung der Obercantor unserer Gemeinde, Herr S. Bachrach Gebürtig ans Prag und in jungen Jahren hieherberufen, war er der Nachfolger des verstorbenen Cantors Winkler, eines Mannes, dem Alt und Jung in Liebe und Verehrung anhing und dessen Andenken hier stets unvergessen bleiben wird. In kurzer Zeit gewann der nunmehr Verstorbene sich die Liebe seiner Gemeinde und weiterer Kreise, die Werthschätzung Aller, die ihn kannten. Er war eine vornehme Erscheinung in des Wortes bester Bedeutung. Während 16 Jahren hat er durch seinen herrlichen Gesang unserem Gottesdienst die wahre Weihe gegeben, und ergreifend schön wiederhallten die Melodien an den Mauern des Gotteshauses, wenn er am Neujahr und Versöhnungsfest das une sane taukef begann, und wenn er tief wehmuthsvoll fragte: mm we umi, da ging ein Schauer, wie vom Höchsten gesandt, durch alle Herzen. Das gestern erfolgte Begräbnis; war das beredte Zeugnis; des Dichterwortes: Dies höchste Wort wird Gute und Böse fronunen: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen". Die Früchte, die sein Leben gezeitigt hatte, waren Liebe, Achtung und Werthschätzung, und weil ein Jeder für den Verstorbenen so fühlte, so konnte der Friedhof die vielen Hunderte kaum fassen, die aus allen Ständen gekommen waren, um dem theuren Todten Ruhe in Frieden nachzurufen. Herr Dr. Will). Münz, unser allseitig hochverehrter Rabbiner, selbst anfs Tiefste ergriffen, zeichnete in meisterhafter Weise und herzbewegenden Worten das Bild des Entschlafenen, den außer seinen hochbctagten Eltern die junge Gattin und zwei unmündige Kinder beweinen. Stanislau, 14. April. Am 13. d. M. Vormittags fand in der hiesigen großen Synagoge eine Trauerandacht für Baronin Clara von Hirsch-Gereuth statt, zu welcher zahlreiche Theilnehmer aus allen Schichten der Bevölkerung erschienen waren. Nach Absingnng eines Chorals unter Leitung des hiesigen Cantors hielt unser Ehrw. Rabbiner Jsak H o r o w i tz der Dahingeschiedenen einen warmen N-achruf. Hierauf ergriff der verehrte Cultusvorstand Herm-Hersch Weißhaus das Wort und schilderte den unersetzlichen Verlust, den die Menschheit durch den Tod dieser Wohlthäterin erlitten hat. Nach Verrichtung eines Gebetes für das Seelenheil der Verblichenen wurde die ergreifende Feier geschloffen. Holleschau, 16. April. Heute fand hier im Tempel eine solenne Gedächtnißfeier für die verewigte Frau E l a r a v. H i r s ch statt. Eingcleitet wurde die Feier durch entsprechende Psalmen und Gebete, vom Herrn Cantor I. M i ch a l o v s k y sehr wirkungsvoll vorgetragen. In der Gedächtnißrede, die Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. F r e i m a n n mit der voll ihm gewohnten Meisterschaft hielt, beleuchtete er das segensvolle Wirken der Verewigten, und es wurden insbesondere die Wohlthaten der Baron Hirsch-Stiftung in Wien betont, die von der verewigten Philantropin wesentlich gefördert und erweitert wurde. Die Gedächtnißrede übte einen großen Eindruck auf die zahlreich erschienene Zuhörerschaft. Agram. Auf Anregung unseres beliebten Oberrabbiners, Sr. Ehrwürden Herrn Dr. H. Jakobi, wird hier ein jüdischer Studentenverein zur Pflege jüdischer Literatur und Wissenschaft. gegründet. Die aus der Feder des Rabbiners Dr/ffGl Kaufmann stammenden Artikel, welche vor Jahren bereits in diesen Blättern erschienen waren und in welchen Dr. Kaufmann für die Gründung jüdischer Literaturvereine in Croatien und Slavouien eingetreten war, sind in Croatien, beziehungsweise Agram auf fruchtbaren Boden gefallen. Am 5. d. M. fand die ordentliche , Generalversammlung der israelitischen Cultusgemeinde zu'MüLP' V\ in Slavonien statt, bei welcher Herr Jacob W e i ß m a n n, Mitglied der Stadtvertretung, als Präses der israelitischen Cultusgemeinde Virovitica gewählt wurde. Lemberg. (B e r m ä h l u n g.) Am 11. d. M. fand in Lemberg die Trauung des Herrn Dr. David Malz nlit Fräulein Marie Ehrenpreis statt. Gliniany, 14. April. Für die verstorbene Baronin Clara von Hirsch-Gereuth wurde am 13. d. M. in der Synagoge in Gliniany ein Trauergottesdieust abgehalten. Die ganze israelitische Gemeinde versammelte sich um 8 Uhr Früh iit der Synagoge; alle Kinder der hiesigen Baron Hirsch - Schule mit dem Lehrkörper waren) anwesend. Der gewesene Obmann des Localcomitäs dieser Schule, Herr Wolf, eröffnete die Trauerfeierlichkeit mit einer Rede über die unerschöpfliche Wohlthätigkeit der verewigten Baronin; dann hielt der hiesige Rabbinatscandidat Herr B o r u ch eine Rede hebräisch und deutsch, worauf die Kinder einige Psalmen sangen. 10 Schulkinder 'sprachen das Kadischgebet. München, 16. April. Heute wurde hier Frau Babette Haas im hohen Alter zu Grabe getragen. Die Verblichene war eine jener Frauen, welche durch ihre Lebensführung an die idealen Frauengestalten des jüdischen Alterthums erinnern. Sie zeichnete sich aus durch Geistesbildung, Frömmigkeit und umfangreiche Wohlthätigkeit. Angesehene Söhne und Tächter, Enkel und Urenkel trauern an ihrem Sarge. Das Leichenbegängniß gestaltete sich auch, dem Leben der Entschlafenen gemäß, zu einem imposanten. Eine große Zahl von Leidtragenden aus Nah und

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