Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 15 (14.4.1899)
- Date
- 1899-04-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021277-3021293--08761-3033156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bette 294 Vr. Bloch'» Wochenschrift 9fr. 15 Rath Moriz Hirsch 5 fl., kais. Rath Wilhelm P o l l a k 960 Liter Wein anläßlich des Passähfestes im Werthe von 336 fl. Moriz Weiß 139 Liter Wein im Werthe von 50 fl. Herr Josef K ö n i g stei n spendete ein weißes Porauches für den Fünfhauser Tempel im Werthe von 500 fl.; aus den Sammelbüchsen im Leopoldstädter Tempel wurden entnommen: für die Armenanstalt 27 fl. 68 kr., für die Chewra-Kadischa 20 fl. 16'/, kr. Wien. („Gomle-Chesed".) Der 33. Jahresbericht des Kranken - Unterstützungs- und Humanitätsvereines „Gomle - Chesed" (Wohlthätigkeit aus Pietät) bietet eia erhebendes Bild eifriger humanitärer Thätigkeit. Der Verein richtet in der Einleitung zu diesem Berichte folgende Worte an seine Mitglieder: „Eines der schönsten Worte unserer Weisen, ein Wort, das sich sonst in keiner Literatur findet, nicht in der weit hinter uns liegenden, nicht in der modernsten Literatur, ist das von der Weisheit des Herzens. Nicht im Geiste allein, auch im Herzen soll die Weisheit sich finden, ein passendes Wort, das keines Commentars bedarf und das für Institutionen geprägt zu sein scheint, welche, wie die unserige, sich die Aufgabe stellen, thunlichst ausgleichend zu wirken, da einzugreifen, wo es heißt, die Noth zu lindern und so manche Verzweiflung zu bannen. Diese Worte glauben wir gleichsam als Eingang unserem diesmaligen Rechnungsabschlüsse beigesellen zu sollen, der Ihnen, wenn Sie die einzelnen Details genau prüfen, sagen wird, daß es nicht möglich gewesen ist, in der letzten Berichtsperiode irgend etwas für die spätere Zeit zurückzulegen, daß vielmehr der Ertrag der früheren Ersparnisse mit herangezogen werden mußte, damit die statutarischen Pflichten erfüllt werden. Nichts ist daran, was zu bedauern wäre. Wenn, wie jetzt, die Zeitverhältnisse ungünstig sind, dann bedeutet es immerhin etwas, falls den gestellten Anforderungen Genüge geleistet werden kann, und zurückzuweisen sind sie nicht, zuriickgewiesen können sie nicht werden, sonst tobten wir den Gedanken, der unserer Vereinigung zur Grundlage dient. Eine Consequenz aber bleibt daraus zu ziehen, eine solche, die in eine Bitte ausklingt. Wir bitten alle unsere Mitglieder, die übernommene Pflicht getreulich zu erfüllen, denn eine Aufgabe kann doch nur erfüllt werden, wenn Alle redlich mit an der Arbeit sind. Es klingt wie ein Vorwurf, und es ist ein solcher, wenn sie in dem Rechenschaftsberichte die eine Rubrik „zurückgelegte Quittungen" und die andere „einbringliche Quittungen" würdigen. Sollen etwa mit solchen restirenden Summen die Krankengelder bezahlt, sollen damit jene Witwen befriedigt werden, die im ersten Momente, nach dem Tode ihres Ernährers keinen Ausweg erblicken? Nicht das Nachdenken allein, die Ziffern sagen es deutlich, daß es noththue, eingedenk des Zweckes, dem die bezahlten Betrage zu dienen haben, dafür Sorge zu tragen, daß sie bezahlt sind, nicht zu denken, es verfange nicht viel, wenn darüber Monate verstreichen. Die Steigerung der Ansprüche finden Sie auch in der Bilanz des außerordentlichen Unterstützungsfondes, und auch hier konnten wir denselben zu unserer besonderen Genugthuung Rechnung tragen, müffen jedoch darauf Bedacht nehmen, dem Fonde neue Mittel zuzuführen. Nennen Sie aber all' das, was wir Ihnen hier niittheilen. nur ruhig die Lichtseiten des Vereines und würdigen Sie die anderen. Sehen Sie vor Allem auf die Thatsache, daß die Zahl unserer Stiftungen sich mehrt. Das ist ein deutliches Zeichen der Anerkennung der Leistungen, eine sichtbare Zustimmung zu den Intentionen unseres Veremes. Die zwölfte Stiftung ist jene der Frau Elise Pacifica S t e r n. Diese edle Frau, die der Tod zu früh dahingerafft hatte, bestimmte in ihrem Testamente den Betrag von 1000 ungarischer Kronenrente dem Vereine zu Zwecken der Erfüllung seiner statutarischen Obliegenheiten und hat weiters unter Intervention unseres Präsidenten den Betrag von 1000 Gulden österr. Währ, zur Verfügung gestellt, mit welchem Betrage zwei Waisenmädchen, deren Väter Vereinsmitglieder waren, behufs Heiratsausstattung betheilt werden sollen." Gegenwärtig beträgt die Zahl der ordentlichen Mitglieder 429, die der unterstützenden 58. Dem Vorstande gehören an die Herren: Bernhard K a n i tz, Präses, Michael I o ck l, Präses-Stellvertreter, Michael Neurath, Cassier, David Kornfeld, Controlor, Bernhard Fischer, Schriftführer, Leopold Baumwald, Leo Brandt, Dr. Leo Ehrentheil, Dr. S. Elias, Docent Dr. Josef Grünfeld, Hermann Haber, I. Jaiteles, Siegfried Oser, A. L. Rumpler, S. S u s ch n y, Wilhelm Breuer, Secretär. Wie». Der israelitische Tempelverein im IX. Bezirke veranstaltete Dienstag um 6 Uhr Abends gemeinsam mit dem Vereine „Frauenhort" im Tempel in der Müllnergasse eine Trauerfeier Br Baronin Clara Hirsch. Der Tempel war von einem zahlreichen Publicum gefüllt. Unter Anderem waren anwesend: Der Präses des Tempelvereines im IX. Bezirke, Gottlieb Bettelheim, sämmtliche Vorstandsmitglieder, die Präsidentin des „Frauenhort" Frau Donath Z i f f e r e r mit den Vorstandsdamen, der Obmann des Armenrathes vom IX. Bezirke, Schuldirector Waas, Frau Regierungsrath Gintl, die Präsidentin des „Ferienheim" Frau Sofie Grünfeld, Gemeinderath Z i f f e r e r, die Bezirksausschüffe Max H i l l e r und Dr. Schnepp, Commercialrath N e u st a d t l re. Miteinem Orgelpräludium wurde die Trauerfeier eingeleitet, worauf Prediger Dr. Gelbhaus dem Andenken der verblichenen Wohlthäterin einen warmen Nachruf hielt und der tiefen Trauer und dem Schmerze um die Heimgegangene in beredten Worten Ausdruck lieh. Obercantor Kläger brachte dann einen Trauerpsalm zum Vortrage, worauf das Sterbegebet für die Verblichene abgehalten wurde. Wie«. (Dr. Markus Spitzer.) Die Statthalterei hat das Vorstandsmitglied der Wiener israelitischen Cultusgemeinde Hof- und Gerichts advocaten Dr. Markus Spitzer zum Bezirksschulräte ernannt. Diese Ernennung wird allgemein sympathisch begrüßt werden. Dr. Spitzer, Doctor der Rechte und der Philosophie, bringt für sein neues Ehrenamt Gelehrsamkeit und Bildung mit, und es ist allgemein bekannt, daß Dr. Spitzer umfassendes jüdisches Wissen besitzt und von Begeisterung für das Judenthum erfüllt ist. Der Vorstand der „Oesterreichischen Israelitischen Union" hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, Herrn Dr. Spitzer zu der erfolgten Ernennung zu beglückwünschen. Wien. (T r a u e r f e i e r.) Mittwoch Abends ist auf Veranlassung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde auch ini großen Tempel in der Leopoldstadt eine Trauerfeier für die verstorbene Baronin Clara Hirsch abgehalten worden, zu der sich Hunderte von Herren und Damen eingefunden hatten, unter Anderen: der Präses der israelitischen Cultusgemeinde, kaiserl. Rath Heinrich K l i n g e r, mit den beiden Vice-Präsidenten Landesschulrath Dr. Gustav K o h n und Gemeinderath Dr. Stern, Major K ad i s ch, Hofrath Professor G o m p e r z, Hafenbau - Direktor Ober- Baurath T a u s s i g, Baronin Charlotte Königs Wärter, in Vertretung des Curatoriums der Baron Hirsch - Stiftung die Herren David Ritter v. Gut m a n n, Sigmund Ritter v. Bauer und Ober-Jnspector Felix Reiser, ferner Regierungsrath Frankl Ober-Stabsarzt Dr. Treulich, Prokurist Emil Horner, in Vertretung der Heilanstalt „Alland" Docent Dr. K ö n i g st e i n, Direktor Heller, die Präsidentin des „Ferienheim" Frau Dr. Sofie G r ü n f e l d, die Vorstandsdamen des Leopoldstädter Frauen- Wohlthätigkeitsvereincs mit der Präsidentin Frau kaiserl. Rath Bertha K o h n, Ober-Commissär Presser, Secretär kaiserlicher Rath Dr. Lieben, Direktor Dr. D ö m e n Y, Gemeinderath Tagleicht, Bezirksausschuß W a l d st e i n, Vertreter des Rabbinates, eine Abordnung des Marine- und Militär-Veteranen-Vereines „Tegetthoff" in Parade. Rabbiner Dr. Schmied! widmete dem Andenken der Verstorbenen einen warmen Nachruf. Stratznitz, 9. April. In der Nacht vom 4. zum 5. d. M. wurde ein Einbruch in der hiesigen Synagoge verübt. Die bis heute noch unbekannten Thäter drangen in den jüdischen Friedhof ein, von wo sie durch ein Fenster, das sie sammt dem Rahmen aushoben und dessen Eisengitter sie theilweise zertrümmerten, in den Tempel gelangten und von dort wieder unbemerkt und unentdeckt entkamen. Am Morgen fanden die Tempelbesucher die heilige Bundeslade geöffnet, von welcher die Missethäter blos eine silberne Jad Mitnahmen, ohne an dieser heiligsten Stätte anderes Unheil angerichtet zu haben. Ferner waren die in der Tempelmauer mit starken, eisernen Thürchen und Schlössern wohl versehenen, sich befindenden Büchsen erbrochen und des ganzen Geldinhaltes in unbestimmter Betragshöhe beraubt. Auch das verschlossene Betpult des Herrn Rabbiners war erbrochen und die diversen Bücher aus demselben lagen zerstreut auf dem Boden umher, welche gleich anderen Gegenständen, die sich ohne Gefahr des Verdachtes nicht leicht versilbern lassen, nicht mitgenommen wurden. Am gestrigen Sabbath hielt unser ehrw. Herr Rabbiner Dr. Friedmann anknüpfend an den Satz des verlesenen Wochenabschnittes Lev. Cap. IX 1 und X 6 auf die am 7. Pessachtage verschiedene Frau Baronin Clara v. Hirsch eine tiefdurchdachte Gedenkrede, in welcher der Redner ein anschauliches Bild über die segensreiche Wirksamkeit dieser edlen Philantropin entwarf und in ergreifenden Worten den großen Verlust schilderte, den das ganze Judenthnm durch den frühen Tod dieser Frau erlitten. Mit erhebenden Trostes- und Gebetesworten für das Seelenheil der Frühverklärten schloß der Herr Rabbiner seine Rede. Budapest. In Temesvar ist Herr Julius Schnabel im 77. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, dessen Hinscheiden von einer zahlreichen Familie betrauert wird, war Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, der goldenen Medaille am Bande des Commandeurs des St. Annen-Ordens, Ehrenpräses der Oraviczaer israelitischen Cultusgemeinde rc. Sein Hinscheiden hat allgemeine Theilnahme hervorgerufen. — Der Grundbesitzer Moriz Löwy hat bei der Pester israelitischen Cultusgemeinde eine seinen Namen führende Stiftung im Betrag von 100.000 Kronen gemacht, deren Zinsen (4000 Kronen) jährlich unter zehn Zöglinge der höheren Mittelschulclafsen vertheilt werden sollen, die vor einer Prüfungscommission die meisten