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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-04-14 · 15 (14.4.1899) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
15 (14.4.1899)
Date
1899-04-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 15 Vr Vloch'r Wochrnschrifi Sette 393 portugiesischen Tempel besuchten sind hier erhalten und aufbewahrt. Zu beit größten Seltenheiten aber zählt das erste hebräische in Amsterdam (5587=1627) abgedcuckte Buch: Dogmen und Philosophie des Judenthums von Meir b. Js. Jbn. Aldabi. Nach der ersten Ausgabe Riva di Trento 1559. Es würde viel zu weit führen, wollten wir auch nur annähernd den Reichthum ausbreiten, der an Wissensschätzen aller Jahrhunderte hier aufgespeichert liegt. Und warum wir eigentlich all' das vorgetragen haben, da doch kaum anzunehmen, daß unsere Leser sich an der fernen Versteigerung sonderlich betheiligen werden? Um die Lust und Liebe zum althebräischen Schriftthume dort zu erwecken, wo sie erloschen sind, oder nie vorhanden waren. Hier kann sich der Sammlertrieb unserer begüterten Collectioneurs auf das Würdigste und Schönste bethätigen. Die glorreiche Geschichte unserer Ahnen und Altvorderen von den Erzvätern ab sei das Feld, auf welchem sie sich forschend und aufspürend, fördernd und Andere ermuthigend, ergehen mögen. Deshalb haben wir ihnen das Bild eines vornehmen und gelehrten jüdischen Mäcens vorgeführt und die von ihm hinterlassenen Schätze und Wunder, welche Zeugniß ablegen für die innige Liebe, mit welcher er feinem Volkstamme anhing. I. Saschar. Correspondenzen. Plerrar-Sitzuirg des Vorstandes der israelitischen Cnltusgemeinde unter Vorsitz des Präsidenten kaiserlichen Rath Klinger, Sonntag den 9. April 1899. Beginn der Sitzung 10 Uhr Vormittags. Im Einlaufe befindet sich: Eine Zuschrift des Statthalters von Nieder-Oesterreich, des Inhaltes, Seine k. u. k. Apostolische Majestät habe allergnädigst zu gestatten geruht, daß das von der israelitischen Cultusgemeinde in Wien zu errichtende Institut zur Heranbildung israelitischer Krankenpflegerinnen nach weiland Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Elisabeth: „Kaiserin Elisabeth-Institut für israelitische Krankenpflegerinnen" benannt werden dürfe; weiters eine Zuschrift des Herrn Statthalters, betreffend die von demselben vollzogene Ernennung des Herrn Jur. u. Phil. Dr. Markus Spitzer zum Mitgliede des Wiener Bezirksschulrath es; eine Mittheilung des Frankfurter Vereines zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina, betreffend die durch den österr.- ung. Generalconsul constatirten günstigen Resultate der Edler von Lämel'schen Stiftungsschule in Jerusalem; eine Zuschrift des Bszirksschulrathes der Stadt Wien, betreffend die Flüssigmachung der Remuneration aus dem Bezirksschulfonde für die Ertheilung des israel. Religionsunterrichtes im Schuljahre 1897/98. — Zur Kenntniß. Zu Beginn der Sitzung gedenkt der Präsident des tief beklagenswerthen Hinscheidens der Frau Baronin Clara Hirsch de Gereuth und theilt mit, daß er in einem Telegramme an die Familie der Verblichenen der Theilnahme und dem Beileide der Wiener israelitischen Cultusgemeinde Ausdruck gegeben habe; weiters, daß die Herren Oberrabbiuec Dr. G ü d e m a n n und Rabbiner Dr. S ch m i e d l in ihren, an dem letzten Pessachtage gehaltenen Ansprachen auf das schmerzliche Ereigniß Bezug nahmen. Er beantragt namens des Bertretercollegiums die Abhaltung einer solennen Trauerfeier für die Verblichene Mittwoch den 12. April 1899, 6 Uhr Abends, im Levpoldstädter Tempel. Die Verfügungen des Präsidenten und der Antrag des Vertretercollegiums werden genehmigt. Im Präsidialberichte theilt der Präsident weiters mit, daß aus dem Dr. S. H. Goldschmidt'schen Legate noch ein weiterer Betrag seitens der Testaments-Executoren flüssig gemacht wurde. Nunmehr wird der Vorstand bald Gelegenheit haben, auf Grund der Vorschläge der Sectionen und des Vertretercollegiums sich mit der Zuweisung der ersten zur Verfügung stehenden Zinsen des für wohlthätige und namentlich Unterrichtszwecke bestimmten Legates zu befaßen. Nach Verlesung einer Zuschrift des Vorstandes der „Allianz", welche das Elend und die wahrhaft ergreifende Nothlage rer jüdischen Arbeiter von Boryslaw schildert, wird über Antrag des Herrn Vorstehers Oberingenieur Arthur Edlen von Mises als Beitrag zu der von der „Allianz" eingeleiteten Sammlung ein Betrag von 500 fl. gewidmet. Vor Uebergang zur Tagesordnung bemerkt der Präsident, daß die Frage der Herabsetzung des Steuerminimums, welche eine Statutenänderung involvire, den Gegenstand der Berathung in einer demnächst stattfindenden öffentlichen Plenarsitzung des Vorstandes bilden werde. Der Rechnungsabschluß für das Jahr 1898 ist von der Buchhaltung bereits fertiggestellt; derselbe wird in den nächsten Tagen vom Vertretercollegium vorgelegt werden und sodann noch in diesem Monate die von dem § 97 der Statuten vorgesehene Verlautbarung erfolgen. Herr Bice-Präsident Dr. Gustav K o h n beantragt namens des Vertretercollegiums, dem Bethaus- und Synagogenverein für Wieden und Margarethen für Tempelzwecke ein unverzinsliches Darlehen im Höchstbetrage von 15.000 fl. zu gewähren. Der Antrag wird angenommen. Ueber Bericht der III. Section (Referent Herr Dr. G r ü nfeld) wird ab 1. Mai d. I. der bisherige Secundararzt 2. Classe im Spitale der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Dr. Awis N o s s a l zum Secundararzt 1. Classe, Herr Dr. Alois Schwarz zum Secundararzt 2. Classe ernannt und Herrn Dr. Felix Reach das durch Ernennung des Dr. Schwarz zum Secundararzte freigewordene Königswarter'sche Stipendium verliehen. Ueber Referat des Herrn Baurathes S t i a ß n y gelangen auf Grund des Antrages der II. Section 6 Plätze ä 300 fl. der Dr. Adolf Sacks'schen Stiftung für Techniker zur Verleihung. Das vom Herrn Vice-Präsidenten Dr. Kohn namens der I. Section vorgelegte Referat, betreffend die Regelung der Mohelimfrage wird über Antrag des Herrn Dr. Berger vertagt und der Gegenstand zur nochmaligen Berathung an die I. Section geleitet. Die von der Rechtssection über Anregung des Herrn Dr. G r ü n f e l d vorgeschlagene Aenderung in der Concursausschreibung für die Dr. Sacks'sche Herzkrankenstiftung wird genehmigt. Dir mit der General-Omnibus-Gesellschaft und drei anderen Fuhrwerksfirmen, betreffend die Uebernahme des Leichenfuhrwerkes geschloffenen Verträge pro 1899 gelangen im Sinne des Antrages des Referenten Baurath Ritter von Goldschmidt zur Annahme. Nach Erledigung mehrerer Personalien wird die Sitzung um 1 Uhr Mittags geschlossen. An Spenden sind eingelaufen:fürdasSiechenhaus: Julius und Theodor Reitlinger 400 fl.; für Ausspeisung und Bekleidung armer Schulkinder: Präsident kaiserlicher Rath Klinger 30 fl.. I. Eisler & Bruder 100 fl., Firma Lederer & Wolf 100 fl., David Fanto 100 fl., Siegmund T r e b i t s ch 100 fl., Firma Gebrüder Gutmann 100 fl., Hermann P o l l a k's Söhne 200 fl., Julius und Theodor Reitlinger 50 fl., Alois Lemberg er 50 fl., Frau Augusts I o rd an 25 fl., LeopoldL an g er 25 fl. Heinrich Krall 25 fl., Dr. Maximilian Steiner 25 fl., Adolf P i ch l e r 20 fl., Frau Arnold Rosenthal 20 fl, Sigmund R o s e n f e l d 20 fl., D. S ch w a r z m a n n 10 fl., Wilhelm F r e i b e r g 10 fl., Moriz Waizner 6 fl., Emilie B. 5 fl., Moses Pick 5 fl., Israel Böhm 5 fl., ferner Frau Josefine Fröhlich von Felda u für Arme 200 fl., Moriz Edler von Kuffner für Osterbrode 200 fl., für Arme anläßlich des Jahrzeitstages seines verewigten Vaters Ignaz Edlen von Kuffner 140 fl., Moriz N. Oppenheim in Frankfurt anläßlich des Jahrzeitstages seines Schwiegervaters Ignaz Edlen von Kuffner s. A. für Arme 100 fl., k. k. Oberingenieur Arthur Edler von Mi ses für Arme 100 fl., Chewra-Kadischa im XVI. und XVII. Bezirk für Arme 150 fl., Wilhelm Herzog und Wilhelm B r o d y 54 fl. für die Talmud-Thora, 36 fl. für das Altersversorgungshaus, zusammen 90 fl., Dr. Alfred Stern für die Boryslawer Arbeiter 25 fl., Dr. Jakob Treulich, k. u. k. Oberstabsarzt, für Arme und Waisen je 10 fl., zusammen 20 fl., Ch. (Anonym) wie alljährlich jür jüdische Arme anläßlich des christlichen Osterfestes 10 fl., Dr. Leo G o l d m a n n für Arme 5 fl., kais.

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