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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-03-31 · 13 (31.3.1899) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
13 (31.3.1899)
Date
1899-03-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Vr. Bloch « Wochenschrift Seite 253 und ward nach seinem Tode von Sir Charles Rüssel als Führer des englischen Advocatenstandes anerkannt. Das merkwürdige Aufsteigen der Juden in der englischen Politik erreichte seinen Höhepunkt in Disraeli und Earl von Beaconsfield. Lord Herschel, Sohn eines deutschen Juden, war zweimal Lord- Kanzler von England, und nach seinem Tode*) vertagte sich der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten für einen Tag als Ausdruck der Hochachtung für den Verblichenen. In den Finanzen waren die Juden Factoren in den letzten 800 Jahren. Sie versahen die Nationen der Erde mit Geld. Der Jude ist ein Hersteller und kein Niederreißer. Er verdient sein Geld als Fabrikant oder Kaufmann. Capital und Jude sind keine Synonymen. Die Führer der Socialisten sind Juden. Die Ursache der Idee, die Juden wären reich, ist, daß der jüdische Arme nie eine Last wird der Gemeinde, weil die Inden ihre eigenen Armen selbst unterstützen. Die Juden sind die ärmsten unter allen Völkern. Wenn ihr Reichthum zu Geld gemacht und unter ihnen gleich vertheilt würde, sie würden weit unter die Scala des Reichthums der Russen und Irländer heruntersinken. Die Verfolgungen, die sie mitzumachen hatten, machten sie zu Kaufleuten. Der einzig mögliche Weg zur Existenz war für sie in früherer Zeit der Handelsweg, auf welchen sie auch eingeübt sind. Um ihren Besitz vor den gentilen Räubern zu schützen, mußte ihr Reichthum leicht zu bewegen sein, und so wurde er oft in Juwelen angelegt. Darum sind so viele Juden beim Juwelengeschäft. Dr. Peters nahm nun Shakespeares Shylok vor und sagte, dieser Charakter habe keine Gewähr nach Wirklichkeit und sei nach dem jüdischen Gesetze undenkbar. Die wirkliche Grundbegebenheit der Geschichte findet man im Leben des Papstes Syxtus V. Im Jahre 1587 sagte ein Italiener seinem jüdischen Freunde, daß er gehört habe, daß Sir Francis Drake St. Domingo befragt hätte und der Jude sagte, er würde 1 Pfund seines Fleisches wetten, daß dem nicht so sei. Der Gentile nahm die Wette an und legte 1000 Scudi gegen 1 Pfund Fleisch. Als herausgefunden wurde, daß die Neuigkeit wahr wäre, verlangte der Gewinner der Wette, das Pfund Fleisch vom Juden. Der letztere bat vergeblich um Barmherzigkeit. Dem Papst ward es vorgelegt und er verurtheilte beide zu den Galeeren, den Juden weil er die Wette vorschlug, und den Christen, weil er selbe ausgeführt haben wollte, und sie entkamen nur durch Zahlung von je 3000 Scudi zum Bau eines Hospitals. Dr. Peters sagte: Der Gentile erlebe ein Durchschnittsalter von 26 und der Jude von 37 Jahren und der Grund dieses Unterschiedes sei, daß der Jude gewänne die Exemption von Schwindsucht, Skropheln und anderen Krankheiten, durch das Nichtessen von Schweinefleisch, und könne darum nie belästigt werden von allerlei kleinen sortzeugendem Gewürm. Doch lacht der Gentile über den nicht Schweinefleisch essenden Juden, aber der Jude wird 11 Jahre länger leben, weil er etwas anderes genießt. Das Gefängniß kennt kaum den Juden. Das einzige Geschäft, das nicht in den Händen der Juden gedeiht, ist das der Kneipwirthschaft. In Pottersfield, dem Friedhof der Aermsten der Armen, ist der Jude absolut unbekannt. In unseren socialen und politischen Clubs wird der Jude schwarz ballotirt. Beziehen wir Christen alle unsere Moralgrundsätze nicht von einem Juden, der da lehrte: „Du sollst nicht stehlen". Es ist das ein schlimmer Vogel, der sein Nest beschmutzt. Jeder Jude wird verantwortlich gemacht für das Thun seines Glaubensgenossen. In seinem Umgänge mit seinen Mitmenschen ist er ehrenhaft. Das Geld erzeugt oft beim Juden einen besseren Menschen als beim Gentilen. Wo findet man nicht einen verkappten Parvenü in der amerikanischen Gesellschaft? Der Drang nach dem Gelbe ist die Sünde des Tages. Wenn wir Gott ebenso lieben würden, als wir Gold lieben, wir würden in 14 Tagen uns in Engel verwandeln. Unter den Gentilen, sowie unter den Juden finden wir den vorlauten anmaßenden Snob, der uns mit Abscheu erfüllt. Nach Gottes weiser Bestimmung: ein Morgen geht auf für die Juden. Amerika, nicht Palästina ist das Mekka derselben. Früher unnahbar und jetzt schwer zu erreichen wird Amerika das jüdische Canaan werden. *) Lord Herschel, englisches Mitglied der in Washington tagenden englisch-amerikanischen Ausgleichscommission, starb Ende Februar in Washington, und dessen Ueberreste wurden dieser Tage durch Ihrer Majestät Kriegsschiff „Talbot" nach England überführt. Correspond enzen. Wien. Der Vorstand der „Oesterreichifch- I s r aelit i s ch e n Un i o n" beschäftigte sich in seiner am 23. d. M. stattgefundenen Sitzung u. A. auch mit dem vom Abgeordneten Schneider im niederösterreichischen Landtage eingebrachten Anträge auf Abänderung der Dienstbotenordnuug in dem Sinne einer Erschwerung der Aufnahme christlicher Dienstboten bei jüdischen Dienstgebern. Nach eingehender Discussion wurde beschlossen, eine Verwahrung gegen die Zulassung und Verlesung dieses Antrages nicht einzubringen, und zwar aus folgenden Gründen: Die Begründung des Antrages enthält allerdings eine Reihe der nichtswürdigsten Schmähungen und niedrigsten Verleumdungen gegen die jüdischen Dienstgeber und insbesondere gegen die jüdischen Hausfrauen. Die Juden sind es aber nicht allein, welche in diesem tollwüthigen Schriftstücke angegriffen werden. Es werden in gleich unqualificirbarer Weise die höchsten Autoritäten des Staates, die o b e r st e n I u st i z b e h ö r d e n, die Gesetzgebung und Verwaltung beschimpft und verunglimpft, deren U r t h e i l e, Entscheidungen und Verfügungen herabgewürdigt und dem öffentlichen Spotte ansgesetzt. Es wäre die Pflicht des Landmarschalls gewesen, diesen Mißbrauch der Immunität spontan dadurch zu verhindern, daß er den Antrag mit seiner ungeheuerlichen Begründung zur Verlesung nicht zugelassen hätte. In jedem anderen Parlamente der Welt wäre diese Censur von Seite des Vorsitzenden zweifellos erfolgt. Da rs sich hier nicht blos um die Ehre der Juden, sondern zum Mindesten auch in dem gleichen Maße um die Ehre und das Ansehen aller staatlichen Autoritäten handelt, war der Vorstand der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" der Ansicht, daß eine Remedur gegen die ungeheuerliche Begründung des Antrages Schneider zunächst Pflicht und Aufgabe jener Factoren wäre, welche über die Achtung vor dem Gesetze zu wachen haben. Wien. (Synagogen bauverein für Wieden und Margarethen in Wien.) Dieser Verein hielt am 23. d. M. in Jellinek's Saallocalitäten seine dritte ordentliche Generalversammlung ab, welcher als Vertreter der Cultusgemeinde Vicepräsident Dr. Gustav K o h n anwohnte. Der vom Schriftführer vorgetragene Bericht gedenkt der Schwierigkeiten, die sich der schönen Idee der Erbauung einer Jubiläumssyuagoge entgegenstellten, so daß der Vorstand nach reiflicher Ueberlegung von dem großen Plane abgehen mußte und sein Ziel in kleinem Maßstabe, aber in würdiger Weise zu erreichen hofft. Es muß schnell ein Entschluß gefaßt werden, da das Haus, in dem sich seit langen Jahren das jetzige Gotteshaus befindet, im Verkaufe ist und die Glaubensgenossen des IV. und V. Bezirkes ganz ohne Gotteshaus dastehen könnten. Vicepräsident der Cultusgemeinde Dr. K o h n entwickelte sodann in glänzender Rede die Gesichtspunkte, unter denen die Cultusgemeinde bereit sei, dem Vereine werkthätig zur Seite zu stehen und fand für seine Ausführungen reichen Beifall und den Dank der Anwesenden. Nach dem von Caffeverwalter Herrn Moriz Hacker vorgetragenen Casseberichte wurde dem Ausschuffe das Absolutorium ertheilt und sodann die Herren Vogelhut, Philipp Weiß und Schleifer als Revisoren für das nächste Jahr gewählt. Nachdem dem Präsidenten Herrn Adolf Lichtblau und dem Vorstände seitens der Versammlung der Dank votirt worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Wien. (Eine n e u e M i l l i o n e n st i f t u n g der Baronin Hirsch.) Baronin Clara Hirsch, deren Zustand sich leider verschlimmert hat, hat eine Stiftung von einer Million Gulden für ungarländische Arme ohne Unterschied der Abstammung und Confession gemacht. Zweck der Stiftung ist, daß die Zinsen derselben als Darlehen an arme Bittsteller zinsenfrei verabfolgt werden und das Darlehen in beliebig kleinen Raten zurückerstattet werden kann. Ein Darlehen darf nicht kleiner als 50 und nicht höher als 300 fl. sein. Die Stiftungssumme wird zu Händen des ungarischen Ministers für Cultus und Unterricht erlegt, welcher auch das Stiftungscuratorium ernennt. Budapest. (Gedächtnißfeier.) Anläßlich des Sterbetages weiland der Frau David Bischitz de Heves veranstaltete der Pester israelitische Frauenverein für seine verdienstvolle unvergeßliche Präsidentin im großen Saale des israelitischen Mädchen-

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