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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-03-24 · 12 (24.3.1899) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
12 (24.3.1899)
Date
1899-03-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 236 Ar. Dloch'» Wochenschrift Nr. 12 cinischen Facultät und zahlreiche Studirende eingefunden hatten. Der Lehramtsnachfolger Mauthner's, Hofrath Prof. Dr. J.W Schnabl, hielt die Gedenkrede. Unter Führung des Pedells« mit dem Universitätsscepter begab sich sodann die ganze Fest-U Versammlung in den Arcadenhof, wo inmitten eines Palmen-P Haines die von Professor Rudolf Wehr aus carrarischem Mar-ts mor gemeißelte Büste nächst dem Billroth-Denkmale ihren Platz gefunden hat. Hier dankte der Bruder des Verstorbenen dem akademischen Senate für die so ehrenvolle Feier, gedachte in anerkennenden Worten des Bildhauers Professor Weyr und bat , schließlich den Rector Hofrath Wiesner, er möge das Denkmal in den dauernden Schutz der Alma mater nehmen. Der Rector sagte dies gerne zu und hob hervor, daß M a u t h n e r der Universität stets zur Zierde gereicht. Mit der Absingung des „Gaudeamus" durch den Akademischen Gesangverein schloß die erhebende Feier. rvien. (Akademie des Ferienheim.) Im Ballsaale des Etablissements Rouacher fand Sonntag Abends die letzte diesjährige Veranstaltung des „Ferienheim" statt. Es hatte sich ein ebenso elegantes, wie zahlreiches Publicum eingefuuden, das den gediegenen Vorträgen mit größtem Interesse folgte. Den Anfang machte das aus den Damen Rosina Eder, Emilie Schreiber, Amanda B r a n d l und Maria v. To nazza bestehende „Materna-Damenquartett". Die vier jungen Damen mit ihren prächtig geschulten, frischen schönen Stimmen sind trefflich aufeinander eingestimmt und singen mit ausgesuchtem Geschmack. Schumann's „Jäger Wohlgemuth" und Brahms' „Bräutigam" und „Minnelied" erfuhren durch das Quartett die vorzüglichste Ausführung. Einen lebhaften Heiterkeitserfolg erzielte Bernhard Buchbinder mit seiner Humoreske „Die Goldenberg'schen Töchter". Großen Beifalles erfreute sich auch Victor K r a w a n i mit seiner Theaterhumoreske „Ein Paar Schuhe". Ein brillanter Claviervortrag des Frl. Gisela Springer und die vortrefflichen Darbietungen der Liedersängerin Rosa Kahlig und des Herrn Doctor Louis Poborsky fanden ebenfalls die beifälligste Aufnahme. Budapest. Alexander Wahrnrann, der in der Sülle so viel Gutes gethan, ist am 11. d. M. im 60. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene, an dessen Leichenfeier so viele Capacitäten unseres öffentlichen Lebens theili.ahmen, wurde von einer riesigen Trauergemeinde zu Grabe geleitet. An der Bahre sprach Herr Dr. K o h n mit gewohnter Meisterschaft, während am offenen Grabe der Präsident des Moritz Wahrmann-Wohlthätigkeits-Vereines, Herr Sigmund M e d v e i, folgende warme Worte sprach: „Theurer Todter! Der Moriz Wahrmann-Wohlthätigkeits-Berein, sein Präsidium, seine Mitglieder gaben Dir auf Deinem letzten Wege das Geleite, gaben Dir diese so wohlverdiente Ehre, um hiedurch der Liebe, die Alle für Dich empfinden, Ausdruck zu verleihen. Theurer Todter! Mir fiel die Aufgabe zu, Dir einige Worte des Abschiedes zu sagen, mir, dem Du erst vor einigen Tagen erklärtest, wie sehr Dir das Wohl unseres Vereines am Herzen liege, weil, wie Du sagtest, für ihn etwas gethan werden müsse, müffe, und von Deiner Seite auch gethan werden wird. Und nun hat der Tod Dich uns entrissen! Ich will kurz sein und nur den Wunsch aussprechen: Die Erde möge Dir so leicht sein, wie schwer uns der Abschied von Dir fällt und wie sehr wir Dich geliebt haben. Mögest Du einziehen in das lichte Reich Gottes und möge Dein Geist uns schützend umschweben. Amen!" Diese ungekünstelten, schlichten Worte machten umso tieferen Eindruck, als die Umstehenden wußten, wie liebevoll und freigebig der Verstorbene gerade diesem schönen Verein gegenüber gewesen, daß er stets in persönlichem Contacte zu demselben gestanden, so daß er demselben auch, wie wir hören, eine größere Summe vererbt hat. Der Verstorbene krönte die z-hlreichen Liebeswerke seines Lebens damit, daß er 400.000 fl. für wohlthätige Zwecke hinterließ. Indem hievon 300.000 fl. für eine in der Hauptstadt zu errichtende jüdische Mittelschule bestimmt sind, ist diese Frage wieder in den Vordergrund gerückt und geht nun wahrscheinlich einer baldigen Realisirung entgegen. Möge das Andenken dieses Edlen ein gesegnetes bleiben. Hat Moriz Wahrmann den Geist seiner altberühmten Familie repräsentirt und deren Ehren bereichert, so repräsentirte der Verstorbene quasi das Herz derselben und hat ihr die Liebe erhalten, welche sie vermöge der Koryphäen aus früherer Zeit besaß. Brünn. (Mährisch-jüdischer Landesmassefond.) Am 13. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung der Delegirten zur Verwaltung dieses Fondes statt, wobei «41 mährische Gemeinden vertreten waren. Zum Vorsitzenden lßwurde der Obmann-Stellvertreter des Curatoriums Herr kais. Math Mandl gewählt, der zunächst über die anläßlich des ( Kaiser-Jubiläums bei dem Herrn Statthalter gemachte Aufwar - ' tung der Delegirten berichtete, was mit Befriedigung zur Kenntniß genommen wurde. Der Gebahrungsbericht des Curatoriums für das Jahr 1898 erwähnt zunächst des Rückganges der Einnahmen infolge des sinkenden Zinsfußes, denen die wachsenden .Bedürfnisse und Ansprüche der Gemeinden gegenüberstehen. Der 'Aufwand belief sich insgesammt auf 46.907-83 fl., und zwar betrugen die Schulsubventioneu an 49 Gemeinden 13.800 fl., die Gemeindeunterstützungen an 44 Gemeinden 11.855 fl., Personalnnterstützungen 9440 fl., Stipendien 550 fl., Bildungs- und Humanitätsanstalten 4200 fl. u. s. w. Der Bericht der Revisoren constatirt die Richtigkeit der Bücher und des Abschlusses, worauf dem Curatorium die Entlastung ertheilt und der Vortrag des Saldos von 2164'62 fl. auf neue Rechnung genehmigt wird. Ebenso werden die Ansätze des Voranschlages in den Einnahmen mit 48.796-12 fl., in den Ausgaben mit 48.387'20 fl. einstimmig angenommen und zu Revisoren für das Jahr 1899 die Herren G. Fischer, G. T a n d l e r und Max K o h n wiedergewählt. Da der vorjährige Beschluß, dem Reservefond 20.000 fl. zur Dotirung des Kaiser-Jubiläums-Pensionsfondes zuzuweisen, von der Regierung nur unter der Bedingung genehmigt wurde, wenn die §§ 6 und 9 des Statutes zuvor entsprechend abgeändert werden und zugleich ein Statut für den Pensionsfond zur Genehmigung vorgelegt würde, wurde das Curatorium ermächtigt, einer demnächst einzuberufenden Delegirtenversammlung den abgeänderten Text der bezüglichen Paragraphe des Statutes, sowie überhaupt eine umfassende zeitgemäße Statutenrevision und ein Pensionsstatut in Vorlage zu bringen, diese Vorlagen jedoch vorher den Cultusvorständen zur Bekanntgabe ihrer diesfälligen Wohlmeinung zu übermitteln. Hierauf erklärt der Vorsitzende die Versammlung für geschlossen. Prag. (Unterstützungsverein für mittellose i s r a e l i t i s ch.e U n i v e r s i t ä t s h ö r e r.) In der ordentlichen Vollversammlung erstattete Obmann Dr. Max. Lasch den Ausschußbericht für das abgelaufene Vereinsjahr und wies in demselben auf die besonders günstigen Erfolge der Vereinsthätigkeit hin. Hierauf verlas Cassier jur. cand. Gustav Schneider, den Cassebericht, aus welchem Folgendes zu entnehmen ist: Die Einnahmen betrugen 9103 fl. 30 kr., die Ausgaben 3445 fl. 12 kr., demnach der Reinertrag 5658 fl. 18 kr. An unverzinslichen Darlehen an Vereinsmitglieder wurde im Sinne der Statuten zur Vollendung der akademischen Laufbahn die namhafte Summe von 3094 fl. verliehen. Das Vereinsvermögen beträgt mit Beginn des neuen Vereinsjahres 29.831 fl. 50 kr. Dieses im Vergleich zu früheren Jahren geradezu glänzende Ergebniß ist in erster Reihe den rastlosen Bemühungen des langjährigen Gönners und Ehrenmitgliedes des Vereines, Herrn Friedrich S. Freund in Wien zu danken. Seiner aufopfernden Fürsorge und studentenfreundlichen Gesinnung ist es gelungen, dem Verein den ungewöhnlich hohen Betrag von 2800 fl. zukommen zu lassen. In vollster Würdigung dieser hervorragenden Verdienste wurde dem hochherzigen Studentenfreunde der Dank der Generalversammlung auf telegraphischem Wege ausgesprochen. Auch an stiftenden Mitgliedern hat der Verein im verflossenen Jahre einen erfreulichen Zuwachs erhalten durch den Beitritt des Herrn Rudolf Auspitz, Reichsraths- und Laudtagsabgeordneten mit 100 fl., des Herrn Witgenstein mit 100 fl., des Herrn Moriz Bauer, Generaldirectors des Wiener Bankvereines und des Herrn Wilhelm Baron Königswarter mit je 50 fl. Zum Schluffe wurde die Wahl des neuen Ausschusses vorgenommen. Prag. Im Centralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten sprach Phil.-Dr. M. Winternitz über „Die Sittenlehre des Buddhismus" und führte aus, in welch' hohem Maße der Buddhismus die Freude der Entsagung und Mäßigkeit predige. Der Buddhismus hat fünf Gebote für die Laien: Du sollst nichts Lebendes tödten, nicht lügen, nicht stehlen, nicht die Frauen Anderer begehren und Dich nicht berauschen. Die Mönche haben außer diesen noch fünf andere Gebote zu befolgen: sie müssen besonders mäßig sein, dürfen sich nicht schmücken, müssen auf hohem Lager schlafen, dürfen sich nicht an Musik ergötzen und nicht nach Geld streben; auch wird ihnen das Cölibat zur Pflicht gemacht. Der Wohlthätigkeitssinn, die Liebe für Menschen und Thiere geht in Indien so weit, daß dort viele Spitäler, darunter

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