Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 11 (17.3.1899)
- Date
- 1899-03-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 11 Dr. Bloch's Wochrnsthrifi Seite 321 Frau Rudich, Frau Dr. Hellmann, die anmuthige Frau Dr. Harth, Frau Dr. Weber, Frau Baumeister Rudnik, Frau Raschell Schärf, Frau Kunstadt, eine der reizendsten Ballköniginnen, Frau Harth, Frau Garfunkel, Frl. Garfunkel. Frl. Lazarowicz, Frl. Kurzweil, Frl. Knoll, Frl. Harth, Frl. Lommer, Frl. Herzberg, Frl. Jurgran, Frl. Reichenberg, Frl. Muck, Frl. Eltes, Frl. Neuberger und viele Andere, die sich alle an Schönheit und Toilettenpracht übertrafen. Um das Gelingen des Kränzchens hatten sich besonders verdient gemacht die Herren: Dr. Hellmann, Dr. Vierer, Dr. Herzberg, Dr. Weber, Maximilian von Kracny, Brüder Harth, Zahntechniker Presser, Muck, Brüder Fischer u. A. Bis Früh Morgens wurde dem Prinzen Carneval gehuldigt. Das Reinerträgniß dürfte ziemlich groß sein. Zum Schlüsse sei noch der Capelle Häring lobend gedacht. Sch—r. Krohne a. Br. (Schenkung.) Der taubstummen Jeanette Cohn Hierselbst ist vom Kaiser eine Nähmaschine geschenkt worden, welche der darüber hochbeglückten Empfängerin direct zuging. Aus Triest wird uns geschrieben: Am 8. d. M. wurde hier Herr S. T e d e s ch i, Chef und Begründer der Firma S. di B. Tedeschi, unter ebenso ehrender als zahlreicher Betheiligung aller Classen der hiesigen Bevölkerung zu Grabe getragen. Am offenen Grabe hielt sein langjähriger Procurist Herr M. Lieblein eine ergreifende Ansprache,.in der er namens des Personales Abschied von dem Verblichenen nahm und ihn als Freund und Vater desselben pries. Herr Tedeschi hat die Firma vor 47 Jahren gegründet und sie durch Fleiß und musterhafte Ehrenhaftigkeit in die Höhe gebracht, daß sie einen ersten Rang am Triester Platze einnimmt. Die Firma wird nunmehr vom Sohne im Vereine mit den langjährigen bewährten Mitarbeitern des Hauses weitergeführt werden. Lichtenstadt bei Carlsbad. Am vorletzten Freitag fand in feierlicher Weise die Uebergabe der aus Anlaß des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers dem hiesigen jetzt im Ruhestande lebenden Cantor und Religionslehrer Joachim R i n d s k o p f verliehene Medaille für 40jährige treue Dienstzeit statt. Herr Joachim Rindskopf bekleidete dieses Amt durch 12 Jahre in Königsberg a. d. Eger, dann durch 44 Jahre in der israelitischen Cultusgemeinde Lichtenstadt. Herr Rindskopf, der sich allgemeiner Beliebtheit in unserer Stadt erfreut, wurde aus diesem Anlasse von allen Seiten auf das Herzlichste beglückwünscht. Roztok bei P r a g, 10. März. Herr Carl C o h n, k. k. Postmeister, Grundbesitzer und Vorsteher der hiesigen Cultusgemeinde wurde bei den letzten Wahlen zum wiederholtenmale zum Stadtrath gewählt. Berlin. Der Rentner David B e r n st e i n beging mit seiner Ehefrau die diamantene Hochzeit im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel. Er erfreut sich ebenso wie seine Gattin noch guter Rüstigkeit. Rom. Der Ingenieur Georgio Lewy, Generalconsul in Rom, hat dem Hospital für arme Kinder 50.000 Lire für einen Erweiterungsbau geschenkt, sowie 25.000 Lire dem Asyl des heiligen Josef für verlassene Kinder. Der König von Italien hat dem Wohlthäter nach eigenem Entschluß den Titel eines Baron von Trezze verliehen. London. Die Verwalter des David Lewis-Fonds haben beschlossen, eine Colonie für Epileptiker einzurichten und eine Summe von circa 2 Millionen Mark dafür flüssig gemacht. Eine derartige Einrichtung existirte bisher in England überhaupt noch nicht. Przibram. Frau' Mathilde Ullmann, geb. Wolf, Witwe nach dem Apotheker und Stadtrath Johann Ullmann und Schwiegermutter des Directors des Bezirkskrankenhauses Dr. Pokorny, ist im 73. Lebensjahre verschieden. Die allgemeine Theilnahme der Bevölkerung an dem Leichenbegängnisse war ein beredtes Zeugniß der Werthschätzung, welche sich die Dahingeschiedene durch die zahlreichen Beweise ihrer Herzensgüte und ihres Wohlthätigkeitssinnes erworben hatte. Unter den Trauergästen befanden sich Bergdirector Hofrath N o v a k, Bezirkshauptmann Hatlak, Landesgerichtsrath Pospisil, Bürgermeister Abgeordneter Mixa, Rector der Bergakademie von Ehren Werth, die Vorstände der Schulanstalten, Vertreter der Cultusgemeinde und des Handelsgremiums, sowie Vereine mit florumhüllteu Fahnen. Malka Schwarzenkopf. Schauspiel in fünf Acten von G. v. Zapolska. Autorifirte Bearbeitung für die deutsche Bühne von S. R. Landau. Ten Bühnen gegenüber Manuscript. (Nachdruck verboten.) Fünfter Act. Dasselbe Zimmer wie im vierten Act. Ein Bett ist durch einen Paravent umgeben. Jojne sitzt am Canap« und Jenta auf einem Sessel. Beide schlummern. Bald hört man ein Klopfen. Der alte Schwarzenkopf tritt ein und weckt Jenta auf. Zwei Kerzen brennen im Zimmer; es ist Abend. 1. S c e n e. Jenta, Schwarzenkopf, Jojne und Malta. Schwarzenkopf: Jenta! Jenta... der Doctor wird bald kommen. Jenta (erwacht): Der Doctor? Zu wem denn? Schwarzenkopf: Zu wem? ... Zu ... ihr! Jenta: Ach ja, zu Malka. (Erhebt sich.) Ich Hab' so geschlummert. Schwarzenkopf: Hat sie nichts gesagt? Jenta: Nein. Vielleicht ist sie endlich eingeschlafen. Schwarzenkopf: Geh' doch und sieh' nach, was sie macht? Jenta (blickt hinter den Paravent): Sie sitzt im Winkel neben dem Bett mit offenen Augen ... Schwarzenkopf: Schon seit vier Nächten schläft sie nicht. (Nach einer Pause.) Hast Du, Jenta, die Geschäftsläden gut abgesperrt? Jenta: Habt keine Angst, Schwarzenkopf. Dort kommt kein Dieb hinein. Schwarzenkopf: Um den Dieb geht's mir auch gar nicht, nur darum, daß nicht jener Fremde wiederum zu Malka hineinschlüpft. Jojne, Jojne! Jojne (den Kopf vorstreckend): Ich schlafe doch nicht, Schwarzenkopf. Schwarzenkopf: Wenn Du, Jojne, nicht schläfst, warum willst Du nicht zuhören, was mir der Rabbi gesagt hat? Jojne: Der Rabbi hat Dir, Schwarzenkopf, das Eine gesagt und ich habe mir gesagt das Andere. Schwarzenkopf: Dumm bist Du, Jojne. Was der Rabbi sagt, ist viel mehr werth, als was Du in Deinem dummen Schädel ausdenkst. Jojne: Der Rabbi kennt doch gar nicht meine Gedanken und das, was in meinem Gehirne vorgeht. Und ich denke ja schon seit vier Tagen und spreche selbst mit mir in meiner Einsamkeit. Ich habe mir schon sehr viel gesagt. Schwarzenkopf: Steh' doch lieber auf, denn bald wird der Doctor kommen. Er geht schon. (Jojne bleibt sitzen, stützt den Kopf auf beide Hände und überläßt sich seinen Gedanken.) 2. Scene. Vorige, -er Arzt. Der Arzt: Wohnt hier Herr Firulkes? Schwarzenkopf: Hier, hier. . . Bitte, bitte sehr! Nehmen Sie Platz Herr Doctor. D er Arzt: Sind Sie bei mir gewesen? Wer ist denn hier krank? (Der Arzt, ein junger Mann, spricht mit einer verächtlichen Geberde.) Schwarzenkopf: Meine Tochter, Herr Donor. Der Arzt: Was fehlt ihr denn? Jenta: Geh' doch und bcing' Malka her. Dev Arzt: Zündet doch eine zweite Kerze an, es ist hier finster wie in einem Grab.