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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-03-10 · 10 (10.3.1899) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
10 (10.3.1899)
Date
1899-03-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 194 Vr. Bloch » Wochenschrift Nr. 10 Gorrespondenzen. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Die am 5. d. M. stattgefundene Plenarversammlung dieses Vereines war so massenhaft besucht, daß die Thore des Gewerbevereinshauses behördlich geschloffen werden mußten, weil der bereits um 7 Uhr überfüllte große Festsaal ein weiteres Eintreten nicht zuließ. Der Abend nahm aber auch einen sehr interessanten Verlauf. Herr Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Heinrich S tjt g e r, den man als glänzenden Redner und Bertheidiger kennt, hat an diesem Abende die Zuhörer entzückt. Er führte die Versammlung in den Gerichtssaal ein, stellte derselben den Gerichtspräsidenten, den Staatsanwalt, die Beisitzer, die Geschwornen, den Bertheidiger, die Berichterstattung, das Auditorium in würdiger und erhebender Weise vor. Herr Dr. Steger wurde mit rauschendem Beifalle, insbesonders nach den mtt einigen Pointen gewürzten Dankesworten des Präsidenten B r o d ausgezeichnet und allseitig beglückwünscht. Die herrlichen, in Naturgröße vom Herrn kais. Rechnungs-Rathe Oscar E n d e r vorgeführten Coloraturbilder aus Japan sind wahre Meisterstücke. Jedes derselben wurde mit sichtbarer Freude von den aufmerksamen Beobachter belohnt. Unter den Anwesenden bemerkte man: Regierungsrath Gewerbe-Oberinspector Kulka sammt Frau, k.k. Universitätsprofeffor Dr. Politzer sammt Frau, kais. Rath Dr. K o h n sammt Frau, die Vorsteher der Cultusgemeinde, Schuldirector Simon sammt Fräulein Tochter, Architekten Fleischer und M od e r n, Religionsprofeffor Dr. K a n i tz, die Commercienräthe Eisenberger und Stiaßny, Bezirksausschuß W a ldst e i n, Genoffenschaftsvorsteher Zolles, die Vorsteher der Export- und Oesterreichrsch-ungarischen Colonialgesellschaft u. A. m. Wien - Mariahilf. Sonntag den 26. Februar hielt der israelitische Tempel- und Schulverein VI., Stumpergaffe 42, seine VIL ordentliche Generalversammlung ab. Präsident Leopold Werter begrüßt den erschienenen Vertreter der israelitischen Cultusgemeinde Herrn Architekten Max Fleischer und erstattet hierauf den Jahresbericht. Aus demselben ist zu constatiren, daß der Verein im steten 'Wachsen ist. Die vom Vereine erhaltene Bibelschule wird gegenwärtig von 120 Schülern frequentirt, die gleiche Anzahl von Angemeldeten mußte leider wegen Raummangel abgewiesen werden. Die im Juni 1898 stattgefundene öffentliche Prüfung der Schüler hat außerordentlich glänzende Resultate ergeben und ist der Vorstand bestrebt, die Schule zu erwettern und auszugestalten, um allen an sie zu stellenden Anforderungen entsprechen zu können. Zu diesem Zwecke erbittet sich der Vorstand die Unterstützung der Bereinsmitglieder und der löblichen israelitischen Cultusgemeinde und dantt dem Vertreter der Cultusgemeinde, Herrn Architekt Max Fleischer, für seine dem Vereine stets entgegengebrachte Fürsorge und Unterstützung. Herr Architekt Fleischer sprach seine Genugthuung über das segensreiche Wirken des Vereines aus und versprach bereitwilligst, etwaige Anliegen beim Vorstande der Cultusgemeinde zu befürworten. Nach Ertheilung des Absolutoriums wurde dem abtretenden Vorstande der Dank von der Generalversammlung votirt und zur Wahl geschritten. Wiedergewählt wurde Herr Leopold Werter, neu gewählt die Herren Ignaz Braun, Moriz Felsenburg, Max Knöpselmacher, S. Viertel und Em. M. Weiß. Putzeried bei Neugcdein, Böhmen. (Jrrthümer in einem Kochbuch.) Wir erhalten folgende Zuschrift: „Löbliche Redactton! Es dürfte fiir manche jüdische Haushaltungen nicht unerwünscht sein, wenn ich hiermit auf einen rituellen Jrrthum aufmerksam mache, welcher sich in dem weitverbreiteten Kochbuch der Marie Kauders in Prag findet; dort heißt es S. 178: Das Koscher machen: Das Fleisch wird in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gebracht, so daß es vollständig überdeckt ist und so eine Stunde geweicht. Nach Ablauf dieser Zeit wird es vollständig, d. i. au allen Seiten mit Salz bestreut und dreimal mit frischem Waffer, gewöhnlich auf eigens hiezu passenden Fleischschwingen, übergoffen. Dies ist einerseits des Guten zu viel, andererseits aber viel zu wenig, denn nach Jore Deah, § 69, braucht man das Fleisch nur eine halbe Stunde im Waffer zu weichen, im Salz muß es jedoch eine volle Stunde liegen; nur im Nothfalle, wie z. B. anläßlich der Bewirthung von Gästen oder wegen des herannahenden Sabbath braucht man das Fleisch nur einen Drittheil von einer Stunde lang im Salze zu lassen. Auch was die Verfasserin „über das Porschen" schreibt, ist nicht vollkommen correct. Dort heißt es nämlich: Wie bekannt, darf nur der vordere Theil aller Thiere, mit Ausnahme des Geflügels gebraucht werden, doch gibt es nach den jüdischen Gesetzen eine Möglichkeit, durch das sogenannte Porschen auch den andern Theil gebrauchen zu dürfen. Mau wende sich an den Schachet, der es natürlich kennen muß. Der Schochet braucht nur das Porschen des Vordertheils zu kennen; das Reinigen des Hintertheils von den Adern, welches mit vielem Zeitaufwande und mit großer Mühe verbunden ist, muß separat erlernt werden und ist gewöhnlich in den großen Gemeinden ein eigener Functionär— Menaker — hiefür angestellt. Hochachtungsvoll Dr. Benjamin Neumann Rabbiner." Pürglitz, 7. März. Herr Alois L ö w y, k. k. Postmeister und Tabakverleger, wurde vom 3. Wahlkörper in die hiesige Gemeindevertretung gewählt. HoraLdiowitz, 7. März. Die hiesige Cultusgemeinde hat als ihre Vertreter, anläßlich der im Mai l. I. stattfindenden Neuwahlen in das Stadtverordnetencollegium, folgende Herren nominirt: Gpttlieb K o h n, Chef der Firma Jacob Kohn's Söhne. Marcus K o h n oen., Obmann des Handelsgremiums und TUDr. D. Popper, Landesadvocaten und Cultusvorsteher. Ofen. Verflossenen Sonntag fand die Neuwahl der Junctionäre der Ofener „Chewra-Kadischa" statt und allgemein war die Ansicht vorherrschend, daß der bisherige Präses unserer altehrwürdigen Chewra, Herr Dr. Jzidor S z a b o l c s y, der sich um diese Institution in so hohem Grade verdient gemacht hat, und der in den verflossenen drei Jahren geradezu mit Aufopferung seine Agenden versah, einstimmig wiedergewählt wurde. Hier sei bemerkt, daß Dr. Szabolcsy gleichzeitig Vorsteher unserer Cultusgemeinde ist. Seinem hingebenden Eifer ist es gelungen, nicht nur in allen Zweigen der Verwaltung, sondern auch in den arg zerrütteten Finanzen dieser beiden Corporationen eine musterhafte Ordnung herzustellen. Es läßt sich leicht denken, daß das Versehen so zahlreicher Agenden dieser Institute für einen Mann, der nebstbei auch einer angesehenen Advokatenkanzlei vorsteht, im hohen Grade aufreibend ist; kam es doch häufig vor, daß viele Wochen hindurch fast täglich mehrstündige Sitzungen abgehalten werden mußten. Unter der Leitung des Dr. Szabolcsy wurde u. A. die für uns hochwichtige Friedhof-Angelegenheit geregelt, das Ofener israelitische Siechenhaus wurde gegründet und dessen Statuten der Regierung unterbreitet, der Religionsunterricht der Kinder wurde neu organisirt, und zahlreiche für unser religiöses Leben höchst wichtige Angelegenheiten wußte er mit ebenso viel Geschick als Hingebung zur guten Sache einer gedeihlichen Lösung zuzuführen. Das Vermögen der Chewra bettug vor drei Jahren etwas mehr als 10.000 fl., heute ist es mit nahezu 40.000 fl. angegeben, obwohl alljährlich für humanitäre Zwecke viele Tausende verausgabt werden. Allgemein war daher die Ansicht verbreitet, daß der hochverehrte Präses schon aus Dankbarkeit für dessen vielseitige Verdienste, und zwar einhellig wiedergewählt werde; man war davon so sehr überzeugt, daß zahlreiche Wähler gar nicht zur Urne schritten, und kaum der vierte Theil der stimmberechtigten Mitglieder erschien bei der Abstimmung. In letzter Stunde erhob sich eine Gegnerschaft, der das Wirken des gegenwärtigen Präses ein Dorn im Auge ist, und es gelang ihr, einen Gegencandidaten, und zwar einen persönlichen Gegner des Dr. Szabolcsy, mit einer ganz geringen Majorität zum Präses zu wählen. Herr Dr. Szabolcsy legte nun auch die Würde eines Präses unserer Cultusgemeinde nieder, was im Interesse unserer Gemeinde nur lebhaft bedauert werden kann. Breslau, 5. März. Zur Erhaltung und Erweiterung der israelitischen Landwirthschaftsschule m Ahlem bei Hannover hat sich durch die eifrigen und anerkennenswerthen Bemühungen des Herrn Dr. F i n k e l hier ein Loealcomitä gebildet, das aus angesehenen Mitgliedern unserer Gemeinde zusammengesetzt ist. Dieser Tage gelangt ein Aufruf zur Versendung, worin das hiesige Comitä die jüdischen Bürger Breslaus in warmen Worten auffordert, durch Zeichnung von Geldbeiträgen das Wohl der Anstalt zu fördern und ihren Fortbestand zu sichern. Sie muß in den Stand gesetzt werden, für ihren inneren Ausbau sorgen zu können, und es muß ihr ferner die Möglichkeit gegeben

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