Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 16 (1899)
- Issue
- 9 (3.3.1899)
- Date
- 1899-03-03
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Dr. Vloch's Wochenschrift Sette 179 400 Mark, in Bombay 1400 Mark. Ferner wurde mitgetheilt, daß in der Evelina Rothschild-Schule in Jerusalem eine Lehrerin des Englischen neu angestellt wurde, ferner daß in dieser Anstalt statt des Türkischen die arabische Sprache eingeführt wird und daß in Zukunft in derselben auch mohammedanische Mädchen Aufnahme finden. Einen sehr zufriedenstellenden Bericht hat Mr. Ahaham Abrahams über die Mädchenschule in Mogador erstattet. Alsdann wurde beschlossen, daß das Bureau der Anglo-Jewish Association zu Propagandazwecken der Tagespresse Nachrichten zugehen lassen solle. Auch soll eine Karte herausgegeben werden, auf der das große Werk der Anglo-Jewish Association dargestellt werden wird. Venni>chtes. Wien. Der Präsident der Cultusgemeinde Herr kais. Rath K l i n g e r hat sich zur Kräftigung seiner Gesundheit auf mehrere Wochen nach dem Süden begeben. Die Führung der Amtsgeschäfte hat während dieser Urlaubszeit der erste Bice-Präsident Herr Dr. Stern übernommen. Wien. (Sp en d en au s w ei s für den Brigitte nauer Tempelbau.) Durch Herrn Josef Wünsch gesammelt : Dr. Blumenfeld 40 fl.; Rudolf Weil 15 fl.; K. 10 fl.; Alfred Wünsch anläßlich seiner Vermählung gespendet 100 fl.; zusammen 165 fl.; bereits ausgewiesen 23.068 fl.; Summe 23.233 fl. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe i n W i e n.) S o n n t a g d e n 5. M ä r z l. I., präcise 7 Uhr- Abends, findet im großen Festsaale des nied.-österr. Gewerbe- Vereines, I., Eschenbachgasse Nr. 11, eine Plenar-Bersammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vortrag unseres Mitgliedes des Hof- und Gerichts-Advocaten Herrn Dr. Heinrich Sieger: „Aus dem Gerichtssaale". 2. Vortrag des Herrn Oscar Ender, k. k. Rechnungsrath im k. k. Finanz- Ministerium : „Bilder aus Japan" mit Vorführung von colorirten Skiopticon-Bildern, die in Lebensgröße die Völkergruppen, Bauten, die Thier- und Pflanzenwelt Japans in 80 bis 100 Variationen darstellen. Da die beiden Vorträge für Herren und Dame n gleich interessant sein werden, so bitten wir unter Vorweisung der Einladung vor 7 Uhr zu erscheinen, um Störungen zu vermeiden. Wien. (B e r l o b u n g.) Fräulein Rosa F e i t h, Tochter des Religionslehrers der israelitischen Cultusgemeinde Gerson F e i t h, hat sich mit Herrn Markus Emil König aus Wien verlobt. Wien. (W o h l t h ä t i g k e i t s v e r e i n „S t e f a n i e b u n d" zur Bekleidung a r m e r S ch u l k i n d e r im II. B e z i r k. > Dieser rührige Verein veranstaltete am 21. Februar in M. Guth's Restauration ein Purimfest, welches höchst animirt verlief. Reichsraths-Abgeordneter Hofrath Kareis, der das Fest mit seiner Anwesenheit beehrte, von den Anwesenden herzlichst acclamirt, hielt eine der Feier angemessene Ansprache. Das höchste Lob fanden die vorzüglichen Speisen und Getränke, vom Restaurateur Guth beigcstellt. Dem Vereinsfonde floß ein nahmhafter Betrag zu. Sowohl Mitgliedern, den Theilnehmern, sowie jenen Herren die durch Geschenke für den Juxbazar dieses Resultat fördern halfen, unseren besten Tank. Wien. Der Verein jüdischer Mädchen „Hadassa" veranstaltete am 9. d. M. im Festsaal des Hotel Central einen Vortragsabend mit nachfolgendem Tanzkränzchen, der einen äußerst animirten und gelungenen Verlauf nahm. Nachdem die Präsidentin des Vereines, Caroline Lederer, in kürzen, klaren Worten die Tendenzdesselben auseinandergesetzt hatte, sprach Fräulein Rosa H e r l i n g e r in reizender Weise beu Prolog, der die Fröhlichkeit zur Königin des Abends proclamirte. Prächtig waren die hierauf folgenden Vorträge, von denen wir besonders Clavierpiccen von Fräulein Clla Pick, Duetten der Opernsänger Reich und Lamberti, Violinstücke des jugendlichen Virtuosen Heinrich Fiedler und reizende Tcclamationen der kleinen Amalie R o s s 6 e, sowie gelungene humoristische Vorträge von Cmil und Arnold G o l z hervorheben wollen. Das zahlreich erschienene, distinguirte Publicum spendete den Vortragenden reichen Applaus. Das hieraus folgende Tanzkränzchen, welches bis znm Morgendämmern währte, ließ an Fröhlichkeit und Animo nichts zu wünschen übrig. Wien. Erfolgreich gestaltete sich die am 26. d. M. im Saale Ehrbar abgehaltene, gut besuchte Schüler-Production der Musikschule Mikolasch. Die Mitwirkenden boten gute Leistungen und erhielten Beifall, Hervorrufe und Blumenspeuden. Insbesondere verdienen hervorgehoben zu werden: Frl. Frieda Tischler, welche die Zuhörerschaft mit ihrem reizenden Claviervortrage entzückte. Ebenso wurden die Leistungen der Frl. Iphigenie Berger, Frl. Melanie Morawitz überaus freundlich ausgenommen. Der Abend bedeutete sowohl für Frau Professor Mikolasch als auch für ihre begabten Zöglinge einen vollen Erfolg. Teplitz in Böhmen, 25. Februar. (D e c o r i r u n g.) Am letzten Mittwoch fand in feierlicher Weise die Uebergabe, des aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers, dem hiesigen Badearzt und Geheim. Sanitätsrath Herrn Med. Dr. Ignaz Hirsch verliehenen Ritterkreuzes des Franz Josef-Ordens statt. Zu dieser Feier hatten sich u. A. Herr k. k. Statthaltereirath, Bezirkshauptmann Prinz Hohenlohe-Schillingsfürst, Bürgermeister Adolf S i e g m u n d, Bezirksobmann Doctor S ch i e p e k, k. k. Commercialrath C z e r m a k, zahlreiche Mitglieder des Stadtverordneten-Collegiums, Großindustrielle, Fabrikanten u. v. A. eingefunden. Se. Durchlaucht Prinz Hohenlohe hielt an den Ausgezeichneten eine tiefempfundene Ansprache, in welcher er hervorhob, daß Herr Dr. Hirsch stets ein warmes Herz für die leidende Menschheit bewiesen habe; wenn man bedenkt, in wie uneigennütziger, aufopferungsvoller Weise Herr Dr. Hirsch seit nahezu 30 Jahren armen, hilfesuchenden Menschen seine tüchtigen Kräfte widmet, sei das Gute, das er damit geleistet, unberechenbar. Aber auch der Curort Teplitz- Schönau sei ihm zu ewigem Danke verpflichtet, denn in Tagen schwerer Prüfung habe er stets in energischer Weise die Curinteressen vertreten, die unberücksichtigt zu lassen vom nationalen, wie auch vom humanitären Standpunkte nicht genug verurtheilt werden könne. Mit herzlichen Glückwünschen an den ausgezeichneten Arzt schloß Prinz Hohenlohe seine Ansprache und überreichte Herrn Dr. H i r s ch sodann das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens, worauf der Decorirte feinen tiefgefühltesten Dank aussprach. Hont-Szob. Am 14. Februar fand hier die Bermälung des Herrn Oberrabiuers Dr. Moriz Schwarz aus Raab mit Fräulein Bertha Steiner, Tochter des geachteten Gutsbesitzers und Regalienpächters Bernat Steiner, statt. Die Civiltrauung ging mit besonderer Feierlichkeit vor sich, als Trauzeugen fungirten Herr Vorsteher-Stellvertreter Meller aus Raab und Oberstuhlrichter Baron Nyäri. Sodann fand die religiöse Trauung statt, wobei die ehrwürdigen Herren Rabbiner aus Czakathurn, Güns und Jpolysag die Functionen vollzogen. Herr Oberrabbiner Jacob Schwarz, als Vater, richtete an das Brautpaar eine geistvolle Ansprache. Beim darauffolgenden Hochzeitsmahle fehlte es nicht an schönen Toasten. Besonderen Anklang fanden die Worte des Herrn Oberrabbiners Großmann aus Jpolysag, die des Herrn Meller, Fleischmann und des Secretärs Boskowitz aus Raab. Weit über 1000 Glückwunschtelegramme langten während des Festes an. v v X>.' a ■ Virovrtico. An die königl. BoMKer^Comitatsbehörde zu Essegg ist ein Schreiben der Wiener k. und k. Cabinetskanzlei herabgelangt, wodurch Rabbiner Dr. Kaufmann verständigt wird, daß Se. Majestät der Kaiser und König Franz Josef I. für die Trauerrede, die er am 19. September anläßlich des Ablebens Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Elisabeth, und für die Jubiläumsrede, die jener aus Anlaß des 50jährigen Regierungs-Jubiläum Sr. Majestät des Kaisers uno Königs Franz Josef I. am 2. December im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde zu Virovitica gehalten hat, der Allerhöchste Dank kundgegeben wird. Im betreffenden amtlichen Schriftstücke wird erwähnt, daß die Reden von legalem, patriotischen Geiste getragen sind. Hohenems. (Todesfall.) Am 18. d. M. starb im „Sulzerhause" in Hohenems Frau Fanny S u l z e r im 88. Lebensjahre. Sie war die Schwägerin des sel. Ober-Cantors der Wiener Cultusgemeinde Professor Salomon S u l z e r. S u! z e r's einziger Bruder Jakob, der Gatte der Verblichenen, der ihr vor vielen Decennien in die Ewigkeit vorausging, war als Gelehrter, Linguist, Philologe und Pädagoge eine bestbekannte und geschätzte Persönlichkeit. Die Verblichene zeichnete sich durch vornehme Gesinnung. Wohlthätigkeit, ästhetischen Sinn für alles Edle und Schöne aus und wurde von Allen, die sie gekannt, verehrt. Sie hinterließ zwei Kinder. Der Sohn Arnolds S u l z e r ist langjähriger Leiter eines Welthauses in Florenz, die Tochter Mathilde, die Gattin des Herrn Emil F r ä n k e l, Ober-Cantor